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Artikelnummer Schnurstärke (mm) Werkstoff Härte (Shore)
030-05 Rundschnur, Qual.FPM75 (Viton)
3 mm Durchmesser
2,2 FPM 75

Beschreibung

Rundschnur aus FPM (Fluorkautschuk) wird im Extrusionsverfahren hergestellt und als Meterware geliefert. Der kreisrunde Querschnitt entspricht dem Profil eines O-Rings. Die Schnur kann vor Ort auf jede gewünschte Länge abgelängt und durch Stoßkleben oder Stoßvulkanisieren zu einem Rundschnurring mit individuellem Innendurchmesser verbunden werden. Damit eignet sie sich für Dichtungsaufgaben, bei denen keine Norm-O-Ring-Größe passt oder die Dichtstelle nicht demontiert werden kann.

FPM gehört zur Werkstoffklasse der Fluorkautschuke und enthält einen hohen Fluoranteil, der die Beständigkeit gegen Mineralöle, Hydraulikflüssigkeiten, aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe, Treibstoffe sowie viele organische Lösungsmittel begründet. Der Dauertemperaturbereich reicht von -20°C bis +200°C; kurzzeitige Spitzen bis +220°C sind möglich. FPM zeigt außerdem eine sehr geringe Gasdurchlässigkeit sowie gute Ozon-, Witterungs- und Alterungsbeständigkeit.

Die mechanischen Kennwerte gemäß Datenblatt: Shore-Härte A 75 ± 5 (DIN ISO 7619), Zugfestigkeit >7,0 N/mm² (DIN 53504), Bruchdehnung >180 % (DIN 53504), Druckverformungsrest 15 % nach 22 h/200°C (DIN ISO 815 B). Die Maßtoleranzen der Schnur entsprechen DIN ISO 3302-1 E2.

FPM ist nicht beständig gegen Heißwasser, Dampf über 150°C, Amine, organische Säuren und polare Lösungsmittel wie Ketone oder Ester. Für diese Medien sind EPDM oder PTFE besser geeignet.

Merkmale

  • WerkstoffFPM (Fluorkautschuk, Viton)
  • Farbeschwarz
  • Shore-Härte75 ± 5 Shore A (DIN ISO 7619)
  • Temperaturbereich-20°C bis +200°C, kurzzeitig bis +220°C
  • Zugfestigkeit>7,0 N/mm² (DIN 53504)
  • Bruchdehnung>180 % (DIN 53504)
  • Druckverformungsrest15 % nach 22 h/200°C (DIN ISO 815 B)
  • Dichte1,28 ± 0,03 g/cm³ (DIN ISO 1183)
  • MaßtoleranzDIN ISO 3302-1 E2
  • LieferformMeterware (Schnur)

Vorteile

  • Vor Ort auf beliebige Länge zuschneidbar und zum Rundschnurring fügbar: kein Standarddurchmesser erforderlich, Dichtstellen ohne Demontage versorgbar.
  • Beständig gegen Mineralöle, HFD-Hydraulikflüssigkeiten und aliphatische Kohlenwasserstoffe bei dauerhaften Temperaturen bis +200°C.
  • Sehr geringe Gasdurchlässigkeit: geeignet für Gasdichtungen in der Verfahrenstechnik und Pneumatik.
  • Hervorragende Ozon-, Witterungs- und Alterungsbeständigkeit: Lagerzeit bis 10 Jahre gemäß DIN 7716.
  • Druckverformungsrest von 15 % nach 22 h/200°C sichert dauerhaft ausreichende Elastizität in der Nut.

Einsatzgebiete

Flansch- und Deckeldichtungen in der Prozesstechnik
Die Rundschnur wird auf Maß geschnitten und zu einem Ring gefügt, um Flanschverbindungen und Deckelabdichtungen an Reaktoren, Behältern und Rohrleitungen bei erhöhten Temperaturen und aggressiven Medien statisch abzudichten.
Hydraulikzylinder und Hydraulikarmaturen
Einsatz als statische Dichtung an Zylinderböden und -deckeln sowie an Hydraulikarmaturen, wo Beständigkeit gegen Mineralöle und HFD-Flüssigkeiten bei Drücken bis 1000 bar gefordert wird (mit Stützring).
Chemische und petrochemische Industrie
FPM ist beständig gegen Treibstoffe, aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe sowie viele Chemikalien: Einsatz an Pumpen, Ventilen und Absperrarmaturen in der Chemie- und Raffinerieindustrie.
Automobilindustrie und Motorenbau
Dichtungen für Kraftstoffsysteme, Getriebeöl-Kreisläufe und Hochtemperaturbereiche im Motorraum, wo Benzin-, Diesel- und Ölbeständigkeit bei dauerhaft hohen Temperaturen gefragt ist.
Vakuumanlagen und Analysetechnik
Die sehr geringe Gasdurchlässigkeit von FPM macht die Rundschnur geeignet für Dichtungsanwendungen in Vakuumsystemen und in der Analysetechnik, wo Ausgasungsarmut wichtig ist.
Maschinenbau bei erhöhten Temperaturen
Überall dort, wo handelsübliche O-Ring-Normdurchmesser nicht verfügbar oder Dichtstellen nicht demontierbar sind, ermöglicht die Meterware eine individuelle Lösung direkt auf der Anlage.

Do's and Dont's

Do's:
  • Schnur bis zur Verarbeitung in der lichtgeschützten Originalverpackung belassen.
  • Lagerung bei max. +25°C, 65% relativer Luftfeuchtigkeit, ohne direkte UV-Bestrahlung (DIN 7716).
  • Schnur spannungsfrei und flach lagern, keine bleibenden Verformungen erzwingen.
  • Vor dem Einbau auf Haarrisse, Verhärtungen und mechanische Beschädigungen prüfen.
  • Nur FPM-kompatible Schmiermittel und Klebstoffe verwenden.
Don'ts:
  • Nicht in Kontakt mit Heißwasser, Dampf über 150°C, Aminen, organischen Säuren oder polaren Lösungsmitteln (Ketone, Ester) einsetzen.
  • Nicht mit EPDM-Dichtelementen oder PVC im Lager in direktem Kontakt lagern.
  • Keine scharfen Werkzeuge oder Klingen beim Einlegen der Schnur verwenden.
  • Nicht über den Temperaturbereich von -20°C bis +200°C hinaus dauerhaft belasten.

Montage

  1. Schnur mit einem scharfen, rechtwinkligen Schnitt auf die benötigte Länge ablängen. Die Schnittfläche muss plan und sauber sein, damit die Stoßverbindung dicht hält.
  2. Zum Rundschnurring fügen: Stoßkleben mit FPM-geeignetem Klebstoff (Cyanacrylat-Kleber ist gängig) oder Stoßvulkanisieren durch einen Fachbetrieb. Die Verbindungsstelle muss fluchtgenau und spannungsfrei sein.
  3. Nut und Dichtflächen vor dem Einlegen auf Beschädigungen, Grate und Verschmutzung prüfen. Das Nutvolumen muss ca. 25 % größer sein als das Schnurvolumen (Wärmedehnung und ggf. Quellung).
  4. Schnur leicht mit dem Betriebsmedium oder einem FPM-kompatiblen Montagefett benetzen, dann gleichmäßig und ohne Verdrehen in die Nut einlegen.
  5. Keine scharfen Montagewerkzeuge verwenden. Schnittgrate an Einführschrägen vor dem Einbau entfernen, um die Schnuroberfläche nicht zu beschädigen.

FAQ

Welchen Unterschied gibt es zwischen einer Rundschnur und einem O-Ring aus FPM?

Ein O-Ring ist ein endloser, genormter Dichtring mit festem Innendurchmesser und Schnurstärke. Eine Rundschnur ist dasselbe Profil als Meterware: Sie wird auf die benötigte Länge abgelängt und vor Ort durch Stoßkleben oder Stoßvulkanisieren zum Ring gefügt. Damit sind beliebige Durchmesser realisierbar, die kein Normmaß abdeckt.

Bis zu welcher Temperatur ist die FPM-Rundschnur dauerhaft einsetzbar?

Der Dauertemperaturbereich liegt bei -20°C bis +200°C. Kurzzeitige Spitzentemperaturen bis +220°C sind möglich. Unterhalb von -20°C verliert FPM an Elastizität und dichtet nicht mehr zuverlässig ab.

Ist FPM-Rundschnur beständig gegen Bremsflüssigkeit?

Nein. FPM ist nicht beständig gegen DOT-Bremsflüssigkeiten auf Glykol-Basis. Für diese Medien ist EPDM die richtige Werkstoffwahl.

Wie verbinde ich die Rundschnur zu einem geschlossenen Ring?

Die gängigste Methode ist das Stoßkleben mit einem FPM-geeigneten Cyanacrylat-Klebstoff. Dabei muss die Schnittfläche rechtwinklig, plan und sauber sein. Alternativ wird die Stoßstelle durch Vulkanisation verbunden, was eine höhere Festigkeit der Fügezone ergibt. Die Verbindungsstelle sollte bei der Montage nach Möglichkeit in einem Bereich positioniert werden, der geringem Druck ausgesetzt ist.

Kann FPM-Rundschnur mit Dampf in Kontakt kommen?

Nicht bei Dauereinsatz. FPM zeigt eine unzureichende Beständigkeit gegen Heißdampf und Heißwasser über 150°C. Für Dampfanwendungen ist EPDM oder PTFE geeigneter.

Welche Nutmaße gelten für die FPM-Rundschnur?

Die Nutauslegung folgt denselben Regeln wie für O-Ringe: Das Nutvolumen muss ca. 25 % größer als das Schnurvolumen sein, um Wärmedehnung und eventuelle Quellung aufzunehmen. Die Nutmaße richten sich nach der jeweiligen Schnurstärke gemäß DIN 3771 oder ISO 3601. Für statische Abdichtungen bei hohen Drücken ist ein PTFE-Stützring einzuplanen.