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Artikelnummer Schnurstärke (mm) Werkstoff Härte (Shore)
010-04 Rundschnur, Qual.EPDM70
1 mm Durchmesser
1 EPDM 70

Beschreibung

EPDM-Rundschnüre bestehen aus peroxidvernetztem Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk und sind als endliche Stränge mit kreisrundem Querschnitt extrudiert. Die Dichtwirkung entsteht durch Verformung des Querschnitts nach Einbau und Verpressung im Einbauraum. Die Rückstellkraft des gummielastischen Werkstoffs gleicht Fertigungstoleranzen und Oberflächenunregelmäßigkeiten der abzudichtenden Bauteile aus.

EPDM ist beständig gegen Heißwasser und Wasserdampf, Waschmittel-, Natron- und Kalilauge, Siliconöle und -fette, viele verdünnte Säuren und polare Lösungsmittel. Sehr gute Witterungs-, Ozon- und Alterungsbeständigkeit macht den Werkstoff für Außenanwendungen geeignet, bei denen NBR oder andere Elastomere vorzeitig altern würden. Nicht beständig ist EPDM gegen Mineralöle, Mineralfette und Kraftstoffe.

Die Rundschnur kann vor Ort auf Maß zugeschnitten werden. Durch Stoßverkleben mit Cyanacrylat-Kleber oder durch Stoßvulkanisation lässt sie sich zu Rundschnurringen beliebiger Abmessung fügen. Stoßverklebte Ringe eignen sich für Anwendungen bis ca. 80 °C; für höhere Temperaturen oder Seewasser-Einsätze ist Stoßvulkanisation erforderlich.

Maßtoleranzen gemäß ISO 3302-1 E1. Lagerzeit nach DIN 7716 beträgt 10 Jahre für EPDM.

Merkmale

  • WerkstoffEPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk)
  • Härte70–80 Shore A
  • Temperaturbereich-35 °C bis +140 °C
  • Toleranzgemäß ISO 3302-1 E1
  • Farbeschwarz
  • Querschnittsformkreisrund
  • Dichtungstypstatisch

Vorteile

  • Beständig gegen Heißwasser und Wasserdampf bis +100 °C, wodurch der Einsatz in Dampfleitungen und Heißwasseranlagen möglich ist.
  • Sehr gute Ozon- und UV-Beständigkeit ohne Degradation, geeignet für dauerhaft witterungsexponierte Einbaustellen.
  • Beständig gegen Waschmittel, Natron- und Kalilauge sowie viele verdünnte Säuren, daher einsetzbar in chemischen Anlagen und Reinigungsanlagen.
  • Vor Ort zuschneidbar und zu Rundschnurringen stoßverklebbar oder stoßvulkanisierbar, was Reparaturen ohne Vorrätigkeit konfektionierter O-Ringe ermöglicht.
  • Lagerzeit von 10 Jahren nach DIN 7716, was Vorratshaltung bei geringen Lagerkosten erlaubt.

Einsatzgebiete

Rohrverbindungen und Armaturen
Statische Abdichtung von Rohrflanschen, Armaturen und Pumpengehäusen, wo Heißwasser, Wasserdampf oder wässrige Lösungen als Medium auftreten.
Behälter- und Containerbau
Deckel- und Flanschdichtungen an Behältern und Tanks für wässrige Medien, Laugen und verdünnte Säuren in der Chemietechnik und im Anlagenbau.
Klimatechnik und Lüftungsanlagen
Abdichtung von Gehäuseflanschen und Deckeln in Lüftungsgeräten und Klimazentralen, die Kondensatfeuchte und Ozonexposition ausgesetzt sind.
Fassaden- und Fensterbau
Fugendichtung zwischen Glas- und Metallkonstruktionen in Fassaden sowie Fenster- und Türdichtung, wo dauerhafte Witterungs- und UV-Beständigkeit gefordert ist.
Heizungsanlagen und Solaranlagen
Dichtungen in Heizungsverteilern und Solarsystemen, in denen Heißwasser bis ca. 140 °C dauerhaft auftritt.
Chemische Prozessanlagen
Flanschdichtungen an Behältern und Rohrleitungen, die Laugen, Reinigungsmittel oder polare Lösungsmittel führen.
Reparatur und Instandhaltung
Vor-Ort-Fertigung von Dichtringen durch Zuschneiden und Stoßverkleben der Schnur, wenn keine Normringe in der benötigten Abmessung verfügbar sind.

Do's and Dont's

Do's:
  • Rundschnur vor dem Einbau auf mechanische Beschädigungen, Haarrisse und Verhärtungen prüfen.
  • Lagerung gemäß DIN 7716: kühl (max. +25 °C), trocken, lichtgeschützt, ohne UV-Einwirkung und ohne Ozonquellen in der Nähe.
  • Bis zur Verwendung in Originalverpackung belassen; FIFO-Prinzip anwenden.
  • Für Seewasser oder anspruchsvolle Anwendungen über 80 °C stoßvulkanisierte Verbindung verwenden.
Don'ts:
  • Nicht in Kontakt mit Mineralölen, Mineralfetten oder Kraftstoffen einsetzen, da EPDM gegenüber diesen Medien nicht beständig ist.
  • Nicht mit scharfkantigen Metallwerkzeugen montieren; keine Kerben oder Kratzer im Einbauraum.
  • Nicht überdehnen oder verdrehen beim Einlegen in die Nut.
  • Stoßverklebten Ring nicht über die Klebestelle dehnen.
  • Nicht gemeinsam mit PVC, Kreosot oder anderen Gummisorten lagern.
  • Nicht mit organischen Lösungsmitteln reinigen (kein Trichlorethylen, Tetrachlorkohlenstoff oder Petroleum).

Montage

  1. Nut, Auflagefläche und Einbauraum vor der Montage von Staub, Schmutz, Metallspänen und sonstigen Verunreinigungen reinigen.
  2. Alle Kanten müssen gratfrei sein; Einführschrägen übergangslos anbringen, damit die Schnur beim Einlegen nicht beschädigt wird.
  3. Montageoberfläche und Rundschnur mit einem mit dem Betriebsmedium verträglichen Fett benetzen. Das Elastomer kann in Wasser oder Öl auf ca. 80 °C erwärmt werden, um die Geschmeidigkeit zu erhöhen.
  4. Schnur gleichmäßig und spannungsfrei in die Nut einlegen; Verdrillung unbedingt vermeiden.
  5. Für Rundschnurringe: Stoßstellen mit feinem Sandpapier anrauen, mit Aceton oder einem geeigneten Reiniger entfetten, dann mit Cyanacrylat-Kleber spannungsfrei verkleben. Bei EPDM ist der Einsatz eines Primers erforderlich.
  6. Klebestelle vollständig durchtrocknen lassen, bevor der Ring belastet wird. Den stoßverklebten Ring nicht über die Klebestelle dehnen.
  7. Bei Anwendungen über ca. 80 °C oder in Seewasser statt Stoßverklebung Stoßvulkanisation verwenden.
  8. Verwendete Montagewerkzeuge aus weichem Material (z. B. POM) ohne scharfe Kanten wählen.

FAQ

Bis zu welcher Temperatur ist die EPDM-Rundschnur dauerhaft einsetzbar?

Die EPDM-Rundschnur ist dauerhaft von -35 °C bis +100 °C einsetzbar. Bei stoßverklebten Rundschnurringen reduziert die Klebstoff-Verbindung die zulässige Temperatur auf ca. 80 °C; für höhere Temperaturen ist Stoßvulkanisation erforderlich.

Kann die EPDM-Rundschnur mit Mineralölen oder Hydraulikölen auf Mineralölbasis eingesetzt werden?

Nein. EPDM ist nicht beständig gegen Mineralöle, Mineralfette und Kraftstoffe. Für ölführende Systeme auf Mineralölbasis sind NBR- oder FPM-Rundschnüre die geeignete Wahl.

Wie füge ich eine Rundschnur zu einem Rundschnurring zusammen?

Die Schnur wird auf das benötigte Maß zugeschnitten. Die Stoßstellen werden mit feinem Sandpapier angeraut und mit Aceton entfettet. Bei EPDM wird zusätzlich ein Primer aufgetragen, bevor die Enden mit Cyanacrylat-Kleber spannungsfrei gefügt werden. Für Anwendungen über ca. 80 °C oder in Seewasser ist Stoßvulkanisation erforderlich.

Welche Medien sind mit EPDM-Rundschnüren verträglich?

EPDM ist gut beständig gegen Heißwasser, Wasserdampf, Waschmittel, Natron- und Kalilauge, Siliconöle, viele verdünnte Säuren und polare Lösungsmittel. Auch gegen Ozon, UV-Strahlung und Witterungseinflüsse zeigt EPDM sehr gute Beständigkeit.

Was ist der Unterschied zwischen EPDM- und NBR-Rundschnüren?

EPDM ist für Wasser, Dampf, Laugen, Säuren und Außenanwendungen geeignet, aber nicht beständig gegen Mineralöle. NBR ist der Standard für mineralöl- und fettführende Systeme, weist jedoch keine Ozon- und Witterungsbeständigkeit auf. Die Werkstoffwahl richtet sich in erster Linie nach dem Betriebsmedium.

Welche Maßtoleranzen gelten für EPDM-Rundschnüre?

Für EPDM-Rundschnüre gelten die Toleranzen nach ISO 3302-1 Klasse E1. Die Norm definiert zulässige Abweichungen vom Nenndurchmesser der Schnur in Abhängigkeit von der Schnurstärke.