Beschreibung
Der Sprengring DIN 7993 Ausführung B ist ein Runddraht-Sicherungsring für den Einbau in Bohrungen. Beim Einbau wird der Ring mit einer Sprengringzange zusammengedrückt, in die Bohrung eingeführt und dehnt sich anschließend in der vorgesehenen Nut aus. Er sichert Bauteile wie Lager, Buchsen oder Zahnräder gegen axiales Verschieben.Der Ring ist in zwei Werkstoffen erhältlich. Der Sprengring aus Federstahl 1.1200 nach EN 10270-1 (Ck65/Ck67) erreicht eine Zugfestigkeit Rm von rund 1850 N/mm² und ist die kostengünstige Standardausführung. Der Sprengring aus Edelstahl 1.4310 nach EN 10270-3 (X10CrNi188) erreicht eine Zugfestigkeit Rm von rund 1600 N/mm² und ist korrosionsbeständig gegenüber feuchten oder chemisch belasteten Medien. HENNLICH berät zur Auswahl der passenden Werkstoffvariante.
Die Abmessungen richten sich nach dem Bohrungsdurchmesser d1 von 7 bis 125 mm. Drahtdurchmesser d, Öffnungsweite m und Nutgrund d2 sind je Baugröße in DIN 7993 Ausführung B festgelegt, der Ringdurchmesser De liegt im ungespannten Zustand über dem jeweiligen Bohrungsdurchmesser.
Beide Werkstoffvarianten sind für alle Standardgrößen ab Lager erhältlich, sodass unterschiedliche Bohrungsdurchmesser ohne Sonderanfertigung abgedeckt werden.
Merkmale
- NormDIN 7993, Ausführung B (für Bohrungen)
- WerkstoffFederstahl 1.1200 (EN 10270-1) oder Edelstahl 1.4310 (EN 10270-3)
- Zugfestigkeit Rmca. 1850 N/mm² (1.1200) bzw. 1600 N/mm² (1.4310)
- Bohrungsdurchmesser d17 bis 125 mm
- Drahtdurchmesser d0,8 bis 3,2 mm
- d1Bohrungsdurchmesser
- dDrahtdurchmesser
- DeRingdurchmesser mit Toleranz
- mÖffnungsweite
- d2Nutgrund
Vorteile
- Platzsparende Axialsicherung ohne zusätzliche Schrauben oder Schweißverbindungen
- Zwei Werkstoffvarianten verfügbar: Federstahl 1.1200 und Edelstahl 1.4310 nach EN 10270-3, HENNLICH berät zur Auswahl
- Standardisierte Abmessungen nach DIN 7993 Ausführung B für Bohrungsdurchmesser von 7 bis 125 mm, ab Lager verfügbar
- Wiederverwendbar, sofern der Ring nach der Demontage nicht plastisch verformt ist
- Einfache Montage und Demontage mit einer Sprengringzange
Einsatzgebiete
- Lagerpositionierung in Gehäusebohrungen
- Fixiert Wälzlager axial in der Gehäusebohrung und verhindert ein Verschieben unter Betriebslast.
- Pumpengehäuse
- Sichert Lager und weitere Bauteile in Bohrungen von Pumpengehäusen gegen axiale Bewegung.
- Hydraulik- und Pneumatikzylinder
- Positioniert Führungsbuchsen und Bauteile in der Zylinderbohrung.
- Getriebe als Abstandshalter
- Zusätzlich zur axialen Sicherung einsetzbar, um definierte Abstände zwischen Bauteilen in der Bohrung herzustellen.
Do's and Dont's
Do's:- Ring vor Montage auf Verformung und Rissbildung prüfen
- Öffnungsweite m und Nutgrund d2 gemäß DIN 7993 Ausführung B einhalten
- HENNLICH berät zur Auswahl der Werkstoffvariante bei feuchter oder chemisch belasteter Umgebung
- Passende Sprengringzange für Bohrungen verwenden
- Ring nicht über das erforderliche Maß hinaus zusammendrücken, es droht bleibende Verformung
- Keine beschädigte oder ausgeleierte Nut verwenden
- Federstahl 1.1200 nicht dauerhaft in feuchten oder korrosiven Umgebungen einsetzen
- Sichtbar verformten Ring nach Demontage nicht wiederverwenden
Montage
- Nut in der Bohrung auf Sauberkeit, Grate und Beschädigungen prüfen.
- Sprengringzange für Bohrungen verwenden, kein Schraubendreher oder ungeeignetes Werkzeug.
- Ring gleichmäßig zusammendrücken und in die Bohrung einführen.
- Ring bis zur Nutposition schieben und gleichmäßig einrasten lassen.
- Sitz des Rings visuell und durch leichten Druck prüfen.
FAQ
- Was ist der Unterschied zwischen Sprengringen für Wellen (Ausführung A) und für Bohrungen (Ausführung B)?
Ausführung A wird beim Einbau elastisch aufgeweitet und auf eine Wellennut geschoben, Ausführung B wird zusammengedrückt und dehnt sich in die Innennut einer Bohrung aus. Beide sind nach DIN 7993 genormt, unterscheiden sich aber in Nutlage, Montagerichtung und Werkzeug.
- Welches Material eignet sich für Sicherungsringe in feuchter oder aggressiver Umgebung?
Der Sprengring aus Edelstahl 1.4310 nach EN 10270-3 ist korrosionsbeständig und erreicht eine Zugfestigkeit Rm von rund 1600 N/mm². Der Sprengring aus Federstahl 1.1200 nach EN 10270-1 ist die kostengünstige Standardausführung für trockene Umgebungen. HENNLICH berät zur Auswahl der passenden Werkstoffvariante.
- Welches Werkzeug wird zur Montage eines Sprengrings in einer Bohrung benötigt?
Eine Sprengringzange für Bohrungen. Der Sprengring nach DIN 7993 wird aus rundem Draht gewickelt und hat keine Montageösen, die Zange drückt ihn gleichmäßig zusammen und führt ihn bis zur Nut in die Bohrung ein. Bei größeren Nenndurchmessern erleichtert eine konische Montagehülse das gleichmäßige Einführen.
- Kann ein Sprengring nach der Demontage wiederverwendet werden?
Ja, sofern der Ring nicht plastisch verformt oder beschädigt ist und die Nut unversehrt bleibt. Nach jeder Demontage ist der Ring auf Rissbildung, Verformung und korrekten Rundlauf zu prüfen, bevor er erneut montiert wird.
- Warum ist der Ringdurchmesser eines Bohrungssicherungsrings größer als der Bohrungsdurchmesser?
Weil der Ringdurchmesser De im ungespannten Zustand über den Bohrungsdurchmesser d1 hinausragt und erst beim Zusammendrücken mit der Sprengringzange auf das Einbaumaß reduziert wird. Nach dem Einbau dehnt sich der Ring in die Nut aus und erzeugt die Anpresskraft für die axiale Sicherung.