Zum Hauptinhalt springen
Sie haben das Produkt erfolgreich für die Anfrage vorgemerkt.
Sie haben das Produkt erfolgreich von Ihrer Anfrage-Liste entfernt.
Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Einbauraumhöhe L1 (mm) Typ
4205230 NBR-Gewebe-Dachform-Dichtsatz
S14-35x50x16,5
35 50 16,5 S14

Dokumente

Beschreibung

S14-Dichtsätze bestehen aus einem Hartgewebe-Druckring, NBR-Gewebe- und Gummi-Dachmanschetten sowie einem Stützring aus Acetal-Kunststoff. Bis einschließlich 125 mm Stangendurchmesser enthält der Satz 2 Gewebe- und 1 Gummi-Dachmanschette; ab 140 mm Durchmesser sind es 3 Gewebe-Dachmanschetten. Der mehrlippige Aufbau aus fünf Bauteilen dichtet auch bei Druckstößen, Vibrationen und geringem Mittenversatz zuverlässig ab.

Das Standard-NBR-Gewebe ist für Mineralöle nach ISO 6743-4 (HL/HM/HV), Wasser und Wasser-Glykol-Gemische bei Temperaturen von −30 °C bis +100 °C (kurzfristig −40 °C) ausgelegt. Für extreme Temperaturen von −60 °C bis +200 °C sowie für schwerentflammbare Flüssigkeiten auf Ester- oder synthetischer Basis sind Sonderwerkstoff-Varianten auf Anfrage lieferbar. Der zulässige Dichtspalt auf der druckabgewandten Seite beträgt je nach Betriebsdruck zwischen 0,1 mm (bei 700 bar) und 0,4 mm (bei 160 bar).

S14 ist aus S13 abgeleitet und hat bei gleicher Druckbelastbarkeit eine verkürzte Bauweise. Die geringere Anzahl an Dachmanschetten erlaubt höhere Gleitgeschwindigkeiten als S13. Für Reparatur- und Wartungseinsätze sind geteilte (aufgeschnittene) Dichtsätze lieferbar, die ohne vollständige Demontage der Anlage montiert werden können. Bei einstellbarer Kammerhöhe kann der Satz nachgezogen werden.

Merkmale

  • DichtsystemDachmanschetten-Dichtsatz (Chevron-Packung), fünfteilig
  • EinsatzStange und einfachwirkende Kolben
  • Werkstoff DachmanschettenNBR-Gewebe-Verbund (Standardausführung); FPM-Gewebe auf Anfrage
  • Werkstoff DruckringHartgewebe (F506 Polyesterharz/Polyestergewebe)
  • Werkstoff StützringAcetal-Kunststoff (POM)
  • Temperaturbereich−30 °C bis +100 °C (kurzfristig −40 °C); Sondermaterialien bis −60 °C / +200 °C auf Anfrage
  • Max. Betriebsdruck700 bar bei v ≤ 0,15 m/s; 400 bar bei v ≤ 0,5 m/s
  • Max. Gleitgeschwindigkeit0,5 m/s
  • Max. Dichtspalt (bei 700 bar)0,1 mm; bei 400 bar: 0,2 mm; bei 250 bar: 0,3 mm; bei 160 bar: 0,4 mm
  • Einbaumaße – Toleranz d1f9
  • Einbaumaße – Toleranz D1H11
  • Einbaumaße – Toleranz L1+0,2 / −0
  • Rautiefe Gleitfläche d1Ra 0,1–0,4 µm, Rt max. 4 µm
  • Rautiefe statische Fläche D1Ra max. 1,6 µm, Rt max. 10 µm
  • Geeignete MedienMineralöle (ISO 6743-4 HL/HM/HV), Wasser, Wasser-Glykol-Gemische
  • Stangendurchmesser d120 mm bis 380 mm (Standardreihe)

Vorteile

  • Druckbeständig bis 700 bar — der mehrlippige NBR-Gewebe-Aufbau verteilt den Anpressdruck gleichmäßig über alle Dichtlippen und reduziert so lokalen Materialverschleiß.
  • Kürzere Einbaulänge als S13 bei gleicher Druckbelastbarkeit — ermöglicht kompaktere Zylinderkonstruktionen und höhere zulässige Gleitgeschwindigkeiten bis 0,5 m/s.
  • Wartungsfreundlich durch Teilbarkeit — aufgeschnittene Sätze lassen sich ohne vollständige Demontage der Maschine montieren, was Stillstandszeiten bei Reparaturen verkürzt.
  • Einstellbar bei verstellbarer Kammerhöhe — durch Nachziehen des Satzes kann der Dichtsatz bei beginnender Leckage nachgestellt werden, bevor ein vollständiger Austausch nötig ist.
  • Breite Werkstoffvarianz auf Anfrage — Sonderwerkstoff-Kombinationen für Temperaturen bis +200 °C und für schwerentflammbare Esterflüssigkeiten verfügbar.

Einsatzgebiete

Hydraulikzylinder in Pressen und Schmiedeanlagen
S14-Dichtsätze werden in Stangendichtungen für Hochdruckpressen eingesetzt, weil sie Betriebsdrücke bis 700 bar und wiederholte Druckstöße ohne Extrusionsversagen aufnehmen.
Mobilhydraulik-Zylinder in Bau- und Forstmaschinen
Ausleger-, Stiel- und Löffelzylinder von Baggern und Forstharvestern arbeiten unter starken Stoßlasten und Mittenversatz — der mehrlippige Dachmanschettensatz ist für genau diese Belastungsart ausgelegt.
Bergbau- und Hüttenwerkshydraulik
In Hydraulikzylindern von Walzwerken, Stranggusskokillenhebern und Schachtförderanlagen, wo Betriebsunterbrechungen für den Dichtungstausch aufwendig sind, bietet die geteilte Ausführung von S14 Wartungsvorteile.
Stationäre Hydraulikaggregate in der Schwermaschinenfertigung
Spann- und Klemmzylinder an Bearbeitungszentren und Transferstraßen mit konstant hohem Systemdruck profitieren von der Druckstabilität und langen Standzeiten des NBR-Gewebe-Verbunds.
Schiffshydraulik und Offshore-Anwendungen
Ruderanlageantriebe und Laderaumverschlusszylinder, die mit Wasser-Glykol-Gemischen betrieben werden, setzen auf den S14 wegen seiner Beständigkeit gegenüber diesen Medien im Standard-NBR.
Wasserhydraulik in Hüttenwerken
Für Kühlwasser-Hydraulikzylinder in Warmwalzstraßen ist die Wasser-kompatible NBR-Standardausführung direkt einsetzbar; bei höheren Temperaturen ist die FPM-Sonderausführung zu wählen.

Do's and Dont's

Do's:
  • Einbaumaße auf Toleranzklassen f9 (d1) und H11 (D1) prüfen — Übermaß erhöht Reibung, Untermaß führt zu Druckleckage.
  • Maximalen Dichtspalt auf der druckabgewandten Seite einhalten: bei 700 bar max. 0,1 mm, bei 400 bar max. 0,2 mm.
  • Gleitfläche d1 auf Ra 0,1–0,4 µm und Rt max. 4 µm schleifen und polieren — bei zu rauer oder zu glatter Fläche verschleißt die Dichtung vorzeitig.
  • Dichtsätze bis zur Montage in der Originalverpackung, kühl, trocken und lichtgeschützt lagern.
  • Bei Sondermedien (schwerentflammbare Esterflüssigkeiten, Temperaturen über +100 °C) Sonderwerkstoff-Variante anfragen — NBR-Standard ist für diese Medien nicht geeignet.
Don'ts:
  • Keine Phosphorsäureester-Flüssigkeiten (HFDR) mit NBR-Standardausführung — NBR ist darin nicht beständig.
  • Einbauräume ohne axiale Öffnung nicht verwenden — die Dichtsätze sind nicht für radialen Einbau ausgelegt.
  • Dachmanschetten nicht mit der Dachspitze von der Druckseite weg einbauen — falsche Einbaurichtung führt sofort zu Undichtheit.
  • Keine scharfen Metallwerkzeuge beim Einlegen verwenden — Kerbschäden an den Dichtlippen führen zu Sofortleckage.
  • Zylinder nach der Montage nicht ohne vorherige Entlüftung unter Volldruck setzen — Lufteinschlüsse können durch Dieseleffekt die Dichtungen zerstören.

Montage

Dachmanschetten-Dichtsätze benötigen axial offene Einbauräume; eine radiale Demontage des Gehäuses ist für die Montage erforderlich. Die Standardreihe ist auf fixe Kammerhöhen ausgelegt — L1-Toleranz beachten (+0,2/−0 mm).

  1. Einbauraum, Stange und alle Gleitflächen vor der Montage von Schmutz, Metallspänen und Rückständen reinigen. Alle Kanten und Bohrungsübergänge müssen gratfrei und verrundet sein; Einlaufschrägen C nach Datenblattvorgabe einhalten.
  2. Stange und alle Gegenflächen mit sauberem, ölverträglichem Montagefett (z. B. HZ103 für Ölhydraulik oder HZ103W für Wasserhydraulik) dünn einschmieren. Keine Fette auf Glykol- oder Silikonbasis verwenden.
  3. Bauteile des Satzes in der richtigen Reihenfolge einlegen: Hartgewebe-Druckring zuerst (druckseitig), dann Dachmanschetten mit der Dachspitze zur Druckseite weisend, zuletzt den Acetal-Stützring auf der druckabgewandten Seite.
  4. Dachmanschetten nicht verdrehen oder überdehnen. Beim Überführen über Gewinde oder Stufen ein glattes Kunststoff-Hilfswerkzeug verwenden.
  5. Nach der Montage den Zylinder langsam und gründlich entlüften, um Lufteinschlüsse im Druckraum zu vermeiden.
  6. Bei geteilten Ausführungen (aufgeschnitten): Mindestvoraussetzung sind Druck- und Stützring plus mindestens drei Dachmanschetten. Stoßstellen der einzelnen Ringe beim Einlegen um mindestens 120° versetzt anordnen.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen S13 und S14?

S14 ist eine fünfteilige Vereinfachung des siebenteiligen S13. Die geringere Anzahl an Dachmanschetten ergibt eine kürzere Einbaulänge und erlaubt etwas höhere Gleitgeschwindigkeiten. Die maximale Druckbelastbarkeit ist bei beiden Typen identisch (bis 700 bar), die Lebensdauer unter absoluten Extrembedingungen fällt bei S13 etwas höher aus.

Bis zu welchem Druck sind S14-Dichtsätze dauerhaft einsetzbar?

In der Standardausführung sind S14-Dichtsätze bei Gleitgeschwindigkeiten bis 0,15 m/s für 700 bar Betriebsdruck ausgelegt. Bei höheren Geschwindigkeiten bis 0,5 m/s reduziert sich der zulässige Maximaldruck auf 400 bar. Der maximal zulässige Dichtspalt sinkt mit steigendem Druck: von 0,4 mm bei 160 bar auf 0,1 mm bei 700 bar.

Welche Hydraulikmedien sind für die NBR-Standardausführung geeignet?

Die NBR-Standardausführung ist für Mineralöle nach ISO 6743-4 (Typen HL, HM, HV), Wasser und Wasser-Glykol-Gemische (HFC) bis max. +100 °C geeignet. Nicht einsetzbar mit Phosphorsäureestern (HFDR), da NBR darin nicht beständig ist. Für schwerentflammbare Esterflüssigkeiten und Temperaturen über +100 °C sind Sondermaterialien auf Anfrage lieferbar.

Kann S14 in geteilter Ausführung geliefert werden?

Ja. Aufgeschnittene (geteilte) Dichtsätze sind lieferbar und erlauben den Einbau ohne vollständige Demontage der Anlage. Voraussetzung ist, dass neben Druck- und Stützring mindestens drei Dachmanschetten im Satz enthalten sind. Die Stoßstellen der einzelnen Ringe sollten beim Einbau um mindestens 120° zueinander versetzt werden.

Welche Oberflächengüte muss die Kolbenstange aufweisen?

Die Gleitfläche der Stange (Toleranzklasse f9) muss auf Ra 0,1–0,4 µm und Rt max. 4 µm geschliffen und poliert sein. Zu raue Oberflächen erhöhen den Dichtungsverschleiß; zu glatte Oberflächen (Ra < 0,1 µm) verhindern den Aufbau des notwendigen Schmierfilms und führen zu Trockenlauf.

Was ist bei der Einbaurichtung der Dachmanschetten zu beachten?

Die Dachspitze jeder Dachmanschette muss zur Druckseite weisen. Ein umgekehrter Einbau hebt die Dichtwirkung vollständig auf. Druckring (Hartgewebe) wird druckseitig eingebaut, Stützring (Acetal-Kunststoff) auf der druckabgewandten Seite.