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Beschreibung
KLINGER Graphit-Laminat PSM besteht aus expandiertem Graphit mit einer Reinheit von ≥99,0 % (nach DIN 51903) und einer 0,1 mm dicken Streckmetalleinlage aus Edelstahl AISI 316L. Die Verbindung zwischen Graphit und Einlage erfolgt ohne Klebstoff, mechanisch durch das Streckmetallgitter. Das Material ist frei von Harzen, Imprägnierungen und anderen organischen Stoffen.Die Dichte der Graphitschicht beträgt 1,0 g/cm³ (DIN 28090-2), die Kompressibilität 35–45 % und die Rückfederung 12–18 % (jeweils ASTM F36A). Die spezifische Leckrate liegt unter 0,10 mg/s·m nach DIN 28090-2. Der Chloridgehalt der Graphitschicht ist auf ≤40 ppm begrenzt, was Spannungsrisskorrosion an austenitischen Flanschen verhindert.
PSM ist für Heißwasser- und Dampfanwendungen bis 450 °C ausgelegt. Im gesamten Temperaturbereich bleiben die physikalischen Eigenschaften des Materials stabil, was einen gleichbleibenden Dichtsitz über die Betriebsdauer sichert. Für Kernanwendungen ist eine Graphitreinheit von ≥99,8 % auf Anfrage erhältlich.
Das Material wird als Platte geliefert (1000×1000 mm, 1500×1500 mm, 2000×1000 mm) in Stärken von 0,6 bis 6,0 mm. Dichtungen werden aus diesen Platten auf Maß gestanzt oder geschnitten. Zertifizierungen: DIN-DVGW, KTW-Richtlinie, Fire Safe nach DIN EN ISO 10497, German Lloyd, BAM-geprüft.
Merkmale
- WerkstoffExpandierter Graphit mit Streckmetalleinlage AISI 316L
- Graphitreinheit≥ 99,0 % nach DIN 51903 (auf Anfrage ≥ 99,8 % Nuklearqualität)
- Dichte der Graphitschicht1,0 g/cm³ nach DIN 28090-2
- Einlagendicke0,10 mm
- Anzahl Einlagen1
- Kompressibilität35–45 % nach ASTM F36A
- Rückfederung12–18 % nach ASTM F36A
- Kriechrelaxation DIN 52913≥ 46 MPa (16 h / 50 MPa / 300 °C)
- Spez. Leckrate λ< 0,10 mg/s·m nach DIN 28090-2
- Chloridgehalt der Graphitschicht≤ 40 ppm nach DIN 28090-2
- Maximaltemperatur (Dampf)450 °C
- NormDIN 28090-2
- Plattenformat1000×1000 mm, 1500×1500 mm, 2000×1000 mm
- Stärken0,6 / 0,8 / 1,0 / 1,5 / 2,0 / 3,0 / 4,0 / 5,0 / 6,0 mm
- MaßtoleranzenDicke ±5 %, Länge/Breite ±5 mm
- ZertifikateDIN-DVGW, KTW, Fire Safe DIN EN ISO 10497, German Lloyd, BAM
Vorteile
- Stabile physikalische Eigenschaften von Raumtemperatur bis 450 °C, da reiner expandierter Graphit keine thermische Degradation durch Harze oder organische Füllstoffe zeigt.
- Spezifische Leckrate unter 0,10 mg/s·m nach DIN 28090-2 — geeignet für Anlagen mit strengen Emissionsanforderungen gemäß TA Luft.
- Chloridgehalt ≤40 ppm begrenzt das Risiko von Spannungsrisskorrosion an austenitischen Edelstahlflanschen.
- Klebstofffreie Streckmetallverbindung verhindert Delamination bei Temperaturwechseln und bleibt auch bei Druckspitzen formstabil.
- Fire Safe nach DIN EN ISO 10497 zertifiziert — zugelassen für den Einsatz in sicherheitskritischen Bereichen der Öl-, Gas- und Energietechnik.
- Ausgezeichnete Anpassungsfähigkeit an raue oder leicht unebene Dichtflächen durch hohe Kompressibilität von 35–45 % (ASTM F36A).
Einsatzgebiete
- Dampfleitungen und Dampfventile
- PSM wird in Flanschverbindungen von Dampfleitungen, Dampfarmaturen und Absperrventilen eingesetzt, da es bis 450 °C (Dampf) stabile Dichteigenschaften ohne Materialveränderung beibehält.
- Heißwasserinstallationen und Fernwärmenetze
- Geeignet für Flanschverbindungen in Heißwassernetzen und Fernwärmestationen, wo DIN-DVGW-Zulassung und Trinkwassereignung (KTW) vorgeschrieben sind.
- Chemieanlagen und Prozessflanschen
- In Rohrleitungen für Kohlenwasserstoffe, aromatische Verbindungen, Motoröle und Mineralschmierstoffe bietet PSM eine Beständigkeitsklasse A. Für konzentrierte Säuren und Laugen ist eine individuelle Medienprüfung erforderlich.
- Öl- und Gasanlagen
- Die Fire-Safe-Zertifizierung nach DIN EN ISO 10497 und BAM-Prüfung machen PSM für Flanschverbindungen in Öl- und Gasanlagen zulässig, wo Brandsicherheit Pflichtanforderung ist.
- Kraftwerke und Energietechnik
- In Hochtemperaturflanschverbindungen von Kraftwerksturbinen, Wärmetauschern und Kesseln wird PSM eingesetzt, da es im gesamten Temperaturbereich keine Kriechrelaxation durch organische Abbauprodukte zeigt.
- Papier- und Zellstoffindustrie
- Geeignet für Flanschverbindungen in Dampf- und Prozessleitungen von Papiermaschinen, wo Temperaturfestigkeit und Reinheit des Dichtungsmaterials (frei von organischen Stoffen) gefordert sind.
- Marine und Schiffbau
- Durch German-Lloyd-Zulassung für den Einsatz in Schiffsmaschinenanlagen, Dampfsystemen und Hochtemperaturleitungen an Bord von Schiffen freigegeben.
- Automobilindustrie und Prüfstände
- In Hochtemperaturflanschen von Motorprüfständen, Abgasanlagen und Prozessanlagen der Fahrzeugfertigung, wo hitzebeständige und resinfreie Dichtungsmaterialien gefordert sind.
Do's and Dont's
Do's:- Dichtungsplatten trocken, kühl und UV-geschützt lagern, um die Graphitstruktur zu erhalten.
- Dichtung für Dampfanwendungen bis 450 °C und für Heißwasser einsetzen — das sind die primären Auslegungsparameter des PSM.
- Chemische Beständigkeit für das jeweilige Medium verifizieren, bevor die Dichtung eingesetzt wird.
- Bei Anwendungen mit verdünnten Säuren oder Laugen (Beständigkeitsklasse B) eine Fachberatung einholen und das P-T-Diagramm konsultieren.
- Schrauben nach dem ersten Betriebseinsatz nachziehen, um Kriechrelaxation auszugleichen.
- Nicht in Medien einsetzen, die PSM stark angreifen (z. B. konzentrierte Säuren oder Laugen), ohne vorherige technische Prüfung.
- Keine scharfen Werkzeuge oder Metallspachtel zum Entfernen alter Dichtungen verwenden — Flanschoberflächen nicht beschädigen.
- Dichtung nicht mit Schmiermittel oder Klebstoff behandeln, da dies die Dichteigenschaften des Graphits beeinträchtigen kann.
- Nicht ohne Einhaltung gleichmäßiger Flächenpressung einbauen — einseitiges Anziehen der Schrauben führt zu ungleichmäßiger Kompression und Leckagen.
Montage
- Dichtflächen der Flansche vor der Montage reinigen und auf Beschädigungen, Riefen oder Korrosion prüfen. Verunreinigungen und alte Dichtungsreste vollständig entfernen.
- PSM-Dichtung auf die korrekte Dimension und Stärke für die Druckklasse und den Nennweite kontrollieren. Das P-T-Diagramm für die gewählte Stärke (Standard: 2,0 mm) auf Eignung prüfen.
- Dichtung mittig auf den Flansch legen. PSM benötigt kein Schmiermittel oder Klebstoff — der Graphit dichtet ohne Hilfsmittel.
- Schrauben handfest eindrehen, dann über Kreuz in mindestens drei Anzugsrunden auf das vorgegebene Drehmoment anziehen. Gleichmäßige Flächenpressung ist entscheidend für optimale Dichtwirkung.
- Nach dem ersten Betriebszyklus unter Betriebsbedingungen die Schrauben nachziehen (Kriechrelaxation), soweit die Flanschkonstruktion dies erlaubt.
FAQ
- Bis zu welcher Temperatur ist KLINGER Graphit-Laminat PSM für Dampfanwendungen geeignet?
PSM ist für Dampfanwendungen bis 450 °C ausgelegt. Im gesamten Temperaturbereich bleiben die physikalischen Eigenschaften des Materials stabil, da es frei von Harzen und organischen Stoffen ist. Die genaue Druckbelastbarkeit bei einer bestimmten Temperatur ergibt sich aus dem P-T-Diagramm des Herstellers für die jeweilige Dichtungsstärke.
- Was bedeutet die Beständigkeitsklasse A bzw. B in der KLINGER-Medientabelle?
Klasse A bedeutet geringer oder kein Angriff durch das Medium — PSM ist dort uneingeschränkt einsetzbar. Klasse B steht für schwachen bis mäßigen Angriff; hier empfiehlt KLINGER eine technische Einzelbewertung vor dem Einsatz. Klasse C (starker Angriff) schließt den Einsatz ohne gesonderte Freigabe aus.
- Warum ist der Chloridgehalt der Graphitschicht begrenzt?
Der Chloridgehalt ist auf ≤40 ppm nach DIN 28090-2 begrenzt, um Spannungsrisskorrosion an austenitischen Edelstahlflanschen zu verhindern. Bei Anwendungen mit sehr strengen Reinheitsanforderungen, etwa in der Kerntechnik, ist Graphit mit einer Reinheit von ≥99,8 % auf Anfrage erhältlich.
- Muss PSM beim Einbau mit Schmiermittel oder Klebstoff behandelt werden?
Nein. Die klebstofffreie Streckmetallverbindung und die Graphitoberfläche dichten ohne Hilfsmittel. Schmiermittel oder Klebstoffe können die Dichteigenschaften beeinträchtigen und sind nicht vorgesehen. Dichtflächen sollten lediglich sauber und frei von Korrosion sein.
- Was ist der Unterschied zwischen den verfügbaren Stärken von PSM und welche wähle ich?
PSM ist in Stärken von 0,6 bis 6,0 mm lieferbar. Die Wahl der Stärke richtet sich nach Betriebsdruck, Temperatur und Flanschgeometrie. Dünnere Dichtungen (z. B. 1,0–1,5 mm) eignen sich für hohe Flächenpressungen und ebene Dichtflächen. Dickere Ausführungen (z. B. 3,0–6,0 mm) kompensieren stärkere Flanschunebenheiten. Das P-T-Diagramm gilt für 2,0 mm Stärke als Referenz.
- Für welche Medien ist PSM nicht geeignet?
PSM ist nicht für Medien geeignet, die Graphit chemisch angreifen (Beständigkeitsklasse C), insbesondere konzentrierte Oxidationssäuren. Für starke Säuren und Laugen ist eine individuelle Medienprüfung anhand der KLINGER-Beständigkeitstabelle erforderlich. Die vollständige Tabelle ist auf www.klinger.ch verfügbar.
- Was bedeutet die Fire-Safe-Zertifizierung nach DIN EN ISO 10497 für PSM?
Die Zertifizierung bestätigt, dass PSM-Dichtungen im Brandfall ihre Dichtfunktion an Armaturen und Flanschen ausreichend lange aufrechterhalten. Dies ist Pflichtanforderung in Öl-, Gas- und Energieanlagen mit erhöhtem Brandrisiko. Die Zertifizierung gilt gemeinsam mit den Approvals DIN-DVGW, KTW, German Lloyd und BAM.