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Artikelnummer Nennweite DN Druckstufe PN (Bar) Material Innendurchmesser (mm) Außendurchmesser (mm)
01030050020-R-SIG Flachdichtring Sigraflex Universal
103x50x2 mm, DN40/PN63-160
nach DIN EN1514-1
40 160 SGL Sigraflex universal 50 103

Beschreibung

Sigraflex-Universal besteht aus flexiblen SIGRAFLEX-Graphitfolien, die durch ein oder zwei Edelstahl-Spießblecheinlagen (Werkstoff 316L, 0,1 mm Dicke) verstärkt sind. Die Rohdichte des Graphits beträgt 1,0 g/cm³ bei einer Reinheit von ≥98 % und einem Aschegehalt von ≤2,0 % nach DIN 51903. Klebstoffe und Bindemittel sind in der Konstruktion nicht enthalten, was die Dichtungsplatte alterungsbeständig und nicht versprödend macht.

Die Antihaft-Imprägnierung reduziert die Leckage und erleichtert die Demontage: Die Dichtung haftet weniger stark an der Flanschfläche und lässt sich rückstandsärmer entfernen als unbeschichtete Graphitdichtungen. Unter den empfohlenen Montagepressungen tritt kein messbarer Kalt- oder Warmfluss auf. Das Kompressions- und Rückfederungsverhalten bleibt auch bei Temperaturwechseln langzeitstabil.

Der Betriebsbereich liegt bei Temperaturen von -269 °C bis ca. 550 °C und Betriebsdrücken von Vakuum bis 100 bar. Ab 450 °C ist die Medienbeständigkeit zu prüfen; bei weiterer Überschreitung kann die Standzeit eingeschränkt sein. Die Druckstandfestigkeit beträgt ≥45 N/mm² nach DIN 52913 (16 h/300 °C/50 N/mm²).

Sigraflex-Universal ist für Dichtungen bis Ø 1500 mm als einteiliges Teil lieferbar. Für größere Durchmesser wird ein zweilagiger Aufbau in Segmenten empfohlen. Die Platten (1,5×1,5 m und 1,0×1,0 m) sind in Dicken von 1,0 / 1,5 / 2,0 und 3,0 mm verfügbar. Die Zulassungen umfassen Fire Safe nach BS 6755-2, Ausblassicherheit HOBT nach ASTM WK26064, BAM für Sauerstoff sowie Ethylenoxid/Propylenoxid und DVGW nach DIN 3535-6.

Merkmale

  • WerkstoffExpandierter Naturgraphit mit Edelstahl-Spießblech-Verstärkung
  • VerstärkungsmaterialEdelstahl 316L (ASTM), Blechdicke 0,1 mm
  • Graphit-Rohdichte1,0 g/cm³
  • Graphit-Reinheit≥98 %
  • Aschegehalt≤2,0 % nach DIN 51903
  • Gesamtchloridgehalt≤25 ppm
  • Gesamthalogengehalt≤70 ppm (Cl, F, B, I)
  • Gesamtschwefelgehalt<300 ppm
  • Temperaturbereich-269 °C bis ca. 550 °C (über 450 °C Rücksprache empfohlen)
  • BetriebsdruckVakuum bis 100 bar
  • Druckstandfestigkeit≥45 N/mm² nach DIN 52913 (16 h / 300 °C / 50 N/mm²)
  • Kompressibilität37–42 % nach ASTM F36
  • Rückfederung14–15 % nach ASTM F36
  • ASTM m-Faktor2,5
  • ASTM y-Faktor2000 psi
  • Empfohlene Montagepressung≥20 N/mm²
  • Max. Außendurchmesser (einteilig)Ø 1500 mm
  • Plattenformat1500×1500 mm und 1000×1000 mm
  • Lieferdicken1,0 / 1,5 / 2,0 / 3,0 mm
  • ImprägnierungAntihaft (klebstoff- und bindemittelfrei)
  • ZulassungenFire Safe BS 6755-2, Ausblassicherheit HOBT ASTM WK26064, BAM (O₂, Ethylenoxid, Propylenoxid), US Coastguard, DVGW DIN 3535-6

Vorteile

  • Klebstoff- und bindemittelfrei: Die Dichtungsplatte altert nicht und versprödet nicht, da keine organischen Binder eingesetzt werden.
  • Antihaft-Imprägnierung: Die Dichtung haftet weniger an Flanschflächen und lässt sich bei der Demontage rückstandsärmer entfernen als unbeschichtete Graphitplatten.
  • Kein messbarer Kalt- und Warmfluss unter empfohlenen Flächenpressungen: Das Setzverhalten bleibt stabil, was bei Temperaturwechselbetrieb eine konstante Vorspannung sichert.
  • Ausblassicher nach ASTM WK26064 (HOBT): Geeignet für Druckgeräte mit erhöhten Sicherheitsanforderungen gemäß Druckgeräterichtlinie.
  • Reinheit ≥98 % Kohlenstoff mit Chloridgehalt ≤25 ppm: Keine chloridinduzierte Spannungsrisskorrosion an austenitischen Edelstahlarmaturen.
  • Betriebsbereich von -269 °C bis ca. 550 °C: Einsetzbar in Kryogeniksystemen (z. B. LNG) ebenso wie in Hochtemperaturdampfleitungen ohne Werkstoffwechsel.
  • Fire Safe nach BS 6755-2: Behält die Dichtwirkung auch im Brandfall, was für sicherheitsrelevante Leitungsabschnitte in Raffinerien und Kraftwerken gefordert wird.

Einsatzgebiete

Rohrleitungsflansche in der Chemie
Sigraflex-Universal dichtet Flanschverbindungen in Chemieanlagen ab, wo korrosive Medien wie Säuren, Laugen und Lösungsmittel beständige Dichtungswerkstoffe erfordern.
Petrochemische Anlagen und Raffinerien
In Raffinerien und petrochemischen Anlagen wird Sigraflex-Universal für Rohrleitungen und Behälter eingesetzt, die Kohlenwasserstoffe und aggressive Prozessmedien führen.
Dampfleitungen in Kraftwerken und Heizanlagen
Die hohe Temperaturbeständigkeit bis ca. 550 °C macht Sigraflex-Universal geeignet für Flanschverbindungen in Dampfleitungen, Kesseln und Turbinen.
Behälter und Apparateflansche
Druckbehälter, Reaktoren und Apparateflansche in der Verfahrenstechnik werden mit Sigraflex-Universal abgedichtet, insbesondere wenn breite Temperatur- und Druckbereiche abgedeckt werden müssen.
Kryogenische Anlagen (LNG, Tieftemperaturtechnik)
Sigraflex-Universal ist bis -269 °C einsetzbar und damit für Flanschverbindungen in LNG-Systemen sowie anderen kryogenen Anwendungen geeignet.
Armaturen und Pumpengehäuse in Altanlagen
In Bestandsanlagen mit unregelmäßigen oder beschädigten Flanschflächen gleicht die weiche Graphitstruktur Unebenheiten aus und stellt die Dichtwirkung auch bei nicht idealen Oberflächen sicher.
Sauerstoff- und Oxidationsmittel führende Leitungen
Die BAM-Zulassung für Sauerstoff sowie Ethylenoxid/Propylenoxid ermöglicht den Einsatz in sicherheitskritischen Leitungsabschnitten mit oxidierenden Medien.

Do's and Dont's

Do's:
  • Flanschflächen vor der Montage vollständig reinigen und auf Dichtflächenschäden prüfen
  • Schrauben kreuzweise in mehreren Durchgängen auf die empfohlene Flächenpressung ≥20 N/mm² anziehen
  • Nach Inbetriebnahme bei Betriebstemperatur Schraubenvorspannung nachprüfen und nachjustieren
  • Bei Betriebstemperaturen über 450 °C Rücksprache mit HENNLICH halten, da Standzeit eingeschränkt sein kann
  • Lagerung trocken und vor direkter UV-Bestrahlung geschützt
Don'ts:
  • Keine Klebstoffe oder Haftvermittler verwenden: Die Antihaft-Imprägnierung macht diese überflüssig und Klebstoffe können die Demontage erheblich erschweren
  • Nicht in stark oxidierenden Medien einsetzen, für die kein BAM-Prüfbericht vorliegt (Ausnahme: Sauerstoff und Ethylenoxid/Propylenoxid mit vorliegender BAM-Zulassung)
  • Maximale Flächenpressung σ VO (Raumtemperatur) und σ BO (300 °C) aus dem Datenblatt nicht überschreiten, um plastische Verformung der Dichtung zu vermeiden
  • Dichtungen mit sichtbaren Beschädigungen, Knicken oder Rissen nicht verwenden

Montage

  1. Flanschflächen vor der Montage von alten Dichtungsresten, Rost und Schmutz reinigen. Beschädigungen der Dichtfläche (Riefen, Kerben) prüfen und bei Bedarf beheben.
  2. Dichtung auf die richtige Dimension zuschneiden oder stanzen. Für Durchmesser bis Ø 1500 mm kann Sigraflex-Universal einteilig verwendet werden; größere Durchmesser werden als zweilagiger Segmentaufbau ausgeführt.
  3. Dichtung zentriert und schuldenfrei auf die Flanschfläche auflegen. Kein Kleber oder Haftvermittler verwenden, da die Antihaft-Imprägnierung die Positionierung erleichtert.
  4. Schrauben kreuzweise und in mehreren Durchgängen gleichmäßig anziehen, bis die empfohlene Flächenpressung von ≥20 N/mm² erreicht ist. Maximale Flächenpressung bei Raumtemperatur (σ VO) sowie bei Betriebstemperatur 300 °C (σ BO) aus dem Datenblatt beachten, um Überpressung zu vermeiden.
  5. Nach Inbetriebnahme und Erreichen der Betriebstemperatur die Schraubenvorspannung überprüfen und bei Bedarf nachziehen, da Graphitdichtungen anfänglich setzen können.
  6. Dichtungskennwerte nach DIN EN 13555 sind unter www.esadata.org bzw. www.gasketdata.org abrufbar und können für rechnerische Nachweise nach EN 1591-1 verwendet werden.

FAQ

Bis zu welcher Temperatur kann Sigraflex-Universal dauerhaft eingesetzt werden?

Sigraflex-Universal ist dauerhaft bei Temperaturen von -269 °C bis ca. 550 °C einsetzbar. Ab 450 °C ist die Medienbeständigkeit zu prüfen, da die Standzeit je nach Medium eingeschränkt sein kann. Bei Anwendungen über 450 °C empfiehlt sich Rücksprache mit HENNLICH.

Welche Flächenpressung ist bei der Montage von Sigraflex-Universal erforderlich?

Die empfohlene Montagepressung beträgt ≥20 N/mm². Die maximale zulässige Flächenpressung bei Raumtemperatur (σ VO) und bei 300 °C (σ BO) sind im Datenblatt angegeben und dürfen nicht überschritten werden. Dichtungskennwerte nach DIN EN 13555 sind unter www.esadata.org abrufbar.

Warum enthält Sigraflex-Universal keine Klebstoffe, und welchen Vorteil bietet das?

Die Konstruktion ohne Klebstoffe und Bindemittel verhindert Alterung und Versprödung der Dichtungsplatte. Klebstofffreie Graphitdichtungen behalten ihre Flexibilität über die gesamte Lebensdauer und lassen sich bei der Demontage rückstandsärmer von der Flanschfläche lösen als geklebte Ausführungen.

Was bedeutet die Antihaft-Imprägnierung bei Sigraflex-Universal?

Die Antihaft-Imprägnierung reduziert die Haftneigung der Graphitfolie an der Flanschfläche. Das erleichtert die Handhabung bei der Montage und verringert den Aufwand beim Dichtungswechsel, da weniger Graphitreste auf der Flanschfläche verbleiben. Die Imprägnierung verbessert zudem die Leckageeigenschaften.

Was ist der Unterschied zwischen Sigraflex-Universal und Sigraflex-Universal Pro?

Sigraflex-Universal Pro (Typenbezeichnung V...C2IP) ist die TA-Luft-konforme Variante und erfüllt die strengeren Anforderungen der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft bezüglich diffuser Emissionen. Sigraflex-Universal (V...C2I) eignet sich für allgemeine Flanschanwendungen in Chemie, Petrochemie und Kraftwerken ohne spezifische TA-Luft-Anforderung.

Kann Sigraflex-Universal für Flanschverbindungen in Sauerstoffleitungen verwendet werden?

Ja, Sigraflex-Universal verfügt über eine BAM-Zulassung für Sauerstoff. Der BAM-Prüfbericht ist unter www.sigraflex.de/downloads abrufbar. Zusätzlich liegt eine BAM-Zulassung für Ethylenoxid und Propylenoxid vor.

Welchen Chloridgehalt hat Sigraflex-Universal, und warum ist das bei austenitischen Stählen relevant?

Der Gesamtchloridgehalt liegt bei ≤25 ppm. Chloride können bei austenitischen Edelstählen (z. B. 1.4301, 1.4571) Spannungsrisskorrosion auslösen. Der niedrige Chloridgehalt der Dichtungsplatte minimiert dieses Risiko bei Flanschverbindungen aus austenitischem Stahl.