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Rundschnur-Montagekoffer, FPM (Viton)

Beschreibung

Der Koffer enthält FPM-Rundschnüre (Fluorkautschuk, auch bekannt unter dem Handelsnamen Viton) in 14 Schnurstärken: Ø 1,78 / 2 / 2,4 / 2,62 / 3 / 3,5 / 4 / 4,5 / 5 / 5,33 / 5,7 / 6 / 7 / 8 mm. Die abgedeckten Schnurstärken entsprechen den gängigen Normreihen AS568, SMS 1588 und DIN 3771 und decken damit die meisten Standard-O-Ring-Querschnitte ab.

FPM weist eine hohe chemische Beständigkeit gegen Mineralöle, aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe sowie HFD-Druckflüssigkeiten auf. Der Dauertemperaturbereich liegt bei -20°C bis +200°C, kurzzeitig sind Spitzen bis +300°C zulässig. Die Gasdurchlässigkeit ist gering, was FPM für Vakuum- und Hochdruckanwendungen geeignet macht.

Im Lieferumfang des Koffers sind neben den Rundschnüren enthalten: Spezialkleber für die stumpfe Verbindung der Schnurenden, ein Maßband zur Längenermittlung, ein Messer sowie eine Schneidehilfe für senkrechte, gratfreie Schnitte. Damit lassen sich O-Ringe in Sondergrößen ohne Rücklauf zum Lager oder zur Werkstatt fertigen.

Merkmale

  • Werkstoff RundschnurFPM (Fluorkautschuk / Viton)
  • SchnurstärkenØ 1,78 / 2 / 2,4 / 2,62 / 3 / 3,5 / 4 / 4,5 / 5 / 5,33 / 5,7 / 6 / 7 / 8 mm (14 Abmessungen)
  • Temperaturbereich-20°C bis +200°C (kurzzeitig bis +300°C)
  • Abgedeckte NormenAS568, SMS 1588, DIN 3771
  • Lagerzeit (nach DIN 7716)10 Jahre (Erstlagerzeit), 2. Periode weitere 5 Jahre nach Kontrolle
  • ZubehörSpezialkleber, Maßband, Messer, Schneidehilfe
  • REACH-konformJa

Vorteile

  • 14 Schnurstärken in einem Koffer decken die Normreihen AS568, SMS 1588 und DIN 3771 ab, sodass die meisten O-Ring-Standardquerschnitte vor Ort gefertigt werden können.
  • FPM ist beständig gegen Mineralöle, aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe sowie HFD-Druckflüssigkeiten, was den Einsatz in Hydraulik-, Pneumatik- und Chemiesystemen ermöglicht.
  • Dauerhaft einsetzbar bis +200°C, kurzzeitig bis +300°C, ohne Verlust der Dichtwirkung.
  • Geringe Gasdurchlässigkeit von FPM macht den Werkstoff für Vakuumanwendungen und Hochdrucksysteme geeignet.
  • Alle benötigten Werkzeuge und Hilfsmittel sind im Koffer enthalten, was die Fertigung eines O-Rings direkt an der Maschine ohne zusätzliches Werkzeug ermöglicht.
  • FPM-Rundschnur hat gemäß DIN 7716 eine Erstlagerzeit von 10 Jahren, was eine langfristige Lagerhaltung als Wartungsreserve erlaubt.

Einsatzgebiete

Wartung und Instandhaltung von Hydraulikanlagen
Bei Leckagen an Hydraulikzylindern oder Ventilen können O-Ringe in Sondergrößen direkt an der Maschine gefertigt werden, ohne dass Standardgrößen auf Lager liegen müssen. FPM ist beständig gegen Mineralöle nach DIN 51524.
Chemische Prozessanlagen
In Anlagen, die aromatische oder aliphatische Kohlenwasserstoffe fördern oder verarbeiten, ermöglicht der Koffer den Austausch von Dichtungen direkt vor Ort ohne Produktionsstopp.
Pneumatische Systeme mit erhöhten Temperaturen
FPM-Dichtungen sind bis +200°C dauerhaft einsetzbar und damit für heiße Druckluft- oder Gasleitungen geeignet, wo NBR an seine Temperaturgrenze stößt.
Vakuumanlagen und Labortechnik
Die geringe Gasdurchlässigkeit von FPM macht den Werkstoff für Vakuumkammern, Analysegeräte und Laborarmaturen geeignet, bei denen Gasdichtigkeit gefordert ist.
Maschinenwartung im Außendienst
Servicetechniker, die Maschinen mit unterschiedlichen Dichtungsabmessungen warten, können mit einem einzigen Koffer die meisten Standard-O-Ring-Querschnitte abdecken und Stillstandzeiten vermeiden.
Kraftstoff- und Ölversorgungssysteme
FPM ist beständig gegen Kraftstoffe und Mineralöle, was den Einsatz in Kraftstoffleitungen, Ölversorgungssystemen und zugehörigen Armaturen ermöglicht.

Do's and Dont's

Do's:
  • Rundschnüre bis zur Verwendung in der Originalverpackung, kühl (max. +25°C), trocken und UV-geschützt lagern (gemäß DIN 7716).
  • FIFO-Prinzip bei der Lagerung anwenden, um die maximale Erstlagerzeit von 10 Jahren einzuhalten.
  • Schnittflächen senkrecht und gratfrei mit der Schneidehilfe herstellen.
  • Die Klebeverbindung vollständig aushärten lassen, bevor der O-Ring unter Druck gesetzt wird.
  • FPM-kompatibles Schmiermittel für die Montage verwenden (Mineralöl oder Vaseline).
Don'ts:
  • FPM nicht mit DOT-Bremsflüssigkeiten auf Glykol-Basis einsetzen; für solche Medien sind EPDM-Dichtungen geeignet.
  • Keine Lösungsmittel (Trichlorethylen, Tetrachlorkohlenstoff, Petroleum) zur Reinigung der Schnüre oder Klebestellen verwenden.
  • Keine Essigsäure-vernetzenden Silikone als Montageschmiermittel verwenden; diese können die FPM-Oberfläche angreifen.
  • Nicht bei Temperaturen unter -20°C einsetzen, da FPM unterhalb dieser Grenze an Elastizität verliert.
  • Klebereste nicht mit scharfen Werkzeugen von der Schnittfläche entfernen; die Oberfläche wird dabei beschädigt und die neue Klebeverbindung hält nicht mehr zuverlässig.

Montage

  1. Den Innendurchmesser der zu dichtenden Nut messen. Den benötigten O-Ring-Innendurchmesser ergibt sich aus Nutdurchmesser und der gewünschten radialen Vorspannung (typisch 10–20 % Verpressung).
  2. Die passende Schnurstärke aus dem Koffer wählen. Die Schnurstärke entspricht dem Nutquerschnitt gemäß DIN 3771, AS568 oder SMS 1588.
  3. Die Rundschnur mit dem Maßband auf die benötigte Länge abmessen. Den Umfang des O-Rings berechnen: Umfang = π × (d_Nut + d_Schnur), wobei d_Schnur die Schnurstärke ist. Einen kleinen Überstand von ca. 1–2 % einkalkulieren, da die Klebeverbindung unter leichter Vorspannung besser hält.
  4. Die Schneidehilfe verwenden, um einen senkrechten, glatten Schnitt zu erzielen. Schräge Schnittflächen verschlechtern die Klebeverbindung erheblich.
  5. Beide Schnittflächen mit dem beiliegenden Spezialkleber dünn benetzen und 1–2 Minuten ablüften lassen, bis der Kleber leicht angetrocknet ist.
  6. Die Enden mit leichtem Druck stumpf zusammenfügen und mindestens 5 Minuten unter Druck halten. Den fertigen O-Ring vor dem Einbau vollständig aushärten lassen (Herstellerangabe auf dem Kleber beachten).
  7. Die Klebestelle vor dem Einbau auf Festigkeit und Ausrichtung prüfen. Eine sichtbare Stufe oder ein Versatz an der Verbindung führt zu Leckage.
  8. Den O-Ring leicht mit dem Betriebsmedium oder einem FPM-verträglichen Schmiermittel benetzen und gleichmäßig in die Nut einlegen, ohne ihn zu verdrehen oder zu überdehnen.

FAQ

Welche Schnurstärken sind im Koffer enthalten und welchen Normen entsprechen sie?

Der Koffer enthält 14 Schnurstärken: Ø 1,78 / 2 / 2,4 / 2,62 / 3 / 3,5 / 4 / 4,5 / 5 / 5,33 / 5,7 / 6 / 7 / 8 mm. Damit sind die Normreihen AS568 (1,78 / 2,62 / 5,33 mm), SMS 1588 (2,4 / 5,7 mm) und DIN 3771 (2,0 / 3,0 / 4,0 / 5,0 / 6,0 / 8,0 mm) abgedeckt. So lassen sich O-Ringe für die meisten gängigen Nutquerschnitte vor Ort fertigen.

Für welche Medien ist FPM-Rundschnur geeignet und wo ist sie nicht einsetzbar?

FPM ist beständig gegen Mineralöle, aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe, HFD-Druckflüssigkeiten und viele Chemikalien. Nicht geeignet ist FPM für DOT-Bremsflüssigkeiten auf Glykol-Basis sowie für Ketone (z. B. Aceton), Ester und Amine. Für Dampf- und Heißwasseranwendungen ist EPDM die bessere Wahl.

Bis zu welcher Temperatur ist FPM-Rundschnur dauerhaft einsetzbar?

FPM-Rundschnur ist bei Dauerbetrieb bis +200°C einsetzbar. Kurzzeitige Temperaturspitzen bis +300°C sind zulässig. Die untere Grenze liegt bei -20°C; unterhalb dieser Temperatur verliert FPM an Elastizität und die Dichtwirkung nimmt ab.

Wie wird die benötigte Schnurlänge für einen O-Ring berechnet?

Die Schnurlänge ergibt sich aus dem Umfang des gewünschten O-Ring-Innendurchmessers: Länge = π × d_i, wobei d_i der Innendurchmesser des fertigen O-Rings ist. Da die stumpf geklebte Verbindung unter leichter Vorspannung besser hält, empfiehlt sich ein Aufmaß von ca. 1–2 % gegenüber dem theoretischen Umfang. Das beiliegende Maßband und die Schneidehilfe unterstützen eine präzise Längenmessung und einen gratfreien Schnitt.

Wie lange sind FPM-Rundschnüre lagerbar?

Gemäß DIN 7716 beträgt die Erstlagerzeit für FPM 10 Jahre, sofern die Schnüre kühl (max. +25°C), trocken, UV-geschützt und spannungsfrei gelagert werden. Nach Ablauf der Erstlagerzeit ist eine Sichtprüfung auf Haarrisse, Verhärtung oder Oberflächenveränderungen durchzuführen. Bei bestandener Prüfung ist eine zweite Lagerperiode von weiteren 5 Jahren zulässig.

Kann man mit dem Kleber im Koffer dauerhaft druckfeste O-Ringe fertigen?

Die Klebeverbindung ist für den Dauereinsatz unter Betriebsdruck ausgelegt. Die erreichbare Festigkeit der Verbindung ist bei korrekter Ausführung (senkrechter Schnitt, vollständiges Aushärten) vergleichbar mit dem Grundmaterial. Für sehr hohe Drücke oder dynamische Belastungen sollte die Klebestelle nicht in den Dichtspalt fallen, da dort mechanische Beanspruchung konzentriert wird.