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Artikelnummer Nennaußen-øD1 (mm) Nenninnen-ød1 (mm) Einbauraum L1 (mm) max. Außen-øD1 (mm) min. Außen-øD1 (mm)
4405600 Hymine-Nutring, Typ 155
258x246,8x11,2 für D1=258-270
258 246,8 11,2 270 258

Dokumente

Beschreibung

Hymine-Nutringe Typ 155 bestehen aus dem zäh-elastischen, hydrolysestabilisierten Polyester-Elastomer Hymine 200 (TPE/44). Dieser Werkstoff erreicht eine Härte von Shore 55D und zeichnet sich durch höchste Abrieb- und Verschleißfestigkeit aus. Der Temperatureinsatzbereich des Werkstoffs Hymine 200 reicht von -45 °C bis +130 °C, kurzfristig bis -60 °C. Im Betrieb mit Mineralöl ist der Typ 155 bis -30 °C / +100 °C freigegeben; mit HFA-Medien (Wasser-Öl-Gemischen) gilt eine maximale Einsatztemperatur von +60 °C.

Die Formgebung des Typ 155 verhindert das "Walken in der Nut", das bei O-Ringen unter pulsierendem Druck auftritt. Dadurch kann Typ 155 O-Ring/Stützring-Kombinationen direkt ersetzen. Bei Spalten bis 0,4 mm und Betriebsdrücken von bis zu 500 bar ist keine Extrusion zu erwarten, auch wenn die Spalte durch Rohraufweitung "atmen". Mittenversatz und Rohraufweitung sind bei der Auslegung zu berücksichtigen.

Für HFC-, HFD- und andere Druckflüssigkeiten außer Mineralöl und HFA/HFB sind Beständigkeit und Temperatureinsatzbereich im Einzelfall zu prüfen. Die Einbauräume folgen definierten Toleranzen: Außendurchmesser D1 nach H8, Innendurchmesser d1 = D1 - 2s nach h9, Länge L1 mit +0,3 / -0 mm. Statische Dichtflächen erfordern eine Rauheit von Ra max. 1,6 µm (besser 0,4-0,8 µm) und Rt max. 10 µm (besser 6,3 µm).

Merkmale

  • WerkstoffHymine 200 – hydrolysestabilisiertes Polyester-Elastomer (TPE)
  • HärteShore 55D
  • Werkstoff-Temperaturbereich-45 °C bis +130 °C (kurzfristig bis -60 °C)
  • Betriebstemperatur Mineralöl-30 °C bis +100 °C
  • Betriebstemperatur HFA-Medien0 °C bis +60 °C
  • Max. Betriebsdruckbis 500 bar (abhängig vom Dichtspalt F)
  • Max. Dichtspalt F bei Mineralöl 500 barH8/f7
  • Max. Dichtspalt F bei HFA 400 bar0,5 mm
  • Max. Dichtspalt F bei HFA 500 bar0,4 mm
  • Toleranz Außendurchmesser D1H8
  • Toleranz Innendurchmesser d1 (= D1 - 2s)h9
  • Toleranz Länge L1+0,3 / -0 mm
  • Rauheit statische Dichtflächen Ramax. 1,6 µm (empfohlen 0,4 – 0,8 µm)
  • Rauheit statische Dichtflächen Rtmax. 10 µm (empfohlen 6,3 µm)
  • Rauheit Stirnfläche Ra3,2 µm
  • Rauheit Stirnfläche Rt16 µm
  • Profilbreite S = 4 mm: min. Einbauschräge C6 mm
  • Profilbreite S = 5,6 mm: min. Einbauschräge C8 mm
  • Max. Einbauradius r1 (S=4)0,2 mm
  • Max. Einbauradius r1 (S=5,6)0,4 mm
  • DichtfunktionStatische Abdichtung von Hydraulikzylindern
  • MedienMineralöl, HFA, HFB; HFC/HFD auf Anfrage

Vorteile

  • Die spezielle Formgebung schließt das "Walken in der Nut" aus, das bei O-Ringen unter pulsierendem Druck zu vorzeitigem Versagen führt.
  • Der hydrolysestabilisierte TPE-Werkstoff Hymine 200 verhindert Quellschäden und Erweichung in Wasser-Öl-Gemischen (HFA/HFB), die unbehandeltes Polyurethan beschädigen würden.
  • Spalte bis 0,4 mm bei 500 bar werden beherrscht, ohne dass Extrusion auftritt, selbst wenn die Spalte durch Rohraufweitung wechseln.
  • Typ 155 ersetzt O-Ring/Stützring-Kombinationen und reduziert damit die Anzahl der Dichtungselemente im Einbauraum.
  • Shore 55D Härte in Kombination mit extremer Abriebfestigkeit verlängert die Standzeit gegenüber weicheren Elastomer-Dichtungen bei hochdynamischem Pulsationsbetrieb.

Einsatzgebiete

Hydraulikzylinder in Pressen und Schmiedeanlagen
Typ 155 dichtet statisch die Kolbennut in Hochdruck-Hydraulikzylindern ab, wo pulsierender Druck bis 500 bar O-Ringe durch Walken in der Nut zerstören würde.
Mobilhydraulik (Bagger, Kräne, Baumaschinen)
Einsetzbar in Zylindern mit wechselnder Druckbelastung und Rohraufweitungen durch mechanische Beanspruchung, da Typ 155 Spalte bis 0,4 mm ohne Extrusion beherrscht.
Industriehydraulik mit HFA-Medien
Der hydrolysestabilisierte Hymine-200-Werkstoff verträgt Wasser-Öl-Emulsionen (HFA, HFB) bei Temperaturen von 0 °C bis +60 °C, wo herkömmliche Polyurethan-Dichtungen hydrolytisch abbauen.
Hydraulikzylinder in Stahlwerken und Hüttenanlagen
Hohe Abriebfestigkeit von Shore 55D TPE und Druckbeständigkeit bis 500 bar machen Typ 155 geeignet für schwere Betriebsbedingungen mit Druckstößen.
Gießereimaschinen und Kunststoffspritzgussanlagen
Statische Hochdruckzylinder in Form- und Schließeinheiten, wo pulsierender Hydraulikdruck und enge Einbauräume einen Ersatz für O-Ring/Stützring-Kombinationen erfordern.
Hydraulische Hubeinheiten und Hebezeuge
Typ 155 hält auch bei langsam atmenden Spalten durch Rohraufweitung dicht und ist deshalb für vertikal belastete Hubzylinder geeignet, bei denen Dichtspaltmaße toleranzbehaftet sind.

Do's and Dont's

Do's:
  • Typ 155 für statische Abdichtung einsetzen, insbesondere bei pulsierendem Druck in Hydraulikzylindern.
  • Einbauräume mit Toleranz D1/H8, d1/h9 und L1 (+0,3 / -0 mm) ausführen.
  • Statische Dichtflächen auf Ra max. 1,6 µm und Rt max. 10 µm bearbeiten.
  • Montage mit HENNLICH HZ103 oder kompatiblem Montagefett auf Mineralölbasis durchführen.
  • Bei Einsatz mit HFC-, HFD- oder anderen Sonderflüssigkeiten Verträglichkeit vorab mit dem technischen Beratungsdienst klären.
  • Nutringe bis zur Montage in Originalverpackung, kühl, trocken und lichtgeschützt lagern.
Don'ts:
  • Typ 155 nicht für dynamische (bewegte) Abdichtungsaufgaben verwenden – er ist ausschließlich für statische Anwendungen ausgelegt.
  • Den maximalen Dichtspalt F für das jeweilige Medium und den Betriebsdruck nicht überschreiten (HFA 400 bar: 0,5 mm; HFA 500 bar: 0,4 mm).
  • Keine scharfen oder metallischen Montagewerkzeuge verwenden, die den Nutring beschädigen können.
  • Nicht in Phosphorsäureester-Flüssigkeiten (HFD-Aryl/HFD-Alkyl) einsetzen ohne vorherige Verträglichkeitsprüfung.
  • Nicht über den Temperaturbereich des Betriebsmediums hinaus einsetzen: Mineralöl max. +100 °C, HFA max. +60 °C.

Montage

  1. Einbauräume und Dichtflächen vor der Montage auf Beschädigungen, Grate und Verunreinigungen prüfen. Metallspäne und Schmutzpartikel vollständig entfernen.
  2. Statische Dichtflächen (D1 und d1) auf Rauheit prüfen: Ra max. 1,6 µm (besser 0,4 – 0,8 µm), Rt max. 10 µm (besser 6,3 µm). Rauere Oberflächen erhöhen das Leckagerisiko.
  3. Einbauschrägen und Radien nach Vorgabe herstellen: bei Profilbreite S = 4 mm min. Schräge C = 6 mm und max. Radius r1 = 0,2 mm; bei S = 5,6 mm min. Schräge C = 8 mm und max. Radius r1 = 0,4 mm.
  4. Toleranzen der Einbauräume einhalten: Außendurchmesser D1 nach H8, Innendurchmesser d1 nach h9, Länge L1 mit +0,3 / -0 mm.
  5. Nutring leicht mit dem Betriebsmedium oder einem kompatiblen Montagefett (z.B. HENNLICH HZ103) benetzen und gleichmäßig in die Nut einlegen.
  6. Mittenversatz und Rohraufweitung im Betrieb beachten, da diese den effektiven Dichtspalt F verändern. Den maximalen zulässigen Spalt F aus dem Datenblatt für das jeweilige Medium und den Betriebsdruck entnehmen.
  7. Hydrauliksystem nach Montage sorgfältig entlüften, um Druckschläge durch eingeschlossene Luft zu vermeiden.

FAQ

Kann der Hymine-Nutring Typ 155 O-Ring/Stützring-Kombinationen vollständig ersetzen?

Ja. Typ 155 ist für genau diesen Zweck entwickelt worden. Die Formgebung verhindert das Walken in der Nut, das bei O-Ringen unter pulsierendem Druck auftritt und Stützringe erfordert. Ein einzelner Typ 155 übernimmt beide Funktionen und vereinfacht den Einbauraum.

Bis zu welchem Druck ist Typ 155 einsetzbar und wovon hängt das ab?

Der maximale Betriebsdruck beträgt bis zu 500 bar, kann bei kleinerem Dichtspalt F sogar überschritten werden. Der tatsächlich beherrschbare Druck hängt direkt vom Dichtspalt F ab: Bei HFA-Medien darf F bei 400 bar max. 0,5 mm und bei 500 bar max. 0,4 mm betragen. Bei Mineralöl und 500 bar gilt die Passung H8/f7 als Richtwert. Mittenversatz und Rohraufweitung im Betrieb vergrößern den effektiven Spalt und müssen bei der Auslegung einkalkuliert werden.

Welche Hydraulikmedien sind mit Typ 155 aus Hymine 200 verträglich?

Typ 155 ist für Medien auf Mineralölbasis freigegeben (Temperaturbereich -30 °C bis +100 °C) sowie für HFA- und HFB-Medien (Wasser-Öl-Gemische) bis maximal +60 °C. Für HFC- (Wasser/Glykol), HFD- und andere Druckflüssigkeiten ist die Verträglichkeit im Einzelfall zu prüfen. TPE-Werkstoffe sind in HFC und Phosphorsäureestern (HFD-Aryl) generell nicht einsetzbar.

Warum muss die Rauheit der Dichtfläche bei Typ 155 eingehalten werden?

Statische Dichtflächen müssen Ra max. 1,6 µm und Rt max. 10 µm aufweisen, damit der TPE-Werkstoff die Oberfläche ausreichend kontaktieren kann. Bei raueren Flächen entstehen Leckagepfade entlang der Rauheitsspitzen, die der Nutring nicht schließen kann. Empfohlene Werte sind Ra 0,4 – 0,8 µm und Rt 6,3 µm.

Warum ist bei atmenden Spalten keine Extrusion zu erwarten?

Der Werkstoff Hymine 200 (TPE, Shore 55D) ist formstabiler als weiche Elastomere wie NBR oder PU. Durch die spezielle Profilgeometrie verteilt Typ 155 den Gegendruck so, dass das Material bei Druckstoßen nicht in den Spalt fließt, selbst wenn der Spalt durch Rohraufweitung wechselnd offen und geschlossen ist. Dies gilt für Spalte bis 0,4 mm bei 500 bar.

Welche Einbaumaßtoleranzen gelten für den Typ 155?

Der Außendurchmesser D1 der Einbaunut wird nach H8 gefertigt, der Innendurchmesser d1 (= D1 minus 2s) nach h9. Die Länge L1 hat eine Toleranz von +0,3 / -0 mm. Einbauschrägen sind je nach Profilbreite S einzuhalten: Bei S = 4 mm min. Schräge C = 6 mm und max. Radius r1 = 0,2 mm; bei S = 5,6 mm min. Schräge C = 8 mm und max. Radius r1 = 0,4 mm.