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Artikelnummer Schnurstärke (mm) Werkstoff Härte (Shore)
017-01 Rundschnur, Qual.NBR70
1,78 mm Durchmesser
1,78 NBR 70

Beschreibung

NBR (Acrylnitril-Butadien-Kautschuk) ist ein synthetischer Elastomerwerkstoff mit guter Beständigkeit gegen Mineralöle, Hydrauliköle H, HL und HLP sowie pflanzliche und tierische Öle und Fette. Der Temperatureinsatzbereich liegt bei -30°C bis +100°C Dauertemperatur, kurzzeitig bis +120°C. NBR ist nicht witterungs- oder ozonbeständig und für Bremsflüssigkeiten auf Glykol-Basis nicht geeignet.

Die Rundschnur wird im Extrusionsverfahren mit kreisrundem Querschnitt hergestellt und als Meterware geliefert. Abmaßtoleranzen gelten nach ISO 3302-1 E1. Diese Toleranzklasse ist weiter als bei Präzisions-O-Ringen, was der Konstrukteur bei der Nutdimensionierung berücksichtigen muss.

Der Einsatz erfolgt ausschließlich als statische Dichtung. Typische Anwendungen sind größere Rohrverbindungen und Deckeldichtungen im Behälterbau, in Hydraulikanlagen sowie im Maschinen- und Fahrzeugbau. Bei Reparaturen vor Ort lässt sich die Rundschnur auf Maß zuschneiden und durch Verkleben zu einem Rundschnurring fügen.

Das Fügen erfolgt mit Cyanacrylat- oder 2-Komponenten-Klebstoff. Stoßflächen müssen vor dem Verkleben aufgeraut und entfettet werden. Für Anwendungen in Seewasser oder sonstigen anspruchsvollen Medien ist eine Verbindung durch Stoßvulkanisation erforderlich. Die Klebestelle weist eine geringere Biegeelastizität als die Schnur selbst auf und darf im montierten Zustand nicht gedehnt werden.

Merkmale

  • WerkstoffNBR (Acrylnitril-Butadien-Kautschuk)
  • Farbeschwarz
  • Temperaturbereich-30°C bis +100°C (kurzzeitig bis +120°C)
  • ToleranzISO 3302-1 E1
  • MedienbeständigkeitMineralöle, Hydrauliköle H/HL/HLP, pflanzliche und tierische Öle, Kraftstoffe (bedingt)
  • LieferformMeterware

Vorteile

  • Beständig gegen Mineralöle und Hydrauliköle H, HL und HLP, geeignet für den Einsatz in allen gängigen hydraulischen Systemen auf Mineralölbasis.
  • Einsetzbar bis +100°C Dauertemperatur und kurzzeitig bis +120°C, damit auch bei thermischen Lastwechseln verwendbar.
  • Gute Abriebfestigkeit des NBR-Werkstoffs; die Schnur widersteht mechanischer Belastung im statischen Einbau.
  • Als Meterware vor Ort auf jede benötigte Länge zuschneidbar, individuelle Dichtungsgrößen ohne Sonderanfertigung und ohne Wartezeit.
  • Fügestelle durch Klebung herstellbar; Rundschnurring direkt am Einbauort konfektionierbar für Reparaturen und Sonderformate.

Einsatzgebiete

Rohrverbindungen im Maschinenbau
Als statische Dichtung in flanschverbundenen und gesteckten Rohrverbindungen in mineralölführenden Leitungssystemen, wo Normmaß-O-Ringe nicht verfügbar sind.
Deckeldichtungen im Behälterbau
Zur Abdichtung von Revisions- und Wartungsöffnungen an Hydraulikbehältern, Getriebegehäusen und Ölwannen.
Hydraulikanlagen und Pressen
Als Ersatz- oder Reparaturdichtung in Hydrauliksystemen mit Mineralöl H, HL und HLP, wenn Normgrößen nicht greifbar sind.
Fahrzeugbau und Instandhaltung
Zur Reparatur und Erstabdichtung an Getriebe-, Motor- und Ölsystemen, wo individuelle Dichtungsformate benötigt werden.
Anlagenbau und Feldmontage
Vor Ort auf Maß zuschneidbar und klebbar für die schnelle Instandsetzung in Hydraulik-, Schmier- und Kühlmittelleitungen ohne Wartezeit auf Sonderanfertigungen.
Stahl- und Metallbau
Zur statischen Abdichtung von Wartungsöffnungen und Behälternähten gegen Schmieröle und Bearbeitungsöle in Bearbeitungsmaschinen.

Do's and Dont's

Do's:
  • Einbaunut vor der Montage auf Grate, Kratzer und Verunreinigungen prüfen.
  • Rundschnur vor dem Einlegen mit einem medienverträglichen Schmiermittel benetzen.
  • Montagewerkzeuge aus weichem Material (z.B. POM) verwenden.
  • Kühl, trocken und lichtgeschützt bei max. +25°C lagern, gemäß DIN 7716.
  • FIFO-Prinzip beim Lagerumschlag anwenden; maximale Lagerdauer 7 Jahre.
Don'ts:
  • Nicht für dynamische Dichtungsanwendungen einsetzen; NBR Rundschnüre sind ausschließlich für statische Abdichtung geeignet.
  • Nicht für Bremsflüssigkeiten auf Glykol-Basis (DOT 3/4) einsetzen; NBR ist gegen diese Medien nicht beständig.
  • Keine scharfkantigen Werkzeuge bei der Montage verwenden.
  • Nicht unter mechanischer Spannung oder Dehnung lagern; spannungsfreie Lagerung in der Originalverpackung.
  • Nicht in der Nähe von Ozon-erzeugenden Quellen (Elektromotoren, UV-Licht) lagern.

Montage

  1. Einbaunut und Montageoberfläche reinigen; Staub, Schmutz und Metallspäne vollständig entfernen.
  2. Alle Kanten im Einbauraum auf Grate prüfen; gratfreie Kanten und übergangslose Schrägen sind Voraussetzung für eine zuverlässige Abdichtung.
  3. Gewindespitzen und angrenzende Einbauzonen mit einer Montagehülse aus weichem Material abdecken.
  4. Montageoberfläche und Rundschnur mit einem medienverträglichen Schmiermittel behandeln. Erwärmen der Schnur in Wasser oder Mineralöl auf ca. 80°C erhöht die Geschmeidigkeit und erleichtert das Einlegen.
  5. Rundschnur gleichmäßig in die Nut einlegen und dabei Verdrillung vermeiden; den Ring über die Montagefläche rollen, bis er in die Nut einschnappt.
  6. Nur Montagewerkzeuge aus weichem Material (z.B. POM) einsetzen; scharfkantige Hilfsmittel beschädigen die Schnuroberfläche und beeinträchtigen die Dichtwirkung.
  7. Für das Fügen zu einem Rundschnurring: Stoßflächen mit feinem Sandpapier anrauen, entfetten und mit Cyanacrylat- oder 2-Komponenten-Klebstoff spannungsfrei verkleben. Klebestelle vollständig aushärten lassen; den verklebten Ring nicht über die Stoßstelle dehnen.
  8. Bei Anwendungen in Seewasser oder sonstigen anspruchsvollen Medien: Verbindung durch Stoßvulkanisation herstellen.

FAQ

Welchen Temperaturbereich verträgt eine NBR Rundschnur dauerhaft?

NBR Rundschnüre sind dauerhaft bis +100°C einsetzbar und vertragen kurzzeitige Temperaturspitzen bis +120°C. Nach unten bleibt NBR bis -30°C flexibel und dichtend wirksam.

Für welche Medien ist NBR geeignet und für welche nicht?

NBR ist beständig gegen Mineralöle, Hydrauliköle H/HL/HLP, pflanzliche und tierische Öle sowie Kraftstoffe (bedingt). Nicht geeignet ist NBR für Bremsflüssigkeiten auf Glykol-Basis (DOT 3/4), Witterungseinflüsse, Ozon und Wasserdampf.

Wie wird eine Rundschnur zu einem Rundschnurring gefügt?

Die Stoßflächen werden mit feinem Sandpapier aufgeraut und entfettet, dann mit Cyanacrylat- oder 2-Komponenten-Klebstoff spannungsfrei verklebt. Die Klebestelle muss vollständig aushärten, bevor die Montage erfolgt. Für Anwendungen in Seewasser oder hochbeanspruchten Medien ist eine Verbindung durch Stoßvulkanisation erforderlich.

Was ist der Unterschied zwischen einer Rundschnur und einem O-Ring?

O-Ringe werden in Normgrößen nach DIN 3771 oder ISO 3601 mit engeren Toleranzen vorgefertigt. Rundschnüre werden als Meterware mit Toleranzen nach ISO 3302-1 E1 geliefert und lassen sich vor Ort auf jede Länge schneiden. Das ermöglicht individuelle Dichtungsformate ohne Sonderanfertigung, jedoch mit weiteren Maßtoleranzen als Präzisions-O-Ringe.

Kann eine NBR Rundschnur dynamisch beansprucht werden?

Nein. Rundschnüre sind ausschließlich für statische Dichtungsanwendungen geeignet. Bei Relativbewegungen wie in Kolben- oder Stangendichtungen nimmt die Rundschnur Schaden und verliert die Dichtwirkung. Für dynamische Anwendungen sind speziell ausgelegte Dichtelemente erforderlich.

Welche Toleranznorm gilt für NBR Rundschnüre und was bedeutet das für die Nutkonstruktion?

NBR Rundschnüre haben Abmaßtoleranzen nach ISO 3302-1 E1. Diese Toleranzklasse ist weiter als bei Präzisions-O-Ringen nach ISO 3601, was der Konstrukteur bei der Nutdimensionierung berücksichtigen muss. Bei engen Spaltanforderungen empfiehlt sich die Prüfung des tatsächlichen Schnurdurchmessers vor dem Einbau.