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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Einbauraumhöhe L1 (mm) Typ
0377300 NBR-Gewebe-Kompaktnutring
S15-22x32x9
22 32 9 S15

Dokumente

Beschreibung

Der S15 ist ein einteiliger Gummi-Gewebe-Kompaktnutring für den Einsatz als Stangendichtung in hydraulischen Zylindern. Er besteht aus einem NBR-Elastomer-Anteil und einem abriebfesten HALLPRENE-Baumwollgewebe-Verbund, in dem Öldepots eingelagert sind. Diese Öldepots schmieren die Dichtlippe dauerhaft aus dem Werkstoff heraus und verlängern die Standzeit auch bei Pausen im Betrieb.

Die druckseitige Gummidichtlippe erzeugt selbst im Niederdruckbereich eine hohe Abstreifwirkung bei geringer Reibung. Mit steigendem Druck verformt sich der Gummi-Gewebe-Verbund gegen den Nutgrund und vergrößert dabei die Dichtfläche, was die Dichtwirkung unter Last erhöht. Das Ergebnis ist leckagefreie Stangenführung über den gesamten Druckbereich bis 250 bar.

Die Einbaumaße folgen der ISO-Norm 5597 für die ISO-Vorzugsgrößen. Toleranzen: Stangendurchmesser Ø d1 nach f9, Außendurchmesser Ø D1 nach Js11, Länge L1 mit +0,25/-0 mm. Die Gleitfläche (Ø d1) verlangt Ra 0,1–0,4 µm und Rt max. 4 µm; statische Flächen (Ø D1) Ra max. 1,6 µm / Rt max. 10 µm. Einbauschrägen und Radien sind profilbreitenabhängig (S = 4–7,5 mm).

Geliefert werden Standardabmessungen von Ø 20 mm bis Ø 115 mm Stangendurchmesser. Vorzugsgrößen ab Lager lieferbar; weitere Dimensionen sowie ca. 150 metrische und zöllige Sonderabmessungen auf Anfrage.

Merkmale

  • TypGummi-Gewebe-Kompaktnutring (Stangendichtung, einteilig)
  • WerkstoffNBR-Elastomer + HALLPRENE-Baumwollgewebe-Verbund (NBR-Gewebe)
  • Temperaturbereich-30 °C bis +100 °C (kurzfristig bis -40 °C)
  • Max. Betriebsdruck200 bar bei v = 0,5 m/s; 250 bar bei v ≤ 0,15 m/s
  • Max. Gleitgeschwindigkeit0,5 m/s
  • Geeignete MedienMineralölbasierte Hydraulikflüssigkeiten, Wasser, Wasser-Glykol-Gemische
  • Max. Dichtspalt F* (druckabgewandt)0,45 mm bei 100 bar; 0,40 mm bei 160 bar; 0,30 mm bei 200 bar; 0,25 mm bei 250 bar
  • Toleranz Ø d1 (Stange)f9
  • Toleranz Ø D1 (Außen)Js11
  • Toleranz L1 (Länge)+0,25 / -0 mm
  • Rauheit Gleitfläche Ø d1Ra 0,1–0,4 µm, Rt max. 4 µm
  • Rauheit statische Fläche Ø D1Ra max. 1,6 µm, Rt max. 10 µm
  • Einbaunorm (ISO-Vorzugsgrößen)ISO 5597
  • Stangendurchmesser Ø d120 mm bis 115 mm (Standardprogramm); weitere Abmessungen auf Anfrage
  • MontageEinschnappmontage in geschlossene Nuten ab Ø 20 mm möglich

Vorteile

  • Einteilige Bauform spart Einbauraum gegenüber mehrteiligen Dichtsätzen und senkt die Reibkraft durch kleinere Kontaktfläche.
  • Im Gewebe eingelagerte Öldepots schmieren die Dichtlippe kontinuierlich, was die Standzeit besonders bei langen Stillstandsphasen verlängert.
  • Abriebfestes HALLPRENE-Baumwollgewebe schützt den Dichtungsträger vor Verschleiß, auch bei leicht verschmutzten oder nicht mehr optimalen Nutgrundoberflächen.
  • Hohe Abstreifwirkung der druckseitigen Gummidichtlippe auch im Niederdruckbereich bei gleichzeitig geringer Reibung, was leckagefreie Stangenführung über den gesamten Druckbereich sichert.
  • Einschnappmontage ab Ø 20 mm in geschlossene Nuten ohne zusätzliche Werkzeuge, was die Montagezeit reduziert.
  • Sondermaterialzusammensetzungen für Temperaturen von -60 °C bis +200 °C und für schwerentflammbare Flüssigkeiten auf Anfrage erhältlich.

Einsatzgebiete

Hydraulikzylinder im allgemeinen Maschinenbau
S15 dichtet Kolbenstangen in einfach- und doppeltwirkenden Hydraulikzylindern bei bis zu 250 bar ab. Die kompakte Bauform eignet sich besonders für Zylinder mit beengtem Einbauraum, bei denen mehrteilige Dichtsätze nicht unterzubringen sind.
Werkzeugmaschinen und Pressen
In hydraulisch betätigten Bearbeitungszentren, Spannvorrichtungen und Pressen mit mittelschwerer Druckbelastung bietet der Gummi-Gewebe-Verbund auch bei unregelmäßigen Betriebspausen leckagefreie Stangenführung durch die integrierten Öldepots.
Landmaschinen und Kommunalfahrzeuge
Hydraulikzylinder in Anbaugeräten, Frontladern und Kommunalfahrzeugen arbeiten häufig mit verunreinigten Oberflächen. S15 ist für nicht mehr ganz saubere Nutgrundoberflächen geeignet und kompensiert leichte Oberflächenfehler durch die elastische Gummidichtkante.
Mobilhydraulik (Baumaschinen, Flurförderfahrzeuge)
Hebe- und Kippzylinder in Baggern, Radladern und Flurförderzeugen mit Mineralöl-Hydraulik im Betriebsbereich -30 °C bis +100 °C. Die Einschnappmontage beschleunigt die Wartung im Feld.
Holzbearbeitungs- und Forstmaschinen
Vorschub- und Spannzylinder in Sägemaschinen und Forstprozessoren, bei denen Wasser-Glykol-Gemische als Hydraulikflüssigkeit eingesetzt werden und NBR-Gewebe-Kompatibilität mit diesen Medien gefordert ist.
Stationäre Industrieanlagen
Hydraulische Stellzylinder in Walzwerken, Papiermaschinen und Verpackungsanlagen mit mittlerer Druckstufe, bei denen geringe Reibung für gleichmäßige Positioniergenauigkeit wichtig ist.

Do's and Dont's

Do's:
  • Dichtung bis zur Montage in der Originalverpackung lassen; kühl, trocken und dunkel lagern.
  • Gleitfläche (Stange) auf Ra 0,1–0,4 µm und Rt max. 4 µm schleifen und polieren, Materialanteil 50–80 % anstreben.
  • Dichtspalt F* einhalten: bei 200 bar max. 0,30 mm, bei 250 bar max. 0,25 mm. Bei Bedarf Backring Typ S 621 einsetzen.
  • Zylinder nach der Erstmontage vollständig entlüften.
  • Bei Sondermedien (schwerentflammbare Flüssigkeiten auf Ester- oder synthetischer Basis) Materialausführung mit HENNLICH Anwendungstechnik abstimmen.
Don'ts:
  • Dichtung nicht über scharfe Kanten, Gewinde oder Querbohrungen ziehen; Hilfswerkzeug nutzen.
  • Nicht auf Oberflächen mit Ra > 0,4 µm einsetzen, da erhöhter Verschleiß und Leckage auftreten.
  • Kein Verdrehen oder Überdehnen beim Einsprengen in die Nut.
  • Nicht in Mineralöl-unverträglichen Medien (z. B. Phosphatester HFD-R, konzentrierte Laugen) ohne Materialprüfung einsetzen; NBR ist für diese Medien nicht geeignet.
  • Dichtung nicht bei Betriebsdruck über scharfe Spalte oder Querbohrungen gleiten lassen.

Montage

  1. Nut und Stange vor der Montage von Schmutz, Metallstaub und Spänen reinigen; Einbauräume auf Beschädigungen prüfen.
  2. Alle Kanten an der Einführschräge und an der Nut gratfrei und gut verrundet sicherstellen. Einführschräge C und Radius r1/r2 entsprechend der Profilbreite S einhalten (S = 4 mm: C min. 2 mm, r1 max. 0,2 mm, r2 max. 0,4 mm; S = 7,5 mm: C min. 4 mm, r1 max. 0,8 mm, r2 max. 0,8 mm).
  3. Dichtflächen und Gleitflächen der Metallteile vor der Montage mit sauberem, nicht aggressivem Fett einstreichen (empfohlen: HZ103 für Ölhydraulik, HZ103W für Wasseranwendungen).
  4. Dichtung oval verformen und ab Ø 20 mm in die geschlossene Nut einsprengen. Kein Verdrehen oder Überdehnen. Bei kleineren Durchmessern gegebenenfalls Hilfswerkzeug aus Kunststoff verwenden.
  5. Seitenrichtigen Einbau sicherstellen: Druckseite zur druckseitigen Nutflanke weisen lassen.
  6. Zylinder nach Montage sorgfältig entlüften, um Luftschäden (Dieseleffekt, Kavitation) an Dichtung und Führung zu vermeiden.

FAQ

Bis zu welchem Druck ist der S15 dauerhaft einsetzbar?

Der S15 ist bei einer Gleitgeschwindigkeit von bis zu 0,5 m/s bis 200 bar und bei Geschwindigkeiten bis 0,15 m/s bis 250 bar einsetzbar. Der zulässige Dichtspalt auf der druckabgewandten Seite beträgt bei 200 bar max. 0,30 mm und bei 250 bar max. 0,25 mm. Bei Überschreitung dieser Spalte ist ein Backring (z. B. Typ S 621) erforderlich.

Welche Medien verträgt der S15?

Der S15 ist für Mineralölbasierte Hydraulikflüssigkeiten, Wasser und Wasser-Glykol-Gemische geeignet. Für schwerentflammbare Flüssigkeiten auf Ester- oder synthetischer Basis sowie für Temperaturen außerhalb von -30 °C bis +100 °C sind Sonderausführungen in anderen Materialzusammensetzungen erhältlich. Phosphatester (HFD-R) sind mit Standard-NBR nicht verträglich.

Kann der S15 auch in Nuten eingebaut werden, die leichte Oberflächenfehler am Nutgrund haben?

Ja, das ist ein konstruktiver Vorzug des S15. Die elastische Gummidichtkante gleicht leichte Unebenheiten und Korrosionsspuren am Nutgrund aus. Der Gummi-Gewebe-Verbund schmiegt sich unter Druck an die Nutoberfläche an und kompensiert so Abweichungen, die für mehrteilige Dichtsätze bereits problematisch wären.

Welche Oberflächengüte muss die Kolbenstange haben?

Die Gleitfläche (Ø d1) muss Ra 0,1–0,4 µm und Rt max. 4 µm aufweisen. Der Materialanteil (Rmr) sollte im Bereich 50–80 % liegen. Empfohlene Bearbeitungsart: Schleifen und Polieren. Oberflächen mit Ra > 0,4 µm verkürzen die Standzeit; Ra < 0,1 µm behindert den Schmierfilmaufbau und führt zu Trockenlauf.

Ab welchem Durchmesser ist die Einschnappmontage möglich?

Die Einschnappmontage in geschlossene Nuten ist ab einem Stangendurchmesser von Ø 20 mm möglich, da sich der S15 oval verformen lässt. Für kleinere Durchmesser oder bei schwer zugänglichen Einbaustellen empfiehlt sich ein gratfreies Kunststoff-Hilfswerkzeug, um die Dichtung unbeschädigt einzuführen.

Was ist der Unterschied zwischen S15 und einem mehrteiligen Dichtsatz?

Der S15 ist einteilig und belegt deutlich weniger Einbauraum als mehrteilige Dichtsätze aus Nutring, Stützring und Abstreifer. Die kleinere Kontaktfläche bedeutet eine geringere Reibkraft. Mehrteilige Dichtsätze bieten bei sehr hohen Drücken oder extremen Verschmutzungsbedingungen mehr Reserven; der S15 ist die wirtschaftlichere Wahl für mittelschwere Standardanwendungen.