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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Einbauraumhöhe L1 (mm) Typ
4326311 Hythane-Nutring mit Backring
S652-40x52x9,6
mit NBR-O-Ring-Vorspannelement
40 52 9,6 S652

Dokumente

Beschreibung

Hythane-Nutringe S652 sind einstückige Stangendichtungen aus Hythane 181, einem Spezial-Polyurethan auf Polyetherbasis. Das Material verbindet extrem hohe Abriebfestigkeit mit sehr niedrigem Druckverformungsrest und bleibt über den gesamten Temperaturbereich von -45 °C bis +110 °C flexibel und elastisch.

Das profilierte NBR-Vorspannelement oder der O-Ring optimiert die Vorspannkraft der Dichtlippen. Diese Konstruktion ermöglicht den Einsatz bei Druckstößen, Schwingungen und Tieftemperaturen, ohne dass die Dichtwirkung nachlässt. Der hochgestellte Backring erlaubt große Dichtspalte auf der druckabgewandten Seite, was den S652 von Standardnutringen unterscheidet.

Der zulässige Betriebsdruck beträgt bis 700 bar bei Gleitgeschwindigkeiten bis 0,5 m/s und -45 °C bis +80 °C, bzw. bis 500 bar bei 0,5 m/s und -45 °C bis +110 °C. Der maximale Dichtspalt F hängt vom Betriebsdruck ab: bei 160 bar bis 1,0 mm, bei 700 bar maximal 0,25 mm. Abmessungen entsprechen den ISO-Einbauräumen nach ISO 5597 für die entsprechend gekennzeichneten Größen.

Hythane 181 ist beständig gegen Luft und Medien auf Mineralölbasis. In Wasser-Öl-Gemischen (HFA, HFB) ist die maximale Einsatztemperatur auf +60 °C begrenzt. Für HFC-, HFD- und andere Druckflüssigkeiten ist die Beständigkeit im Einzelfall zu prüfen.

Merkmale

  • TypS652 Hythane-Nutring (Stangendichtung)
  • Werkstoff NutringHythane 181 (Polyether-Polyurethan, TPU/40)
  • Werkstoff VorspannelementNBR (profiliert) oder Präzisions-O-Ring NBR (bei größeren Abmessungen)
  • Temperaturbereich-45 °C bis +80 °C (Standard) / -45 °C bis +110 °C (reduzierter Druck)
  • Max. Betriebsdruck bei v = 0,5 m/s700 bar (-45 °C / +80 °C), 500 bar (-45 °C / +110 °C)
  • Max. Betriebsdruck bei v = 1,0 m/s350 bar (-45 °C / +80 °C), 300 bar (-45 °C / +110 °C)
  • Max. Gleitgeschwindigkeit1,0 m/s
  • Stangendurchmesser d1 (Toleranz f9)32 mm bis 470 mm
  • Toleranz Außendurchmesser D1Js11
  • Rauheit Gleitfläche d1Ra 0,1–0,4 µm, Rt max. 4 µm
  • Rauheit statische Fläche D1Ra max. 1,6 µm, Rt max. 10 µm
  • MedienbeständigkeitLuft, Mineralöl; HFA/HFB bis max. +60 °C; HFC/HFD auf Anfrage
  • Einbauraumtoleranz L1+0,25 / -0 mm
  • Norm EinbauräumeISO 5597 (für entsprechend gekennzeichnete Größen)
  • d1Stangendurchmesser (Gleitfläche, Toleranz f9)
  • D1Außendurchmesser (Nut, Toleranz Js11)
  • L1Nutringhöhe (axiale Einbaumaß)
  • HNutringhöhe (Profil)
  • SRadialmaß (Profilbreite)
  • FMax. zulässiger Dichtspalt (druckabgewandte Seite)

Vorteile

  • Beständig gegen Druckstöße bis 700 bar dank hochelastischem NBR-Vorspannelement, das die Lippenvorspannung auch bei Druckspitzen gleichmäßig hält.
  • Einsetzbar bis -45 °C ohne Einbußen bei der Dichtwirkung, da Hythane 181 seine Kälteflexibilität über den gesamten Tieftemperaturbereich beibehält.
  • Extrem hohe Abriebfestigkeit durch Hythane 181 (Polyether-PU, ca. 93 IRHD) verlängert die Standzeit in langsam laufenden Schwerhydraulik-Zylindern erheblich.
  • Hochgestellter Backring kompensiert große Dichtspalte auf der druckabgewandten Seite, was den Einbau in Zylindern mit größeren Fertigungstoleranzen ermöglicht.
  • Ausgezeichnete dynamische und statische Dichtwirkung auch bei Schwingungen, weil das elastische Vorspannelement den Kontaktdruck an der Dichtlippe konstant hält.
  • Sehr niedriger Druckverformungsrest des Hythane-181-Werkstoffs verhindert dauerhaftes Setzen der Dichtung unter statischer Belastung.

Einsatzgebiete

Hydraulikzylinder in Erdbewegungsmaschinen
S652 werden in Auslegern, Stielen und Schaufelstielen von Baggern eingesetzt, wo Druckstöße bei schnellen Lastwechseln und Tieftemperaturen beim Kaltstart auftreten.
Hubzylinder in Mobilkranen und Teleskopauslegern
Die hohe Druckstandfestigkeit bis 700 bar und die Beständigkeit gegen Schwingungen machen S652 geeignet für Hubzylinder, die häufige Lastwechsel und ungleichmäßige Querbelastungen erfahren.
Lenkzylinder in Baumaschinen und Landwirtschaftsfahrzeugen
Lenkzylinder in Radladern und Traktoren sind Druckspitzen und Vibrationen ausgesetzt; das elastische Vorspannelement des S652 kompensiert diese Belastungen zuverlässig.
Schwerhydraulik-Pressen und Schmiedeanlagen
Bei Pressen mit Druckspitzen über 400 bar und großen Spaltmaßen bewährt sich der hochgestellte Backring des S652, der Extrusion des Nutringwerkstoffs verhindert.
Forstmaschinen und Erntemaschinen
In Kranzylindern und Fällköpfen von Forstharvestern sind Tieftemperaturbeständigkeit bis -45 °C und hohe Verschleißfestigkeit gefordert, die Hythane 181 bei langsamen Gleitgeschwindigkeiten bis 0,5 m/s liefert.
Hydraulikzylinder in Bergbaumaschinen
Vorschub- und Stützzylinder im untertägigen Bergbau arbeiten unter hohem Druck und mit schwankenden Temperaturen; S652 hält diesen erschwerten Betriebsbedingungen durch seine Kombination aus Abriebfestigkeit und Druckstandfestigkeit stand.
Industriepressen mit großen Spaltmaßen
Wo Führungsverschleiß im Betrieb zu wachsenden Dichtspalten führt, ermöglicht der hochgestellte Backring des S652 weiter dichtenden Betrieb ohne sofortigen Komponentenwechsel.

Do's and Dont's

Do's:
  • Dichtungen bis zur Montage in der Originalverpackung lassen; kühl, trocken und dunkel lagern.
  • Gleitfläche der Stange auf Hartverchromung mit Ra 0,1–0,4 µm und Mindesthärte 45 HRC prüfen.
  • Max. Dichtspalt F in Abhängigkeit vom Betriebsdruck einhalten: bei 700 bar max. 0,25 mm, bei 160 bar max. 1,0 mm.
  • Mittenversatz und einseitig anliegende Stange durch ausreichend dimensionierte Führungen verhindern.
  • Bei Einsatz in HFA/HFB-Medien: Betriebstemperatur auf max. +60 °C begrenzen.
Don'ts:
  • Keine scharfen Metallwerkzeuge bei der Montage verwenden; ausschließlich glatte, gratfreie Kunststoffhilfswerkzeuge einsetzen.
  • Dichtelemente aus Hythane nicht unter Druck über Bohrungen oder Spalte gleiten lassen.
  • Nicht in HFC-, HFD- oder anderen synthetischen Druckflüssigkeiten einsetzen, ohne vorherige Beständigkeitsprüfung im Einzelfall.
  • Radialbohrungen auf der Gleitfläche im Dichtungsbereich vermeiden; Anschlussbohrungen verlegen.
  • Backring nicht vor dem Nutring einbauen.

Montage

  1. Nut und Stangenbuchse vor der Montage auf Schmutz, Metallspäne und Beschädigungen prüfen; alle Kanten müssen gratfrei und verrundet sein.
  2. Stange und Einbauräume mit sauberem, mineralölbasiertem Fett (empfohlen: HZ103) einleichten, um die Reibung beim ersten Hub zu reduzieren.
  3. Zuerst den Nutring S652 einbauen, danach erst den Backring einsetzen. Nicht umgekehrt vorgehen.
  4. Nutring bei der Montage oval verformen und axial aufgebogen in die geschlossene Nut einschnappen lassen. Keine scharfen Werkzeuge verwenden.
  5. Größen mit * im Datenblatt erfordern je nach Lage der Nut in der Stangenbuchse geeignete Montagehilfsmittel aus Kunststoff oder einen axial offenen Einbauraum.
  6. Nach der Montage Zylinder sorgfältig entlüften, um Lufteinschlüsse zu vermeiden, die Kavitation oder den Dieseleffekt auslösen können.
  7. Beim Anfahren langsamen Start wählen, um den Schmierfilm auf der Gleitfläche kontrolliert aufzubauen.

FAQ

Bis zu welchem Druck ist der Hythane-Nutring S652 einsetzbar?

Bei einer Gleitgeschwindigkeit von 0,5 m/s und einem Temperaturbereich von -45 °C bis +80 °C beträgt der maximale Betriebsdruck 700 bar. Bei erhöhter Temperatur bis +110 °C reduziert sich der zulässige Druck auf 500 bar (0,5 m/s) bzw. 300 bar bei 1,0 m/s.

Was ist der Unterschied zwischen S621 und S652?

S621 hat eine ausgeprägte zweite Dichtlippe und ist für Anwendungen mit höheren Dichtigkeitsanforderungen an der Stange ausgelegt. S652 verfügt über einen hochgestellten Backring, der besonders große Dichtspalte auf der druckabgewandten Seite zulässt. Beide Typen verwenden dasselbe Hythane-181-Material und NBR-Vorspannelemente.

Welche Medien sind mit Hythane 181 beständig?

Hythane 181 ist beständig gegen Luft und Hydraulikflüssigkeiten auf Mineralölbasis. In Wasser-Öl-Gemischen (HFA, HFB) ist der Einsatz auf max. +60 °C Betriebstemperatur begrenzt. Für schwerentflammbare Medien (HFC, HFD) und andere synthetische Druckflüssigkeiten ist die Beständigkeit vor dem Einsatz im Einzelfall zu prüfen.

Warum versagt eine Stangendichtung bei Druckstößen vorzeitig?

Druckstöße können ein Vielfaches des Systemdruckes erreichen und führen bei unzureichend elastischen Dichtungen zur Extrusion des Dichtungswerkstoffs in den Spalt. Das NBR-Vorspannelement des S652 federt Druckspitzen ab, und der hochgestellte Backring verhindert Spaltextrusion auch bei großen Dichtspalten.

Wie groß darf der maximale Dichtspalt F beim S652 sein?

Der zulässige Dichtspalt F auf der druckabgewandten Seite hängt vom Betriebsdruck ab: bei 160 bar max. 1,0 mm, bei 250 bar max. 0,8 mm, bei 400 bar max. 0,6 mm, bei 500 bar max. 0,4 mm und bei 700 bar max. 0,25 mm. Mittenversatz und einseitig anliegende Stange müssen zusätzlich berücksichtigt werden.

Kann der S652 bei -45 °C noch dichtend arbeiten?

Ja. Hythane 181 behält seine Kälteflexibilität bis -45 °C, weil das Polyether-Polyurethan keinen spröden Übergang in diesem Bereich zeigt. Das zusätzliche NBR-Vorspannelement bleibt ebenfalls bei Tieftemperaturen elastisch und hält die Lippenvorspannung aufrecht.