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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Einbauraumhöhe L1 (mm) Typ
4199230 NBR-Gewebe-Dachform-Dichtsatz
S12-140x155x26
140 155 26 S12

Dokumente

Beschreibung

Der Dichtsatz S12 ist ein fünfteiliger Dachmanschetten-Dichtsatz für Stangen und einfachwirkende Kolben in hydraulischen Zylindern. Er besteht aus einem Hartgewebe-Druckring, Dachmanschetten aus NBR-Gewebe bzw. Gummi und einem Stützring aus Acetal-Kunststoff (bis Ø 140 mm) oder Gewebe (über Ø 140 mm). Drücke bis 400 bar bei 0,15 m/s und bis 250 bar bei 0,5 m/s Gleitgeschwindigkeit sind zulässig.

S12 ist die kompaktere Variante des S11: durch die geringere Anzahl von Dachmanschetten ergibt sich eine kürzere Einbaulänge, die höhere Gleitgeschwindigkeiten ermöglicht. Die Standardserie deckt Stangendurchmesser von 20 mm bis 200 mm ab. Vorzugsgrößen sind ab Lager verfügbar; alle anderen Maße sind in der Regel ebenfalls kurzfristig lieferbar.

Alle Dichtungen sind beständig gegen Hydraulikflüssigkeiten auf Mineralölbasis, Wasser und Wasser-Glykol-Gemische. Kurzfristig sind Einsatztemperaturen bis -40°C zulässig. Für Temperaturen von -60°C bis +200°C sowie für den Einsatz in schwerentflammbaren Flüssigkeiten auf Ester- oder synthetischer Basis sind andere Werkstoffkombinationen auf Anfrage erhältlich.

Die Dichtsätze können aufgeschnitten (geteilte Ausführung) geliefert werden. Das ist sinnvoll, wenn bei Instandhaltungsarbeiten eine aufwendige Demontage notwendig wäre, um endlose Ringe zu montieren. Voraussetzung sind neben Druck- und Stützring mindestens drei Dachmanschetten.

Merkmale

  • BauformFünfteiliger Dachmanschetten-Dichtsatz (Dachform)
  • AnwendungStange und einfachwirkende Kolben
  • Werkstoff DachmanschettenNBR-Gewebe-Verbund (Standard) und Gummi
  • Werkstoff DruckringHartgewebe
  • Werkstoff StützringAcetal-Kunststoff (bis Ø 140 mm), Gewebe (über Ø 140 mm)
  • Temperaturbereich-30°C bis +100°C (kurzfristig -40°C)
  • Max. Betriebsdruck400 bar bei v ≤ 0,15 m/s; 250 bar bei v ≤ 0,5 m/s
  • Max. Gleitgeschwindigkeit0,5 m/s
  • Stangendurchmesser (d1)20 mm bis 200 mm
  • Toleranz d1f9
  • Toleranz D1H11
  • Toleranz L1+0,2 / -0
  • Gleitfläche Ra0,1 – 0,4 µm
  • Gleitfläche Rtmax. 4 µm
  • MedienbeständigkeitMineralöl-Hydraulikflüssigkeiten, Wasser, Wasser-Glykol-Gemische
  • d1Stangendurchmesser (Innendurchmesser des Dichtsatzes)
  • D1Außendurchmesser des Dichtsatzes / Bohrungsdurchmesser
  • L1Einbaulänge
  • SProfilbreite
  • Fmax. Dichtspalt auf der druckabgewandten Seite

Vorteile

  • Mehrlippige Dichtgeometrie verteilt den Druck gleichmäßig auf alle Dachmanschetten, was die Standzeit bei Druckstößen und Schwingungen verlängert.
  • Kürzere Einbaulänge gegenüber S11 ermöglicht höhere Gleitgeschwindigkeiten bis 0,5 m/s bei gleichzeitig kompaktem Bauraum.
  • NBR-Gewebe-Verbundwerkstoff minimiert die Reibung durch die Geweberasterung und ist beständig gegen Hydraulikflüssigkeiten auf Mineralölbasis bis +100°C Dauertemperatur.
  • Bei einstellbarer Kammer nachziehbar: die Dichtwirkung lässt sich durch Nachstellen der Brille wiederherstellen, ohne den Dichtsatz auszutauschen.
  • Als geteilte Ausführung lieferbar: Austausch an eingebautem Zylinder ohne vollständige Demontage möglich, was Reparaturzeiten verkürzt.
  • Acetal-Stützring (bis Ø 140 mm) begrenzt die Extrusion des Dichtsatzes und schützt die Dachmanschetten bei hohen Drücken zuverlässig.

Einsatzgebiete

Hydraulikzylinder in Schrottscheren und Pressen
S12-Dichtsätze dichten Kolbenstangen in hydraulischen Pressen und Schrottscheren ab, wo Druckstöße bis 400 bar und raue Betriebsbedingungen auftreten. Die robuste NBR-Gewebe-Ausführung widersteht extremen Druckspitzen ohne Extrusion.
Baumaschinen und Frontlader
Hubzylinder und Lenkhilfen in Baggern, Radladern und Frontladern werden mit S12-Dichtsätzen abgedichtet, da diese Anwendungen wechselnde Drücke, Schwingungen und geringe Außermittigkeit tolerieren müssen.
Bergbau und Hüttenindustrie
In Hydraulikzylindern von Schildausbau, Hüttenpressen und Walzwerken bewähren sich Dachmanschetten-Dichtsätze bei hohen Drücken und schweren Einsatzbedingungen mit häufigen Lastwechseln.
Spezialzylinder im Stahlwasserbau
Schleusenzylinder und Wehrverschlüsse mit großen Stangendurchmessern über 140 mm werden mit der Gewebestützring-Variante des S12 ausgestattet, die für diese Baugröße ausgelegt ist.
Spritzgießmaschinen
Schließzylinder und Einspritzzylinder in Kunststoff-Spritzgießmaschinen, wo gleichmäßige Dichtwirkung bei zyklischen Bewegungen und konstanten Drücken erforderlich ist.
Schiffshydraulik
Rudermaschinen und Decksanlagen auf Schiffen setzen Dachmanschetten-Dichtsätze ein, wo der Einsatz geteilter Ausführungen den Austausch ohne Ausbau schwer zugänglicher Zylinder ermöglicht.
Instandhaltung und Reparatur von Altanlagen
Dank der geteilten Ausführung können S12-Dichtsätze in bestehende Einbauräume montiert werden, ohne den Zylinder vollständig zu demontieren. Das reduziert Maschinenstillstände bei der Wartung.

Do's and Dont's

Do's:
  • Dichtsatz bis zur Montage in der Originalverpackung lassen; Lagerung kühl, trocken und lichtgeschützt nach DIN 7716.
  • Stangendurchmesser mit Toleranz f9 und Bohrungsdurchmesser mit H11 ausführen.
  • Gleitfläche der Stange auf Ra 0,1–0,4 µm und Rt max. 4 µm halten; gehärtet (ca. 55–60 HRC) für minimalen Verschleiß.
  • Beim Einbau über Gewinde oder scharfe Kanten ein Hilfswerkzeug aus Kunststoff (gratfrei und glatt) verwenden.
  • Bei einstellbarer Kammer die Dichtwirkung regelmäßig durch Nachziehen der Brille kontrollieren und korrigieren.
  • Für den Einsatz in schwerentflammbaren Flüssigkeiten oder Temperaturen außerhalb -30°C bis +100°C Sonderausführung (z.B. FPM/FKM) anfragen.
Don'ts:
  • Dichtelemente aus elastischen Werkstoffen nicht unter Druck über Bohrungen oder Spalte gleiten lassen.
  • Nicht mit phosphorsäureesterhaltigen HFD-Flüssigkeiten (Aryl-Typ) in NBR-Ausführung einsetzen; NBR ist gegen diese Medien nicht beständig.
  • Keinen Druckring oder Stützring weglassen: mindestens drei Dachmanschetten plus Druck- und Stützring sind Voraussetzung für die Funktion.
  • Einbauräume ohne axiale Öffnung sind für Dachmanschetten-Dichtsätze nicht geeignet.
  • Keine scharfen Werkzeuge oder metallischen Hilfsmittel bei der Montage verwenden, um Beschädigungen der Dichtlippen zu vermeiden.

Montage

Dachmanschetten-Dichtsätze erfordern axial offene Einbauräume. Die Standardreihen sind für feste Kammerhöhen ausgelegt.

  1. Einbauraum, Stange und Zylinderbohrung vor der Montage von Schmutz, Metallstaub und Spänen reinigen. Alle Kanten auf Grat und Beschädigungen prüfen, Einführungsschrägen einhalten: Profilbreite S 7,5 mm → min. Schräge C 4 mm; S 10 mm → C 5 mm; S 12,5 mm → C 6,5 mm; S 15 mm → C 7,5 mm.
  2. Dichtspalt F auf der druckabgewandten Seite prüfen: bei 100 bar max. 0,45 mm, bei 160 bar max. 0,40 mm, bei 250 bar max. 0,30 mm, bei 400 bar max. 0,20 mm. Mittenversatz und einseitig anliegende Stange berücksichtigen.
  3. Dachmanschetten und Gleitflächen vor der Montage mit einem kompatiblen Dichtungsfett (z.B. HZ103 für Ölhydraulik) einölen.
  4. Dichtsatz seitenrichtig einlegen: Druckring druckseitig, Stützring auf der Gegenseite. Verdrehen oder Einklemmen einzelner Manschetten vermeiden.
  5. Zylinder nach der Montage sorgfältig entlüften, um Luftschäden (Dieseleffekt, Kavitation) an Dichtungen und Führungen zu vermeiden.
  6. Bei Reparatur ohne Demontage: Dichtsatz in geteilter Ausführung bestellen. Voraussetzung sind mindestens drei Dachmanschetten plus Druck- und Stützring.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen S11 und S12?

S12 ist der kompaktere Dichtsatz: er enthält weniger Dachmanschetten als S11 und hat daher eine kürzere Einbaulänge. Das ermöglicht etwas höhere Gleitgeschwindigkeiten. S11 eignet sich für Anwendungen, bei denen eine längere Einbaulänge kein Problem ist und maximale Dichtsicherheit im Vordergrund steht. S12 eignet sich besser, wenn Bauraum begrenzt ist oder höhere Betriebsgeschwindigkeiten gefordert werden.

Bis zu welchem Druck ist der S12 einsetzbar?

Der S12 ist bis 400 bar einsetzbar bei einer Gleitgeschwindigkeit von max. 0,15 m/s. Bei höherer Gleitgeschwindigkeit bis 0,5 m/s reduziert sich der zulässige Druck auf 250 bar. Der maximale Dichtspalt F auf der druckabgewandten Seite beträgt bei 400 bar 0,2 mm und sollte nicht überschritten werden, um Extrusion zu verhindern.

Kann ich den S12 in schwerentflammbare Hydraulikflüssigkeiten einsetzen?

Die NBR-Standardausführung ist für Mineralöl-Hydraulikflüssigkeiten, Wasser und Wasser-Glykol-Gemische geeignet. Für HFD-Flüssigkeiten auf Phosphorsäureesterbasis (Aryl-Typ) ist NBR nicht beständig. Für solche Medien sowie für Temperaturen über +100°C sind Sonderausführungen mit FPM/FKM-Gewebe-Verbundwerkstoff auf Anfrage erhältlich.

Was bedeutet "geteilte Ausführung" und wann wird sie benötigt?

Geteilte (aufgeschnittene) Ausführungen bestehen aus offenen statt endlosen Ringen und können über eine montierte Stange aufgezogen werden. Sie werden eingesetzt, wenn ein Zylinder für den Dichtsatz-Tausch nicht vollständig demontiert werden kann. Voraussetzung sind mindestens drei Dachmanschetten sowie Druck- und Stützring im Satz.

Wie wähle ich zwischen nachstellbarem und nicht nachstellbarem Einbauraum?

Nachstellbare Einbauräume ermöglichen es, die Vorspannung der Dachmanschetten durch Nachziehen der Brille zu erhöhen, wenn die Dichtwirkung nachlässt. Das verlängert die Standzeit erheblich. Nicht nachstellbare Einbauräume sind einfacher und günstiger in der Konstruktion; bei S12 übernehmen Acetal-Stützringe (bis Ø 140 mm) die notwendige axiale Vorspannung.

Welche Oberflächengüte muss die Kolbenstange haben?

Die Gleitfläche der Stange sollte einen Ra-Wert von 0,1 bis 0,4 µm und einen Rt-Wert von max. 4 µm aufweisen. Gehärtete Oberflächen (ca. 55–60 HRC, z.B. hartverchromt) verringern den Verschleiß der Dichtungslippen erheblich. Ra-Werte unter 0,1 µm behindern den Schmierfilmaufbau und führen zu Trockenlauf.

Kann der S12 bei tiefen Temperaturen unter -30°C eingesetzt werden?

Der zulässige Dauertemperaturbereich liegt bei -30°C bis +100°C. Kurzfristig sind -40°C möglich. Für dauerhaften Einsatz unter -30°C sind Sonderausführungen mit tieftemperaturgeeigneten Werkstoffen erforderlich; andere Materialkombinationen für Temperaturen bis -60°C sind auf Anfrage erhältlich.