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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Einbauraumhöhe L1 (mm) Typ
4205050 NBR-Gewebe-Dachform-Dichtsatz
S13-25x40x22,5
25 40 22,5 S13

Dokumente

Beschreibung

Der Dachmanschetten-Dichtsatz S13 ist eine siebenteilige Stangendichtung für Hydraulikzylinder unter schwersten Betriebsbedingungen. Der Satzaufbau besteht aus einem Hartgewebe-Druckring, gestuften Gewebe- und Gummi-Dachmanschetten (Anzahl abhängig vom Durchmesser) sowie einem Stützring aus Acetal-Kunststoff. Der Hartgewebe-Druckring überbrückt größere Dichtspalte und macht den Satz besonders tolerant gegenüber Führungsverschleiß und außermittiger Stangenbelastung.

Die Standardreihe in NBR-Gewebe-Verbundwerkstoff ist für Betriebstemperaturen von -30°C bis +100°C ausgelegt. Kurzfristig sind -40°C zulässig. Der zulässige Betriebsdruck beträgt bis 400 bar bei Gleitgeschwindigkeiten bis 0,5 m/s und bis 700 bar bei Geschwindigkeiten bis 0,15 m/s. Das Dichtsystem ist geeignet für Mineralöl, Wasser und Wasser-Glykol-Gemische.

Für höhere Temperaturen oder schwer entflammbare Medien auf Ester- oder synthetischer Basis sind Sonderausführungen mit FPM-Gewebe (-20°C bis +150°C) oder anderen Werkstoffkombinationen für -60°C bis +200°C auf Anfrage erhältlich.

Der Dichtsatz lässt sich bei einstellbarer Kammer nachziehen. Für Instandhaltungsarbeiten ohne aufwendige Demontage sind geteilte Ausführungen lieferbar, sofern der Satz mindestens drei Dachmanschetten, einen Druckring und einen Stützring umfasst.

Merkmale

  • TypDachmanschetten-Dichtsatz, 7-teilig
  • EinsatzStangendichtung und einfachwirkende Kolbendichtung
  • Werkstoff Dachmanschetten (Standard)NBR-Gewebe-Verbundwerkstoff
  • Werkstoff DruckringHartgewebe (HGW)
  • Werkstoff StützringAcetal-Kunststoff (POM)
  • Temperaturbereich-30°C bis +100°C (kurzfristig bis -40°C)
  • Max. Betriebsdruck bei v ≤ 0,5 m/s400 bar
  • Max. Betriebsdruck bei v ≤ 0,15 m/s700 bar
  • Max. Gleitgeschwindigkeit0,5 m/s
  • MedienbeständigkeitMineralöl, Wasser, Wasser-Glykol-Gemische
  • Toleranz Stange (d1)f9 (f8 laut Maßtabelle)
  • Toleranz Bohrung (D1)H11
  • Toleranz Kammerlänge (L1)+0,2 / -0 mm
  • Oberflächenrauheit Gleitfläche (d1)Ra 0,1–0,4 µm, Rt max. 4 µm
  • Max. Dichtspalt bei 160 bar0,4 mm
  • Max. Dichtspalt bei 250 bar0,3 mm
  • Max. Dichtspalt bei 400 bar0,2 mm
  • Max. Dichtspalt bei 700 bar0,1 mm
  • SonderwerkstoffeFPM-Gewebe (-20°C bis +150°C), weitere Kombinationen bis -60°C / +200°C auf Anfrage

Vorteile

  • Druckfest bis 700 bar bei niedrigen Gleitgeschwindigkeiten — geeignet für Schwerhydraulik in Pressen, Bergbaumaschinen und Stahlwerken
  • Hartgewebe-Druckring überbrückt größere Dichtspalte und kompensiert Führungsverschleiß im Betrieb
  • Beständig gegen Druckschläge, Schwingungen und Mittenversatz durch die mehrlippige, gestufte Satzausführung
  • Bei einstellbarer Dichtkammer nachziehbar — Dichtheit im Betrieb ohne Zylinderdekontage wiederherstellbar
  • Lieferbar als geteilter Dichtsatz für Instandhaltungsarbeiten ohne vollständige Zylinderdemontage
  • Sonderwerkstoffe (FPM-Gewebe, weitere Kombinationen) für schwer entflammbare Medien und extreme Temperaturen bis +200°C auf Anfrage erhältlich

Einsatzgebiete

Hydraulikpressen in der Metallverarbeitung
S13 dichtet Kolbenstangen in Schmiedepressen, Stanzmaschinen und Biegepressen ab, wo regelmäßige Druckspitzen und Schwingungen auftreten. Der Hartgewebe-Druckring überbrückt dabei auftretende Dichtspalte durch Führungsverschleiß.
Bergbaumaschinen und Untertage-Strebausbauten
Einsatz in hydraulischen Stempelzylindern und Schildausbauten im Untertagebau, wo starke Verschmutzung, Druckschläge und Mittenversatz an der Tagesordnung sind.
Gießereien und Stahlwerke
Hydraulikzylinder in Walzwerken, Gießanlagen und Stranggussmaschinen unterliegen hohen Betriebsdrücken und thermischen Wechselbelastungen — S13 ist für diese Schwerhydraulik-Klasse (bis 700 bar) ausgelegt.
Schwere Baumaschinen und Mobilhydraulik
Stangendichtung in Auslegern, Schaufeln und Arbeitszylindern von Baggern, Kränen und Raupenladerfahrzeugen bei wechselndem Innen- und Außeneinsatz.
Kraftwerks- und Industrieanlagen
Dichteinsatz in Stellantrieben, Ventilbetätigungszylindern und Absperrarmaturen, wo schwer entflammbare Medien oder Wasser-Glykol-Gemische als Hydraulikflüssigkeit verwendet werden.
Instandhaltung und Feldservice
Geteilte (aufgeschnittene) Ausführung für den Austausch an eingebauten Zylindern ohne Demontage der Zylinderkopfkomponenten — besonders bei großen, schwer zugänglichen Hydraulikzylindern.

Do's and Dont's

Do's:
  • Einbauraum axial offen ausführen und Kammerlänge L1 mit Toleranz +0,2 / -0 mm einhalten
  • Gleitfläche der Stange auf Ra 0,1–0,4 µm und Rt max. 4 µm vorbereiten
  • Stange und Dichtflächen vor Montage mit Dichtungsfett HZ103 einfetten
  • Einlaufkanten entsprechend Profilbreite S anfasen (Werte C und r2 aus Einbaumaßtabelle)
  • Dachmanschetten in korrekter Reihenfolge und mit Dachform zur Druckseite einbauen
  • Zylinder nach der Montage vollständig entlüften
  • Lagerung kühl, trocken und lichtgeschützt bis zur Montage in der Originalverpackung
Don'ts:
  • Dichtelemente nicht über Gewinde, Querbohrungen oder scharfe Kanten ziehen
  • Nicht mit Medien einsetzen, die nicht auf Mineralöl-, Wasser- oder Wasser-Glykol-Basis sind (z.B. Esteröle, phosphathaltige Flüssigkeiten) — für diese Sonderwerkstoffe auf Anfrage
  • Maximale Dichtspaltwerte F nicht überschreiten (druckabhängig: 0,1–0,4 mm)
  • Stützring und Dachmanschetten nicht vertauschen — falscher Einbau verhindert korrekte Druckverteilung
  • Keine scharfen Montagetools aus Metall verwenden; Kunststoff-Hilfswerkzeuge bevorzugen

Montage

Der Einbauraum muss axial offen sein, da Dachmanschetten-Dichtsätze nicht über Gewinde oder Querkanten gezogen werden können. Die Standardreihe ist für feste Kammerhöhen ausgelegt — Kammerlänge L1 mit Toleranz +0,2 / -0 mm einhalten.

  1. Einbauraum, Stange und Bohrung von Schmutz, Metallspänen und Graten reinigen. Alle Einlaufkanten müssen entsprechend der Profilbreite S angefast sein (Mindest-Schräge C und Max.-Radius r2 aus der Einbaumaßtabelle entnehmen).
  2. Stange und statische Dichtflächen vor der Montage mit sauberem, nicht aggressivem Fett einölen — empfohlen: HENNLICH Universal-Dichtungsfett HZ103.
  3. Dachmanschetten einzeln und in korrekter Reihenfolge einlegen: zuerst Hartgewebe-Druckring, dann Dachmanschetten (Gewebe- und Gummi-Typen je nach Durchmesserbereich), abschließend Stützring aus Acetal. Auf seitenrichtigen Einbau achten — Dachform muss zur Druckseite zeigen.
  4. Kein Verdrehen oder einseitiges Einpressen der Manschetten. Dichtlippen dürfen nicht über Bohrungen oder Querkanäle gezogen werden.
  5. Zylinder nach Montage sorgfältig entlüften. Ersten Hub langsam ausführen, damit sich der Schmierfilm gleichmäßig aufbaut.

Für Reparaturen ohne vollständige Demontage können aufgeschnittene (geteilte) Dichtsätze verwendet werden. Voraussetzung: mindestens drei Dachmanschetten, ein Druckring und ein Stützring im Satz.

FAQ

Welche Hydraulikmedien sind für den S13 zugelassen?

Der S13 in der NBR-Standardausführung ist geeignet für Mineralöl-Hydraulikflüssigkeiten, Wasser und Wasser-Glykol-Gemische. Für schwer entflammbare Flüssigkeiten auf Ester- oder synthetischer Basis sowie für phosphathaltige Hydraulikmedien sind Sonderwerkstoffe (z.B. FPM-Gewebe) erforderlich, die auf Anfrage lieferbar sind.

Bis zu welchem Betriebsdruck ist der Dichtsatz S13 einsetzbar?

Bei Gleitgeschwindigkeiten bis 0,5 m/s beträgt der maximale Betriebsdruck 400 bar. Bei reduzierten Geschwindigkeiten bis 0,15 m/s sind bis 700 bar zulässig. Beide Werte gelten für den Dauerbetrieb; der tatsächlich erlaubte Dichtspalt F hängt vom Betriebsdruck ab und liegt zwischen 0,4 mm (bei 160 bar) und 0,1 mm (bei 700 bar).

Welchen Unterschied macht die Durchmessergröße bei der Satzkombination?

Bei Stangendurchmessern unter 90 mm enthält der Satz 3 Gewebe- und 2 Gummi-Dachmanschetten. Von 90 bis 125 mm werden 4 Gewebe- und 1 Gummi-Dachmanschette eingesetzt. Ab 140 mm besteht der Satz aus 5 Gewebe-Dachmanschetten ohne Gummi-Anteil. In allen Fällen ergänzen ein Hartgewebe-Druckring und ein Acetal-Stützring den siebenteiligen Aufbau.

Kann der S13 auch in einfachwirkenden Kolbenzylindern eingesetzt werden?

Ja. Der Dichtsatz S13 ist ausdrücklich für Stangen und einfachwirkende Kolben ausgelegt. Die Dachform muss dabei zur Druckseite zeigen. Bei einfachwirkenden Kolben ist der drucklose Raum im Ölkreislauf anzuschließen oder gegen Feuchtigkeits- und Schmutzeintrag zu schützen.

Wie wähle ich die richtige Oberflächengüte für die Stange?

Die Gleitfläche der Kolbenstange (d1) muss auf Ra 0,1–0,4 µm und Rt max. 4 µm bearbeitet sein. Werte unter Ra 0,1 µm sind zu vermeiden, da dann der Schmierfilmaufbau behindert wird und Trockenlauf mit vorzeitigem Verschleiß droht. Empfohlene Bearbeitungsverfahren: Schleifen und Polieren oder Hartverchromung mit Mindesthärte 45 HRC.

Wann ist eine geteilte Ausführung sinnvoll?

Eine geteilte (aufgeschnittene) Ausführung empfiehlt sich, wenn bei Instandhaltungsarbeiten die vollständige Demontage des Zylinders unverhältnismäßig aufwendig wäre, um den Dichtsatz über die Stange zu schieben. Voraussetzung ist, dass der Satz mindestens drei Dachmanschetten, einen Druckring und einen Stützring umfasst. Die Dichtwirkung ist bei korrektem Einbau gleichwertig zur endlosen Ausführung.