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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Breite H (mm) Typ Werkstoff
02003507-0502 Wellendichtring DIN 3760
Form B 20x35x7 NBR
20 35 7 Form B NBR

Dokumente

Beschreibung

Radial-Wellendichtringe (WDR) Form B nach DIN 3760 bestehen aus einer federvorgespannten Dichtlippe aus Elastomer, die mit dem metallischen Versteifungsring fest zusammenvulkanisiert ist. Der metallische Außenring unterscheidet Form B von der Gummimantel-Bauform A: Er erfordert eine genauer bearbeitete Aufnahmebohrung (Toleranz H8, Ra max. 3,2 µm), ermöglicht dafür beim Einpressen etwas leichteren Montageverlauf und eine präzisere axiale Bauhöhe. Diese Eigenschaften sind bei paarweisem Einbau (Rücken an Rücken oder hintereinander) besonders vorteilhaft.

WDR Form B werden zur drucklosen Abdichtung rotierender Wellen bis ca. 35 m/s eingesetzt. In Einzelfällen kann eine Druckdifferenz von max. 0,5 bar bei bis zu 2,8 m/s abgedichtet werden. Die Dichtlippe wird je nach Aufgabe zum Medium hin (Lager- oder Getriebeseite) oder nach außen (Schmutz- und Staubschutz) eingebaut. Die Welle muss im Dichtungsbereich drallfreisch geschliffen oder glattgewalzt sein, Rauheit Ra 0,2–0,4 µm (Rt 1–4 µm), Toleranz h11.

Als Standardwerkstoffe stehen NBR für den Einsatz von -40°C bis +100°C bei max. 12 m/s Umfangsgeschwindigkeit sowie FPM (Viton) für -30°C bis +170°C bei max. 35 m/s zur Verfügung. Weitere Werkstoffe wie Silikon, EPDM, ACN und H-NBR sind auf Anfrage erhältlich. Wellenhärte muss mindestens 45 HRC betragen; bei starkem Schmutzanfall oder Geschwindigkeiten über 4 m/s sind 55–60 HRC erforderlich.

Merkmale

  • BauformForm B nach DIN 3760 (identisch mit ISO 6194) – metallischer Außenring
  • Wellendurchmesser d16–1000 mm, Toleranz h11
  • AufnahmebohrungToleranz H8, Ra max. 3,2 µm (Rt max. 16 µm)
  • WellenoberflächeDrallfreier Schliff oder Glattwalzen, Ra 0,2–0,4 µm (Rt 1–4 µm)
  • Wellenhärtemin. 45 HRC; bei Schmutzanfall oder v > 4 m/s: 55–60 HRC
  • Max. UmfangsgeschwindigkeitNBR: 12 m/s; FPM: 35 m/s
  • Max. Betriebsdruck0,5 bar (bei max. 2,8 m/s); bei höheren Drehzahlen drucklos
  • Standardwerkstoffe DichtlippeNBR: -40°C bis +100°C; FPM (Viton): -30°C bis +170°C
  • Weitere WerkstoffeSilikon, EPDM, ACN, H-NBR auf Anfrage
  • Versteifungsring / ZugfederStahl; korrosionsgeschützte Ausführung auf Anfrage
  • NormDIN 3760 / ISO 6194

Vorteile

  • Metallischer Außenring sichert festen, maßgenauen Sitz in der Aufnahmebohrung – kein Herausdrücken durch Betriebsdruck oder Temperaturwechsel.
  • Genauere axiale Bauhöhe als Gummimantel-Bauformen – ermöglicht paarweisen Einbau (Rücken an Rücken oder hintereinander) ohne Spielprobleme.
  • Einpressen bei der Montage gegenüber Bauform A etwas erleichtert – kürzere Montagezeit, geringeres Beschädigungsrisiko der Dichtlippe.
  • Breites Werkstoffprogramm: NBR für Mineralöle und Fette, FPM für chemisch anspruchsvolle Medien und Hochtemperaturbetrieb bis +170°C – Bauform bleibt gleich, Werkstoff wird angepasst.
  • Federvorgespannte Dichtlippe hält auch bei wechselnden Betriebsbedingungen gleichmäßigen Radialdruck auf der Welle aufrecht.
  • Abmessungsbereich 6–1000 mm Wellendurchmesser nach DIN 3760 – ein Normteil für den gesamten Maschinenbau.

Einsatzgebiete

Radial-Wellendichtringe (WDR) werden zur drucklosen Abdichtung rotierender Wellen bis ca. 35 m/s eingesetzt. In Einzelfällen kann max. 0,5bar bis zu 2,8 m/s erlaubt werden.

Die Dichtlippe kann zum Medium nach innen (z.B. Lager oder Getriebe) oder als Schmutz- und Staubabdichtung nach außen angeordnet werden.

Do's and Dont's

Do's:
  • Welle im Laufbereich drallfreisch schleifen oder glattwalzen (Ra 0,2–0,4 µm)
  • Aufnahmebohrung mit Toleranz H8 fertigen
  • Wellenhärte auf mindestens 45 HRC sicherstellen (55–60 HRC bei starkem Schmutzanfall oder über 4 m/s)
  • Dichtlippe vor Montage leicht mit Betriebsmedium oder kompatiblem Fett benetzen
  • WDR bis zur Montage in Originalverpackung, kühl (<25°C), trocken und UV-geschützt lagern
  • FIFO-Prinzip beim Lagerumschlag anwenden; NBR-Dichtringe spätestens nach 7 Jahren erneut prüfen

Don'ts:
  • WDR nicht einschlagen – nur einpressen mit geeignetem Werkzeug
  • Nicht schräg einpressen – Pumpeffekt und Leckage sind die Folge
  • Keinen Kontakt mit organischen Lösungsmitteln (Trichlorethylen, Petroleum) bei Reinigung oder Lagerung
  • NBR nicht in Medien einsetzen, die aromatische Kohlenwasserstoffe, Bremsflüssigkeiten auf Glykolbasis (DOT3/4) oder Dampf enthalten – FPM oder EPDM wählen
  • Außendurchmesser vor dem Einpressen nicht fetten – beeinträchtigt den Festsitz
  • Keine drallbehafteten Wellenoberflächen – dralliger Schliff pumpt Öl aktiv über die Dichtlippe heraus

Montage

WDR nach DIN 3760 werden in axial offene Aufnahmebohrungen eingepresst. (Nicht eingeschlagen!) Welle und Gehäuse müssen gerundete, ausreichende Einbaufasen haben.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Wellendichtring Form A und Form B nach DIN 3760?

Form A hat einen gummielastischen Außenmantel, der Toleranzen und Rauheit der Aufnahmebohrung besser ausgleicht und Korrosion zwischen Dichtring und Gehäuse verhindert. Form B hat einen metallischen Außenring, der eine genauer bearbeitete Aufnahmebohrung (Toleranz H8) erfordert, dafür aber eine präzisere axiale Bauhöhe bietet. Form B ist die bevorzugte Wahl, wenn zwei WDR Rücken an Rücken oder hintereinander eingebaut werden oder wenn konstruktiv ein definierter axialer Anschlag gefordert ist.

Bis zu welcher Temperatur ist ein WDR Form B aus NBR dauerhaft einsetzbar?

NBR-Wellendichtringe sind für den Dauerbetrieb von -40°C bis +100°C ausgelegt, bei max. 12 m/s Umfangsgeschwindigkeit. Für höhere Temperaturen bis +170°C steht die FPM (Viton)-Ausführung zur Verfügung. Beide Angaben gelten für Mineralöl-Medien; bei anderen Betriebsstoffen kann der zulässige Temperaturbereich abweichen.

Kann ein Wellendichtring Form B unter Druck eingesetzt werden?

WDR Form B sind grundsätzlich für drucklosen Betrieb ausgelegt. In Einzelfällen kann eine Druckdifferenz von max. 0,5 bar bei Umfangsgeschwindigkeiten bis 2,8 m/s abgedichtet werden. Bei höheren Drücken sind druckfeste Sonderbauformen (z.B. Form AS-P oder Kassettendichtungen) zu wählen.

Welche Anforderungen stellt der Wellendichtring an die Wellenoberfläche?

Die Welle muss im Dichtungsbereich drallfreisch geschliffen oder glattgewalzt sein, Rauheit Ra 0,2–0,4 µm (Rt 1–4 µm), Toleranz h11. Ein dralliger Schliff wirkt wie eine Pumpe und fördert Öl aktiv nach außen, was zur Leckage führt. Die Wellenhärte muss mindestens 45 HRC betragen; bei starkem Schmutzanfall oder Umfangsgeschwindigkeiten über 4 m/s sind 55–60 HRC erforderlich, um Einlaufen zu verhindern.

Warum darf ein Wellendichtring nicht eingeschlagen werden?

Beim Einschlagen entstehen Schlagimpulse, die den Versteifungsring verformen und die Dichtlippe beschädigen können. Außerdem besteht die Gefahr, den WDR schräg zu montieren, was einen Pumpeffekt erzeugt und zu Leckage führt. WDR nach DIN 3760 werden ausschließlich mit geeignetem Einpresswerkzeug gleichmäßig und senkrecht zur Wellenachse in die Aufnahmebohrung eingepresst.

Welche Werkstoffe sind für WDR Form B verfügbar, und wann wird FPM statt NBR gewählt?

Standardwerkstoffe sind NBR für mineralölbasierte Medien bei -40°C bis +100°C sowie FPM (Viton) für chemisch anspruchsvollere Medien, aromatische Kohlenwasserstoffe und Temperaturen bis +170°C. FPM wird gewählt, wenn synthetische Esteröle, Kraftstoffe oder Hochtemperaturbedingungen vorliegen. Weitere Werkstoffe wie Silikon, EPDM, ACN und H-NBR sind auf Anfrage erhältlich.

Was verursacht einen Drall auf der Wellenoberfläche, und wie erkenne ich ihn?

Drall entsteht durch falsch eingestellte Drehmaschinen, beim Rundschleifen mit seitlicher Vorschubbewegung oder durch bestimmte Gewindeschneidoperationen. Er ist am fertigen Teil oft schwer sichtbar, erzeugt aber unter der Dichtlippe eine schraubenförmige Mikrostruktur, die Öl axial transportiert. Drallfreier Schliff wird durch Einstechschleifen oder Glattwalzen erreicht; eine Prüfung erfolgt mit einem Oberflächenmessgerät oder nach DIN EN ISO 4287.