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Artikelnummer Innen-ød (mm) Stärke s (mm) Werkstoff
002570178-42 X-Ring (Quadring)
2,57x1,78 Qual.FPM70
2,57 1,78 FPM70

Beschreibung

X-Ringe aus FPM70 (Fluorkautschuk, 70 Shore A) dichten mit einem symmetrischen Vierlippen-Profil, das gegenüber einem runden O-Ring-Querschnitt zwei entscheidende Vorteile bringt: Der X-Ring kann sich beim Hin- und Herbewegen nicht in der Nut verdrehen, und die vier Dichtlippen erzeugen gleichmäßig verteilten Kontaktdruck an zwei Dichtstellen gleichzeitig.

FPM70 ist beständig gegen Mineralöle, aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe, HFD-Hydraulikflüssigkeiten sowie viele aggressive Chemikalien. Der Temperaturbereich reicht von -20°C bis +200°C, kurzzeitig bis +300°C. Die geringe Gasdurchlässigkeit macht FPM70 auch für vakuumtechnische Anwendungen geeignet.

Die Druckgrenzen betragen im statischen Einsatz 400 bar mit Stützring und 160 bar ohne Stützring. Im dynamischen Einsatz sind 160 bar mit Stützring und 50 bar ohne Stützring zulässig. Die maximale Gleitgeschwindigkeit liegt bei 0,2 m/s. Nutmaße und Oberflächen­güten entsprechen den O-Ring-Einbaurichtlinien nach DIN 3771.

Bestehende O-Ring-Nuten können in vielen Fällen direkt übernommen werden, da X-Ringe in denselben Normmaßen wie O-Ringe gefertigt werden. Das erlaubt eine konstruktiv einfache Umrüstung in Anwendungen, bei denen ein O-Ring zum Verdrehen neigt.

Merkmale

  • WerkstoffFPM/FKM (Fluorkautschuk, Viton®)
  • Härte70 Shore A
  • Temperaturbereich-20°C bis +200°C (kurzzeitig bis +300°C)
  • Max. Betriebsdruck statisch mit Stützring400 bar
  • Max. Betriebsdruck statisch ohne Stützring160 bar
  • Max. Betriebsdruck dynamisch mit Stützring160 bar
  • Max. Betriebsdruck dynamisch ohne Stützring50 bar
  • Max. Gleitgeschwindigkeit0,2 m/s
  • ProfilformX-Profil (Vierlippen, symmetrisch)
  • VerdrehsicherheitJa, durch X-Profilgeometrie
  • EinbaumaßeEntsprechen O-Ring-Nutmaßen nach DIN 3771
  • Lagerzeit10 Jahre (gemäß DIN 7716 / BS 3574)

Vorteile

  • Das X-Profil verhindert Verdrehen in der Nut, was in O-Ringen bei alternierenden Linearbewegungen zu Undichtigkeiten führt.
  • Vier Dichtlippen statt zwei erzeugen gleichmäßig verteilten Kontaktdruck und reduzieren die Leckagerate gegenüber einem einfachen Rundprofil.
  • FPM70 ist beständig gegen Mineralöle, aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe sowie HFD-Hydraulikflüssigkeiten nach ISO 6743-4.
  • Dauertemperatur bis +200°C ohne Werkstoffdegradation, kurzzeitig bis +300°C belastbar.
  • Geringe Gasdurchlässigkeit von FPM ermöglicht den Einsatz in Vakuumanwendungen und gasdichten Systemen.
  • Vollständig kompatibel mit bestehenden O-Ring-Nuten nach DIN 3771, kein konstruktiver Umbau der Einbaugeometrie erforderlich.

Einsatzgebiete

Hydraulikzylinder mit alternierenden Bewegungen
X-Ringe FPM70 werden an Kolben und Stangen in hydraulischen Zylindern eingesetzt, wo O-Ringe durch die hin- und hergehende Bewegung zum Verdrehen neigen. Die Verdrehsicherheit des X-Profils verhindert Undichtigkeiten durch Profilversatz.
Chemie- und Prozessanlagen
In Ventilen, Armaturen und Pumpen für den Einsatz mit aggressiven Medien wie aromatischen und aliphatischen Kohlenwasserstoffen, HFD-Flüssigkeiten und Mineralölen bei Temperaturen bis +200°C.
Maschinenbau und Werkzeugmaschinen
Als statische und leicht-dynamische Dichtung in Hochdrucksystemen bis 400 bar (mit Stützring), z.B. in Hydraulikblöcken, Verteilerplatten und Steuerventilen.
Pneumatische Systeme mit erhöhter Temperaturbelastung
In Pneumatikzylindern und Ventilen, die in der Nähe von Wärmequellen oder heißen Prozessmedien betrieben werden und bei denen NBR oder EPDM die Temperaturanforderungen nicht erfüllen.
Kompressoren und Vakuumanlagen
FPM70 zeigt eine geringe Gasdurchlässigkeit, was in Kompressoren und Vakuumsystemen eine bessere Gasdichtigkeitsfunktion gegenüber NBR ermöglicht.
Umrüstung von O-Ring-Dichtstellen
Überall dort, wo eine bestehende O-Ring-Nut unverändert übernommen werden kann und die dynamische Dichtfunktion verbessert werden soll, z.B. bei der Modernisierung älterer Hydraulikaggregate.

Do's and Dont's

Do's:
  • X-Ring vor Montage auf mechanische Beschädigung, Haarrisse und Oberflächenveränderungen prüfen
  • Lagerbedingungen einhalten: max. +25°C, 65% Luftfeuchtigkeit, kein direktes Sonnenlicht, kein UV-Licht (DIN 7716 / BS 3574)
  • In Originalverpackung lagern bis zur Verwendung
  • Bei Drücken über 160 bar (statisch) oder über 50 bar (dynamisch) Stützring verwenden
  • Nutmaße und Oberflächengüten gemäß DIN 3771 ausführen
  • Betriebsmedium zur Montage als Gleitmittel verwenden

Don'ts:
  • Nicht mit Ketonen (Aceton, MEK), Estern oder polaren Lösungsmitteln einsetzen — FPM quillt stark in diesen Medien
  • Nicht mit EPDM-unverträglichen Bremsflüssigkeiten auf Glykol-Basis (DOT 3/4) kombinieren — FPM ist hierfür nicht geeignet; für Bremsflüssigkeiten EPDM wählen
  • Nicht mit Dampf oder Heißwasser über +100°C einsetzen — hierfür EPDM oder PTFE-Dichtungen verwenden
  • Keine scharfen Montagewerkzeuge (Schraubenzieher, Metallhaken) direkt an den Dichtlippen verwenden
  • Nicht unter dauerhafter mechanischer Vorspannung lagern (aufgehängt, eingeklemmt, gestaucht)
  • Kein Kontakt mit Kupfer, Mangan oder Stahl ohne Trennlage bei der Lagerung

Montage

  1. Nut und Einbauraum vor der Montage auf Schmutz, Grate und Beschädigungen prüfen. Scharfe Kanten an Bohrungen und Gewinden entgraten.
  2. X-Ring auf Einrisse, Einschlüsse oder Deformationen kontrollieren. Beschädigte Teile nicht einbauen.
  3. X-Ring leicht mit dem Betriebsmedium oder einem kompatiblen Schmiermittel (z.B. HENNLICH Dichtungsfett HZ103) benetzen. Keine fettfremden Öle oder Silikonfette verwenden, sofern nicht medienverträglich geprüft.
  4. X-Ring gleichmäßig in die Nut einlegen. Auf korrekte Ausrichtung des X-Profils achten. Profil darf nicht verdreht, überdehnt oder eingeklemmt werden.
  5. Werden Stützringe eingesetzt, druckseitig korrekt positionieren. Stützring auf der Niederdruckseite des Drucks platzieren, X-Ring auf der Druckseite.
  6. Beim Überführen über Gewinde oder Bohrungskanten Einführschrägen (Fase) verwenden, um Schäden an den Dichtlippen zu vermeiden.
  7. Nach Montage Funktion auf Dichtheit prüfen. Beim ersten Druckaufbau kurz entlüften, sofern das System dies erlaubt.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen einem X-Ring und einem O-Ring?

Ein X-Ring hat ein symmetrisches Vierlippen-Profil statt eines kreisförmigen Querschnitts. Dadurch verdreht er sich nicht in der Nut bei alternierenden Bewegungen, und er dichtet an zwei Lippenkontaktstellen gleichzeitig ab. Die Einbaumaße sind mit O-Ring-Nuten nach DIN 3771 kompatibel, sodass ein direkter Austausch ohne Nutenänderung möglich ist.

Bis zu welcher Temperatur ist ein X-Ring FPM70 dauerhaft einsetzbar?

X-Ringe aus FPM70 sind dauerhaft bis +200°C einsetzbar. Kurzzeitige Temperaturspitzen bis +300°C sind möglich. Nach unten ist die Einsatzgrenze -20°C, unterhalb derer FPM an Elastizität verliert und die Dichtwirkung abnimmt.

Wann brauche ich einen Stützring beim X-Ring?

Im statischen Einsatz ist bei Drücken über 160 bar ein Stützring erforderlich, um Spaltextrusion zu verhindern. Im dynamischen Einsatz gilt die Grenze bereits bei 50 bar ohne Stützring. Mit Stützring sind statisch bis 400 bar und dynamisch bis 160 bar möglich. Der Stützring wird druckseitig gegenüber dem X-Ring positioniert.

Ist FPM70 beständig gegen alle Hydraulikflüssigkeiten?

FPM70 ist gut beständig gegen Mineralöle (HLP, HM), aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe sowie HFD-Flüssigkeiten (schwer entflammbar auf Phosphatester-Basis). Nicht geeignet ist FPM70 für Glykol-basierte Hydraulikflüssigkeiten (HFC), DOT-Bremsflüssigkeiten sowie Ketone und Ester. Für diese Medien sind EPDM oder PTFE-Dichtungen zu wählen.

Kann ich X-Ringe FPM70 in bestehenden O-Ring-Nuten einsetzen?

Ja. X-Ringe werden in denselben Normmaßen wie O-Ringe gefertigt und können in Nuten nach DIN 3771 direkt eingebaut werden, ohne die Nutgeometrie zu ändern. Es gelten dieselben Toleranzangaben für Nuttiefe, Nutbreite und Oberflächengüte.

Wie lange sind X-Ringe FPM70 lagerfähig?

FPM-Dichtelemente haben eine Erstlagerzeit von 10 Jahren gemäß DIN 7716 und BS 3574. Danach ist eine Sichtprüfung auf Verhärtung, Haarrisse und Deformationen durchzuführen; bei bestandener Prüfung kann eine zweite Lagerperiode von 5 Jahren folgen. Lagertemperatur max. +25°C, trocken, dunkel und UV-geschützt.