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Artikelnummer Einbauraumhöhe L1 (mm) Profilbreite s (mm) Typ Spiral-ø (mm)
8502040 Gewebe-Führungsband
F506-5,6x2,5-Spiral-ø=100
5,6 2,5 Typ F506 100

Dokumente

Beschreibung

Das Führungsband F506 besteht aus kalibriertem Polyestergewebe mit Polyesterharz-Imprägnierung und PTFE-Schmierstoffzusatz. Durch das patentierte Herstellungsverfahren bleiben die Oberflächen mechanisch unbearbeitet — kein Gewebefaden wird zerschnitten. Das verhindert Fusselbildung im Hydrauliksystem und schützt Filter sowie Steuerbohrungen vor Verstopfung.

F506 hält einem Temperaturbereich von -40°C bis +120°C stand, kurzzeitig bis -56°C. Die zulässige Flächenpressung beträgt 115 N/mm² bei +23°C und 58 N/mm² bei +80°C. Der Reibungskoeffizient auf Stahlfläche liegt trocken bei 0,5 und geschmiert bei 0,06. Mikrostrukturen auf der Bandoberfläche fangen Flüssigkeit ein und wirken als zusätzliche Schmierung.

Die vorgeformten Spiraldurchmesser ermöglichen eine Schnappmontage ohne Sonderwerkzeug: Kolbenführungsringe werden aufgedehnt und rasten durch Eigenvorspannung in die Aufnahmenut ein, Stangenführungsringe schnappen in die Aufnahmebohrung. Ringe können mit einem scharfen Messer oder der Hartgewebe-Führungsband-Schere (Best.-Nr. 20024023) auf die benötigte Länge abgelängt werden.

F506 ist für Mineralöl-Hydraulikflüssigkeiten, Wasser sowie HFA- und HFB-Medien geeignet. Die Eignung für HFC-, HFD- und andere Druckflüssigkeiten ist im Einzelfall zu prüfen. Das Band ist in metrischen und zölligen Abmessungen erhältlich, Vorzugsgrößen nach ISO 10766 sind ab Lager lieferbar.

Merkmale

  • WerkstoffPolyestergewebe mit Polyesterharz-Imprägnierung und PTFE-Gleitzusatz
  • Temperaturbereich-40°C bis +120°C (kurzzeitig bis -56°C)
  • Zul. Flächenpressung bei +23°C115 N/mm²
  • Zul. Flächenpressung bei +80°C58 N/mm²
  • Statische Druckfestigkeit bei +23°C< 450 N/mm²
  • Reibungskoeffizient trocken (Stahl, Ra 0,2 µm)0,5
  • Reibungskoeffizient geschmiert (Stahl, Ra 0,2 µm)0,06
  • Wärmeleitfähigkeit0,27 W/mK
  • Wärmeausdehnungskoeffizient (Länge)9 × 10⁻⁵ /°C
  • Wärmeausdehnungskoeffizient (Dicke)13 × 10⁻⁵ /°C
  • Spezifisches Gewicht1,27 g/cm³
  • Geschwindigkeit v max (hin- und hergehend, Mineralölhydraulik)2,0 m/s
  • NormVorzugsquerschnitte nach ISO 10766
  • LieferformenMeterware spiralisiert, fertig zugeschnittene Ringe, Flachspulen (10 m)
  • Gleitflächenrauheit GegenflächeRa max. 0,4 µm, Rt max. 4 µm
  • Formelzeichen (Einbaumaß)
  • d₁Stangen-Nenndurchmesser
  • D₁Kolben-Nenndurchmesser
  • SBandstärke
  • L₁Nutlänge
  • GSpiel (G min verhindert Metallkontakt; G max begrenzt Dichtspalt)

Vorteile

  • Kein Gewebefaden wird beim Zuschneiden zerschnitten — Fusselbildung im Hydrauliksystem ist damit ausgeschlossen, Filter und Steuerbohrungen bleiben frei.
  • Reibungskoeffizient geschmiert nur 0,06 auf Stahl (Ra 0,2 µm) — geringerer Stick-Slip-Effekt und niedrigerer Energiebedarf als bei Metall- oder Standard-Kunststoffführungen.
  • Schnappmontage durch vorgeformte Spiraldurchmesser: kein Sonderwerkzeug erforderlich, Ringe rasten durch Eigenvorspannung selbsttätig in Nuten und Bohrungen ein.
  • Zulässige Flächenpressung von 115 N/mm² bei +23°C ersetzt teure Rotguss- und Graugussführungen in den meisten Standardanwendungen.
  • PTFE-Gleitzusatz wirkt selbstschmierend — auch bei kurzzeitigem Trockenlauf bleibt die Gleitfähigkeit erhalten.
  • Nahezu keine Quellung durch das Kunstharz-Trägermaterial — Passmaße bleiben auch bei dauerndem Medienkontakt stabil.

Einsatzgebiete

Hydraulikzylinder im Maschinenbau
F506 wird als Kolben- und Stangenführungsring in Standard-Hydraulikzylindern eingesetzt. Das Band verhindert den Metallkontakt zwischen Kolben und Zylinderrohr sowie zwischen Stange und Stangenbuchse bei Seiten- und Querkräften.
Pressen und Schmiedeanlagen
Bei hydraulischen Pressen mit hohen Seitenkräften und Druckspitzen nimmt F506 die zulässige Flächenpressung von 115 N/mm² (bei +23°C) auf und schützt Dichtelemente vor Extrusion durch Metallkontakt.
Mobilhydraulik (Bagger, Krane, Hubarbeitsbühnen)
In Zylindern für Ausleger, Schaufeln und Stützen absorb F506 Stoßlasten und Vibrationen, die beim Heben und Senken schwerer Lasten entstehen. Einsatz bei Außentemperaturen bis -40°C möglich.
Werkzeugmaschinen und Bearbeitungszentren
F506 führt Spannvorrichtungen, Vorschubzylinder und Klemmeinheiten in Bearbeitungszentren. Der niedrige Reibungskoeffizient von 0,06 (geschmiert) reduziert den Stick-Slip-Effekt bei langsamen Vorschubbewegungen.
Wasserhydraulik und schwerentflammbare Medien
F506 ist für Wasser sowie HFA- und HFB-Hydraulikflüssigkeiten freigegeben und damit in Anlagen der Hütten- und Stahlindustrie einsetzbar, wo schwerentflammbare Medien vorgeschrieben sind.
Reparatur- und Servicebereich
Flachspulen in Serviceboxen (je 10 m Länge) decken alle benötigten Durchmesser ab und ermöglichen das schnelle Zuschneiden von Ersatzringen direkt am Einsatzort ohne Lagerhaltung vieler Einzelgrößen.
Zylinderreparatur und Retrofit
Da F506 Rotguss- und Graugussführungen direkt ersetzt, ist es als Austauschführungsring bei der Überholung älterer Hydraulikzylinder unterschiedlicher Hersteller einsetzbar.

Do's and Dont's

Do's:
  • Schnittlänge immer anhand des Spaltmaßes W aus der Tabelle berechnen — zu großes Spaltmaß verringert die Führungsgenauigkeit.
  • Gleitfläche des Gegenbauteils auf Ra max. 0,4 µm und Rt max. 4 µm prüfen; runde Profilform bevorzugen (Rmr 50–80 %).
  • Eignung für HFC-, HFD- und andere Sonderflüssigkeiten vor dem Einsatz im Einzelfall beim HENNLICH-Techniker klären.
  • Lagerung kühl, trocken und lichtgeschützt in der Originalverpackung bis zur Montage.
  • Für Kolben- und Stangenführungen unterschiedliche Spiraldurchmesser verwenden (Kolben: kleiner als Nenn-Ø; Stange: größer als Nenn-Ø).
Don'ts:
  • Nicht gleichzeitig maximale Temperatur (+120°C), maximale Geschwindigkeit und maximale Flächenpressung kombinieren — Maximalwerte gelten abhängig von der jeweiligen Anwendung.
  • Keine scharfen oder gratbehafteten Werkzeuge beim Aufdehnen des Rings verwenden — Beschädigungen der Bandkanten führen zu Fusselbildung.
  • Führungsband nicht über unentgratete Gewinde oder scharfe Kanten gleiten lassen — Einbaufasen und gratfreie Übergänge sind Pflicht.
  • Nicht in Anwendungen einsetzen, in denen Flächenpressung und Temperatur gleichzeitig die Maximalwerte erreichen.

Montage

  1. Nutlänge L₁ und Bandstärke S messen; Führungsband entsprechend dem Einbauraum auswählen.
  2. Spaltmaß W nach Nenndurchmesser bestimmen (z.B. W = 1,5–3 mm bei Ø ≤ 50 mm; W = 3–4 mm bei Ø 50–80 mm). Schnittlänge = Umfang des Nenndurchmessers × π minus W.
  3. Band mit der Hartgewebe-Führungsband-Schere (Best.-Nr. 20024023) oder einem scharfen Messer ablängen. Standardschnitt 90°; alternativ 45° oder 60° möglich.
  4. Kolbenführungsring: Spiraldurchmesser kleiner als Kolben-Nenndurchmesser wählen. Ring aufdehnen und über den Kolben führen — er rastet durch Eigenvorspannung in die Aufnahmenut ein.
  5. Stangenführungsring: Spiraldurchmesser größer als Stangen-Nenndurchmesser wählen. Ring von innen in die Aufnahmebohrung einsetzen — er schnappt selbsttätig ein.
  6. Gleitflächen vor dem Einbau auf Ra max. 0,4 µm (Rt max. 4 µm) prüfen; alle Kanten gratfrei verrunden. Einbauschrägen vorsehen, damit der Ring beim Einführen nicht verkippt.
  7. Bei der Lagerauslegung Flächenpressung mit Sicherheitsfaktor 2 rechnen (zul. 115 N/mm² bei +23°C).
  8. Zylinder nach Montage sorgfältig entlüften, um Kavitationsschäden an Führung und Dichtung zu vermeiden.

FAQ

Bis zu welcher Temperatur ist das Führungsband F506 dauerhaft einsetzbar?

F506 ist dauerhaft für den Temperaturbereich -40°C bis +120°C ausgelegt. Kurzzeitig sind Tieftemperaturen bis -56°C zulässig. Maximale Temperatur, maximale Geschwindigkeit und maximale Flächenpressung dürfen nicht gleichzeitig auftreten.

Welche Hydraulikmedien sind für F506 freigegeben?

F506 ist für Mineralöl-Hydraulikflüssigkeiten (ASTM1, ASTM3), Wasser sowie HFA- und HFB-Medien freigegeben. Die Eignung für HFC-, HFD- und andere Sonderflüssigkeiten ist im Einzelfall zu prüfen — sprechen Sie dazu den HENNLICH-Anwendungstechniker an.

Wie berechne ich die richtige Schnittlänge für einen Führungsring?

Für Kolbenführungsringe gilt: Schnittlänge = (Kolben-Nenndurchmesser × π) minus Spaltmaß W. Für Stangenführungsringe: Schnittlänge = (Stangen-Nenndurchmesser × π) minus Spaltmaß W. Das Spaltmaß W ist aus der Tabelle nach Nenndurchmesser abzulesen (z.B. W = 1,5–3 mm bei Ø ≤ 50 mm). Standardschnitt ist 90°; alternativ sind 45° oder 60° möglich.

Was ist der Unterschied zwischen Kolben- und Stangenführungsmontage bei F506?

Bei Kolbenführungen wird ein Spiraldurchmesser gewählt, der kleiner als der Kolben-Nenndurchmesser ist: Der Ring wird aufgedehnt und rastet durch Eigenvorspannung in die Aufnahmenut ein. Bei Stangenführungen wird ein Spiraldurchmesser gewählt, der größer als der Stangen-Nenndurchmesser ist: Der Ring schnappt von innen in die Aufnahmebohrung.

Warum werden keine Gewebefasern ins Hydrauliksystem eingetragen?

Beim patentierten Herstellungsverfahren von F506 werden die Gewebelagen auf Maß kalibriert und anschließend nicht zerschnitten. Dadurch entstehen keine freien Fadenenden, die sich ablösen und Filter oder Steuerbohrungen verstopfen könnten. Dieser Vorteil gilt unabhängig davon, ob Meterware, Fertigzuschnitte oder Flachspulen eingesetzt werden.

Kann F506 Rotguss- oder Graugussführungen ersetzen?

Ja. F506 ist in den meisten Standardanwendungen eine direkte Alternative zu Führungen aus Rotguss oder Grauguss. Die zulässige Flächenpressung von 115 N/mm² (bei +23°C) deckt die typischen Lasten hydraulischer Standardzylinder ab. Zudem entfallen die Kosten für das Ausdrehen von Metallführungsbuchsen, da F506 als Meterware zugeschnitten und ohne Sonderwerkzeug montiert wird.

Welche Oberflächengüte muss die Gegenfläche haben?

Gleitflächen (Stangen-Ø, Kolben-Ø) müssen auf Ra max. 0,4 µm und Rt max. 4 µm bearbeitet sein. Statische Flächen (Nutbreite, Nutdurchmesser) dürfen Ra max. 3,2 µm und Rt max. 16 µm aufweisen. Günstig ist eine runde Profilform mit Materialanteil (Rmr) von 50–80 %, um den Schmierfilm optimal aufzubauen.