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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Einbauraumhöhe L1 (mm) Typ
4368000 Hythane-Nutring
S616-50x65,5x6,3
50 65,5 6,3 S616

Beschreibung

Der Hythane-Nutring S616 ist eine einteilige, asymmetrische Stangendichtung mit zwei Dichtlippen aus Hythane 181 — einem Spezial-Polyurethan (Polyether-PU) von Hallite mit ca. 93 IRHD Härte. Der Werkstoff verbindet extreme Abriebfestigkeit mit sehr niedrigem Druckverformungsrest und hoher Flexibilität bis -45°C.

Die Dichtung passt in die handelsüblichen Einbauräume von PTFE-Stangendichtungen nach ISO 7425-2. Als Einzeldichtung ist S616 für leichte bis mittelschwere Einsatzbedingungen in ungedämpften Zylindern bis 240 bar bei 0,5 m/s geeignet. Bei Druckspitzen oder gedämpften Zylindern wird S616 als Sekundärdichtung hinter einer PTFE-Primärdichtung (S16 oder S216) eingesetzt: Die PTFE-Dichtung übernimmt den Hauptdruck, S616 sorgt für die leckagefreie Abdichtung nach außen.

Das flexible Material und die Einteiligkeit ermöglichen das Einsprengen in geschlossene Nuten ab ∅18 mm ohne Hilfswerkzeuge. Deformationsschäden, die bei PTFE-Dichtsätzen auftreten können, sind damit weitgehend ausgeschlossen. Ein nachträgliches Kalibrieren entfällt. S616 ist in jedem erforderlichen Abmaß bis 1.500 mm Durchmesser ohne Werkzeugkosten lieferbar.

Hythane 181 ist geeignet für Mineralöl und Medien auf Mineralölbasis. In Wasser und Wasser-Öl-Gemischen (HFA, HFB) ist die maximale Einsatztemperatur auf +60°C begrenzt. Für HFC-, HFD- und andere Druckflüssigkeiten ist die Beständigkeit im Einzelfall zu prüfen. Für Einsatzbereiche außerhalb von -45°C bis +110°C stehen in der HSC-Fertigung kurzfristig andere Werkstoffe von -60°C bis +200°C zur Verfügung.

Merkmale

  • TypHythane-Nutring, asymmetrisch, zwei Dichtlippen
  • WerkstoffHythane 181 (Polyether-PU), ca. 93 IRHD
  • Temperaturbereich-45°C bis +80°C (Standard) / -45°C bis +110°C (erhöhte Temperatur)
  • Max. Betriebsdruck bei 0,3 m/s300 bar (-45°C bis +80°C) / 240 bar (-45°C bis +110°C)
  • Max. Betriebsdruck bei 0,5 m/s240 bar (-45°C bis +80°C) / 200 bar (-45°C bis +110°C)
  • Max. Betriebsdruck bei 1,0 m/s200 bar (-45°C bis +80°C) / 160 bar (-45°C bis +110°C)
  • Max. Dichtspalt bei 63 bar0,8 mm
  • Max. Dichtspalt bei 160 bar0,6 mm
  • Max. Dichtspalt bei 240 bar0,5 mm
  • Rautiefe Gleitfläche (Ø d1)Ra 0,1–0,4 µm / Rt max. 4 µm
  • Rautiefe statische Fläche (Ø D1)Ra max. 1,6 µm / Rt max. 10 µm
  • Rautiefe Stirnfläche (L1)Ra max. 3,2 µm / Rt max. 16 µm
  • Toleranz Ø d1f9
  • Toleranz Ø D1H11
  • Toleranz L1+0,25 / -0 mm
  • Min. Einbaunut-Durchmesser∅18 mm (ohne Hilfswerkzeuge)
  • Max. Fertigungsgröße∅1.500 mm ohne Werkzeugkosten
  • MedienbeständigkeitMineralöl, Medien auf Mineralölbasis; HFA/HFB bis max. +60°C
  • Norm EinbauraumISO 7425-2

Vorteile

  • Hohe statische und dynamische Dichtheit durch asymmetrische Doppellippen-Geometrie, die niedrige Reibung mit ausgezeichneter Dichtwirkung verbindet.
  • Extreme Abriebfestigkeit und sehr niedriger Druckverformungsrest durch Hythane 181 (Polyether-PU) — kein vorzeitiger Verschleiß unter wechselnden Druckbelastungen.
  • Direkt in geschlossene Nuten ab ∅18 mm einsprengbar ohne Hilfswerkzeuge — Deformationsschäden wie bei PTFE-Dichtsätzen sind ausgeschlossen, nachträgliches Kalibrieren entfällt.
  • Passt in handelsübliche Einbauräume von PTFE-Stangendichtungen nach ISO 7425-2 — kein Umrüsten vorhandener Zylinder erforderlich.
  • Hohe Flexibilität bis -45°C durch den Polyether-PU-Werkstoff — zuverlässige Funktion auch bei Tieftemperatur-Anlauf ohne Vorwärmung.
  • Lieferbar in jedem Abmaß bis ∅1.500 mm ohne Werkzeugkosten — wirtschaftliche Lösung auch für Sondermaße und Großdurchmesser.

Einsatzgebiete

Hydraulikzylinder in Werkzeugmaschinen
S616 dichtet Kolbenstangen in Vorschub- und Spannzylindern ab, wo geringe Reibung und präzise Abdichtung bei Drücken bis 240 bar gefordert sind.
Hydraulikzylinder in Hebe- und Hubsystemen
In Hebebühnen, Kranen und Teleskopkippern wird S616 als Einzeldichtung eingesetzt, da die Dichtung auch bei langsamen Hubgeschwindigkeiten unter 0,3 m/s bis 300 bar dicht bleibt.
Gedämpfte Hydraulikzylinder (Tandem-System)
Bei Zylindern mit Endlagendämpfung treten kurzzeitige Druckspitzen auf. S616 wird hier als Sekundärdichtung hinter einer PTFE-Stangendichtung S16 eingebaut und verhindert das Durchschlagen von Druckspitzen nach außen.
Spritzgießmaschinen und Kunststoffverarbeitungsmaschinen
In den Schließ- und Einspritzzylindern von Spritzgießmaschinen ist die Kombination aus niedrigem Stick-Slip-Verhalten und hoher Verschleißfestigkeit von Hythane 181 ausschlaggebend für die Positioniergenauigkeit.
Landmaschinen-Anbaugeräte
Kippzylinder, Lenkzylinder und Hubwerkshydraulik in Traktoren und Anbaugeräten profitieren von der Tieftemperaturfestigkeit bis -45°C und der Abriebfestigkeit bei verschmutzten Hydraulikmedien.
Leichte Baumaschinen und Flurförderzeuge
Stapler- und Hubzylinder in Flurförderzeugen sowie Zylinder leichter Baugeräte (Baggerlader, Teleskoplader) werden mit S616 abgedichtet, wenn kompakte Einbauräume und einfache Montage ohne Kalibrieren gefordert sind.
Roboterausrüstungen und Automationsanlagen
In linearen Hydraulikantrieben für Industrieroboter und Handhabungssysteme reduziert S616 durch seine geringe Reibung den Stick-Slip-Effekt und verbessert die Wiederholgenauigkeit der Positionierung.

Do's and Dont's

Do's:

  • Einbauraum auf Grate, Riefen und Verschmutzungen prüfen — alle Kanten fasen oder runden T
  • oleranzen Ø d1 f9, Ø D1 H11 und L1 +0,25/-0 mm einhalten
  • Gleitfläche auf Ra 0,1–0,4 µm und Rt max. 4 µm bearbeiten (Schleifen und Polieren)
  • S616 vor dem Einbau mit Betriebsmedium oder kompatiblem Schmiermittel benetzen
  • Bei Druckspitzen und gedämpften Zylindern: S616 als Sekundärdichtung hinter PTFE-Stangendichtung S16/S216 einsetzen Lagerung kühl (unter +25°C), trocken, ozon- und UV-geschützt nach DIN 7716


Don'ts:

  • Nicht in HFC- oder HFD-Druckflüssigkeiten einsetzen, ohne zuvor die Beständigkeit von Hythane 181 für das spezifische Medium geprüft zu haben
  • In Wasser und HFA/HFB-Gemischen nicht über +60°C betreiben Maximale Dichtspaltwerte nicht überschreiten (0,5 mm bei 240 bar, 0,6 mm bei 160 bar, 0,8 mm bei 63 bar) — bei Überschreitung droht Extrusion des Dichtungsmaterials
  • Keine scharfen Werkzeuge oder Schraubenzieher bei der Montage verwenden
  • Für Durchmesser über 1.500 mm: S616 nicht einsetzen — S716 (TPE) verwenden

Montage

Das flexible Material von S616 erlaubt das Einsprengen in geschlossene Nuten ab ∅18 mm ohne Hilfswerkzeuge. Hilfswerkzeuge, die bei PTFE-Dichtsätzen zum Kalibrieren nötig sind, entfallen.

  1. Nut und Stange vor der Montage auf Schmutz, Grate und Beschädigungen prüfen. Alle Einlaufkanten müssen gefast oder gerundet sein (Einlaufschräge C: 3–5 mm je nach Profilbreite S; Max. Radius r1: 0,4–1,2 mm).
  2. Einbauraum-Toleranzen einhalten: Ø d1 in f9, Ø D1 in H11, L1 = +0,25/-0 mm. Rautiefe der Gleitfläche (Ø d1) auf Ra 0,1–0,4 µm / Rt max. 4 µm sicherstellen.
  3. S616 leicht mit dem Betriebsmedium oder einem kompatiblen Schmiermittel benetzen und gleichmäßig in die Nut einsprengen. Kein Verdrehen oder Überdehnen.
  4. Bei Tandem-Einbau mit S16/S216: PTFE-Dichtung als Primärdichtung auf der Druckseite einbauen, S616 dahinter als Sekundärdichtung.
  5. Bei Konstruktionen mit Führungsringen kann ein größerer Dichtspalt als in der Tabelle angegeben erforderlich sein. Bei Unsicherheit Anwendungstechniker kontaktieren.
  6. Beim ersten Betrieb langsamen Anlauf sicherstellen, damit sich der Schmierfilm aufbauen kann.

FAQ

Bis zu welchem Druck kann S616 als Einzeldichtung eingesetzt werden?

Als Einzeldichtung ist S616 in ungedämpften Zylindern bis 240 bar bei einer Kolbenstangengeschwindigkeit von 0,5 m/s geeignet. Bei langsamerer Bewegung (0,3 m/s) sind bis zu 300 bar zulässig, jeweils im Temperaturbereich -45°C bis +80°C. Bei höheren Temperaturen bis +110°C reduziert sich der zulässige Druck auf 200 bar (0,5 m/s) bzw. 240 bar (0,3 m/s).

Wann muss S616 als Sekundärdichtung im Tandem mit S16/S216 eingebaut werden?

Bei Zylindern mit Endlagendämpfung entstehen kurzzeitige Druckspitzen, die über den Nennbetriebsdruck hinausgehen. In diesen Fällen übernimmt die PTFE-Dichtung S16 oder S216 die Primärabdichtung auf der Druckseite, während S616 als Sekundärdichtung dahinter eingebaut wird und für leckagefreie Abdichtung nach außen sorgt. Bei ungedämpften Zylindern bis 240 bar reicht S616 als Einzeldichtung aus.

Ist S616 mit HFC- oder HFD-Druckflüssigkeiten beständig?

Hythane 181 ist für Mineralöl und Medien auf Mineralölbasis freigegeben. In Wasser-Öl-Gemischen (HFA, HFB) ist die maximale Einsatztemperatur auf +60°C begrenzt. Die Beständigkeit gegenüber HFC- und HFD-Flüssigkeiten sowie anderen schwer entflammbaren Medien ist im Einzelfall zu prüfen. HENNLICH-Anwendungstechniker beraten zu geeigneten Werkstoffen und alternativen Profilen.

Welchen maximalen Dichtspalt darf die Einbaunut beim Einsatz von S616 haben?

Der maximale einseitige Dichtspalt (F) hängt vom Betriebsdruck ab: bei 63 bar maximal 0,8 mm, bei 160 bar maximal 0,6 mm, bei 240 bar maximal 0,5 mm. Die Werte sind Maximalwerte und gelten unter der Annahme des kleinstmöglichen Stangen-Außendurchmessers bei größtmöglichem Führungsspiel. Bei Konstruktionen mit Führungsringen kann ein größerer Spalt erforderlich sein — in solchen Fällen Rücksprache mit dem Anwendungstechniker halten.

Kann S616 in geschlossene Nuten eingebaut werden, und ab welchem Durchmesser?

Ja, S616 lässt sich dank des flexiblen Hythane-Werkstoffs ab einem Stangendurchmesser von ∅18 mm in geschlossene Nuten einsprengen — ohne Hilfswerkzeuge und ohne nachträgliches Kalibrieren. Deformationsschäden, die bei PTFE-Dichtsätzen auftreten können, sind dabei weitgehend ausgeschlossen.

Bis zu welchem Durchmesser ist S616 lieferbar, und was gilt für Großdurchmesser?

S616 ist in jedem erforderlichen Abmaß bis 1.500 mm Durchmesser ohne Werkzeugkosten lieferbar. Für Durchmesser über 1.500 mm empfiehlt HENNLICH den Typ S716 aus TPE. Zwischenmaße und Sonderwerkstoffe für den Temperaturbereich -60°C bis +200°C sind über die HSC-Sonderfertigung kurzfristig verfügbar.