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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Breite H (mm) Typ Werkstoff
0360040420-0408H H/NBR-Gewebe-Wellendichtring
R70-360x404x20
360 404 20 CARCOSEAL R70 (AP) HNBR-Gewebe

Beschreibung

Der CARCOSEAL R70 AP ist ein gewebeverstärkter Radialwellendichtring ohne Metallgehäuse, konzipiert für Druckanwendungen über 0,5 bar. Der integrierte Stützring verhindert das Umklappen der Dichtlippe unter Last. Der Hohlraum zwischen Dichtlippe und Stützring sorgt für einen stabilen Schmierfilm, der die Reibung selbst bei erhöhtem Druck niedrig hält. Steigt der Druck weiter an, bewirkt der Gegendruck ein stabilisierendes Andrücken der Lippe.

Der Gummi-Geweberücken ersetzt das sonst übliche Metallgehäuse. Das bedeutet kein Beschädigungsrisiko an Welle oder Gehäuse bei Montage und Demontage, und der Dichtring kann bei sorgfältiger Demontage wiederverwendet werden. Die Dichtlippe besteht aus einer Elastomer-PTFE-Mischung mit tiefliegender Edelstahlfeder, die gleichmäßigen Lippenanpressdruck auch bei großer Wellenexzentrizität sicherstellt. Die Carcoflон®-Beschichtung der Dichtlippe reduziert die Reibung zusätzlich und schützt bei kurzzeitigem Trockenlauf und Mangelschmierung.

Der R70 eignet sich für Tandemanordnung mit Laternenring, optional mit Zwischenspülung. Diese Konfiguration bewältigt höhere Drücke und schützt bei abrasiven Medien wie Sand oder Zucker. Als direkte Alternative zu Stopfbuchspackungen bringt der R70 deutlich geringeren Wellenverschleiß und lässt sich ohne Spezialwerkzeug einbauen.

Verfügbar in den Werkstoffen NBR-PTFE/Gewebe (bis +120 °C), H-NBR/Gewebe (bis +170 °C) und FPM/Gewebe (bis +200 °C). Wellendurchmesser ab 100 mm im Standardprogramm; Sondergrößen und Expressfertigung über das HSC Suben lieferbar.

Merkmale

  • TypCARCOSEAL/AP (R70)
  • BauartRadialwellendichtring, gewebeverstärkt, ohne Metallgehäuse
  • Werkstoffe (Dichtlippe/Gewebe)NBR-PTFE/Gewebe, H-NBR/Gewebe, FPM (Viton®)/Gewebe
  • Temperaturbereich NBR−40 °C bis +120 °C
  • Temperaturbereich H-NBR−40 °C bis +170 °C
  • Temperaturbereich FPM−20 °C bis +200 °C
  • Max. Betriebsdrucküber 0,5 bar; bis 1,5 bar bei niedriger Drehzahl
  • Max. Umfangsgeschwindigkeit (NBR)15 m/s (kurzzeitig 20 m/s)
  • Max. Umfangsgeschwindigkeit (H-NBR, FPM)25 m/s
  • Wellendurchmesser Toleranz d1h8
  • Gehäusebohrung Toleranz D1H9
  • Abstützplatte D2H11, max. d1 + 2 mm
  • EdelstahlfederAISI 302
  • DichtlippenbeschichtungCarcoflон® (PTFE-Mischung)
  • Montagemit axialer Halteplatte; Tandemanordnung mit Laternenring möglich
  • Wellenlaufflächenhärte45–60 HRC, Einhärttiefe mind. 0,5 mm
  • Oberflächenrauheit LaufflächeRa drallfreier Schliff; statische Flächen Ra ≤ 1,6 µm

Vorteile

  • Stützring verhindert das Umklappen der Dichtlippe bei Drücken über 0,5 bar, was bei Standard-Wellendichtringen ohne dieses Merkmal zum Dichtungsversagen führt.
  • Hohlraum zwischen Dichtlippe und Stützring hält die Reibung auch unter Druck gering und verlängert dadurch die Standzeit der Dichtung und der Wellenlauffläche.
  • Carcoflон®-Beschichtung der Dichtlippe reduziert die Reibung um ca. 25 % gegenüber Standard-Gummi und schützt bei kurzzeitigem Trockenlauf oder Mangelschmierung.
  • Gummi-Geweberücken ohne Metallgehäuse: kein Beschädigungsrisiko an Welle oder Gehäuse bei Montage und Demontage; der Dichtring kann wiederverwendet werden.
  • Für Tandemanordnung mit Laternenring geeignet, sodass höhere Drücke und abrasive Medien wie Sand oder Schlamm beherrschbar sind.
  • Direkter Ersatz für Stopfbuchspackungen mit reduziertem Wellenverschleiß und ohne aufwändige Nachjustierung.

Einsatzgebiete

Die Hauptanwendungen sind zum Beispiel: Wasserkraft und Turbinenbau sowie der Schiffsbau und Rührwerke.

Do's and Dont's

Do's:
  • Dichtlippe vor und nach der Montage mit HENNLICH Spezialfett HZ 103 einfetten
  • Wellenlauffläche auf drallfreien Schliff und Härte von 45–60 HRC prüfen
  • Bei Tandemanordnung Laternenring und Zwischenschmierung vorsehen
  • Federlänge kann bei Bedarf um maximal 5 % bei der Montage gekürzt werden
  • Dichtringe kühl, trocken und UV-geschützt lagern (DIN 7716)
  • Bei hartverchromten Laufflächen ausreichende Schichtdicke sicherstellen, damit keine Chrompartikel abplatzen und die Dichtlippe beschädigen

Don'ts:
  • Kein Fett am Außendurchmesser des Dichtrings aufbringen (beeinträchtigt Festsitz)
  • Dichtring beim Einbau nicht einseitig einpressen oder verkanten
  • Ausführung R70 nicht für drucklosen Betrieb als Ersatz für R50 verwenden, wenn kein Überdruck anliegt (unnötige Mehrreibung)
  • Keine scharfkantigen Montagewerkzeuge verwenden; Gummi-Geweberücken ist nicht metallverstärkt
  • Lauffläche Ra < 0,1 µm vermeiden, da zu glatte Oberflächen keinen Schmierfilmaufbau zulassen

Montage

Die einwandfreie Funktion hängt aber auch von der Qualität der Aufnahmebohrung und Wellenoberfläche sowie der richtigen Montage ab:

• Die Aufnahmebohrung auf Sauberkeit, Fettfreiheit und eventuell vorhandene Oberflächenbeschädigungen überprüfen.

 • Fetten Sie die Dichtlippe z.B. mit unserem Spezialfett HZ 103 gut ein und walken Sie die Ringe etwas mit der Hand, um eine gleichmäßige Federspannkraft zu erreichen. Fett am Ringaußendurchmesser vermeiden!

• Die Federkraft ist für die Standard-Einsätze ausgelegt. Bei Bedarf können Sie die Federlänge bis max. 5 % bei der Montage kürzen.

• Beachten Sie, dass die Dichtringe größer als die Nenndurchmesser sind. Siehe übertrieben dargestellte Situation in nebenstehender Zeichnung. (Vergleichen Sie eventuell die auf dem Dichtring angegebenen Nennmaße mit den Abmaßen Ihrer mechanischen Teile.)

• Setzen Sie den Dichtring wie in der Skizze gezeigt von Hand, mit der Lippe zum Lager bei Ölabdichtung, bzw. mit der Lippe nach außen bei Schmutz- abdichtung, in die Aufnahmebohrung.

• Achten Sie auf genügend große Einbauschrägen beim Einbau der Welle! Wenn diese nicht vorhanden sind, verwenden Sie Montagehülsen mit gut gerundeten Übergängen.

• Nach der Montage der Welle prüfen Sie ob Dichtring und Feder einwandfrei sitzen. Fetten Sie die Lippe nochmals nach, um gute Konservierung bzw. Einlauf- erleichterung zu erreichen.

• Sehr wichtig ist die Kontrolle, ob der Dichtring "gerade" in der Nut sitzt und keine Schrägstellung aufweist. Speziell bei R50A, wo die axiale Halteplatte fehlt, ganz fest gegen den Anschlag drücken - eventuell einen Gummihammer zu Hilfe nehmen.

FAQ

Bis zu welchem Druck ist der CARCOSEAL R70 einsetzbar?

Der R70 ist für Drücke über 0,5 bar ausgelegt. Bei niedriger Drehzahl sind bis zu 1,5 bar möglich. Für höhere Drücke wird Tandemanordnung mit Laternenring empfohlen, optional mit Zwischenspülung.

Was ist der Unterschied zwischen R70 und R70-WT?

Beim R70 (CARCOSEAL/AP) schützt ein separater Stützring die Dichtlippe vor dem Umklappen, und der Hohlraum zwischen Lippe und Stützring hält die Reibung gering. Beim R70-WT (CARCOSEAL/AP/WT) übernimmt die axiale Rückhalteplatte direkt die Stützfunktion, ohne separaten Stützring. Beide Varianten sind für Tandemanordnung geeignet.

Kann der R70 als Ersatz für Stopfbuchspackungen eingesetzt werden?

Ja. Der R70 ist eine direkte Alternative zu Stopfbuchspackungen. Er reduziert den Wellenverschleiß durch die flach aufliegende Dichtlippe mit Meniskus-Effekt und erfordert keine Nachjustierung im Betrieb. Die Montage ist ohne Spezialwerkzeug möglich.

Welcher Werkstoff ist bei Meerwasser- oder Süßwasseranwendungen geeignet?

NBR-PTFE/Gewebe ist für Süßwasser und viele wässrige Medien geeignet (bis +120 °C). Bei Meerwasser und erhöhten Temperaturen bis +170 °C wird H-NBR/Gewebe empfohlen. FPM/Gewebe (bis +200 °C) eignet sich bei aggressiveren Medien oder hohen Temperaturen.

Wie groß darf die Wellenexzentrizität beim R70 sein?

Die maximal zulässige Gesamtexzentrizität setzt sich aus statischem Mittenversatz und dynamischer Unwucht zusammen. Bei Wellendurchmessern von 100–250 mm beträgt der maximale statische Mittenversatz 0,50 mm. Bei größeren Durchmessern steigt dieser Wert auf bis zu 0,70 mm (600–1500 mm). Beide Werte müssen addiert werden und unter dem zulässigen Gesamtwert liegen.

Warum darf kein Fett auf den Außendurchmesser des Dichtrings aufgebracht werden?

Der Gummi-Geweberücken des CARCOSEAL sitzt durch Kraftschluss in der Gehäusebohrung. Fett am Außendurchmesser reduziert die Haftreibung und kann dazu führen, dass sich der Dichtring im Betrieb verdreht oder axial verschiebt. Einzig die Dichtlippe wird vor der Montage eingefettet.

Welche Anforderungen gelten für die Wellenlauffläche?

Die Lauffläche muss drallfrei geschliffen sein, da ein Drall einen Pumpeffekt erzeugt und Leckage verursacht. Die Oberflächenhärte soll 45–60 HRC betragen, die Einhärttiefe mindestens 0,5 mm. Zu glatte Oberflächen unter Ra 0,1 µm verhindern den Schmierfilmaufbau und erhöhen den Verschleiß.