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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Einbauraumhöhe L1 (mm) Typ
012020050-24 Polyurethan-Nutring
S263-12x20x5 (L1=6)
12 20 6 S263

Dokumente

Beschreibung

Der S263 ist ein Polyurethan-Nutring für Hydraulikzylinder im Bereich Leicht- und Mittelhydraulik. Er dichtet einfachwirkend an der Kolbenstange ab und hält das Betriebsmedium zuverlässig im Zylinderinneren. Durch die spezielle Formgebung der Innenkontur werden zwei Dichtkanten ausgebildet: eine für Leckagedichtheit und eine für gutes Rückfördervermögen des ausgeschleppten Ölfilms.

Das PU-Compound zeichnet sich durch hohe Verschleißfestigkeit und hohen Extrusionswiderstand aus. Damit eignet sich der S263 für Betriebsdrücke bis 400 bar und Gleitgeschwindigkeiten bis 0,5 m/s. Der zulässige Dichtspalt beträgt 0,6 mm bei 160 bar, 0,5 mm bei 250 bar und 0,4 mm bei 400 bar. Bei höheren Drücken oder Temperaturspitzen empfiehlt sich die Kombination mit einem Backring, z. B. Typ S621.

Die PU-Qualität des S263 ist für Luft und Medien auf Mineralölbasis ausgelegt. In Wasser sowie Wasser-Öl-Gemischen (HFA, HFB) ist die maximale Einsatztemperatur auf +50 °C eingeschränkt. Für HFC-, HFD- und andere Druckflüssigkeiten ist die Beständigkeit im Einzelfall zu prüfen. Der Einsatztemperaturbereich liegt bei -30 °C bis +100 °C (kurzfristig -35 °C bis +110 °C).

Die mit ISO-Norm 5597 gekennzeichneten Einbauräume sind normkonform. Vorzugsgrößen von 6 mm bis 250 mm Stangendurchmesser sind laufend ab Lager verfügbar; weitere Abmessungen sind in der Regel ebenfalls prompt lieferbar. Für Einsatzbereiche von -60 °C bis +200 °C stehen alternative Werkstoffe aus der HSC-Fertigung kurzfristig zur Verfügung.

Merkmale

  • WerkstoffPolyurethan (AU, Polyester-PU)
  • Temperaturbereich-30 °C bis +100 °C (kurzfristig -35 °C bis +110 °C)
  • Max. Betriebsdruck400 bar
  • Max. Gleitgeschwindigkeit0,5 m/s
  • Max. Dichtspalt bei 160 bar0,6 mm
  • Max. Dichtspalt bei 250 bar0,5 mm
  • Max. Dichtspalt bei 400 bar0,4 mm
  • Toleranz Stangendurchmesser Ø d1f8
  • Toleranz Außendurchmesser Ø D1H11
  • Toleranz Einbautiefe L1+0,25 / -0
  • Rauheit GleitflächenRa 0,2–0,4 µm, Rt max. 4 µm
  • Rauheit statische FlächenRa max. 1,6 µm, Rt max. 10 µm
  • Norm EinbauräumeISO 5597 (für gekennzeichnete Größen)
  • DichtungstypNutring, einfachwirkend, innendichtend
  • MedienbeständigkeitLuft, Mineralöl; HFA/HFB bis +50 °C; HFC/HFD auf Anfrage

Vorteile

  • Hohe Verschleißfestigkeit durch PU-Compound verlängert die Standzeit gegenüber NBR-Nutrings unter gleichen Betriebsbedingungen.
  • Einsetzbar bis 400 bar Betriebsdruck mit hohem Extrusionswiderstand, auch ohne zusätzlichen Backring im normalen Druckbereich.
  • Gutes Rückfördervermögen durch spezielle Innenkontur reduziert Ölverlust und hält die Stange bei jedem Hub sauber.
  • Breites Temperaturfenster von -30 °C bis +100 °C für Innen- und Außeneinsatz in gemäßigten Klimazonen.
  • Einschnappen von Hand bei den meisten Abmessungen möglich, was Montagezeit und Werkzeugaufwand reduziert.
  • Vorzugsgrößen laufend ab Lager verfügbar, weitere Abmessungen nach ISO 5597 ebenfalls prompt lieferbar.

Einsatzgebiete

Hydraulikzylinder in Werkzeugmaschinen
Der S263 wird in einfachwirkenden Hydraulikzylindern von Werkzeugmaschinen eingesetzt, wo saubere Ölführung und geringe Leckage bei Betriebsdrücken bis 250 bar gefordert sind.
Hebezeuge und Hebebühnen
In hydraulischen Hebe- und Kippzylindern von Hebebühnen und Kranen bietet der S263 zuverlässige Abdichtung bei wechselnden Betriebsdrücken und mäßiger Gleitgeschwindigkeit.
Landmaschinen und Anbaugeräte
Für Hydraulikzylinder an Traktoren, Pflügen und Anbaugeräten ist der S263 durch seinen weiten Temperaturbereich und die Beständigkeit gegen Mineralöl geeignet.
Leichte Baumaschinen
In Kippzylindern leichter Baumaschinen und Teleskopkipper wird der S263 für mittelschwere Belastung bis 400 bar eingesetzt, wo Verschleißfestigkeit bei begrenzter Einbaugröße zählt.
Spritzgussmaschinen und Pressen
In Schließ- und Auswerferzylindern von Spritzgussmaschinen dichtet der S263 zuverlässig bei wiederholtem Zyklushub und gleichbleibendem Druckniveau.
Flurförderzeuge und Hubstapler
Hubzylinder in Gabelstaplern und Hubwagen sind eine typische Anwendung: senkrechte Bewegung, definierter Druckbereich, Mineralöl als Medium.
Pneumatische Zylinder mit Luftbetrieb
In pneumatischen Zylindern mit sauberem Trockenluftnetz dichtet der S263 bei niedrigem Systemdruck zuverlässig ab, da PU für Luftmedien freigegeben ist.

Do's and Dont's

Do's:
  • S263 bis zur Montage in der Originalverpackung belassen; Lagerung kühl, trocken und dunkel bei max. +25 °C
  • Empfohlene Lagerzeit für AU-Polyurethan beachten: 5 Jahre Erstlagerzeit, danach 2 Jahre nach Qualitätskontrolle
  • Vor dem Einbau auf mechanische Beschädigungen, Haarrisse und Verhärtung prüfen
  • Gleitflächen der Stange hartverchromt oder entsprechend gehärtet ausführen (mind. 45 HRC, optimal 55–60 HRC) mit Ra 0,05–0,3 µm
  • Bei Betriebsdrücken über 400 bar oder häufigen Druckspitzen einen Backring (z. B. S621) zusätzlich einsetzen
  • Bei Einsatz in Wasser oder HFA/HFB-Medien maximale Betriebstemperatur auf +50 °C begrenzen
Don'ts:
  • Nicht mit HFC- oder HFD-Druckflüssigkeiten einsetzen, ohne vorherige Kompatibilitätsprüfung
  • Keine scharfen oder metallischen Montagewerkzeuge direkt an der Dichtung ansetzen
  • Dichtung nicht unter Druck über Bohrungen, Spalte oder Gewinde gleiten lassen
  • Keine organischen Lösungsmittel (Trichlorethylen, Petroleum) zur Reinigung verwenden
  • Nicht mit Kupfer, Mangan oder Stahl in direkten Lagerkontakt bringen; Papier- oder PE-Zwischenlagen verwenden
  • Nicht bei Temperaturen über +100 °C im Dauerbetrieb einsetzen

Montage

  1. Einbauräume, Zylinderrohr und Stange vor der Montage von Schmutz, Metallspänen und Verunreinigungen reinigen; Einbauräume auf Beschädigungen und Gratfreiheit prüfen.
  2. Alle Kanten an Gleitflächen und Gewinden müssen gratfrei und gut verrundet sein. Radialbohrungen auf Gleitflächen sind zu vermeiden; ist eine Querbohrung unvermeidlich, muss die aktive Dichtfläche länger sein als der Bohrungsdurchmesser.
  3. Gleitflächen und Dichtungsnut leicht mit einem kompatiblen, nicht aggressiven Fett einfeuchten (empfohlen: HENNLICH HZ103).
  4. Seitenrichtigen Einbau sicherstellen: die Dichtlippe zeigt zum Druckraum.
  5. Die meisten S263-Nutringe lassen sich von Hand in die geschlossene Nut einschnappen. Die mit * gekennzeichneten Abmessungen erfordern je nach Lage der Nut in der Stangenbuchse geeignete Montagehilfsmittel (bevorzugt Kunststoff, glatt und gratfrei) oder axial offene Einbauräume.
  6. Dichtelemente aus elastischen Werkstoffen dürfen unter Druck nicht über Bohrungen oder Spalte gleiten.
  7. Zylinder nach Montage sorgfältig entlüften, um Lufteinschlüsse und Dieseleffekt-Schäden zu vermeiden.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen einem S263 und einem Nutring aus NBR?

Polyurethan-Nutringe wie der S263 sind gegenüber NBR deutlich verschleißfester und extrusionsbeständiger, was längere Standzeiten bei höheren Drücken und stärker beanspruchten Zylindern ergibt. NBR eignet sich besser für pneumatische Anwendungen und Temperaturen über 100 °C, während PU bei Mineralöl und Luft bis 400 bar überlegen ist.

Bis zu welcher Temperatur kann der S263 dauerhaft betrieben werden?

Im Dauerbetrieb ist der S263 bis +100 °C einsetzbar; kurzfristig verträgt er +110 °C. Unterhalb von -30 °C nimmt die Elastizität des PU-Compounds ab; kurzfristig sind -35 °C möglich. Für Betriebstemperaturen außerhalb dieses Bereichs stehen alternative Werkstoffe aus der HENNLICH HSC-Fertigung zur Verfügung.

Kann der S263 mit wassergemischten Hydraulikflüssigkeiten eingesetzt werden?

In Wasser und Wasser-Öl-Gemischen (HFA, HFB) ist der S263 einsetzbar, jedoch nur bis maximal +50 °C Betriebstemperatur. Für HFC- und HFD-Druckflüssigkeiten sowie sonstige Sondermedien ist die Beständigkeit im Einzelfall zu prüfen.

Wann ist ein zusätzlicher Backring beim S263 erforderlich?

Der S263 hat einen hohen Extrusionswiderstand und kommt im normalen Betriebsbereich ohne Backring aus. Bei sehr hohen Druckspitzen, starkem Führungsverschleiß im Laufe der Zeit oder bei Zylindern mit größerem zulässigem Spalt empfiehlt sich die Kombination mit einem Backring, z. B. Typ S621. Der maximal zulässige Dichtspalt beträgt 0,4 mm bei 400 bar.

Warum leckt die Stangendichtung beim Ausfahren des Zylinders?

Leckage beim Ausfahren kann auf eine zu raue Stangenfläche (Ra über 0,4 µm), einen zu großen Dichtspalt oder falschen seitlichen Einbau der Dichtlippe zurückzuführen sein. Auch eine beschädigte Dichtung durch scharfe Montagewerkzeuge oder Gratspuren im Einbauraum verursacht Undichtigkeit. Prüfen Sie Oberflächenrauheit, Nutmaße und die Ausrichtung der Dichtlippe in Richtung Druckraum.

Wie wird der S263 bei schwer zugänglichen oder geschlossenen Nuten montiert?

Die meisten S263-Abmessungen lassen sich von Hand in eine geschlossene Nut einschnappen. Größen, die mit * gekennzeichnet sind, benötigen je nach Nutlage entweder ein Montagehilfswerkzeug aus Kunststoff (glatt, gratfrei) oder eine axial offene Einbaunut. Hilfswerkzeuge aus Metall mit scharfen Kanten sind zu vermeiden, um die Dichtlippe nicht zu beschädigen.