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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Einbauraumhöhe L1 (mm) Typ
014008025-0382PK1 Pneumatik-Polyurethan-Nutring
PK1-14x8x2,55 (L1=3)
8 14 3 PK1

Dokumente

PK1.pdf 523 KB

Beschreibung

Der PK1 ist ein Kolbennutring mit asymmetrischem Profil: Die dünnere, runde Dichtlippe auf der dynamischen Seite erzeugt niedrige Gleitreibung, während die dickere statische Dichtlippe sicheren Festsitz am Nutgrund gewährleistet. Dieses Konstruktionsprinzip unterscheidet den PK1 von symmetrischen Nutringen mit rechteckigem Lippenprofil.

Das Standardmaterial ist Polyurethan 90 Shore A (grau). Polyurethan verbindet hohe Abriebfestigkeit mit guter Medienbeständigkeit gegen Luft (trocken und geölt) sowie mineralische Öle und Fette. Auch bei Trockenlauf oder Mangelschmierung bleibt die Reibkraft niedrig. Auf Anfrage lieferbar in Polyurethan 85 Shore A (fliederfarben) oder NBR (schwarz); NBR-Spritzformen in vielen Größen unter der Bezeichnung PK1-N verfügbar.

Die hohe Flexibilität des Polyurethans ermöglicht die Montage in geschlossenen Nuten ohne Nut-Öffnung. Der Durchmesserbereich D1 reicht von 6 bis 250 mm. Bei Zylindern mit längerem Hub bieten Nutringe gegenüber Kompaktkolben konstruktive Vorteile, da sie unabhängig von der Kolbenlänge getauscht werden können.

Merkmale

  • TypPK1 Kolbennutring
  • EinsatzEinfach- und doppeltwirkende Pneumatikzylinder
  • StandardwerkstoffPolyurethan 90 Shore A, grau
  • Optionale WerkstoffePolyurethan 85 Shore A (fliederfarben), NBR schwarz, PK1-N (NBR-Spritzform auf Anfrage)
  • Temperaturbereich-30 °C bis +90 °C
  • Maximaldruck< 20 bar
  • Maximalgeschwindigkeit< 1 m/s
  • MediumLuft (trocken oder geölt), mineralische Öle oder Fette
  • Durchmesserbereich D16 bis 250 mm
  • ProfiltypAsymmetrisch; runde Dichtlippe dynamisch, dickere Dichtlippe statisch

Vorteile

  • Die runde Dichtlippe auf der dynamischen Seite erzeugt niedrigere Gleitreibung als herkömmliche Nutringe mit rechteckigem Lippenprofil, was den Energiebedarf des Zylinders senkt.
  • Auch bei Trockenlauf und Mangelschmierung bleibt die Reibkraft niedrig, was Ausfallrisiken bei temporär schlechter Schmierversorgung reduziert.
  • Das asymmetrische Profil mit dickerer statischer Dichtlippe sichert den Nutring zuverlässig am Nutgrund und verhindert Verdrehen oder axiales Verschieben im Betrieb.
  • Die hohe Flexibilität des Polyurethans ermöglicht die Montage in geschlossenen Nuten ohne spezielle Montagehilfen oder Nut-Öffnung.
  • Verfügbar in Polyurethan 85 Shore A und NBR sowie als NBR-Spritzformgröße (PK1-N), sodass der Werkstoff an unterschiedliche Medienbedingungen angepasst werden kann.

Einsatzgebiete

Pneumatikzylinder in Handhabungsanlagen
PK1 dichtet Kolben in Linearzylindern von Pick-and-Place-Einheiten und Greifern ab, wo niedrige Reibung für reproduzierbare Positionierkräfte gefordert ist.
Pneumatikzylinder mit langem Hub
Bei Zylindern mit Hub über 300 mm sind Nutringe eine bevorzugte Lösung, da sie unabhängig vom Kolbenkörper getauscht werden können, ohne die gesamte Kolbenbaugruppe zu ersetzen.
Trockenläufende Pneumatiksysteme
In ölfreien Druckluftsystemen oder Anlagen mit Mangelschmierung hält der PK1 die Reibkraft niedrig, weil das Polyurethanmaterial auch ohne kontinuierliche Schmiermittelzufuhr abriebfest bleibt.
Ventilantriebe und Stellzylinder in der Verfahrenstechnik
Kompakte Pneumatikantriebe in Regelventilen und Armaturen arbeiten im Druckbereich bis 20 bar; der PK1 passt in den üblichen Kolbennuten dieser Bauformen.
Montageanlagen in der Automobilindustrie
Taktgebundene Montageautomaten mit vielen Pneumatikachsen profitieren von den niedrigen Losbrechkräften des PK1, weil dadurch die Zykluszeit stabil bleibt und der Druckluftverbrauch sinkt.
Lebensmittel- und Verpackungsmaschinen
In Anlagen mit ölfreier Druckluft (ISO 8573-1 Klasse 1) ist der PK1 in Standardpolyurethan einsetzbar, solange kein direkter Medienkontakt mit Lebensmitteln besteht.
Kunststoffspritzguss und Handlingautomation
Auswerfereinheiten und Kernzugzylinder in Spritzgussmaschinen arbeiten im pneumatischen Niederdruckbereich bis 10 bar; der PK1 Durchmesserbereich von 6 bis 250 mm deckt die üblichen Kolbendurchmesser ab.

Do's and Dont's

Do's:
  • PK1 bis zur Montage in der Originalverpackung belassen; Lagerung kühl, trocken und dunkel nach DIN 7716
  • Einbaurichtung vor der Montage prüfen: runde Dichtlippe zeigt zur Druckseite
  • Gleitflächen und Dichtlippe mit Universal-Dichtungsfett HZ103 benetzen
  • Alle Nuteinläufe und Kanten auf Gratfreiheit prüfen, bevor der Kolben eingeführt wird
  • Bei NBR-Variante (PK1-N): Verträglichkeit mit dem Betriebsmedium vorab bestätigen
Don'ts:
  • Nicht seitenverkehrt einbauen: Die dickere Dichtlippe gehört auf die statische (druckabgewandte) Seite
  • Keine aggressiven oder lösemittelhaltigen Reinigungsmittel für Polyurethan-Dichtungen verwenden
  • Dichtelemente aus Polyurethan nicht dauerhaft über 90 °C betreiben; Standardpolyurethan verliert ab dieser Temperatur Elastizität und Formstabilität
  • Keine scharfen Montagetools (Schraubenzieher, Metallhaken) verwenden; nur glatte, gratfreie Hilfswerkzeuge aus Kunststoff
  • Nicht unter Druck über Querbohrungen oder offene Spalte im Zylinderrohr gleiten lassen

Montage

  1. Nutgrund und Zylinderrohr vor der Montage von Schmutz, Metallstaub und Spänen reinigen. Alle Kanten an Gleitflächen und Nuteinläufen müssen gratfrei und gut verrundet sein.
  2. Einbauräume auf Beschädigungen und Riefen prüfen, die die Dichtlippe beim Einbau oder Betrieb beschädigen könnten.
  3. Dynamische Seite und Gleitflächen des Zylinderrohrs mit sauberem, nicht aggressivem Fett einölen. Empfohlen: Universal-Dichtungsfett HZ103 (Best.-Nr. HZ201170, 1 kg Dose) oder HZ103-100 (Best.-Nr. DS201170, 100 g Tube).
  4. PK1 seitenrichtig einbauen: Die runde, dünnere Dichtlippe zeigt zur Druckseite (dynamische Seite). Falsch eingebaute Nutringe sperren nicht oder schaben die Lippe ab.
  5. Beim Einführen des Kolbens auf Einbauschrägen achten. Empfohlene Schrägenmaße: D1 < 25 mm → c = 2,5 mm; 25-60 mm → 3 mm; 61-100 mm → 4 mm; 101-180 mm → 5 mm; 181-300 mm → 6 mm; > 300 mm → 7,5 mm (Schrägenwinkel 20°-30°). Nutgrundradius R = 0,2 mm.
  6. Zylinder nach der Montage sorgfältig entlüften, um Lufteinschlüsse zu vermeiden, die Dichtungen und Führungen beschädigen.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen dem PK1 und einem symmetrischen Nutring?

Der PK1 hat ein asymmetrisches Profil: Die runde, dünnere Dichtlippe auf der dynamischen Seite erzeugt weniger Gleitreibung als das rechteckige Profil herkömmlicher Nutringe. Die dickere statische Dichtlippe sorgt gleichzeitig für sicheren Halt am Nutgrund. Symmetrische Nutringe sind in beide Richtungen identisch und damit nicht für einseitige Reibungsoptimierung ausgelegt.

Bis zu welcher Temperatur ist der PK1 in Standardausführung einsetzbar?

Der PK1 in Polyurethan 90 Shore A ist für Temperaturen von -30°C bis +90°C ausgelegt. Oberhalb von 90°C verliert Standardpolyurethan Elastizität und Formstabilität; für höhere Temperaturen ist die NBR-Variante (PK1-N) zu prüfen, deren Einsatzbereich bis +110°C reicht.

Kann der PK1 in ölfreien Druckluftsystemen (Trockenlauf) betrieben werden?

Ja. Das Polyurethanmaterial des PK1 ist für Trockenlauf und Mangelschmierung geeignet. Die Reibkraft steigt in diesen Betriebszuständen weniger stark an als bei NBR-Nutringen, weil Polyurethan einen niedrigen Gleitreibungskoeffizienten auch ohne Schmiermittelfilm beibehält.

Wie erkenne ich beim Einbau die richtige Seite des PK1?

Die runde, dünnere Dichtlippe zeigt zur Druckseite (dynamische Seite), die dickere Dichtlippe sitzt am Nutgrund (statische Seite). Das asymmetrische Profil ist sichtbar: Die zwei Lippen sind klar unterschiedlich in Stärke und Form. Ein seitenverkehrt eingebauter PK1 sperrt nicht oder beschädigt die Dichtlippe durch Umklappen unter Druck.

Welche Medien sind mit dem PK1 in Standardpolyurethan verträglich?

Der PK1 ist für Luft (trocken oder geölt) sowie mineralische Öle und Fette geeignet. Nicht geeignet ist Standardpolyurethan für Bremsflüssigkeiten auf Glykolbasis, Wasser-Glykol-Gemische oder stark alkalische Medien. Für wasserbasierte Medien ist die NBR-Variante PK1-N zu prüfen.

Warum ist der PK1 besonders für Zylinder mit langem Hub geeignet?

Bei langen Hüben unterliegen Dichtungen einem höheren Verschleiß durch die längere Gleitbewegung pro Zyklus. Der PK1 hat durch sein Nutringprinzip den Vorteil, dass er ohne Demontage des gesamten Kolbens getauscht werden kann. Außerdem bleibt seine Reibkraft auch nach vielen Zyklen stabil, weil das Polyurethan abriebfest ist.