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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Einbauraumhöhe L1 (mm) Typ
4327010 TPE-Kolbendichtsatz
K754-60x49x4,2
49 60 4,2 K754

Dokumente

Beschreibung

Der K754 besteht aus zwei Komponenten: einem NBR-O-Ring, der als elastisches Vorspannelement wirkt, und einem TPE-Profilring aus Polyester-Elastomer (TPE/45, Shore 55D), der die Dichtwirkung übernimmt. Das TPE-Material weist gegenüber PTFE-Gleitflächendichtsätzen deutlich höhere Verschleißfestigkeit und Schmutzunempfindlichkeit auf, weil die harte, dabei elastische Polyester-Elastomer-Oberfläche Riefen und Fremdpartikel besser überbrückt.

Der zulässige Betriebsdruck hängt von Gleitgeschwindigkeit und Temperatur ab: Bei v = 0,3 m/s sind bis 400 bar (Temperaturbereich -40 °C bis +80 °C) bzw. bis 315 bar (bis +110 °C) zulässig. Bei v = 1 m/s reduzieren sich die Grenzwerte auf 250 bar (bis +80 °C) bzw. 200 bar (bis +110 °C). Die Standardausführung mit NBR-O-Ring ist für Mineralöle zwischen -40 °C und +100 °C sowie für Wasser, HFA-, HFB- und HFC-Druckflüssigkeiten zwischen -20 °C und +70 °C geeignet.

Für Sonderanforderungen steht die Qualität TPE/51 (Shore 72D) für höhere Drücke und größere Dichtspalte zur Verfügung. Der O-Ring kann auf abweichende Medien oder Temperaturbereiche angepasst werden — für HFD-Druckflüssigkeiten sowie Tieftemperatureinsätze bis -45 °C und erhöhte Temperaturen bis +130 °C genügt der Wechsel auf den geeigneten O-Ring-Werkstoff.

K754 kann auf einteilige Kolben übergeknöpft werden und schnappt ohne Kalibrierung in die Nut ein. Die Montage erfordert kein Spezialwerkzeug. K754 wird bevorzugt in Kombination mit Kunststoff-Führungsringen F506 oder F87 eingesetzt und ist bis ca. 1500 mm Durchmesser ohne Formkosten lieferbar.

Merkmale

  • BauformZweiteiliger Kolbendichtsatz (TPE-Profilring + O-Ring als Vorspannelement)
  • WirkungsweiseDoppeltwirkend
  • Profilring-WerkstoffTPE/45 – Polyester-Elastomer, Shore 55D
  • VorspannelementNBR-O-Ring (Standard); andere O-Ring-Werkstoffe auf Anfrage
  • Temperaturbereich (Mineralöl)-40 °C bis +100 °C (NBR-O-Ring)
  • Temperaturbereich (Wasser/HFA/HFB/HFC)-20 °C bis +70 °C (NBR-O-Ring)
  • Max. Betriebsdruck bei v = 0,3 m/s400 bar (-40 °C bis +80 °C) / 315 bar (-40 °C bis +110 °C)
  • Max. Betriebsdruck bei v = 0,5 m/s350 bar (-40 °C bis +80 °C) / 250 bar (-40 °C bis +110 °C)
  • Max. Betriebsdruck bei v = 1 m/s250 bar (-40 °C bis +80 °C) / 200 bar (-40 °C bis +110 °C)
  • Einbautoleranzen Ø D1 (Zylinderbohrung)H9
  • Einbautoleranzen Ø d1 (Kolbenaußen-Ø)h9
  • Einbautoleranzen L1 (Nutbreite)+0,2 / -0 mm
  • Gleitfläche Ra / Rt0,1–0,4 µm / max. 4 µm
  • Statische Fläche Ra / Rtmax. 1,6 µm / max. 10 µm
  • SonderqualitätTPE/51 (Shore 72D) für höhere Drücke / größere Dichtspalte auf Anfrage
  • Max. Fertigungsdurchmesserca. 1500 mm Ø ohne Formkosten
  • NormEinbauräume gemäß ISO 7425-1 (gekennzeichnete Vorzugsgrößen)

Vorteile

  • Montage ohne Spezialwerkzeug: K754 lässt sich mit einem flachen Kunststoffband auf einteilige Kolben überknöpfen, der Profilring schnappt ohne Kalibrierung ein.
  • Geringe Reibung durch die harte TPE-Gleitfläche (Shore 55D): geringerer Energiebedarf und ruhigeres Anfahrverhalten im Vergleich zu Gummi-Nutringsätzen.
  • Höhere Verschleißfestigkeit als PTFE-Gleitflächendichtsätze: TPE/45 überbrückt auch raue oder verunreinigte Zylinderlaufbahnen ohne Materialausbrüche.
  • Schmutzunempfindlich: harte Polyester-Elastomer-Oberfläche wird durch Fremdpartikel weniger beschädigt als weiche Elastomerdichtungen.
  • Leckagedichter als PTFE-Gleitflächendichtsätze, weil der O-Ring eine definierte Vorspannkraft über den gesamten Betriebsdruckbereich sicherstellt.
  • Breite Medienverträglichkeit: Standardausführung mit NBR-O-Ring für Mineralöle, Wasser, HFA, HFB und HFC; durch Wechsel des O-Ring-Werkstoffs auch für HFD, Tieftemperatur bis -45 °C und erhöhte Temperaturen bis +130 °C einsetzbar.
  • Flexibler Einsatz: auch als Pneumatikkolbendichtung mit reduzierter Vorspannung verwendbar (Maße Ø d1 gemäß Typ K54).

Einsatzgebiete

Hydraulikzylinder in Werkzeugmaschinen
K754 dichtet Kolben in hydraulischen Vorschub- und Spannzylindern ab, wo niedrige Reibung und präzises Anfahrverhalten gefordert sind. Der geringe Platzbedarf ermöglicht schlanke Kolbenkonstruktionen.
Mobilhydraulik (Baumaschinen, Landmaschinen)
Bei Auslegern, Kippzylindern und Lenkzylindern werden Kolbendichtungen mit guter Schmutztoleranz und Temperaturbeständigkeit bis -40 °C benötigt. K754 mit NBR-O-Ring ist für Mineralöle in diesem Temperaturbereich geeignet.
Industrielle Pressen und Schmiedeanlagen
In Presszylindern mit langsamer Kolbenbewegung (v ≤ 0,3 m/s) und Drücken bis 400 bar bietet der TPE-Profilring die nötige Extrusionsfestigkeit und Verschleißbeständigkeit für häufige Lastwechsel.
Pneumatikzylinder (Leicht- und Mittellast)
K754 kann mit reduzierter Vorspannung als Pneumatikkolbendichtung eingesetzt werden. Die Abmessungen Ø d1 entsprechen in diesem Fall dem Typ K54.
Wasserhydraulik und HFA/HFB-Anlagen
Mit NBR-O-Ring ist K754 für Wasser, HFA- und HFB-Druckflüssigkeiten im Bereich -20 °C bis +70 °C zugelassen. Für Wasseranwendungen empfiehlt sich das Montagefett HZ103W.
Sondermaschinen mit großen Zylinderbohrungen
Da K754 bis ca. 1500 mm Durchmesser ohne Formkosten gefertigt werden kann, eignet sich der Typ für maßgeschneiderte Großzylinder in der Hüttenindustrie, im Pressenbau und in der Schiffstechnik.
Anlagen mit wechselnden Druckflüssigkeiten
Durch Austausch des O-Ring-Werkstoffs lässt sich K754 auf HFD-Flüssigkeiten, synthetische Ester (HEES) oder Tieftemperaturanwendungen bis -45 °C anpassen, ohne den TPE-Profilring zu tauschen.

Do's and Dont's

Do's:
  • Dichtungselemente bis zur Montage in der Originalverpackung lassen; kühl, trocken und lichtgeschützt lagern.
  • Einbauräume vor der Montage auf Maßhaltigkeit, Gratfreiheit und Sauberkeit prüfen.
  • Kunststoff-Führungsringe F506 oder F87 beidseitig der Dichtung vorsehen, um Querkräfte abzufangen.
  • Zylinder nach der Montage vollständig entlüften.
  • Bei erhöhten Temperaturen (über +100 °C), HFD-Flüssigkeiten oder Tieftemperatureinsätzen unter -40 °C den O-Ring-Werkstoff auf die Betriebsbedingungen abstimmen — HENNLICH berät bei der Werkstoffauswahl.
  • Für Betrieb mit hohen Druckspitzen oder großen Dichtspalten die Qualität TPE/51 anfragen.
Don'ts:
  • O-Ring beim Einlegen nicht verdrehen — Verdrillung führt zu ungleichmäßiger Vorspannung und Leckage.
  • Keine scharfen Werkzeuge (Schraubenzieher, Spitzzangen) für die Montage des TPE-Profilrings verwenden.
  • Dichtelemente nicht über scharfkantige Gewinde, Bohrungskanten oder Spalte gleiten lassen.
  • Standardausführung (NBR-O-Ring) nicht mit Phosphorsäureester-Flüssigkeiten (HFD-R Typ HFDR-Aryl) einsetzen — NBR ist dafür nicht geeignet.
  • Nicht ohne Führungsringe betreiben, wenn Querkräfte zu erwarten sind — K754 allein kompensiert keine übermäßige Kolbenexzentrizität.

Montage

  1. Zylinderrohr und Kolbennut vor der Montage von Schmutz, Metallspänen und Graten reinigen. Alle Einlaufkanten müssen gratfrei und ausreichend angefast sein (Mindestschräge C je nach Profilbreite S: 3,0 mm bei S = 3,75 bis 6,0 mm bei S = 10,5/12,25).
  2. Einbauraummaße prüfen: Ø D1 in Toleranz H9, Ø d1 in Toleranz h9, Nutbreite L1 mit +0,2 / -0 mm. Gleitfläche Ø D1 auf Ra 0,1–0,4 µm und Rt max. 4 µm prüfen.
  3. Kolben, Nut und Dichtungselemente mit kompatiblem Montagefett einleicht benetzen (empfohlen: HENNLICH HZ103 für Ölhydraulik bzw. HZ103W für Wasseranwendungen).
  4. Den NBR-O-Ring zuerst gleichmäßig in die Dichtungsnut einlegen. Dabei auf keinen Fall verdrehen.
  5. Den TPE-Profilring mit einem festen, flachen Kunststoffband montieren: Ring an einer Stelle des Umfangs in die Nut ansetzen, dann das Band ringsum nachziehen, bis der Profilring vollständig einschnappt. Nach dem Einschnappen ist kein Kalibrieren erforderlich.
  6. Nach der Zylindermontage sorgfältig entlüften, um Lufteinschlüsse in der Dichtungsnut zu vermeiden (Dieseleffekt-Gefahr).

Empfehlung: K754 bevorzugt in Kombination mit Kunststoff-Führungsringen F506 oder F87 einsetzen. Führungsringe dämpfen Querkräfte und schützen die Dichtung vor außermittiger Belastung.

FAQ

Bis zu welchem Druck ist K754 einsetzbar?

Der maximal zulässige Betriebsdruck hängt von Gleitgeschwindigkeit und Betriebstemperatur ab. Bei v = 0,3 m/s und Temperaturen bis +80 °C sind 400 bar zulässig, bei Temperaturen bis +110 °C noch 315 bar. Bei v = 1 m/s sinkt der Grenzwert auf 250 bar (bis +80 °C) bzw. 200 bar (bis +110 °C). Für höhere Drücke oder größere Dichtspalte steht die Qualität TPE/51 zur Verfügung.

Welche Hydraulikflüssigkeiten sind für die Standardausführung zugelassen?

Die Standardausführung mit NBR-O-Ring ist für Mineralöle (HL, HM, HV nach ISO 6743-4) von -40 °C bis +100 °C sowie für Wasser und schwerentflammbare HFA-, HFB- und HFC-Druckflüssigkeiten von -20 °C bis +70 °C geeignet. Phosphorsäureester (HFD-R Aryl) sind mit NBR nicht verträglich — für diese Medien muss der O-Ring-Werkstoff angepasst werden.

Wie unterscheidet sich K754 von einem PTFE-Gleitflächendichtsatz?

K754 verwendet einen TPE-Profilring (Shore 55D) anstelle einer PTFE-Gleitfläche. TPE ist mechanisch robuster, schmutzunempfindlicher und leckagedichter als PTFE-Gleitflächensysteme. PTFE-Dichtsätze eignen sich besser für sehr hohe Gleitgeschwindigkeiten oder chemisch aggressive Medien, bei denen TPE an seine Grenzen stößt.

Kann K754 auch in Pneumatikzylindern verwendet werden?

Ja. K754 ist als Pneumatikkolbendichtung mit reduzierter Vorspannung einsetzbar. In diesem Fall gelten die Einbaumaße Ø d1 gemäß Typ K54. Die geringere Vorspannung reduziert die Reibung im Druckluftbetrieb.

Welche Oberflächengüte muss die Zylinderbohrung haben?

Die Gleitfläche (Ø D1) muss Ra 0,1–0,4 µm und Rt max. 4 µm aufweisen. Gehonte Zylinderrohre in diesem Bereich sind für K754 ideal. Bei Ra unter 0,1 µm kann der Schmierfilmaufbau gestört werden, was zu erhöhtem Verschleiß führt.

Wie groß darf der Dichtspalt zwischen Kolben und Zylinderrohr sein?

Der maximal zulässige einseitige Dichtspalt F hängt vom Betriebsdruck ab. Bei 100 bar sind 1,0 mm (Profilbreite S > 7 mm) bzw. 0,8 mm (S < 7 mm) zulässig, bei 350 bar noch 0,4 mm bzw. 0,3 mm. Bei Konstruktionen mit Führungsringen ist oft ein größerer Abstand möglich — HENNLICH berät bei der Auslegung.

Warum wird K754 vorzugsweise mit Führungsringen F506 oder F87 kombiniert?

Kunststoff-Führungsringe übernehmen die Querkräfte am Kolben und verhindern Metallkontakt zwischen Kolben und Zylinderrohr. Ohne Führungsringe können seitliche Lasten den Dichtring ungleichmäßig belasten und die Lebensdauer verkürzen. Führungsringe erlauben außerdem einen größeren Dichtspalt F, was den Einbau vereinfacht.