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Beschreibung
KLINGER Graphit Laminat PDM besteht aus hochkomprimiertem expandiertem Graphit mit einer Dichte von 1,3 g/cm³ (nach DIN 28090-2) und zwei perforierten 0,1 mm dicken Spießblecheinlagen aus Edelstahl 1.4401 (oder 1.4404). Die Einlagen sind mechanisch mit dem Graphit verbunden, ohne Klebstoffe. Das Material enthält keine Harze, Imprägnierungen oder andere organische Stoffe und ist damit frei von toxischen Restrisiken.Das Material eignet sich besonders für Hochdruckanwendungen mit Heißwasser und Dampf bei Temperaturen bis 450 °C. Die Druckstandfestigkeit beträgt ≥48 MPa (nach DIN 52913, 16 h bei 50 MPa und 300 °C), die spezifische Leckagerate liegt unter 0,10 mg/(s·m) nach DIN 28090-2. Kompressibilität und Rückfederung liegen bei 15–25 % bzw. 35–45 % nach ASTM F36.
Die Dichtung ist als Platte in den Formaten 1000×1000 mm, 2000×1000 mm und 1500×1500 mm sowie in den Dicken 1,0 mm, 1,5 mm, 2,0 mm und 3,0 mm lieferbar. Zuschnitte auf Maß sind möglich. Optional ist die Antihaftbeschichtung KLINGER antistick (A/S) erhältlich, die das Ablösen der Dichtung nach Hochtemperaturbetrieb erleichtert, ohne organische Rückstände einzubringen.
Zugelassen nach DIN-DVGW 3535-6. Graphitreinheit ≥99,8 % für Kernkraftwerksqualität auf Anfrage lieferbar. Chloridgehalt der Graphitauflage ≤40 ppm nach DIN 28090-2.
Merkmale
- WerkstoffExpandierter Reingraphit mit zwei Edelstahlspießblecheinlagen
- GrundmaterialExpandierter Graphit, Reinheit ≥99,0 % (DIN 51903)
- VerstärkungSpießblech 1.4401 / 1.4404 (AISI 316L), mechanisch verbunden, klebstofffrei
- Einlagenstärke2 × 0,1 mm
- Dichte Graphitauflage1,3 g/cm³ nach DIN 28090-2
- Kompressibilität15–25 % nach ASTM F36
- Rückfederung35–45 % nach ASTM F36
- Druckstandfestigkeit≥48 MPa (DIN 52913, 16 h / 50 MPa / 300 °C)
- Spez. Leckagerate λ (1,0 mm)<0,08 mg/(s·m) nach DIN 28090-2
- Spez. Leckagerate λ (1,5 / 2,0 mm)<0,10 mg/(s·m) nach DIN 28090-2
- Chloridgehalt Graphitauflage≤40 ppm nach DIN 28090-2
- Maximaltemperatur450 °C (Betrieb)
- ZulassungDIN-DVGW 3535-6
- Plattenformat1000×1000 mm, 2000×1000 mm, 1500×1500 mm
- Dicken1,0 / 1,5 / 2,0 / 3,0 mm
- Dickentoleranz±5 %
- FarbeGrau
- OptionAntihaftbeschichtung KLINGER antistick (A/S) erhältlich
Vorteile
- Klebstofffrei durch mechanisch verbundene Spießblecheinlagen: keine Entlaminierung durch Klebstoffversagen bei hohen Temperaturen.
- Frei von Harzen, Imprägnierungen und organischen Verbindungen: kein toxisches Restrisiko beim Einsatz in Dampf- und Heißwassersystemen.
- Spezifische Leckagerate unter 0,10 mg/(s·m) nach DIN 28090-2: erfüllt die Anforderungen der TA-Luft-Klasse für statische Flanschdichtungen.
- Druckstandfestigkeit ≥48 MPa nach DIN 52913: stabile Dichtheit auch nach Langzeitbetrieb bei 300 °C unter 50 MPa Flächenpressung.
- Stabile physikalische Eigenschaften über den gesamten Temperaturbereich: kein Kaltfluss oder Kriechversagen, das die Dichtungsleistung beeinträchtigt.
- Optional mit KLINGER antistick (A/S) Beschichtung: erleichtert das Ablösen nach Hochtemperaturbetrieb ohne organische Kontaminierung des Graphits.
Einsatzgebiete
- Hochdruckdampfleitungen in Kraftwerken
- PDM wird in Flanschverbindungen von Hauptdampfleitungen und Frischdampfventilen eingesetzt, wo Betriebsdrücke über 100 bar und Temperaturen bis 450 °C auftreten.
- Heißwassersysteme und Fernwärmenetzkomponenten
- In Wärmetauschern, Pumpenflansche und Absperrarmaturen von Fernwärme- und Industrieheißwassernetzen dichtet PDM zuverlässig gegen unter Druck stehendes heißes Wasser ab.
- Prozessrohrleitungen in der Chemie- und Petrochemieindustrie
- Für Flanschdichtungen in Rohrleitungen mit aromatischen und aliphatischen Kohlenwasserstoffen, Kraftstoffen und Mineralölen, wo Graphit chemisch beständig (Klasse A) ist.
- Dampfventile und Regelarmaturen in der Energietechnik
- PDM eignet sich als Flachdichtung in Schiebergehäusen, Regelventilen und Dampffallen, wo Hochtemperaturdampf und zyklische Drucklastwechsel auftreten.
- Rohrleitungen und Behälter in der Papier- und Zellstoffindustrie
- Im Einsatz an Dampf- und Prozessmedienflansche von Zellstoffkochern und Bleichanlagen, wo sowohl hohe Temperaturen als auch aggressive Prozessmedien vorkommen.
- Flanschverbindungen in der Öl- und Gasindustrie
- Für statische Flanschdichtungen in Förderleitungen, Trennerbehältern und Prozessanlagenkomponenten, wo Mineralöle, Kohlenwasserstoffe und Druckdampf gleichzeitig auftreten können.
- Marine- und Schiffsmotoranlagen
- PDM dient als Flachdichtung in Abgasleitungsflansche und Dampfsystemen von Schiffsmotoren und Hilfsaggregaten, wo Seewasserresistenz und Hochtemperaturbeständigkeit gefordert sind.
Do's and Dont's
Do's:- Flanschdichtflächen vor dem Einbau gründlich reinigen und auf Rauheit und Planheit prüfen.
- Schrauben über Kreuz und in mehreren Drehmomentstufen anziehen.
- Medienbeständigkeit für jeden Einsatzfall prüfen.
- pT-Diagramm für die jeweilige Dicke heranziehen, um Druck-Temperatur-Kombination abzusichern.
- Dichtung kühl, trocken und UV-geschützt lagern; original verpackt bis zum Einbau aufbewahren.
- Bei Einsatz in sauerstoffreicher Hochtemperaturumgebung: Ausführung mit Innenbördel oder Flansch mit Nut-Feder-Verbindung prüfen, um Oxidation des Graphits zu vermeiden.
- Keine Schmiermittel, Kleber oder Dichtmittel auf die Graphitoberfläche auftragen.
- Dichtung nicht mit scharfen Werkzeugen handhaben oder Oberfläche zerkratzen.
- Nicht ohne Überprüfung des pT-Diagramms in Zone 2 oder 3 einsetzen.
- Nicht für konzentrierte Säuren oder Laugen ohne vorherige technische Beurteilung verwenden: PDM ist bei verdünnten Säuren und Laugen nur bedingt beständig (Klasse B).
- Gebrauchte Dichtungen nicht wiederverwenden: Graphit lässt sich nach Verpressung und Temperatureinwirkung nicht reproduzierbar zurückformen.
Montage
- Flanschdichtflächen vor dem Einbau auf Beschädigungen, Riefen und Verunreinigungen prüfen und reinigen. Rückstände alter Dichtungsmaterialien vollständig entfernen.
- Dichtung auf Beschädigungen, Risse oder eingerissene Kanten prüfen. Graphitoberflächen nicht zerkratzen: nur mit sauberen, glatten Hilfsmitteln handhaben.
- Dichtung trocken und ohne Schmiermittel einlegen, sofern kein Antihaftmittel vorgesehen ist. Kein Fett oder Klebstoff auf der Graphitoberfläche verwenden.
- Schrauben in mehreren Stufen über Kreuz (nach einem Kreuz- oder Sternmuster) anziehen. Zuerst von Hand festziehen, dann in mindestens drei gleichen Drehmomentstufen auf das Zieldrehmoment bringen.
- Betriebstemperatur und -druck mit dem pT-Diagramm (Dicke 2,0 mm) abgleichen: im Grenzbereich (Zone 2 und 3) ist eine anwendungstechnische Überprüfung durch KLINGER empfohlen.
- Medienbeständigkeit des Dichtungsmaterials vor jedem neuen Einsatz gegen das verwendete Medium prüfen. Bei verdünnten Säuren oder Laugen gilt PDM nur als bedingt beständig (Klasse B).
FAQ
- Was ist der Unterschied zwischen KLINGER Graphit Laminat PDM und einer einfachen Graphitfolie ohne Metalleinlage?
PDM enthält zwei mechanisch verbundene Edelstahlspießblecheinlagen (1.4401), die Ausblasfestigkeit und mechanische Stabilität beim Handhaben und Einbau erhöhen. Reine Graphitfolien ohne Metallverstärkung sind bei hohem Druck anfälliger für Ausblasversagen. Die erhöhte Dichte der Graphitauflage (1,3 g/cm³) verbessert zusätzlich das Handling.
- Bis zu welchem Druck ist KLINGER Graphit Laminat PDM bei 300 °C einsetzbar?
Das pT-Diagramm (Dicke 2,0 mm) zeigt den sicheren Betriebsbereich in Abhängigkeit von Druck und Temperatur. Bei 300 °C liegt die typische Einsatzgrenze für Zone 1 (ohne technische Überprüfung) bei ca. 100 bar, jedoch ist die tatsächliche Einsatzfähigkeit von Flanschgeometrie, Schraubenanzugsdrehmoment und Medium abhängig. Für Grenzbereichsanwendungen empfiehlt KLINGER eine anwendungstechnische Überprüfung.
- Ist KLINGER Graphit Laminat PDM für Trinkwasser oder Lebensmittelanwendungen zugelassen?
PDM ist nach DIN-DVGW 3535-6 zugelassen, was den Einsatz in wasserführenden Systemen abdeckt. Für Lebensmittelanwendungen oder den direkten Kontakt mit Lebensmitteln sind zusätzliche Nachweise erforderlich. Auf Anfrage sind Zertifikate erhältlich.
- Kann KLINGER Graphit Laminat PDM bei Einsatz in sauerstoffreicher Umgebung bei hohen Temperaturen versagen?
Expandierter Graphit kann bei hohen Temperaturen (ab ca. 400 °C) in stark sauerstoffhaltiger Atmosphäre oxidieren, was zu Materialverlust führt. Bei diesen Bedingungen empfiehlt sich eine Ausführung mit Innenbördel oder eine Flanschverbindung mit Nut-Feder, um den Graphit gegenüber dem Umgebungssauerstoff abzuschirmen.
- Was bedeutet die Zulassung nach DIN-DVGW 3535-6 für PDM?
DIN-DVGW 3535-6 ist die deutsche Zulassung für Dichtungswerkstoffe im Gas- und Wasserbereich. Sie bescheinigt, dass das Material für den Einsatz in Gas- und Wasserinstallationen geeignet ist und die entsprechenden Anforderungen an Dichtheitsklasse, Temperaturbeständigkeit und Medienstabilität erfüllt.
- Welche Oberflächengüte muss die Flanschdichtfläche für PDM aufweisen?
Graphitdichtungen wie PDM passen sich durch ihre Kompressibilität (15–25 % nach ASTM F36) gut an Flanschunebenheiten an. Dennoch sollten Flanschdichtflächen frei von tiefen Riefen und Kerben sein, da starke Unebenheiten die Dichtwirkung beeinträchtigen können. Bei Serienmontage gilt eine Oberflächenrauheit Ra von 3,2 bis 12,5 µm als üblicher Richtwert.