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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Einbauraumhöhe L1 (mm) Typ
4308900 Hythane-Kompakt-Nutring
S610-30x38x7
30 38 7 S610

Dokumente

Beschreibung

Hythane-Kompakt-Nutringe S610 werden aus Hythane 181, einem hydrolysebeständigen Spezial-Polyurethan (TPU/40), gefertigt. Der Werkstoff zeichnet sich durch extrem gute Abriebfestigkeit, sehr niedrigen Druckverformungsrest und hohe Kälteflexibilität aus. Der Temperaturbereich reicht von -45 °C bis +110 °C bei Mineralölmedien; bei Wasser-Öl-Gemischen (HFA, HFB) ist die Obergrenze auf +60 °C eingeschränkt.

Das Profil ist mit Übermaß am Außendurchmesser ausgelegt, damit die Dichtung ohne zusätzliche Vorspannelemente sicher in der Nut sitzt. Die zweite Lippe am Dichtungsrücken reduziert die Reibung und verbessert das Verschleißverhalten. Auch bei Niederdruck bleibt die Dichtheit erhalten, weil die kompakte Lippenform die Leckrate minimiert.

Die zulässigen Betriebsdrücke hängen von der Temperatur und der Gleitgeschwindigkeit ab: Bei -45 °C bis +80 °C sind bis 400 bar bei 0,15 m/s bzw. bis 280 bar bei 0,5 m/s möglich. Bei -45 °C bis +110 °C reduziert sich das auf 350 bar bei 0,15 m/s bzw. 250 bar bei 0,5 m/s. Der maximale Dichtspalt (F*) liegt bei 0,40 mm unter 400 bar und bei 0,80 mm unter 63 bar.

Die Einbaumaße folgen der ISO-Norm 5597-S für Hydraulikzylinder (ISO 6020/II). Ab Stangendurchmesser d1 = 20 mm lassen sich alle S610-Nutringe in geschlossene Nuten einschnappen. Die Toleranz für den Stangendurchmesser beträgt f9, für die Gehäusebohrung Js11.

Merkmale

  • WerkstoffHythane 181 (Polyether-Polyurethan, TPU/40), hydrolysebeständig
  • Härteca. 93 IRHD
  • Temperaturbereich (Mineralöl)-45 °C bis +110 °C
  • Temperaturbereich (HFA/HFB)-45 °C bis +60 °C
  • Max. Betriebsdruck bei 0,15 m/s / -45…+80 °C400 bar
  • Max. Betriebsdruck bei 0,5 m/s / -45…+80 °C280 bar
  • Max. Betriebsdruck bei 0,15 m/s / -45…+110 °C350 bar
  • Max. Betriebsdruck bei 0,5 m/s / -45…+110 °C250 bar
  • Max. Gleitgeschwindigkeit0,5 m/s
  • Toleranz Stange (d1)f9
  • Toleranz Gehäusebohrung (D1)Js11
  • Toleranz Einbaulänge (L1)+0,25 / -0
  • Rauheit Gleitfläche (d1)Ra 0,1–0,4 µm, Rt max. 4 µm
  • Rauheit statische Fläche (D1)Ra max. 1,6 µm, Rt max. 10 µm
  • NormISO 5597-S (Einbauräume), ISO 6020/II (Hydraulikzylinder)
  • MedienbeständigkeitLuft, Mineralöl, HFA, HFB; HFC/HFD und andere Medien auf Anfrage
  • d1Stangendurchmesser (Gleitfläche)
  • D1Gehäusebohrung (statische Dichtfläche)
  • L1Einbaulänge (Nutbreite)
  • HProfilhöhe
  • SProfilbreite
  • FDichtspalt (max. zulässiger Extrusions-Spalt)

Vorteile

  • Dichte Funktion auch bei Niederdruck, weil die kompakte Lippenform den Ölfilm auf ein Minimum reduziert.
  • Beständig gegen Mineralöle und Luft im Temperaturbereich -45 °C bis +110 °C ohne Werkstoffwechsel.
  • Extrem abriebfest durch Hythane 181 Polyether-Polyurethan mit ca. 93 IRHD, was die Standzeit in verschmutzungsreichen Mobilhydraulik-Anwendungen verlängert.
  • Sehr niedriger Druckverformungsrest sichert dauerhaft stabile Vorspannung in der Nut ohne Nachfedern.
  • Hohe Kälteflexibilität bis -45 °C ermöglicht Einsatz in Land- und Baumaschinen bei Frosttemperaturen.
  • Ab d1 = 20 mm in geschlossene Nuten einschnappbar, was die Montagezeit bei Teleskop- und Kompaktzylindern reduziert.

Einsatzgebiete

Teleskopzylinder in Mobilhydraulik
S610 wird bevorzugt in Teleskopzylindern eingesetzt, weil das kompakte Profil in den engen Einbauräumen dieser Bauform passt und die hohe Abriebfestigkeit des Hythane 181 den Schmutzbelastungen auf Baustellen und in der Landtechnik widersteht.
Kompaktzylinder in Baumaschinen
Bagger, Radlader und Telehandler nutzen Kompaktzylinder mit schmalen Nutspalten. Der S610-Nutring dichtet hier bis 400 bar bei -45 °C, was auch bei winterlichem Kaltstart verlässlich funktioniert.
Hydraulikzylinder in Landmaschinen
Hubzylinder an Pflügen, Ballenpressen und Mähdreschern laufen saisonal bei tiefen Temperaturen. Die Kälteflexibilität bis -45 °C und die Beständigkeit gegen Mineralöl-Hydrauliköle decken diese Bedingungen ab.
Kompakthydraulik in Industrieanlagen
Maschinen mit beengten Einbaumaßen, etwa Werkzeugmaschinen-Spannzylinder oder Schweißpressen, profitieren vom schmalen Profil (S ab 3,0 mm) und der guten Niederdruck-Dichtheit des S610.
Forstmaschinen und Erntevorsätze
Schmutzintensive Anwendungen mit wechselnden Drücken und Temperaturen fordern hohe Abriebfestigkeit. Hythane 181 erzielt hier deutlich längere Standzeiten als Standard-Polyurethan.
Hydraulikzylinder mit ISO-Einbaumaßen
Für Zylinder nach ISO 6020/II stehen ISO-konforme Vorzugsgrößen ab Lager bereit. Die Einbauräume entsprechen direkt der ISO-Norm 5597-S, sodass kein Sonderanpassung nötig ist.

Do's and Dont's

Do's:
  • Nutring bis zur Montage in der Originalverpackung kühl, trocken und lichtgeschützt lagern.
  • Stange und Nut vor Einbau auf Maßhaltigkeit und Oberflächengüte prüfen (Toleranz d1: f9, D1: Js11).
  • Dichtspaltgrenzen nach Betriebsdruck einhalten und bei Bedarf Backring Typ S621 ergänzen.
  • Bei HFA/HFB-Medien die Temperaturgrenze von +60 °C beachten; für HFC, HFD und andere Sondermedien Verträglichkeit vorab klären.
  • Zylinder nach der Montage vollständig entlüften.

Don'ts:
  • Keine scharfen oder metallischen Werkzeuge zur Montage verwenden, die das Polyurethan-Profil einkerben könnten.
  • Nicht mit Druckflüssigkeiten auf Glykol- oder Phosphatester-Basis (HFC, HFD) einsetzen, ohne vorherige Verträglichkeitsprüfung.
  • Stangendurchmesser unter d1 = 20 mm nicht in geschlossene Nuten einschnappen, da das Profil dabei beschädigt werden kann.
  • Keine ungereinigten oder gratbehafteten Einbauräume verwenden, da Partikel die Dichtlippe dauerhaft beschädigen.
  • Nicht bei Gleitgeschwindigkeiten über 0,5 m/s einsetzen.

Montage

  1. Einbauraum, Zylinderstange und Nut vor der Montage von Schmutz, Metallspänen und Beschichtungsresten reinigen.
  2. Nut und alle Kanten am Stangeneinlauf auf Grate, Riefen und Beschädigungen prüfen. Scharfe Kanten auf dem Einführweg müssen gefast oder gerundet sein (Einführschräge C entsprechend Profilbreite S: bei S = 4 mm mindestens C = 3 mm, bei S = 5 mm mindestens C = 3,5 mm).
  3. Gleit- und statische Flächen dünn mit kompatiblem Hydraulikfett einfetten (empfohlen: HENNLICH HZ103 für Ölhydraulik bzw. HZ103W für Wassermedien).
  4. Nutring mit der Dichtlippe zur Druckseite weisend in die Nut einlegen. Kein Verdrehen und kein übermäßiges Dehnen des Profils.
  5. Ab Stangendurchmesser d1 = 20 mm lässt sich der S610-Nutring direkt in geschlossene Nuten einschnappen.
  6. Nach der Montage Zylinder gründlich entlüften, um Dieseleffekt und Kavitationsschäden an der Dichtung zu vermeiden.
  7. Beim Erstlauf langsam anfahren, damit sich ein tragfähiger Schmierfilm aufbaut.

Rauheitsanforderungen der Gegenlaufläche einhalten: Stange Ra 0,1–0,4 µm (Rt max. 4 µm), Gehäusebohrung Ra max. 1,6 µm (Rt max. 10 µm). Den max. Dichtspalt F* nicht überschreiten (0,80 mm bei 63 bar, 0,40 mm bei 400 bar).

FAQ

Bis zu welcher Temperatur ist der S610-Nutring dauerhaft einsetzbar?

Bei Mineralölmedien ist der S610 dauerhaft im Bereich von -45 °C bis +110 °C einsetzbar. Bei Wasser-Öl-Gemischen (HFA, HFB) gilt eine eingeschränkte Obergrenze von +60 °C. Für HFC- und HFD-Druckflüssigkeiten muss die Verträglichkeit im Einzelfall geprüft werden.

Was ist der Unterschied zwischen S610 und S605?

Beide sind Hythane-Kompakt-Nutringe für schmale Einbauräume, aber der S610 hat eine zweite Lippe am Dichtungsrücken. Diese Lippe verbessert die Niederdruck-Dichtheit und das Verschleißverhalten, führt aber zu einer geringfügig höheren Leerlaufreibung als beim S605. Der S610 eignet sich besonders dort, wo auch bei druckloser Stangenbewegung keine Leckage auftreten darf.

Welche Medien verträgt der S610-Nutring?

Hythane 181 ist geeignet für Mineralöl-Hydraulikflüssigkeiten und Luft. In HFA- und HFB-Medien (Wasser-Öl-Emulsionen) ist der Einsatz auf max. +60 °C Betriebstemperatur begrenzt. Für schwerentflammbare Flüssigkeiten auf Glykol- oder Phosphatesterbasis (HFC, HFD) und andere Sondermedien ist vor dem Einsatz eine Verträglichkeitsprüfung erforderlich.

Ab welchem Stangendurchmesser lässt sich der S610 in geschlossene Nuten einschnappen?

Alle S610-Nutringe lassen sich ab einem Stangendurchmesser d1 von 20 mm direkt in geschlossene Nuten einschnappen. Bei kleineren Durchmessern ist das nicht möglich, da das Profil dabei beschädigt werden kann.

Wie groß darf der Dichtspalt beim S610 maximal sein?

Der maximal zulässige Dichtspalt F* hängt vom Betriebsdruck ab: bei 63 bar sind 0,80 mm zulässig, bei 160 bar 0,60 mm, bei 250 bar 0,50 mm und bei 400 bar 0,40 mm. Bei höheren Drücken oder Temperaturen, die die Festigkeit des Polyurethans verringern, empfiehlt sich der Einsatz eines Backrings vom Typ S621.

Warum versagt ein Hythane-Nutring vorzeitig, obwohl der Druck im Bereich liegt?

Häufige Ursachen sind zu grobe Stangenoberflächen (Ra über 0,4 µm oder Rt über 4 µm), ein zu großer Dichtspalt durch Verschleiß der Führungen, Lufteinschlüsse im Öl (Dieseleffekt) oder der Einsatz in unverträglichen Medien wie HFC/HFD ohne vorherige Verträglichkeitsprüfung. Auch eine beschädigte Dichtlippe durch scharfe Kanten beim Einbau führt zum Frühausfall.