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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Einbauraumhöhe L1 (mm) Typ
116105042-0559R311N Kolbendichtsatz aus PTFE/05
R311-116x105x4,2 Rotation
inkl. NBR O-Ring
105 116 4,2 R311

Beschreibung

Der R311 ist ein zweiteiliger Dichtsatz für Kolben in hydraulischen Drehdurchführungen. Er besteht aus einem PTFE-Kohle-Profilring und einem Elastomer-O-Ring, der als elastisches Vorspannelement wirkt. Das Zusammenspiel beider Komponenten erzeugt eine konstante Anpresskraft auf die Gleitfläche, ohne dass der Druckaufbau im System dafür erforderlich ist.

Die umlaufende Nut auf der Gleitfläche des Profilrings bildet im Betrieb ein Schmiermittelreservoir. Dieses Reservoir reduziert Reibung auch bei niedrigen Gleitgeschwindigkeiten und verhindert den Stick-Slip-Effekt zuverlässig. Der Profilring aus PTFE-Kohle ist dabei besonders verschleißfest und hält auch engere Spalte über die gesamte Lebensdauer ab.

Der R311 arbeitet bei dynamischen Drücken bis 300 bar und Temperaturen von -30°C bis +100°C. Die maximale Gleitgeschwindigkeit beträgt 1,0 m/s, der pv-Grenzwert liegt bei 40 bar·m/s unter geschmierten Bedingungen. Der kompakte Einbauraum und die einfache Nutgestaltung erlauben die Montage in geschlossene Nuten ab einem Kolbendurchmesser von ca. 30 mm.

Merkmale

  • Profilring-WerkstoffPTFE-Kohle (PTFE/05)
  • VorspannelementElastomer-O-Ring
  • BetriebsartRotation und Schwenkbewegung, dynamisch
  • Max. Gleitgeschwindigkeit1,0 m/s
  • Temperaturbereich-30°C bis +100°C
  • Max. Betriebsdruck (dynamisch)300 bar
  • Max. pv-Grenzwert (geschmiert)40 bar·m/s
  • Einbauartgeschlossene Nuten (Kolben, ab ca. 30 mm Ø)
  • Schmierungumlaufende Nut auf Gleitfläche als Schmiermittelreservoir

Vorteile

  • Stick-Slip-freier Lauf durch PTFE-Kohle-Gleitfläche mit integriertem Schmiermittelreservoir — auch bei Gleitgeschwindigkeiten unter 0,1 m/s.
  • Sehr geringe Reibung, da der PTFE-Kohle-Profilring keinen nennenswerten Schmierfilm vom Hydraulikmedium benötigt.
  • Montage in geschlossene Nuten möglich — kein Zerlegen des Kolbens erforderlich, was Montagezeit reduziert.
  • Geringer Abrieb des PTFE-Kohle-Werkstoffs erhält das Spaltmaß über die gesamte Betriebsdauer und verhindert vorzeitige Leckage.
  • Kompakter Einbauraum durch einteiligen Profilring mit integrierter Dichtfunktion — einfache Nutgeometrie ohne Stützringe.
  • Zuverlässige Vorspannung unabhängig vom Systemdruck durch den elastomeren O-Ring als Federelement.

Einsatzgebiete

Drehdurchführungen in Hydraulikzylindern
Der R311 dichtet Kolben in Drehdurchführungen ab, bei denen sowohl Drehbewegung als auch hoher Hydraulikdruck gleichzeitig auftreten. Typisch bei Drehkränzen und Rundtischen in Produktionsanlagen.
Schwenkantriebe
In hydraulischen Schwenkantrieben (z. B. Greiferrotation, Schwenkmodule in Transferstraßen) arbeitet der R311 bei schnell wechselnden Bewegungsrichtungen ohne Stick-Slip-Anlaufruck.
Werkzeugmaschinen-Hydraulik
Werkzeugmaschinen mit rotierenden Spannvorrichtungen, Revolverköpfen oder motorisierten Spindeln setzen Drehdurchführungen mit hoher Druckfestigkeit und geringer Reibung voraus. Der R311 erfüllt beide Anforderungen bei Betriebsdrücken bis 300 bar.
Drehkränze in Mobilkranen und Baumaschinen
Drehkränze übertragen Hydrauliköl vom stationären Fahrzeugrahmen zum drehenden Oberwagen. Der R311 ist für diese Anwendung ausgelegt, wo Schwenkbewegungen mit mittlerer Geschwindigkeit und hohem Druck kombiniert werden.
Industrieroboter und Handlingssysteme
Rotationsachsen in Industrierobotern benötigen spielarme, reibungsarme Dichtungen für positionsgenaue Bewegungen. Der stick-slip-freie Lauf des R311 verhindert Rucken beim Anfahren aus dem Stillstand.
Prüfstände und Messtechnik-Hydraulik
Auf Prüfständen mit rotierenden Prüflingen wird Hydrauliköl durch Drehdurchführungen zugeführt. Die geringe und konstante Reibung des R311 vermeidet Störgrößen in der Kraft- oder Drehmomentsignalerfassung.

Do's and Dont's

Do's:
  • Profilring vor der Montage auf Risse, Kerben oder Verformungen prüfen.
  • O-Ring trocken und ölfrei in die Nut einlegen — die Kontaktfläche zwischen O-Ring und Profilring muss trocken bleiben.
  • Nur die dynamische Gleitfläche leicht benetzen (Betriebsmedium oder HZ103).
  • Dichtungssatz bis zur Montage in der Originalverpackung kühl, trocken und UV-geschützt lagern.
  • Alle Kantenverrundungen und Entgratungen der Einbauräume vor Montage kontrollieren.
  • Hydrauliksystem nach Montage vollständig entlüften.
Don'ts:
  • O-Ring nicht verdrehen beim Einlegen — Torsion verringert die Lebensdauer.
  • Profilring nicht mit scharfen Werkzeugen (Schraubenzieher, Spitzzange) in die Nut hebeln — Oberfläche beschädigt die Gegenlaufläche.
  • Keine Schmiermittel zwischen O-Ring und Profilring auftragen — Fett dort verhindert die korrekte Vorspannwirkung.
  • Betriebsparameter nicht überschreiten: max. 300 bar dynamisch, max. 1,0 m/s, max. pv 40 bar·m/s.
  • Dichtungssatz nicht in Medien einsetzen, die PTFE oder den verwendeten Elastomerwerkstoff angreifen (z. B. konzentrierte Säuren, Ketone ohne Rücksprache).

Montage

  1. Einbaunut und Kolbenfläche vor der Montage von Schmutz, Metallspänen und Beschädigungen reinigen. Alle Kanten gratfrei und gut verrundet prüfen.
  2. Den Elastomer-O-Ring trocken und entfettet in die Nut einlegen. Dabei den O-Ring nicht verdrehen.
  3. Den PTFE-Kohle-Profilring oval aufweiten und axial in die Nut einschnappen. Die Kontaktfläche zwischen O-Ring und Profilring muss trocken bleiben — kein Fett oder Öl zwischen beide Teile bringen.
  4. Den Profilring von Hand oder mit einem dünnen Dorn (Einlaufwinkel 10° bis 15°) gleichmäßig kalibrieren, bis er rund sitzt.
  5. Die dynamische Gleitfläche (Zylinder-Innenfläche) vor dem Einführen des Kolbens leicht mit dem Betriebsmedium oder HENNLICH Dichtungsfett HZ103 benetzen.
  6. Kolben sorgfältig und ohne Kantenpressung einführen. Bei sehr kleinen Innendurchmessern oder großem Querschnitt des Profilrings scharfe Biegungen durch eine nierenförmige Vorverformung vermeiden.
  7. Nach der Montage das Hydrauliksystem gründlich entlüften, bevor der volle Betriebsdruck aufgebaut wird.

FAQ

Warum ist der R311 für Drehdurchführungen besser geeignet als ein Standard-Nutring?

Standard-Nutringe aus PU oder NBR zeigen bei Rotationsbewegungen und niedrigen Geschwindigkeiten oft Stick-Slip, weil ihre Reibung druckabhängig ist. Der R311 verwendet einen PTFE-Kohle-Profilring mit integriertem Schmiermittelreservoir, der eine gleichmäßig niedrige Reibung unabhängig vom Systemdruck erzeugt. Das macht ihn besonders geeignet für Anwendungen mit häufigem Anfahren aus dem Stillstand.

Bis zu welchem Druck ist der R311 für dynamische Rotationsbewegungen einsetzbar?

Der R311 ist für dynamische Rotationsbewegungen bis 300 bar ausgelegt. Dabei gilt der pv-Grenzwert von 40 bar·m/s unter geschmierten Bedingungen als maßgebliche Kombikennzahl aus Druck und Gleitgeschwindigkeit. Die maximale Gleitgeschwindigkeit beträgt 1,0 m/s.

Welche Temperaturen verträgt der R311?

Der R311 ist für den Dauerbereich von -30°C bis +100°C ausgelegt. Der PTFE-Kohle-Profilring selbst wäre temperaturtechnisch höher belastbar, aber der Elastomer-O-Ring begrenzt den Einsatzbereich auf diese Werte. Bei Temperaturen außerhalb dieses Bereichs kann die Vorspannwirkung des O-Rings nachlassen.

Kann der R311 auch in axial offenen Nuten montiert werden?

Ja, der R311 kann bei axial offenen Nuten durch Zusammendrücken beider Elemente gemeinsam eingesetzt werden. Dabei muss die Nut sauber und der Profilring trocken sein. Bei axial geschlossenen Nuten wird der Profilring oval aufgeweitet und axial eingeschnappt; der O-Ring wird vorher trocken eingelegt.

Welcher Elastomerwerkstoff wird für den O-Ring im R311 verwendet?

Das Produktprogramm nennt den O-Ring als "Elastomer-Vorspannelement", ohne den genauen Werkstoff in den Basisdaten festzulegen. Da der Temperaturbereich bis -30°C und +100°C angegeben ist, kommen NBR oder H-NBR als Standardwerkstoff in Frage. Für Anwendungen mit schwerentflammbaren Medien oder erhöhter Temperatur empfiehlt sich eine Rücksprache mit HENNLICH zur Werkstoffauswahl.

Was ist der Stick-Slip-Effekt und wie verhindert der R311 ihn?

Stick-Slip entsteht, wenn die Haftreibung einer Dichtung größer ist als ihre Gleitreibung. Beim Anlaufen reißt der Schmierfilm ab, die Dichtung haftet kurz und gibt dann ruckartig nach. Dieser Zyklus wiederholt sich und erzeugt ein Ruckeln, das bei Positionieraufgaben oder Drehmomentsensoren als Störung wirkt. Der R311 vermeidet dies durch den PTFE-Kohle-Werkstoff mit sehr geringem und gleichmäßigem Reibungskoeffizienten sowie durch das Schmiermittelreservoir in der umlaufenden Nut.