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Artikelnummer Querschnitt (mm) Garnmaterial maximale Temperatur (°C) maximale Umfangsgeschwindigkeit (m/s) Verpackungseinheit (kg) Gewicht pro 10 Meter (kg) Länge pro Verpackungseinheit (m)
0606-77D Packung aus Grafitgarn
6 mm vierkant metallverstärkt
6 expandierter Graphit + Incondeldraht 450 2 0,58 34

Beschreibung

Die Type 77D besteht aus mehreren Lagen flexiblem Reingrafit, die zu einem kompakten Strang zusammengefasst werden. Jedes Filament ist mit einem Mantel aus Inconel-Draht (Ni-Cr-Fe-Legierung) verstärkt. Diese Garne werden diagonal zu einer dichten, gut formbaren Packung geflochten, anschließend imprägniert und mit Gleitmitteln sowie einem Korrosionsinhibitor behandelt.

Die Inconel-Verstärkung macht die Packung extrusionsbeständig und verleiht ihr hohe mechanische Stabilität auch bei Druckspitzen. Als selbstschmierende, nicht aushärtende Packung bleibt sie über die gesamte Standzeit dimensionsstabil und lässt sich damit wartungsarm betreiben. Die ausgezeichnete Wärmeleitfähigkeit des Grafits unterstützt die Wärmeabfuhr an der Ventilspindel.

Der Einsatzbereich reicht von -240°C bis +450°C Dauertemperatur, mit Dampftemperaturen bis +650°C. Der zulässige statische Druck beträgt 450 bar. Der pH-Bereich von 0 bis 14 deckt nahezu alle industriellen Medien ab. Die Packung ist nicht für stark oxidierende Medien bei hohen Temperaturen geeignet.

TEADIT 2235 ist FIRE-SAFE zertifiziert und erfüllt damit die Anforderungen an Dichtheit im Brandfall. Die Zertifizierung erfolgte im Rahmen des API Standard 589 (Prüfung durch Yarmouth Research and Technology, Dezember 2005), wobei die Packung alle Leckagegrenzwerte eingehalten hat.

Merkmale

  • WerkstoffExpandierter Reingrafit mit Inconel-Drahtverstärkung (Ni-Cr-Fe)
  • KonstruktionDiagonal geflochten, imprägniert mit Gleitmitteln und Korrosionsinhibitor
  • Temperaturbereich-240°C bis +450°C (Dampf bis +650°C)
  • Druck statischbis 450 bar
  • Gleitgeschwindigkeitbis 1 m/s (Ventilspindeln)
  • pH-Bereich0–14
  • ZertifizierungFIRE-SAFE (API Standard 589)
  • LieferformMeterware (Spule) oder vorgepresste Ringe (45° oder 90° Schnitt)

Vorteile

  • Extrusionsbeständig durch Inconel-Drahtverstärkung: die Packung behält ihre Form auch bei statischem Druck bis 450 bar und verhindert Materialaustreten in den Dichtspalt.
  • Selbstschmierend durch den Graphit-Werkstoff: kein zusätzliches Schmiermittel an der Ventilspindel erforderlich, wodurch der Betätigungsaufwand und der Verschleiß reduziert werden.
  • Einsetzbar bei Dampftemperaturen bis +650°C: geeignet für Heißdampfanwendungen in Kraftwerken und petrochemischen Anlagen, wo andere Packungswerkstoffe versagen.
  • Chemisch beständig im pH-Bereich 0–14: verträglich mit nahezu allen industriellen Medien außer stark oxidierenden Substanzen bei hohen Temperaturen.
  • FIRE-SAFE zertifiziert nach API Standard 589: nachgewiesene Dichtwirkung im Brandfall, geprüft an einem 6"-Class-300-Ventil.
  • Nicht aushärtend und dimensionsstabil: die Packung lässt sich ohne aufwändige Demontage nachjustieren und ermöglicht damit zeitsparende Leckagekontrolle im laufenden Betrieb.

Einsatzgebiete

Absperr- und Regelventile in Kraftwerken
Die Packung dichtet Ventilspindeln in Hochdruck-Dampfleitungen ab, wo Temperaturen über 400°C und statische Drücke bis 450 bar herrschen. Die FIRE-SAFE-Zertifizierung ist für kraftwerktypische Sicherheitsanforderungen relevant.
Dampfventile in petrochemischen Anlagen
In Raffinerien und petrochemischen Betrieben werden Heißdampfventile mit Type 77D abgedichtet, da die Packung bei Heißdampf bis +650°C dauerhaft dicht bleibt und chemisch beständig gegen die typischen Prozessmedien ist.
Steuerventile in der chemischen Industrie
Für Ventilspindeln in aggressiven chemischen Medien (pH 0–14) bietet die Grafitpackung mit Korrosionsinhibitor-Imprägnierung eine zuverlässige Langzeitabdichtung ohne Aushärten der Packung.
Schieber und Armaturen in Wärmenetzen
In Fernwärme- und Industriedampfnetzen werden Absperrschieber mit Type 77D bestückt, da die Packung bei Temperaturwechseln zwischen Kaltstart und Volllastbetrieb dimensionsstabil bleibt.
Hochdruckventile in Kühlmittelsystemen
Bei Kühlmitteln und Wasser-Dampf-Gemischen im industriellen Hochdruckbereich schützt die Inconel-Verstärkung die Packung vor Extrusion durch den Dichtspalt.
Wartungsintensive Anlagen mit Leckagemonitoring
Da die Packung nicht aushärtet und sich ohne vollständigen Ausbau nachjustieren lässt, wird sie bevorzugt in Anlagen eingesetzt, wo Leckagekontrolle im laufenden Betrieb wirtschaftlich geboten ist.

Do's and Dont's

Do's:
  • Anlage vor Montage vollständig drucklos und kalt stellen
  • Spindel vor dem Einbau auf Oberflächenschäden und Riefen prüfen
  • Ringstöße beim Einlegen um 90° versetzen
  • Packung trocken, lichtgeschützt und bei Raumtemperatur lagern
  • Bei Leckage im Betrieb zunächst Brille gleichmäßig nachziehen
  • Lagertemperatur unter 40°C und relative Luftfeuchtigkeit unter 70 % einhalten
Don'ts:
  • Nicht in stark oxidierenden Medien (z. B. konzentrierte Salpetersäure, Perchlorate) bei hohen Temperaturen einsetzen
  • Packungsbrille nicht einseitig oder zu stark anziehen: ungleichmäßige Verpressung führt zu Leckage und erhöhtem Spindelverschleiß
  • Alte und neue Packungsringe nicht mischen: unterschiedliche Verpressungsgrade beeinträchtigen die Dichtwirkung
  • Packung nicht mit scharfen Metallwerkzeugen beim Einbau beschädigen
  • Nicht bei laufender oder druckführender Anlage auswechseln

Montage

  1. Anlage vollständig drucklos setzen und auf Umgebungstemperatur abkühlen lassen, bevor die Stopfbuchse geöffnet wird.
  2. Alte Packungsringe vollständig entfernen. Stopfbuchsraum, Spindel und Spindelhülse auf Beschädigungen, Riefen und Korrosion prüfen. Beschädigte Spindeln erhöhen den Packungsverschleiß erheblich.
  3. Packungsringe auf die korrekte Querschnittsgröße abstimmen: Querschnitt = (Stopfbuchsen-Innendurchmesser - Spindeldurchmesser) / 2. Ringe mit einem scharfen Messer unter 45° auf Gehrung schneiden oder vorgepresste Ringe mit 45°-Schnitt verwenden.
  4. Jeden Ring einzeln einlegen und mit einem geeigneten Eindrückwerkzeug gleichmäßig an den Boden der Stopfbuchse drücken, bevor der nächste Ring eingebracht wird.
  5. Stöße aufeinanderfolgender Ringe um jeweils 90° versetzen, um Leckagepfade entlang der Schnittkante zu verhindern.
  6. Packungsbrille von Hand gleichmäßig anziehen. Betrieb aufnehmen und Brille schrittweise nachziehen, bis die Leckage auf ein vertretbares Maß reduziert ist. Kein vollständiges Trockenlaufen erzwingen, da die Packung eine minimale Leckage zur Schmierung benötigt.

FAQ

Warum wird die 77D-Packung speziell für Heißdampf empfohlen?

Expandierter Reingrafit bleibt bei Dampftemperaturen bis +650°C stabil, während andere Packungswerkstoffe wie PTFE oder Aramid bei diesen Temperaturen versagen. Die Inconel-Verstärkung verhindert zusätzlich die Extrusion des Grafits unter dem hohen Dampfdruck, was bei reinen Grafitpackungen ohne Metallverstärkung auftreten kann.

Kann die 77D-Packung in rotierenden Anwendungen wie Pumpen eingesetzt werden?

Type 77D ist primär für Ventilspindeln mit sehr geringer Gleitgeschwindigkeit bis 1 m/s ausgelegt. Für rotierende Anwendungen mit höheren Geschwindigkeiten sind Typen mit höherer Druckbeständigkeit bei Rotation, wie 77A (bis 30 bar rotierend, bis 30 m/s), geeigneter. Ein Einsatz in schnell rotierenden Pumpen ist nicht empfohlen.

Welche Medien sind für die 77D-Packung ungeeignet?

Type 77D ist nicht für stark oxidierende Medien bei hohen Temperaturen geeignet, beispielsweise konzentrierte Salpetersäure, Perchlorate oder flüssiges Sauerstoff. Unterhalb von 100°C sind mäßig oxidierende Medien oft noch unkritisch, jedoch sollte die Kompatibilität für jeden Sonderfall geprüft werden.

Wie oft muss die Packung nachgezogen oder gewechselt werden?

Die Packung ist selbstschmierend und nicht aushärtend, was die Intervalle für Nachziehen im Vergleich zu herkömmlichen Packungen verlängert. Ein Nachziehen der Brille ist bei auftretender Leckage der erste Schritt. Die tatsächliche Lebensdauer hängt von Betriebstemperatur, Medienaggresivität und der Anzahl der Betätigungen ab und ist anwendungsspezifisch.

Was ist der Unterschied zwischen Type 77D und Type 77A?

Type 77A ist ebenfalls aus expandiertem Reingrafit geflochten, aber ohne Inconel-Verstärkung. Dafür ist 77A für rotierende und oszillierende Anwendungen mit höheren Geschwindigkeiten zugelassen (bis 30 m/s rotierend, bis 100 bar oszillierend). Type 77D mit Inconel-Verstärkung ist spezifisch für statische Hochdruckanwendungen in Ventilen ausgelegt, wo die Extrusionsbeständigkeit entscheidend ist.

Ist die 77D-Packung auch für Tieftemperaturanwendungen geeignet?

Ja. Die Packung ist bis -240°C einsetzbar, da Reingrafit seine Elastizität und Dichtwirkung auch bei kryogenen Temperaturen beibehält. Dies macht sie auch für Absperrventile in Flüssiggas- oder Kälteanlagen nutzbar, sofern die Medien nicht stark oxidierend sind.