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Artikelnummer Nenn-ød (mm) Typ Werkstoff
0007A-05 V-Ringe, Qualität FPM
Form VA - 7
7 VA FPM

Dokumente

Beschreibung

Der V-Ring Typ VA ist die Standardausführung mit geradem Rücken. Er ist in Wellendurchmessern von 3 bis 1000 mm erhältlich und passend für mehrere Wellendurchmesser innerhalb einer Größe einsetzbar. Die Dichtung ist aus einem einzigen Elastomerstück gefertigt, enthält keine Metallteile und sitzt kraftschlüssig auf der rotierenden Welle.

Die Dichtwirkung entsteht durch die axial leicht angestellte Dichtlippe, die gegen die rechtwinkelig zur Achse angeordnete Gegenlauffläche anliegt. Bei steigender Umfangsgeschwindigkeit hebt die Lippe durch die Zentrifugalkraft zunehmend von der Gegenfläche ab. Ab etwa 8 m/s arbeitet der V-Ring als Schleuderring: Flüssige und feste Partikel werden von der Dichtstelle weggeschleudert, ohne dass die Lippe mechanisch anliegt.

Als Betriebsgrenzen gelten: Umfangsgeschwindigkeit bis 40 m/s, Druck drucklos bis max. 0,3 bar (bei statischer Abdichtung oder geringer Geschwindigkeit), Rautiefe der Gleitfläche Ra ≤ 2,5 / Rt ≤ 12. Ab 8 m/s ist axiale Abstützung erforderlich (Wellenbund oder Anschlagring), ab 12 m/s zusätzlich radiale Abstützung (Kammerungsring oder Spannschelle). An die Wellensitzfläche werden keine besonderen Bearbeitungsanforderungen gestellt.

Standardwerkstoffe sind NBR für den Einsatz bis +100 °C, geeignet für Mineralöle, Wasser, Fett sowie schwache Säuren und Laugen, und FPM (Viton) für Temperaturen bis +200 °C mit erweiterter chemischer Beständigkeit. Sonderwerkstoffe einschließlich FDA-gerechter Ausführungen sind auf Anfrage lieferbar.

Merkmale

  • BauformVA — Standardausführung mit geradem Rücken
  • Wellendurchmesser3 bis 1000 mm
  • Maximalgeschwindigkeitbis 40 m/s Umfangsgeschwindigkeit
  • Betriebsdruckdrucklos bis max. 0,3 bar (bei statischer Abdichtung bzw. geringer Geschwindigkeit)
  • Rautiefe GleitflächeRa ≤ 2,5 / Rt ≤ 12
  • Werkstoff Standard 1NBR (Nitrilkautschuk), Temperaturbereich -30 °C bis +100 °C
  • Werkstoff Standard 2FPM/FKM (Viton), Temperaturbereich -25 °C bis +200 °C
  • Metallteilekeine
  • Abstützung ab 8 m/saxial (Wellenbund oder Anschlagring)
  • Abstützung ab 12 m/szusätzlich radial (Kammerungsring oder Spannschelle)
  • Sonderwerkstoffeauf Anfrage, auch FDA-gerechte Ausführungen

Vorteile

  • Eine Größe deckt mehrere Wellendurchmesser ab, weil der V-Ring dehnbar ist und sich dem Wellensitz anpasst.
  • Keine Metallteile im V-Ring — Beschädigungen an Welle oder Lager durch Kontakt bei Störung, Montage oder Demontage sind ausgeschlossen.
  • Geringer Leistungsverlust durch niedrigen Anpressdruck der Dichtlippe; bei steigender Drehzahl sinkt die Reibung weiter, da die Lippe abheben.
  • NBR-Ausführung beständig gegen Mineralöle, Fett, Wasser sowie schwache Säuren und Laugen im Temperaturbereich -30 bis +100 °C.
  • FPM-Ausführung einsetzbar bis +200 °C Dauertemperatur mit erweiterter chemischer Beständigkeit gegenüber Kohlenwasserstoffen und aggressiven Medien.
  • Keine Sonderbearbeitung der Wellensitzfläche erforderlich — Schlichten mit anschließendem Abziehen mit Schmirgel genügt in der Regel.

Einsatzgebiete

Walzwerke und Hüttenanlagen
V-Ringe schützen Walzenlager gegen Zunderschmutz, Kühlwasserspritzer und Walzemulsionen. Die Schleuderringwirkung bei hohen Drehzahlen hält Feststoffpartikel zuverlässig von der Lagerdichtstelle fern.
Elektromotoren und Generatoren
Als Vorschaltelement vor Radial-Wellendichtringen verhindern V-Ringe das Eindringen von Staub und Feuchtigkeit in das Lager, ohne nennenswerte Reibungsverluste zu verursachen.
Landmaschinen und Anbaugeräte
An Getriebe- und Zapfwellendurchführungen schützen V-Ringe gegen Erd- und Pflanzenschutzschmutz sowie Spritzwasser bei wechselnden Witterungsbedingungen.
Pumpen in der Prozessindustrie
FPM-Ausführungen sichern Pumpenwellen gegen aggressivere Medien und hohe Temperaturen bis +200 °C, wenn die Primärdichtung zusätzlichen Schutz benötigt.
Allgemeiner Maschinen- und Apparatebau
Überall dort, wo rotierende Wellen gegen Schmutz, Staub, Fettspritzer oder Spritzöl abzudichten sind, ohne dass ein Druckaufbau vorliegt.
Haushaltsgeräte und Konsumgüterantriebe
In Waschmaschinentrommeln, Trocknern und ähnlichen Antrieben werden V-Ringe als wirtschaftliche Lagerdichtung eingesetzt, da die geringe Anpresskraft den Energieverbrauch minimiert.
Lebensmittelindustrie (Sonderausführung)
V-Ringe in FDA-gerechten Sonderwerkstoffen sind auf Anfrage lieferbar und für den Einsatz an Wellen in Abfüll- und Verarbeitungsmaschinen geeignet, wo Medienkontakt nicht völlig ausgeschlossen ist.

Do's and Dont's

Do's:
  • Gleitfläche auf Rautiefe Ra ≤ 2,5 / Rt ≤ 12 bearbeiten und sauberhalten
  • Ab 8 m/s Umfangsgeschwindigkeit axiale Sicherung einplanen
  • Ab 12 m/s zusätzlich radiale Sicherung (Kammerungsring oder Spannschelle) vorsehen
  • Bei Temperaturen über +100 °C FPM-Ausführung verwenden
  • Lagerung kühl (max. +25 °C), trocken, licht- und ozongeschützt gemäß DIN 7716
  • V-Ring vor Einbau auf Risse, Verhärtungen und mechanische Beschädigungen prüfen
Don'ts:
  • V-Ring nicht mit scharfen Werkzeugen oder Schraubenziehern montieren — Lippe oder Sitz werden dabei beschädigt
  • Keine statische Abdichtung über 0,3 bar — V-Ring ist kein Druckdichtelement
  • NBR nicht in Kontakt mit EPDM-unverträglichen Medien (Glykol-Bremsflüssigkeiten, Heißdampf) einsetzen
  • V-Ring nicht aufhängen, eindrücken oder dauerhaft auslängen — Verformung ändert Sitzdimension und Dichtwirkung
  • Keine Lagerung in Kontakt mit Mineralölen, Lösungsmitteln, Kupfer oder PVC

Montage

  1. Gegenlauffläche auf Sauberkeit und Oberflächenqualität prüfen: Rautiefe Ra ≤ 2,5 / Rt ≤ 12 einhalten; in der Regel genügt Schlichten und Abziehen mit Schmirgel.
  2. V-Ring dehnen und über Flansch oder Lagergehäuse zur Einbaulage schieben. Die Dehnbarkeit erlaubt die Montage ohne Ausbau benachbarter Bauteile.
  3. Axiale Einbaulage b1 durch Drehen der Welle bei gleichzeitigem Andrücken des V-Rings einstellen — so lässt sich die Position leichter und genauer justieren.
  4. Bei Umfangsgeschwindigkeiten über 8 m/s: axiale Sicherung durch Wellenbund oder Anschlagring vorsehen. Über 12 m/s: zusätzlich radiale Sicherung durch Kammerungsring oder Spannschelle.
  5. V-Ring dichtet auch bei leichten Schrägstellungen der Gegenlauffläche sowie bei Exzentrizitäten und Winkelabweichungen der Welle zuverlässig ab — keine Sonderkonstruktion für geringe Fluchtungsfehler erforderlich.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen V-Ring Typ VA und den Typen VS, VL und VE?

Typ VA ist die Standardausführung mit geradem Rücken für Wellendurchmesser von 3 bis 1000 mm. Typ VS hat einen angeschrägten Rücken mit verstärktem Sitz — er hält besser auf der Welle, wenn axiale Kräfte auftreten. Typ VL hat ein schmäleres Profil für enge Einbauräume, z. B. bei Labyrinthdichtungen. Typ VE bietet eine vergrößerte Lippe mit mehr axialem Spiel und wird für Durchmesser über 450 mm empfohlen.

Ab welcher Umfangsgeschwindigkeit muss der V-Ring abgestützt werden?

Ab 8 m/s Umfangsgeschwindigkeit ist axiale Abstützung erforderlich, z. B. durch einen Wellenbund oder Anschlagring. Ab 12 m/s ist zusätzlich radiale Abstützung notwendig, beispielsweise durch einen Kammerungsring oder eine Spannschelle. Unterhalb von 8 m/s kann der V-Ring ohne zusätzliche Maßnahmen eingebaut werden.

Welcher Werkstoff — NBR oder FPM — ist für welche Medien geeignet?

NBR ist geeignet für Mineralöle, Fett, Wasser sowie schwache Säuren und Laugen bei Temperaturen von -30 bis +100 °C. FPM (Viton) eignet sich bei höheren Temperaturen bis +200 °C und bietet eine breitere chemische Beständigkeit, z. B. gegen aromatische und aliphatische Kohlenwasserstoffe. Für Medien wie Heißdampf, Glykol-Bremsflüssigkeiten oder starke Oxidationsmittel sind weder NBR noch FPM geeignet — hier sind Sonderwerkstoffe zu wählen.

Kann der V-Ring Typ VA auch statisch abdichten?

Ja, bei statischer Abdichtung oder sehr geringer Umfangsgeschwindigkeit dichtet der V-Ring bis max. 0,3 bar Überdruck ab. Er ist kein Druckdichtelement und für Drücke über 0,3 bar nicht ausgelegt. Bei drucklosen Anwendungen und rotierenden Wellen ist er das wirtschaftlichere Dichtelement gegenüber Radial-Wellendichtringen.

Welche Anforderungen stellt der V-Ring Typ VA an die Gegenlauffläche?

Die Gegenlauffläche muss eine Rautiefe von Ra ≤ 2,5 und Rt ≤ 12 aufweisen. In der Regel genügt Schlichten mit anschließendem Abziehen mit Schmirgel. Für den Wellensitz ist keine besondere Bearbeitung vorgeschrieben. Der V-Ring dichtet auch bei leichten Schrägstellungen, Exzentrizitäten und Winkelabweichungen der Welle zuverlässig ab.

Wie lange können V-Ringe aus NBR bzw. FPM gelagert werden?

NBR-V-Ringe haben eine empfohlene Erstlagerdauer von 7 Jahren gemäß DIN 7716, danach ist eine Kontrolle vor Verlängerung um weitere 3 Jahre erforderlich. FPM-V-Ringe sind für bis zu 10 Jahre (plus 5 Jahre nach Kontrolle) lagerstabil. Lagerung bei max. +25 °C, trocken, licht- und ozongeschützt, spannungsfrei und in Originalverpackung.