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Artikelnummer Nenn-ød (mm) Typ Werkstoff
0003S-01 V-Ringe, Qualität NBR
Form VS - 3
3 VS NBR

Dokumente

Beschreibung

Der V-Ring Typ VS ist die Standardausführung mit verstärkter Rückenseite und schrägem Profil. Er dichtet Wellen und Lager gegen Schmutz, Staub, Spritzwasser, Spritzöl und Fett ab. Die Dichtung besteht vollständig aus Elastomer ohne Metalleinlagen, was Beschädigungen an der Welle oder benachbarten Bauteilen bei Montage, Demontage oder Störung ausschließt.

Die Dichtwirkung entsteht durch die axial leicht angestellte Dichtlippe, die gegen eine rechtwinkelig zur Achse angeordnete Gegenlauffläche arbeitet. Ab höheren Umfangsgeschwindigkeiten hebt die Lippe durch die Zentrifugalkraft von der Gegenlauffläche ab, und der V-Ring wirkt als Schleuderring: Flüssige und feste Partikel werden von der Dichtstelle ferngehalten, ohne Kontaktreibung zu erzeugen. Der maximal zulässige Betriebsdruck beträgt 0,3 bar bei statischer Abdichtung oder geringer Umfangsgeschwindigkeit.

Standardwerkstoffe sind NBR (Nitrilkautschuk, -30 bis +100 °C) für Mineralöle, Wasser, Fette sowie schwache Säuren und Laugen, und FPM (Fluorkautschuk, -25 bis +200 °C) für aggressive Medien. Sonderwerkstoffe, einschließlich FDA-konformer Ausführungen, sind auf Anfrage im HENNLICH HighspeedService Center (HSC) erhältlich. Die Bauform VS deckt Wellendurchmesser von 4,5 bis 210 mm ab und ist großteils ab Lager lieferbar.

Merkmale

  • BauformVS (Standardausführung mit verstärkter Rückenseite und schrägem Rücken)
  • Wellendurchmesser-Bereich4,5 bis 210 mm (VS-5 bis VS-199)
  • Max. Betriebsdruck0 bis max. 0,3 bar (bei statischer Abdichtung oder geringer Umfangsgeschwindigkeit)
  • Max. Umfangsgeschwindigkeitbis 40 m/s
  • Werkstoff Standard 1NBR (Nitrilkautschuk)
  • Temperaturbereich NBR-30 °C bis +100 °C
  • Werkstoff Standard 2FPM (Fluorkautschuk/Viton)
  • Temperaturbereich FPM-25 °C bis +200 °C
  • Metallteilekeine (vollständig aus Elastomer)
  • Rautiefe GleitflächeRa ≤ 2,5 / Rt ≤ 12
  • Wellensitzkeine besondere Bearbeitung vorgeschrieben
  • Sonderwerkstoffeauf Anfrage, inkl. FDA-konforme Ausführungen
  • d1Wellendurchmesser (Einbaubereich)
  • d2max. Außendurchmesser des Einbauraums
  • d3min. Innendurchmesser des Einbauraums
  • b1axiale Einbaubreite
  • dV-Ring-Nenndurchmesser
  • sSchnurstärke
  • aLippenlänge
  • bGesamtbreite des V-Rings

Vorteile

  • Eine Größe deckt mehrere Wellendurchmesser ab, da V-Ringe dehnbar sind und über Flansche oder ganze Lagergehäuse gezogen werden können.
  • Sehr geringe Leistungsverluste, weil die Dichtlippe nur mit niedrigem Anpressdruck arbeitet und bei höheren Drehzahlen durch Zentrifugalkraft vollständig abhebt.
  • Keine Metalleinlagen: Beschädigungen an Welle oder benachbarten Maschinenbauteilen bei Montage, Demontage oder Störung sind ausgeschlossen.
  • Geringe Anforderungen an die Oberflächengüte der Gegenlauffläche: Schlichten und Abziehen mit Schmirgel ist in den meisten Fällen ausreichend.
  • Dichtet auch bei leichter Schrägstellung der Gegenlauffläche sowie bei Exzentrizitäten und Winkelabweichungen der Welle zuverlässig ab.
  • Kein Ausbau anderer Maschinenteile für Montage oder Erneuerung erforderlich, da der V-Ring über Bauteile gezogen werden kann.

Einsatzgebiete

Wellendichtungen in Elektromotoren
V-Ringe VS werden an Motorwellen eingesetzt, um das Eindringen von Staub und Spritzwasser zu verhindern. Die geringe Reibung minimiert den Leistungsverlust auch bei hohen Drehzahlen.
Lagerabdichtungen in Walzwerken
Die Bauform VS dichtet Lager in Walzwerken gegen Schmutz und Öl ab. Durch die Schleuderwirkung bei hohen Umfangsgeschwindigkeiten bleiben Schmiermittel im Lager und Verunreinigungen außen.
Getriebe und Lagergehäuse im Maschinenbau
In Getrieben verhindert der außen positionierte V-Ring das Eindringen von Staub und Spänen. Innen positioniert hält er Getriebeöl im Gehäuse zurück.
Landmaschinen und Außengeräte
Die Beständigkeit gegen Spritzwasser, Schmutz und Fette sowie die Toleranz gegenüber Exzentrizitäten machen den VS geeignet für Wellenabdichtungen an Landmaschinen, wo die Achsausrichtung nicht immer ideal ist.
Haushaltsgeräte mit rotierenden Wellen
In Waschmaschinen, Trocknern und ähnlichen Geräten schützt der V-Ring VS Lager vor Wasser und Waschmittelresten bei geringen Einbauraumanforderungen.
Pumpen und Ventilatoren
An Pumpenwellen dichtet der VS gegen Spritzwasser und leichte Medien ab. Die Möglichkeit, ihn ohne Demontage der Pumpe zu wechseln, reduziert den Wartungsaufwand.
Kleinstantriebe und Feinmechanik (ab VS-5)
Die Baugröße VS-5 für Wellen ab 4,5 mm Durchmesser ermöglicht den Einsatz auch in kleinen Antrieben und feinmechanischen Geräten, wo herkömmliche Wellendichtringe keinen Platz finden.

Do's and Dont's

Do's:
  • V-Ring vor Einbau auf mechanische Beschädigungen, Haarrisse und Verhärtungen prüfen.
  • Gegenlauffläche auf die vorgeschriebene Rauheit (Ra ≤ 2,5, Rt ≤ 12) überprüfen und ggf. nacharbeiten.
  • Bei Umfangsgeschwindigkeiten über 8 m/s axiale Sicherung einplanen; über 12 m/s zusätzlich radiale Abstützung vorsehen.
  • Lagerung bei max. +25 °C, trocken, UV-geschützt und spannungsfrei in der Originalverpackung gemäß DIN 7716.
  • FIFO-Prinzip bei der Lagerhaltung anwenden.
  • NBR-Variante für Mineralöle, Wasser und Fette verwenden; FPM-Variante für aggressive Medien und erhöhte Temperaturen.

Don'ts:
  • Keine scharfen Werkzeuge bei der Montage verwenden, um Beschädigungen der Dichtlippe zu vermeiden.
  • V-Ring nicht auf mehr als den zulässigen Betriebsdruck von 0,3 bar belasten.
  • NBR-V-Ringe nicht bei Temperaturen über +100 °C oder unter -30 °C einsetzen.
  • FPM-V-Ringe nicht unter -25 °C einsetzen.
  • Keine Lagerung in Kontakt mit Lösungsmitteln, Ölen oder Fetten; kein Kontakt mit Kupfer, Mangan oder Stahl ohne Zwischenlage.
  • Nicht aufhängen, eindrücken oder auslängen während der Lagerung (Deformation führt zu Dimensionsveränderungen).

Montage

  1. Gegenlauffläche auf Rauheit prüfen: Ra ≤ 2,5 und Rt ≤ 12. In den meisten Fällen genügt Schlichten und Abziehen mit Schmirgel.
  2. V-Ring dehnen und axial über Flansche oder das Lagergehäuse auf die Welle ziehen. Kein Werkzeug mit scharfen Kanten verwenden.
  3. Axiale Einbaulage b1 einstellen: Welle drehen und V-Ring dabei gleichzeitig andrücken, um die korrekte axiale Position leichter und genauer zu erreichen.
  4. Ab 8 m/s Umfangsgeschwindigkeit: axiale Sicherung vorsehen (z. B. Wellenbund oder Anschlagring). Ab 12 m/s zusätzlich radiale Abstützung (z. B. Kammerungsring oder Spannschelle).
  5. Unter 8 m/s Umfangsgeschwindigkeit kann der V-Ring ohne zusätzliche Sicherungsmaßnahmen eingebaut werden.
  6. Je nach gewünschter Funktion positionieren: innen angeordnet verhindert das Austreten von Öl oder Fett; außen angeordnet verhindert das Eindringen von Schmutz oder Spritzwasser.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen den Bauformen VA und VS?

Die Bauform VA hat einen geraden Rücken, die Bauform VS einen schrägen Rücken mit verstärktem Sitz. Der VS ist mechanisch steifer im Sitzbereich und eignet sich für Anwendungen, bei denen eine sichere axiale Fixierung wichtig ist. Beide Typen arbeiten mit der gleichen axial angestellten Dichtlippe und haben identische Betriebsgrenzen.

Ab welcher Drehzahl muss ich zusätzliche Sicherungsmaßnahmen einplanen?

Ab 8 m/s Umfangsgeschwindigkeit ist eine axiale Sicherung erforderlich, zum Beispiel durch einen Wellenbund oder einen Anschlagring. Ab 12 m/s kommt zusätzlich eine radiale Abstützung hinzu, etwa durch einen Kammerungsring oder eine Spannschelle. Unterhalb von 8 m/s kann der V-Ring ohne weitere Maßnahmen eingebaut werden.

Welchen Werkstoff soll ich für Anwendungen mit Mineralöl wählen?

Für Mineralöle, Wasser, Fette sowie schwache Säuren und Laugen ist NBR (Nitrilkautschuk) die richtige Wahl, einsetzbar von -30 bis +100 °C. Für aggressive Medien oder Temperaturen bis +200 °C ist FPM (Fluorkautschuk) geeignet. Für Sonderfälle, einschließlich FDA-konformer Ausführungen, fertigt HENNLICH auf Anfrage im HSC.

Kann ein V-Ring Typ VS auch unter Druck eingesetzt werden?

V-Ringe sind primär für drucklose Anwendungen ausgelegt. Der maximal zulässige Betriebsdruck beträgt 0,3 bar, und nur bei statischer Abdichtung oder geringer Umfangsgeschwindigkeit. Für höhere Drücke sind andere Wellendichtungstypen erforderlich.

Welche Anforderungen stellt der V-Ring VS an die Gegenlauffläche?

Die Gegenlauffläche muss rechtwinkelig zur Wellenachse angeordnet sein und eine Rauheit von Ra ≤ 2,5 bzw. Rt ≤ 12 aufweisen. In den meisten Fällen genügt Schlichten und anschließendes Abziehen mit Schmirgel. Für den Wellensitz selbst ist keine besondere Oberflächenbearbeitung vorgeschrieben.

Wie lange können V-Ringe VS gelagert werden?

NBR-Ausführungen haben eine Erstlagerzeit von 7 Jahren gemäß DIN 7716, FPM-Ausführungen von 10 Jahren. Lagerbedingungen: max. +25 °C, trocken, UV-geschützt, spannungsfrei in der Originalverpackung. Vor dem Einbau auf Beschädigungen, Haarrisse und Verhärtungen prüfen.