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Artikelnummer Nennweite DN Druckstufe PN (Bar) Material Innendurchmesser (mm) Außendurchmesser (mm)
09110813030-R-SIGUP Flachdichtring Sigraflex Universal Pro
911x813x3 mm, DN800/PN16
nach DIN EN1514-1
800 16 SGL Sigraflex universal pro 813 911

Beschreibung

Sigraflex-Universal-Pro erfüllt die Anforderungen der TA Luft (VDI 2440/VDI 2200) in allen verfügbaren Dicken. Damit eignet sich die Platte für genehmigungspflichtige Anlagen, in denen diffuse Emissionen nachzuweisen begrenzt werden müssen. Die Heliumleckagerate liegt typisch im Bereich L0,01 bis L0,000001, abhängig von Betriebsdruck und Flächenpressung.

Der Werkstoff ist expandierter Naturgraphit mit einer Graphitreinheit von ≥98 %, Chloridgehalt ≤25 ppm und Schwefelgehalt <300 ppm. Eine oder zwei Spießblecheinlagen aus Edelstahl 316L (Dicke 0,1 mm) sichern die mechanische Festigkeit: Die Druckstandfestigkeit nach DIN 52913 (300 °C, 16 h, 50 N/mm²) beträgt ≥45 N/mm², die maximale Flächenpressung ist 140–180 N/mm² je nach Variante. Die Kompressibilität liegt bei 40 % (DIN 28090-1), das Rückfederungsverhalten ist langzeitstabil auch bei Temperaturwechseln.

Die Antihaft-Imprägnierung reduziert das Ankleben an der Flanschfläche und vereinfacht den Austausch, auch an schwer zugänglichen Verbindungen. Kalt- und Warmfluss sind unterhalb der empfohlenen Flächenpressung nicht messbar; das Material altert nicht und versprödet nicht, weil es frei von Klebstoffen und Bindemitteln ist.

Lieferbar in den Dicken 1,6 mm (V16010C2IP), 2,0 mm (V20010C2IP) und 3,0 mm (V30010C2IP), jeweils in Plattenformaten 1,5×1,5 m und 1,0×1,0 m. Einstückige Dichtungen sind bis zu einem Außendurchmesser von 1500 mm möglich; bei größeren Abmessungen wird ein zweilagiger Aufbau mit versetzten Segmentstoßfugen empfohlen.

Merkmale

  • Werkstoff GraphitExpandierter Naturgraphit, Reinheit ≥98 %
  • VerstärkungEdelstahl-Spießblech 316L, 0,1 mm Dicke, 1 oder 2 Einlagen
  • Varianten / TypenbezeichnungenV16010C2IP (1,6 mm), V20010C2IP (2,0 mm), V30010C2IP (3,0 mm)
  • Plattenformat1,5×1,5 m und 1,0×1,0 m
  • Dichte Graphit1,0 g/cm³
  • Temperaturbereich-269 °C bis +550 °C (bei Temperaturen über 450 °C Herstellerrücksprache empfohlen)
  • DruckbereichVakuum bis 100 bar
  • Max. Flächenpressung140 N/mm² (3,0 mm) bis 180 N/mm² (1,6 mm)
  • Mindest-Einbauflächenpressung σVU/0,110–17 N/mm² je nach Variante und Innendruck (DIN E 2505/DIN 28090-1)
  • Druckstandfestigkeit (DIN 52913)≥45 N/mm² (300 °C, 16 h, 50 N/mm²)
  • Kompressibilität (DIN 28090-1)40 % (KSW)
  • Rückfederung bei 20 °C5 % (KRW)
  • Heißkriechverhalten<5 % (WSW)
  • E-Modul bei 20 N/mm²900 N/mm²
  • Aschegehalt Graphit (DIN 51903)≤2 %
  • Chloridgehalt gesamt≤25 ppm
  • Halogengehalt gesamt (Cl, F, B, I)≤70 ppm
  • Schwefelgehalt gesamt<300 ppm
  • Oxidationsrate (Luft, 670 °C, TGA)<4 %/h
  • ASTM m-Faktor2,5
  • ASTM y-Faktor2000 psi
  • Kompressibilität (ASTM F36)42 %
  • Rückfederung (ASTM F36)14 %
  • ZulassungenTA Luft (VDI 2440/VDI 2200) alle Dicken, DVGW (DIN 3535-6), BAM Sauerstoff, API 607, API 6FB, ASTM WK26064 Ausblassicherheit (HOBT)
  • ImprägnierungAntihaft-Imprägnierung (Antistick), klebstoff- und bindemittelfrei

Vorteile

  • TA-Luft-konform in allen Dicken nach VDI 2440/VDI 2200: Heliumleckagerate typisch im Bereich L0,01 bis L0,000001, geeignet für genehmigungspflichtige Anlagen.
  • Kein messbarer Kalt- oder Warmfluss unterhalb der maximalen Flächenpressung: langzeitstabile Dichtwirkung auch bei Temperaturwechseln bis +550 °C.
  • Antihaft-Imprägnierung minimiert das Ankleben an der Flanschfläche: Dichtungswechsel ohne Flanschreinigungsaufwand, auch an schwer zugänglichen Verbindungen.
  • Ausblassicher geprüft nach ASTM WK26064 (HOBT): zuverlässiger Schutz auch bei Druckspitzen und dynamischen Belastungen.
  • Chloridgehalt ≤25 ppm und Schwefelgehalt <300 ppm: keine Spannungsrisskorrosion an austenitischen Stählen und Nickelbasislegierungen.
  • Klebstoff- und bindemittelfrei: kein Altern, kein Verspröden, unbegrenzte Lagerfähigkeit unter normalen Bedingungen.

Einsatzgebiete

Rohrleitungen in der Chemie und Petrochemie
Flanschverbindungen in Prozessleitungen für korrosive Medien (Säuren, Laugen, Lösungsmittel), wo TA-Luft-Nachweis und niedrige Leckagerate gefordert sind.
Dampfleitungen in Kraftwerken und Fernwärmeanlagen
Heißdampfleitungen bis +550 °C (Sattdampf bis +650 °C bei Graphit), z. B. an Absperrarmaturen und Wärmetauschern in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen.
Raffinerien
Flanschdichtungen in Destillationskolonnen, Wärmetauschern und Rohrleitungen, die Kohlenwasserstoffe und Prozessgase unter Druck führen.
Behälter- und Apparateflansche
Dichtungsverbindungen an Reaktorkesseln, Druckbehältern und Anlagenbaugruppen; einstückige Ausführung bis Außendurchmesser 1500 mm möglich.
Altanlagen und Sanierungen
Nachrüstung von Flanschverbindungen, die ursprünglich mit Asbestdichtungen ausgeführt wurden; die hohe Fehlerverzeihlichkeit bei ungleichmäßigen Flanschflächen reduziert den Nachbearbeitungsaufwand.
Sauerstoff- und Hochtemperaturleitungen
BAM-zugelassen für Sauerstoffanwendungen; einsetzbar in kryogenen Leitungen bis -269 °C, z. B. in der Luftzerlegung und der Gasversorgungstechnik.
Wärmetauscher in der Prozessindustrie
Dichtelemente für Rohrplatten und Deckelverbindungen in Rohrbündelwärmetauschern, wo Temperaturwechselbeständigkeit und geringe Gasdurchlässigkeit gefordert sind.

Do's and Dont's

Do's:
  • Dichtungsplatte bis zur Montage in der Originalverpackung lagern, trocken und vor mechanischer Beschädigung geschützt.
  • Flanschflächen vor Einbau von Schmutz, altem Dichtmaterial und Korrosion befreien.
  • Schrauben über Kreuz und stufenweise anziehen, um gleichmäßige Flächenpressung zu erzielen.
  • Bei Temperaturen über 450 °C Rücksprache halten, da die Lebensdauer von der Medienzusammensetzung abhängt.
  • Bei stark oxidierenden Medien (z. B. konzentrierte Salpetersäure, flüssige Alkalimetalle, elementares Fluor) Medienbeständigkeit vor Einsatz abklären.
Don'ts:
  • Keine Klebstoffe, Dichtmassen oder Schmiermittel auf die Dichtungsfläche auftragen; die Platte ist für kleberfreien Einbau ausgelegt.
  • Dichtungsplatte nicht biegen, knicken oder mit scharfen Werkzeugen bearbeiten; Kratzer auf der Oberfläche können die Dichtwirkung beeinträchtigen.
  • Nicht auf freiliegenden Heizquellen oder offener Flamme einsetzen; Graphit oxidiert ab ca. 450 °C in sauerstoffreichen Atmosphären zunehmend.
  • Keine Dichtung wiederverwenden, die bereits unter Betriebsdruck gestanden hat; die Kompressibilitätseigenschaften verändern sich durch die Verpressung.

Montage

  1. Alte Dichtung vollständig entfernen; Flanschflächen auf Kratzer, Korrosion und Verunreinigungen prüfen. Bei Graphitdichtungen ist eine saubere, metallisch blanke Dichtfläche ausreichend.
  2. Dichtung auf korrekte Abmessung und Dichtungstyp prüfen. Dichtungsplatte nicht biegen oder knicken; Oberfläche nicht zerkratzen, da die Antihaft-Imprägnierung für die Dichtwirkung relevant ist.
  3. Dichtung passgenau auf den Flansch legen. Kein Schmiermittel, Klebstoff oder Dichtmittel auftragen; die Platte ist kleberlos und haftet ausreichend durch Eigenhaltung.
  4. Schrauben handfest anziehen, dann in mindestens drei Stufen über Kreuz (nach DIN EN 1591-1 oder analog) auf das berechnete Anzugsdrehmoment bringen. Empfohlene Mindest-Einbauflächenpressung σVU/0,1: 10–17 N/mm² je nach Betriebsinnendruck und Variante.
  5. Bei Betrieb unter erhöhter Temperatur: Nach Inbetriebnahme Schrauben bei Betriebstemperatur nachziehen, um Setzungsverlusten entgegenzuwirken (sofern Betriebsbedingungen und Rohrleitungsvorschriften das zulassen).

FAQ

Bis zu welcher Temperatur ist Sigraflex-Universal-Pro dauerhaft einsetzbar?

Die Dichtungsplatte ist dauerhaft für Betriebstemperaturen von -269 °C bis +550 °C ausgelegt, wobei die Medienbeständigkeit des Graphits bei der Obergrenze berücksichtigt werden muss.

Was bedeutet TA-Luft-Konformität für eine Graphitdichtung?

Die TA Luft (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft) begrenzt diffuse Emissionen aus Flanschverbindungen in genehmigungspflichtigen Anlagen. Sigraflex-Universal-Pro ist für alle Plattendicken nach VDI 2440 und VDI 2200 zertifiziert, was die Einhaltung der Leckageklasse L0,1 nachweist. Die tatsächliche Heliumleckagerate liegt typisch im Bereich L0,01 bis L0,000001.

Kann Sigraflex-Universal-Pro in Anlagen mit Sauerstoff eingesetzt werden?

Ja. Die Dichtungsplatte ist BAM-geprüft für Sauerstoffanwendungen. Bei Betrieb in reiner Sauerstoffatmosphäre und hohen Temperaturen muss jedoch beachtet werden, dass Graphit ab ca. 450 °C in sauerstoffreicher Umgebung oxidiert. Für Hochtemperatur-Sauerstoffanwendungen empfiehlt sich eine Rücksprache zur Auswahl der geeigneten Variante.

Warum ist bei Graphitdichtungen kein Klebstoff erlaubt?

Sigraflex-Universal-Pro ist konstruktiv für kleberfreien Einbau ausgelegt. Klebstoffe verändern das Kompressionsverhalten, erschweren die spätere Demontage und können bei hohen Temperaturen ausbrennen, was Leckagepfade öffnet. Die Antihaft-Imprägnierung sorgt dafür, dass die Dichtung einfach zu entfernen ist, ohne Rückstände auf der Flanschfläche zu hinterlassen.

Welchen Unterschied gibt es zwischen Sigraflex Universal und Sigraflex-Universal-Pro?

Beide Typen bestehen aus expandiertem Naturgraphit mit Edelstahl-Spießblecheinlage und Antihaft-Imprägnierung. Das PRO-Typ ist zusätzlich für TA-Luft-Anwendungen nach VDI 2440/VDI 2200 zertifiziert und weist nachgewiesen niedrigere Leckageraten auf. Für Anlagen, die keine TA-Luft-Nachweise benötigen, ist SIGRAFLEX UNIVERSAL ausreichend.

Wie groß kann eine einstückige Dichtung aus Sigraflex-Universal-Pro sein?

Einstückige Dichtungen sind bis zu einem Außendurchmesser von 1500 mm möglich, da die Plattenformate 1,5×1,5 m und 1,0×1,0 m zur Verfügung stehen. Für größere Abmessungen empfiehlt SGL Carbon einen zweilagigen Aufbau aus Segmenten mit versetzten Stoßfugen, der dieselben Dichtheitswerte erreicht.

Muss nach der Erstinbetriebnahme nachgezogen werden?

Bei Betriebstemperaturen deutlich über Raumtemperatur können Setzungsverluste in der Flanschverbindung auftreten. Es wird empfohlen, die Schrauben bei Betriebstemperatur einmalig nachzuziehen, sofern die Prozessvorschriften und die Rohrleitungsauslegung das erlauben. Die Mindest-Einbauflächenpressung beträgt je nach Betriebsdruck und Variante 10–17 N/mm² nach DIN E 2505/DIN 28090-1.