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Beschreibung
Type 76A wird aus natürlicher Ramiefaser im Diagonalgeflecht hergestellt und durch und durch mit PTFE-Dispersion imprägniert. Ein lebensmittelechtes Schmiermittel sorgt für niedrige Reibung und schonenden Wellenkontakt. Ramiefaser fault und verrottet nicht, was die Packung besonders für Anwendungen in wässrigen Medien und im Seewasserbetrieb geeignet macht.Die Packung arbeitet bis +130°C Betriebstemperatur. Im rotierenden und oszillierenden Betrieb sind Drücke bis 20 bar zulässig, im statischen Einsatz bis 30 bar. Die zulässige Wellengleitgeschwindigkeit beträgt maximal 10 m/s. Der pH-Bereich ist auf 5–11 beschränkt, womit stark saure und stark alkalische Medien ausgeschlossen sind.
Geeignete Betriebsmedien umfassen Kalt- und Warmwasser, wässrige Lösungen mit und ohne Feststoffanteile, Salzwasser, Zellulose, Öle und Fette. Säuren, konzentrierte Laugen und Sauerstoff sind nicht zulässig. Die PTFE-Imprägnierung ergibt einen niedrigen Reibungskoeffizienten und reduziert den Wellenverschleiß gegenüber ungefetteten Packungen.
Die Packung ist nach FMPA lebensmittelecht und damit für Pumpen und Ventile in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie freigegeben. Lieferbar als Meterware oder als vorgepresste Ringe (45° oder 90° Schnitt) in den Querschnitten des Standardprogramms.
Merkmale
- WerkstoffNatürliche Ramiefaser, diagonal geflochten, PTFE-imprägniert
- SchmiermittelLebensmittelechtes Schmiermittel
- Dichte1,3 g/cm³
- Temperaturbereichbis +130°C
- Druck rotierend/oszillierendbis 20 bar
- Druck statischbis 30 bar
- Gleitgeschwindigkeitbis 10 m/s
- pH-Bereich5–11
- ZulassungFMPA lebensmittelecht
- Hersteller-TypTEADIT Style 2422
Vorteile
- Fäulnis- und verrottungsbeständig durch Ramiefaser: kein Materialabbau in wässrigen Medien und Seewasser
- PTFE-Imprägnierung senkt den Reibungskoeffizienten und schont die Welle bei rotierendem und oszillierendem Betrieb
- Lebensmittelecht nach FMPA: zugelassen für Pumpen und Ventile in der Lebensmittel- und Getränkeverarbeitung
- Flexibel und elastisch: lässt sich ohne Spezialwerkzeug einbauen und passt sich der Stopfbuchsgeometrie an
- Geringe Wartungsanforderungen dank Eigenimprägnierung: kein regelmäßiges Nachfetten erforderlich
- Universell für Pumpen, Ventile und Stevenrohre einsetzbar, auch bei feststoffhaltigen Medien wie Zellulosebrei
Einsatzgebiete
- Kreiselpumpen in der Wasserversorgung
- Type 76A dichtet rotierende Pumpenwellen in der Trinkwasser- und Brauchwasserversorgung. Die FMPA-Lebensmittelzulassung und die Beständigkeit gegen kaltes und warmes Wasser sind hier ausschlaggebend.
- Kolbenpumpen für feststoffhaltige Medien
- Durch die Beständigkeit von Ramiefaser gegen wässrige Lösungen mit Feststoffanteilen eignet sich die Packung für Schlamm- und Zellstoffpumpen, etwa in Papier- und Zellstofffabriken.
- Armaturen und Ventile in der Lebensmittelindustrie
- Lebensmittelechte Ausführung nach FMPA macht die Packung geeignet für Spindelabdichtungen in Absperr- und Regelventilen bei der Lebensmittel- und Getränkeproduktion.
- Stevenrohre und Rudersteven in der Schifffahrt
- Ramiefaser fault in Salzwasser und Süßwasser nicht. Type 76A ist ein klassischer Werkstoff für die Abdichtung von Stevenrohren und Rudersteven auf Schiffen und Arbeitsbooten.
- Pumpen in der Papier- und Zellstoffindustrie
- Zellulosebrei und wässrige Suspension mit Feststoffen erfordern wartungsarme, wellenschonende Packungen. Type 76A verträgt diese Medien bei den üblichen Betriebsdrücken bis 20 bar.
- Pumpen in der Meerestechnik und Offshore
- Die Salzwasserbeständigkeit und die geringe Wartungsanforderung prädestinieren diese Packung für den Einsatz an Bord und in küstennahen Anlagen mit Seewasserbetrieb.
Do's and Dont's
Do's:- Packung in kühler, trockener und lichtgeschützter Umgebung lagern
- Welle und Stopfbuchsraum vor dem Einbau reinigen und auf Beschädigungen prüfen
- Ringe einzeln und mit versetzten Stößen einbauen
- Beim Einbau eine leichte Benetzung der Packung mit dem Betriebsmedium zulassen
- Nur für Medien mit pH 5–11 einsetzen
- Nicht für Säuren, konzentrierte Laugen oder Sauerstoff verwenden
- Packung nicht als Wendel einbauen, da dies zu ungleichmäßiger Belastung und erhöhter Leckage führt
- Packungsbrille nicht sofort dicht anziehen: Überhitzung und Wellenverschleiß drohen bei zu starkem Anpressdruck ohne Einlaufphase
- Keine Packungen mit falschem Querschnitt einbauen oder durch Klopfen auf Maß bringen
- Nicht über +130°C betreiben
Montage
- Stopfbuchsgehäuse, Welle und Brille vor dem Einbau reinigen und auf Riefen, Rost oder Beschädigungen prüfen. Die Wellenoberfläche muss eine Rauheit von Rt ≤ 5 µm aufweisen.
- Den Spalt zwischen Welle und Gehäuse prüfen: bei mehr als 0,2 mm sind extrusionsfeste Packungen oder Vorlageringe erforderlich.
- Packungsringe immer einzeln einlegen. Die Packung niemals als Wendel einbauen.
- Stoßstellen der einzelnen Ringe beim Einlegen um je 90° versetzen, um durchgehende Leckagewege zu vermeiden.
- Brille gleichmäßig und in mehreren Schritten festziehen, bis eine geringe kontrollierte Leckage (Tropfenleckage) entsteht. Kein dichtes Anziehen bei erstmaliger Inbetriebnahme.
- Packung während der ersten Betriebsstunden beobachten und die Brille bei Bedarf schrittweise nachziehen, bis die Leckage auf ein akzeptables Maß reduziert ist.
FAQ
- Bis zu welcher Temperatur ist die Type 76A einsetzbar?
Die Type 76A ist für Betriebstemperaturen bis +130°C ausgelegt. Eine Mindesttemperatur ist nicht angegeben; Ramiefaser und PTFE sind grundsätzlich auch bei tiefen Temperaturen einsetzbar, jedoch ist die Packung nicht für Tieftemperaturanwendungen spezifiziert.
- Welche Drücke hält die Packung bei rotierendem Betrieb aus?
Im rotierenden und oszillierenden Betrieb ist die Type 76A bis 20 bar zugelassen. Im rein statischen Einsatz, etwa bei Absperrventilen, sind bis 30 bar möglich. Die maximale Wellengleitgeschwindigkeit beträgt 10 m/s.
- Kann die Type 76A für Lebensmittelanwendungen eingesetzt werden?
Ja. Die Packung ist nach FMPA lebensmittelecht und damit für den Einsatz in Pumpen, Ventilen und Armaturen der Lebensmittel- und Getränkeverarbeitung freigegeben. Das Schmiermittel entspricht den Anforderungen für den Kontakt mit Lebensmitteln.
- Warum ist Type 76A nicht für Säuren geeignet?
Ramiefaser hält einem pH-Bereich von 5–11 stand. Unterhalb von pH 5 (Säuren) und oberhalb von pH 11 (konzentrierte Laugen) greift das Medium die Naturfaser an und reduziert die Dichtleistung und Lebensdauer erheblich. Für stark chemisch beanspruchte Anwendungen sind synthetische Packungen aus PTFE oder Aramid geeigneter.
- Was ist der Unterschied zwischen Type 76A und einer PTFE-Packung (z. B. Type 72B)?
Type 76A basiert auf Ramiefaser mit PTFE-Imprägnierung und ist besonders wellenschonend und flexibel, jedoch auf pH 5–11 und +130°C begrenzt. PTFE-Packungen wie Type 72B sind chemisch beständiger (pH 0–14) und für höhere Temperaturen bis +280°C ausgelegt, aber in der Regel steifer und teurer. Type 76A ist die wirtschaftlichere Wahl für Wasseranwendungen ohne extreme chemische Anforderungen.
- Wie erkenne ich, ob die Packung korrekt angezogen ist?
Eine korrekt angezogene Stopfbuchspackung zeigt eine geringe, kontrollierte Tropfenleckage. Bei rotierenden Anwendungen gelten ca. 1–3 Tropfen pro Minute als normal und notwendig zur Schmierung und Kühlung. Kein Austritt deutet auf zu starkes Anziehen hin, was zu Überhitzung und Wellenverschleiß führt.