Zum Hauptinhalt springen
Sie haben das Produkt erfolgreich für die Anfrage vorgemerkt.
Sie haben das Produkt erfolgreich von Ihrer Anfrage-Liste entfernt.
Artikelnummer Druckstufe PN (Bar) Nennweite DN Material Innendurchmesser (mm) Außendurchmesser (mm)
01420089020-R-SIGHD Flachdichtring Sigraflex Hochdruck
142x89x2 mm, DN80/PN10-40
nach DIN EN1514-1
40 80 SGL Sigraflex Hochdruck 89 142

Beschreibung

Sigraflex-Hochdruck besteht aus abwechselnden 0,5 mm starken Lagen hochreiner SIGRAFLEX-Graphitfolie und 0,05 mm starken Edelstahlfolien aus 316L, die durch die bewährte SIGRAFLEX HOCHDRUCK-Technologie klebstoff- und bindemittelfrei miteinander verbunden sind. Der Graphitanteil erreicht eine Reinheit von ≥99,85 % Kohlenstoff, einen Gesamtchloridgehalt von ≤10 ppm und einen Schwefelgehalt unter 300 ppm (Standardqualität) bis unter 10 ppm (auf Anfrage). Eine Antihaft-Imprägnierung erleichtert die Demontage und reduziert die Leckage zusätzlich.

Die Platte ist für Betriebstemperaturen von -269 °C bis ca. 550 °C ausgelegt. Über 450 °C ist Rücksprache empfohlen, da die Lebensdauer bei hohen Temperaturen eingeschränkt sein kann. Der zulässige Betriebsdruck reicht von Vakuum bis 250 bar. Die Druckstandfestigkeit nach DIN 52913 (16 h bei 300 °C, 50 N/mm²) beträgt ≥48 N/mm² für alle Dicken.

Erhältlich in den Dicken 1,0 / 1,5 / 2,0 / 3,0 / 4,0 mm (Plattenformat 1,0×1,0 m und 1,5×1,5 m). Als einteilige Dichtung einsetzbar bis Ø 1500 mm; darüber als zweilagiger Segmentaufbau. Für korrosionsempfindliche Anwendungen ist eine schwefelarme Kernkraftwerksqualität mit Schwefelgehalt <200 ppm verfügbar.

Zulassungen und Prüfberichte umfassen: TA Luft nach VDI 2440/VDI 2200, Fire Safe nach BS 6755-2 und API 607, Ausblassicherheit nach ASTM WK26064 (HOBT), BAM-Prüfberichte für Sauerstoff sowie Ethylenoxid/Propylenoxid, DVGW nach DIN 3535-6, Dichtung 100 nach TRD 401, lebensmittelrechtliche Bewertung TÜV Rheinland sowie EG 1935/2004 und LFGB.

Merkmale

  • Werkstoff GraphitExpandierter Naturgraphit, Reinheit ≥99,85 % C, Aschegehalt ≤0,15 % (DIN 51903)
  • Werkstoff VerstärkungEdelstahl-Glattblech 316L, Foliendicke 0,05 mm
  • LagenaufbauMehrlagiger Verbund: 0,5 mm Graphitfolie und 0,05 mm Edelstahlfolie, klebstoff- und bindemittelfrei
  • Gesamtchloridgehalt≤10 ppm
  • Gesamthalogengehalt (Cl, F, Br, I)≤40 ppm
  • Gesamtschwefelgehalt<300 ppm (Standard); <200 ppm (Kernkraftwerksqualität); <10 ppm auf Anfrage
  • Rohdichte des Graphits1,1 g/cm³
  • Temperaturbereich-269 °C bis ca. +550 °C (bei Dampf bis +650 °C; über +450 °C Rücksprache empfohlen)
  • DruckbereichVakuum bis 250 bar
  • Druckstandfestigkeit (DIN 52913)≥48 N/mm² (16 h bei 300 °C, 50 N/mm²)
  • Kompressibilität (ASTM F36)37 %
  • Kaltstauchwert εKSW35 % (bei 35 N/mm²)
  • Warmsetzwert εWSW<3 % (bei 50 N/mm², 300 °C, 16 h)
  • Maximale zulässige Flächenpressung σVO bei 20 °C200–305 N/mm² (je nach Dicke)
  • Maximale zulässige Flächenpressung σBO bei 300 °C160–250 N/mm² (je nach Dicke)
  • Dichtungsfaktor m (DIN E 2505/DIN 28090-1)1,3
  • ASTM m-Faktor2,5
  • ASTM y-Faktor3000 psi
  • ImprägnierungAntihaft-Imprägnierung (passiver Korrosionsinhibitor nach ASTM F 2168-13)
  • NormDIN 28091
  • Verfügbare Dicken1,0 / 1,5 / 2,0 / 3,0 / 4,0 mm
  • Plattenformat1,0×1,0 m und 1,5×1,5 m
  • Oxidationsinhibitorja

Vorteile

  • Klebstoff- und bindemittelfreier Mehrlagenverbund verhindert Versprödung und Alterung, auch bei Temperaturwechseln zwischen -269 °C und +550 °C.
  • Edelstahlverstärkung (316L) erhöht die mechanische Festigkeit und Ausblassicherheit über die Werte unverstärkter Graphitplatten hinaus, bestätigt durch den HOBT-Test nach ASTM WK26064.
  • Sehr hohe maximale Flächenpressung (bis 305 N/mm² bei 20 °C) ermöglicht den Einsatz in Nut-/Feder-Flanschen und anderen mechanisch hoch belasteten Verbindungen ohne Quetschen des Dichtelements.
  • Warmsetzwert unter 3 % (bei 50 N/mm², 300 °C, 16 h nach DIN 28090-1) sichert langzeitstabiles Dichtverhalten und reduziert den Nachanziehbedarf im Betrieb.
  • Gesamtchloridgehalt ≤10 ppm und passiver Korrosionsinhibitor nach ASTM F 2168-13 schützen austenitische Edelstahlflansche vor Spannungsrisskorrosion.
  • Antihaft-Imprägnierung erleichtert die Demontage und verhindert das Anhaften der Platte an Flanschflächen, was die Wiederverwendbarkeit des Flansches sichert.
  • Zugelassen nach TA Luft (VDI 2440/VDI 2200), Fire Safe nach BS 6755-2/API 607 und DVGW (DIN 3535-6) — eine Dichtungsplatte für Rohrleitungen, Gas, Dampf und Prozessmedien ohne Produktwechsel.

Einsatzgebiete

Rohrleitungsflansche in Chemie und Petrochemie
Sigraflex-Hochdruck dichtet Flanschverbindungen in Rohrleitungssystemen nach DIN EN 1092-1 ab, wo aggressive Medien und Drücke bis 250 bar den Einsatz unverstärkter Dichtungswerkstoffe ausschließen.
Nut-/Feder-Flansche an Apparaten und Wärmetauschern
Der mehrlagige Aufbau mit hoher maximaler Flächenpressung (bis 305 N/mm²) eignet sich für mechanisch hoch belastete Nut-/Feder-Flansch-Verbindungen an Druckbehältern, Kolonnen und Rohrbündel-Wärmetauschern.
Dampfleitungen und Dampfkessel in Kraftwerken
Die Platte ist für Dampfanwendungen bis ca. 550 °C (kurzzeitig bis 650 °C) zugelassen und erfüllt die Anforderungen nach TRD 401 (Dichtung 100) für Dampferzeuger und Druckbehälter in der Energieerzeugung.
Raffinerie- und Nuklearanlagen
Die Schwefelgehalts-Varianten <200 ppm und <10 ppm erfüllen die Anforderungen der Nuklear- und Raffinerieindustrie an die Reinheit von Dichtungswerkstoffen bei reaktiven und hochreinen Prozessmedien.
Wärmeträgeröl- und Heizanlagen
Die Oxidationsbeständigkeit und das stabile Kompressionsverhalten bei Temperaturwechseln machen die Platte geeignet für Dichtverbindungen in Wärmeträgerkreisläufen mit organischen Wärmeträgern.
Schaugläser, Pumpen und Armaturen
Als einteilige Zuschnittdichtung bis Ø 1500 mm lässt sich die Platte für Flanschdichtungen an Schaugläsern, Pumpengehäusen und Armaturenböden einsetzen, wo ein häufiger Dichtungswechsel aufwändig ist.
TA-Luft-pflichtige Anlagen (mit HOCHDRUCK PRO)
Die Variante SIGRAFLEX HOCHDRUCK PRO (V...Z3IP) trägt das TA-Luft-Zertifikat nach VDI 2440/VDI 2200 und ist für emissionskritische Anlagen in der chemischen und petrochemischen Industrie vorgesehen.

Do's and Dont's

Do's:
  • Dichtung trocken und vor mechanischer Beschädigung geschützt lagern.
  • Flanschflächen vor Montage reinigen und auf Rauheit und Ebenheit prüfen.
  • Schrauben über Kreuz und in mehreren Runden auf das berechnete Anzugsmoment anziehen.
  • Bei Anwendungen über 450 °C vor der Auswahl technische Rücksprache halten.
  • Für Nuklear- und stark korrosionsempfindliche Anwendungen schwefelarme Qualität (<200 ppm oder <10 ppm S) verwenden.
  • Nach erstem Aufheizen Schraubenanzug prüfen und ggf. nachziehen.
Don'ts:
  • Dichtungsplatte nicht biegen, knicken oder werfen; Graphitlagen können bei mechanischer Einwirkung brechen.
  • Keine Schmiermittel oder Klebstoffe auf die Dichtflächen auftragen; die Antihaft-Imprägnierung ist bereits werkseitig aufgebracht.
  • Nicht mit offenen Flammen oder Funken in Kontakt bringen (Graphit ist brennbar).
  • Keine beschädigten oder vorverformten Dichtungen wiederverwenden.

Montage

  1. Flanschflächen vor der Montage auf Verunreinigungen, Kratzer und Korrosion prüfen. Rückstände alter Dichtungen vollständig entfernen. Auflagen und Nut/Feder auf Maßhaltigkeit kontrollieren.
  2. Dichtung auf korrekten Außen- und Innendurchmesser sowie Lochbild prüfen. Die Platte ist bis Ø 1500 mm einteilig einzusetzen; darüber als zweilagiger Segmentaufbau ausführen.
  3. Empfohlene Montage-Flächenpressung: ≥20 N/mm² bis zur maximal zulässigen Flächenpressung σVO. Schrauben schrittweise über Kreuz in mindestens drei Anzugsrunden auf das Zieldrehmoment anziehen.
  4. Nachziehen nach dem ersten Aufheizen auf Betriebstemperatur ist empfohlen, um thermisch bedingtes Setzen auszugleichen. Detaillierte Montagehinweise sind unter www.sigraflex.de/downloads verfügbar.
  5. Für Nut-/Feder-Flansche: Dichtungsbreite an die Nutabmessungen anpassen. Bei Rohrleitungen mit PN-Klassen sicherstellen, dass der gewählte Schraubenanzug die erforderliche Mindestflächenpressung σVU/0,1 für die jeweilige Druckstufe erreicht (z. B. 10 N/mm² bei 1,0 mm Dicke für 10 bar).

FAQ

Bis zu welcher Temperatur ist Sigraflex-Hochdruck dauerhaft einsetzbar?

Die Platte ist für Dauerbetrieb bis ca. 450 °C ausgelegt; bei Dampfanwendungen sind kurzzeitig bis ca. 650 °C möglich. Über 450 °C Dauertemperatur wird eine individuelle technische Beratung empfohlen, da die Lebensdauer von Medium und Flächenpressung abhängt. Der Tieftemperaturbereich reicht bis -269 °C.

Was ist der Unterschied zwischen SIGRAFLEX HOCHDRUCK und SIGRAFLEX HOCHDRUCK PRO?

SIGRAFLEX HOCHDRUCK PRO (V...Z3IP) trägt ein TA-Luft-Zertifikat nach VDI 2440/VDI 2200 und ist für emissionsrelevante Anlagen vorgeschrieben. Die Basis-Variante HOCHDRUCK ist für Anwendungen ohne TA-Luft-Pflicht geeignet; sie verfügt über dieselben Materialeigenschaften, jedoch ohne dieses spezifische Emissionszertifikat.

Welche Schwefelgehalts-Variante ist für Kernkraftwerke und Nuklearanwendungen vorgeschrieben?

Für die Nuklearindustrie ist die schwefelarme Qualität mit Schwefelgehalt <200 ppm (Kernkraftwerksqualität) erforderlich. Auf Anfrage ist auch eine Qualität mit <10 ppm Schwefel lieferbar. Die Standardqualität liegt bei <300 ppm und ist für die meisten industriellen Anwendungen ausreichend.

Wie berechne ich die erforderliche Mindestflächenpressung für die Montage?

Die Mindestflächenpressung für Montage beträgt ≥20 N/mm². Der für den Betrieb notwendige Wert σBU ergibt sich aus dem Betriebsdruck pi multipliziert mit dem Dichtungsfaktor m = 1,3 (nach DIN 28090-1): σBU = pi × m. Für die exakte Auslegung nach AD-Merkblatt B7 gelten die Formeln KD = σVU × k0 × bD und k1 = m × bD; die Dichtungskennwerte nach DIN EN 13555 sind unter www.esadata.org abrufbar.

Kann Sigraflex-Hochdruck für Sauerstoffleitungen verwendet werden?

Ja, für Sauerstoffanwendungen liegt ein BAM-Prüfbericht vor. Aufgrund der besonderen Sicherheitsanforderungen bei Sauerstoff müssen die Randbedingungen (Druck, Temperatur, Strömungsgeschwindigkeit) mit den BAM-Prüfbedingungen abgeglichen werden. Eine technische Rücksprache vor dem Einsatz ist erforderlich.

Warum wird ein Nachziehen der Schrauben nach dem ersten Aufheizen empfohlen?

Beim ersten Aufheizen auf Betriebstemperatur setzt die Dichtung thermisch bedingt nach (Warmsetzwert εWSW <3 % nach DIN 28090-1). Dieser Setzvorgang reduziert die Flächenpressung und kann, wenn nicht ausgeglichen, die Dichtheit beeinträchtigen. Einmaliges Nachziehen auf das Zieldrehmoment nach dem ersten Aufheizzyklus stabilisiert die Verbindung dauerhaft.

Wie groß kann eine einteilige Sigraflex-Hochdruck-Dichtung maximal sein?

Als einteilige Dichtung ist die Platte bis zu einem Außendurchmesser von Ø 1500 mm lieferbar, da dies dem größten Plattenformat (1,5×1,5 m) entspricht. Für größere Durchmesser wird ein zweilagiger Aufbau in Segmenten ausgeführt, der dieselben Dichtheitsklassen erreicht.