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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Einbauraumhöhe L1 (mm) Typ
01000149022-0259 Stangendichtsatz aus PTFE/02
S216-10x14,9x2,2 Leichte Reihe
inkl. NBR O-Ring
10 14,9 2,2 S216

Dokumente

Beschreibung

Der S216-Dichtsatz besteht aus einem PTFE-Bronze-Compound-Profildichtring (PTFE-Bz) und einem elastomeren NBR-O-Ring. Der O-Ring übernimmt die statische Abdichtung im Nutraum und erzeugt durch hydraulischen Druck eine radiale Anpresskraft auf den PTFE-Profildichtring. Mit steigendem Betriebsdruck erhöht sich diese Anpresskraft proportional, was die Leckagedichtheit bei Druckspitzen verbessert.

Das PTFE-Bronze-Compound bietet gegenüber reinen PTFE-Glas-Varianten höhere Formstabilität bei Druckspitzen und großen Dichtspalten sowie bessere Hochtemperaturbeständigkeit. Die zylindrische Anlagefläche des S216-Profils ist unempfindlich gegenüber radialen Auslenkungen der Stange, was den Einsatz in Zylindern mit Querkraftbelastung erlaubt. Durch die breite Werkstoffkompatibilität lassen sich neben PTFE-Bronze auch PTFE-Kohle, PTFE-Glas, UHMW-PE, TPU und TPE-Compounds für das Profil wählen.

Das Dichtsystem arbeitet mit fast identischer Haft- und Gleitreibung, wodurch Stick-Slip auch bei sehr langsamen Vorschüben und hochfrequenten Takten ausgeschlossen ist. Kurzfristiger Trockenlauf und schlechte Schmiereigenschaften des Mediums werden toleriert. Die Nenngrößen sind nach Standardreihe S16/S216 sowie nach ISO 7425-2 verfügbar; Zwischengrößen, leichte und schwere Reihe sind lieferbar.

Merkmale

  • DichtsatzaufbauPTFE-Bronze-Compound-Profildichtring (PTFE-Bz) + NBR-O-Ring
  • Temperaturbereich-30 °C bis +80 °C (Standard NBR); -30 °C bis +100 °C (mit alternativer O-Ring-Werkstoffwahl)
  • Max. Betriebsdruck600 bar bei 0,2 m/s und -30/+80 °C; 500 bar bei 0,2 m/s und -30/+100 °C
  • Max. Geschwindigkeit4 m/s (300 bar bei -30/+80 °C; 200 bar bei -30/+100 °C)
  • Stangendurchmesser-Bereichca. 4 bis 1800 mm Ø
  • Verfügbare ReihenLeichte Reihe (LR), Schwere Reihe (SR), ISO-Norm 7425-2
  • Profil-Werkstoff (Standard)PTFE-Bronze-Compound (PTFE-Bz, Compound 07 oder 22)
  • Weitere ProfilwerkstoffePTFE/02 (Glas), PTFE/05 (Kohle), UHMW-PE/95, TPU/55, TPE/44 – je nach Anforderung
  • O-Ring-Werkstoff (Standard)NBR
  • Norm EinbauräumeISO 7425-2
  • Oberflächenrauheit Stange (d1)Ra 0,05–0,25 µm, Rt max. 2,5 µm

Vorteile

  • Stick-Slip-freier Lauf durch nahezu identische Haft- und Gleitreibung des PTFE-Profils, auch bei langsamsten Vorschüben und hochfrequenten Takten.
  • Druckproportionale Anpressung: Der O-Ring erzeugt mit steigendem Hydraulikdruck eine höhere radiale Anpresskraft, was die Dichtheit bei Druckspitzen automatisch verbessert.
  • Zylindrische Anlagefläche des S216-Profils macht den Dichtsatz unempfindlich gegenüber radialen Stangenauslenkungen, z. B. durch Querkraftbelastung im Zylinder.
  • PTFE-Bronze-Compound (PTFE-Bz) ist formstabiler als PTFE-Glas-Varianten und daher für hohe Druckspitzen und große Dichtspalte geeignet.
  • Breite Werkstoffkompatibilität: Das S216-Profil ist in allen gängigen PTFE-Compounds sowie in TPU, TPE und UHMW-PE lieferbar, was den Einsatz in Wasser-, Mineralöl- und Sondermedien-Hydraulik ermöglicht.
  • Kurzfristiger Trockenlauf toleriert, was Anfahrtsphasen in schlecht befetteten Zylindern überbrückt.
  • Kompakte Baugröße durch schmale Nutabmessungen nach Standardreihe S16/S216 erlaubt platzsparende Zylinderkonstruktionen.

Einsatzgebiete

Hydraulikzylinder in Industriepressen
Der S216 dichtet Kolbenstangen in hydraulischen Pressen ab, wo Druckspitzen bis 600 bar auftreten. Die druckproportionale Anpressung schützt auch bei transienten Lastspitzen vor Leckage.
Werkzeugmaschinen und Vorschubachsen
In Lineareinheiten und Vorschubzylindern von Bearbeitungszentren wird der stick-slip-freie Lauf des S216 genutzt, um ruckfreie Positionierbewegungen auch bei sehr langsamen Vorschüben sicherzustellen.
Mobilhydraulik und Baumaschinen
Hubzylinder in Mobilkranen, Baggern und Hubarbeitsbühnen profitieren von der Unempfindlichkeit des S216 gegenüber radialen Stangenauslenkungen durch Seitenkräfte und Schrägbelastung.
Pneumatikzylinder
Für pneumatische Anwendungen sind S216-Einbauräume nach Standardreihe vorgesehen; die geringen Reibungskräfte unterstützen stetiges Anfahren auch ohne Druckluftschmierung.
Kunststoffspritzguss- und Druckgussmaschinen
Schnell taktende Zylinder in Schließeinheiten benötigen eine Dichtung, die hochfrequente Hübe verträgt. Der S216 beherrscht Geschwindigkeiten bis 4 m/s und ist daher für diese Anwendungen geeignet.
Wasserhydraulik und Meerwasseranlagen
Mit UHMW-PE/95- oder PTFE/05-Profil ist der S216 für Wasser- und Meerwasserhydraulik ausgelegt, wo mineralölbasierte Schmierstoffe nicht eingesetzt werden dürfen.
Schwerindustrielle Anlagen mit Querkraftbelastung
In Hütten- und Walzwerksanlagen, wo Stangen durch Massen- und Trägheitskräfte lateral belastet werden, verhindert die zylindrische Anlagefläche des S216 einseitigen Verschleiß am Dichtelement.

Do's and Dont's

Do's:
  • Dichtkante beim Einbau immer in Richtung Druckseite orientieren.
  • O-Ring und PTFE-Profil vor Montage auf Beschädigungen und Verunreinigungen prüfen.
  • Stange auf vorgeschriebene Rauheit prüfen: Ra 0,05–0,25 µm, Rt max. 2,5 µm an der Gleitfläche (d1).
  • Montagefett HZ103 (Ölhydraulik) oder HZ103W (Wasseranwendungen) verwenden.
  • Dichtungen bis zur Montage in Originalverpackung kühl, trocken und lichtgeschützt lagern.
  • Zylinder nach Montage gründlich entlüften.
  • Bei großen Dichtspalten oder hohen Druckspitzen PTFE-Bronze-Compound wählen; bei Wasserhydraulik UHMW-PE/95 oder PTFE/05 in Betracht ziehen.
Don'ts:
  • O-Ring beim Einlegen in die Nut nicht verdrehen.
  • PTFE-Profil beim Aufbiegen nicht scharf knicken; Dichtkante darf nicht einreißen.
  • Keine Montagehilfen aus scharfkantigen Metallen verwenden; nur gratfreie Kunststoff-Hilfswerkzeuge einsetzen.
  • Dichtelemente nicht unter Druck über Querbohrungen oder scharfe Kanten gleiten lassen.
  • Bei Betriebstemperaturen dauerhaft über +80 °C (mit Standard-NBR-O-Ring) nicht einsetzen, ohne auf eine temperaturgeeignete O-Ring-Werkstoffvariante umzustellen.

Montage

Die Dichtungen können ab Ø 20 mm ohne Montagehilfen in geschlossene Nuten eingeschnappt werden. Unterhalb Ø 20 mm muss die Nut axial offen gestaltet sein, oder geeignete Hilfswerkzeuge werden verwendet. Kleinere Profile (Leichte Reihe) erleichtern den Einbau bei engen Durchmessern.

  1. Nut und Stange vor der Montage auf Schmutz, Späne und Beschädigungen prüfen; alle Kanten gratfrei und verrundet sicherstellen.
  2. Den O-Ring in die Nut einlegen – nicht verdrehen.
  3. Das PTFE-Teil oval verformen und axial aufbiegen, um ein zu scharfes Knicken der Dichtkante zu vermeiden.
  4. Das PTFE-Teil an einer Stelle in die Nut setzen, dann gleichmäßig nachdrücken, bis der Ring einschnappt.
  5. Dichtkante muss immer zum Druck hin eingebaut sein.

Bei kleinen Durchmessern erleichtert eine Einführhülse den Einbau wesentlich; ein Anschlag-Dorn hinter der Dichtungsnut verhindert Überdrücken. Gleitflächen vor der Montage mit einem kompatiblen Montagefett (z. B. HZ103 für Ölhydraulik, HZ103W für Wasseranwendungen) dünn benetzen. Zylinder nach der Montage sorgfältig entlüften, um Luftschäden (Dieseleffekt, Kavitation) an Dichtung und Führung zu vermeiden.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen S16 und S216?

Das S16-Profil verwendet ein spezielles PTFE-Glas-Sondercompound mit kleiner Dichtkante und hoher Abstreifwirkung, das begünstigt die Rückförderung des ausgeschleppten Ölfilms. Das S216-Profil hat eine zylindrische Anlagefläche, die unempfindlich gegenüber radialen Stangenauslenkungen ist, und ist mit allen gängigen PTFE-Compounds sowie TPU, TPE und UHMW-PE lieferbar. S216 ist daher die bevorzugte Wahl bei seitlicher Belastung der Stange oder wenn andere Profilwerkstoffe als PTFE-Glas benötigt werden.

Bis zu welchem Druck ist der S216 mit Standard-NBR-O-Ring einsetzbar?

Bei -30 bis +80 °C und einer Stangengeschwindigkeit von 0,2 m/s sind bis 600 bar möglich. Bei 4 m/s sinkt der zulässige Druck auf 300 bar. Im Temperaturbereich -30 bis +100 °C reduzieren sich die Werte entsprechend (500 bar bei 0,2 m/s, 200 bar bei 4 m/s). Für Drücke über 320 bar empfiehlt sich PTFE-Bronze-Compound und eine enge Spaltpaarung nach H8/f7.

Warum tritt Stick-Slip bei PTFE-Stangendichtungen nicht auf?

PTFE hat einen sehr niedrigen und nahezu gleichbleibenden Reibungskoeffizienten, sodass Haft- und Gleitreibung fast identisch sind. Ein Abreißen des Schmierfilms, wie er bei Gummi-Nutringsystemen den Stick-Slip-Effekt auslöst, findet beim S216 nicht statt. Das gilt auch bei sehr langsamen Vorschüben und beim Anfahren aus dem Stillstand.

Kann der S216 auch in Pneumatikzylindern eingesetzt werden?

Ja. Für pneumatische Anwendungen sind eigene Nutabmessungen in der Standardreihe S16/S216 vorgesehen. Die geringen Reibungskräfte des PTFE-Profilrings ermöglichen zuverlässiges Anfahren auch ohne Druckluftzusatzschmierung. Bei der Auslegung sind die reduzierten Druckverhältnisse der Pneumatik zu berücksichtigen.

Welchen O-Ring-Werkstoff soll ich wählen, wenn die Betriebstemperatur 80 °C dauerhaft überschreitet?

Der Standard-NBR-O-Ring ist für Dauerbetrieb bis +80 °C ausgelegt. Bei Dauerbetrieb bis +100 °C kann eine alternative O-Ring-Werkstoffvariante verwendet werden, die im Datenblatt als zweite Temperaturstufe ausgewiesen ist. Bei Medien oder Temperaturen, die NBR übersteigen, ist Rücksprache mit dem HENNLICH-Anwendungsteam für die Werkstoffauswahl empfohlen.

Ab welchem Durchmesser lässt sich der S216 ohne Montagehilfen in geschlossene Nuten einbauen?

Ab Ø 20 mm lässt sich der Dichtsatz durch Einschnappen in eine geschlossene Nut montieren, ohne Montagewerkzeug zu benötigen. Unterhalb von Ø 20 mm muss die Nut axial offen gestaltet sein, oder geeignete, gratfreie Hilfswerkzeuge aus Kunststoff werden eingesetzt. Die Leichte Reihe erleichtert den Einbau bei kleinen Durchmessern zusätzlich.