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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Einbauraumhöhe L1 (mm) Haltebund-øD2 (mm)
022030070-0382PD Pneumatik-Dämpfungsring
PD-22x30x7/9 (D2=26)
(für Endlagendämpfung)
22 30 7 26

Dokumente

PD.pdf 774 KB

Beschreibung

PD dämpft die Kolbenstange am Hubende oder an definierten Bremspunkten von Pneumatikzylindern. Sobald der Dämpfungszapfen (ød1) in die Ringlippe einfährt, wird die Rückseite des PD gegen die Nutflanke gepresst. Die Luft kann dann nicht mehr über den vollen Querschnitt entweichen, sondern muss durch die Dämpfungsbohrung im Zylinderkopf strömen. Das bremst die Auswärtsbewegung der Kolbenstange kontrolliert ab.

Beim Rückhub hebt die Ringlippe von der Nutflanke ab. Die Druckluft strömt nahezu verlustfrei über die axialen Überströmkanäle außen und an den stirnseitigen Anschlagnoppen vorbei in den Kolbenstangen-Ringraum. Dadurch fährt die Kolbenstange sofort und ohne Druckverlust ein.

Der Standardwerkstoff ist Polyurethan 90 Shore A (grau). Der hohe Elastizitätsmodul und die sehr gute Schlagfestigkeit dieses Werkstoffs sorgen für lange Standzeiten auch bei wiederholten Dämpfungsstößen. Auf Anfrage ist auch eine Ausführung in 93 Shore A lieferbar.

Die Fase an der Ringlippe zentriert PD beim Einfahren des Dämpfungszapfens automatisch. Das Radialspiel zum Einbauraum-Außendurchmesser erlaubt es, geringe Fluchtungsungenauigkeiten des Dämpfungszapfens auszugleichen. Die Schnapp-Montage in die Aufnahmenut erfordert kein Spezialwerkzeug.

Merkmale

  • Werkstoff (Standard)Polyurethan, 90 Shore A, grau
  • Werkstoff (Option)Polyurethan, 93 Shore A (auf Anfrage)
  • Temperaturbereich-30 °C bis +90 °C
  • Betriebsdruck (dynamisch)< 20 bar
  • Kolbenstangengeschwindigkeitv max. < 1 m/s
  • MediumLuft (trocken oder geölt), mineralische Öle oder Fette
  • Dämpfungszapfen-Durchmesser (ød1)6 bis 78 mm (Nenndurchmesser)
  • MontageSchnapp-Montage in Aufnahmenut
  • ød1Dämpfungszapfen-Durchmesser (h10)
  • ØD1Einbauraum-Außendurchmesser (H11)
  • L1Ringbreite (+0,2)
  • L2Gesamtlänge mit Anschlagnoppen
  • ØD2Außendurchmesser der Überströmkanäle (H11)
  • ød2Kolbenstangen-Außendurchmesser (max.)
  • ØD3Lippenaußendurchmesser (H11)
  • hNuttiefe
  • SSchnurstärke

Vorteile

  • Ersetzt zusätzliche mechanische Drossel- und Rückschlagventile, da das Profil beide Funktionen (Drosseln bei Auswärtshub, freies Strömen beim Rückhub) in einem Bauteil vereint.
  • Selbstzentrierend am Dämpfungszapfen durch die Fase an der Ringlippe, was eine präzise Ausrichtung ohne manuelle Einstellung sicherstellt.
  • Toleriert geringe Fluchtungsungenauigkeiten des Dämpfungszapfens durch das konstruktive Radialspiel zum Einbauraum-Außendurchmesser.
  • Sofortiges Anfahren beim Rückhub ohne Druckverlust, weil die axialen Überströmkanäle und die stirnseitigen Anschlagnoppen freien Durchfluss ermöglichen.
  • Lange Standzeit durch Polyurethan 90 Shore A mit hohem Elastizitätsmodul und sehr guter Schlagfestigkeit bei wiederholter Stoßbelastung.
  • Einfache Schnapp-Montage in die Aufnahmenut ohne Spezialwerkzeug.

Einsatzgebiete

Pneumatikzylinder in Handhabungsanlagen
PD dämpft die Kolbenstange an definierten Bremspunkten in Pick-and-Place-Einheiten und Greifern, wo kontrolliertes Abbremsen ohne mechanische Stoßbelastung gefordert ist.
Linearantriebe in Verpackungsmaschinen
In Verpackungslinien mit hohen Taktraten sorgt PD für ruhigen Hubabschluss und verhindert Vibrationen, die die Produktqualität beeinträchtigen könnten.
Schweißanlagen und Spannvorrichtungen
Pneumatische Spannzylinder in Schweißvorrichtungen setzen PD ein, um die Kolbenstange beim Schließen der Spannbacken sanft abzubremsen und Schlagkräfte auf das Werkstück zu vermeiden.
Förderanlagen und Hubtische
Bei pneumatisch betätigten Hubtischen und Stoppern in Fördertechnik-Anlagen verhindert PD hartes Aufsetzen der Kolbenstange am Hubende.
Montageautomation
Pneumatische Presseinheiten und Fügezylinder in Montageautomaten nutzen PD, um den Arbeitshub präzise zu begrenzen und Überhub zu vermeiden.
Ventilantriebe in der Prozessindustrie
Pneumatische Stellantriebe für Absperrarmaturen verwenden PD als Endlagendämpfung, um die Armatur schonend in die Endlage zu führen.
Kunststoffspritzmaschinen (Nebenachsen)
Auswerfer- und Kernzugzylinder in Spritzgießmaschinen setzen PD ein, wo Hubend-Dämpfung ohne zusätzliche Drosselventile gefragt ist.

Do's and Dont's

Do's:

  • PD ausschließlich in Pneumatikzylindern mit Druckluft (trocken oder geölt) oder mineralischen Ölen und Fetten einsetzen.
  • Betriebstemperatur im Bereich -30 °C bis +90 °C halten.
  • Kolbenstangengeschwindigkeit auf v max. < 1 m/s begrenzen.
  • Dynamischen Betriebsdruck auf < 20 bar begrenzen.
  • Aufnahmenut und alle montagerelevanten Flächen vor dem Einbau reinigen.
  • Lippe vor der Montage leicht fetten.

Don'ts:
  • Nicht in hydraulischen Hochdrucksystemen über 20 bar betreiben.
  • Nicht mit aggressiven Lösungsmitteln, Ketonen oder halogenierten Kohlenwasserstoffen in Kontakt bringen — Polyurethan ist gegen diese Medien nicht beständig.
  • Keine scharfen Werkzeuge bei der Montage verwenden, die die Lippenfläche beschädigen könnten.
  • PD nicht in verkehrter Einbaurichtung (Lippenöffnung vom Dämpfungszapfen weg) montieren.
  • Keine Lagerung in direktem Sonnenlicht oder bei Temperaturen über +30 °C (Lagertemperatur).

Montage

  1. Aufnahmenut und Einbauraum vor der Montage auf Schmutz, Späne und Beschädigungen prüfen. Alle Kanten müssen gratfrei und verrundet sein.
  2. Dämpfungszapfen (ød1) und Dichtlippe des PD auf Beschädigungen kontrollieren.
  3. PD leicht mit einem sauberen, nicht aggressiven Fett (z.B. HENNLICH Universal-Dichtungsfett HZ103) an der Innenseite der Lippe benetzen.
  4. PD mit der Lippenseite voran in die Aufnahmenut einschnappen. Dabei auf die korrekte Einbaurichtung achten: Die Lippenöffnung zeigt zum Dämpfungszapfen hin.
  5. Nach der Montage prüfen, ob PD gleichmäßig in der Nut sitzt und nicht verdreht oder verspannt ist.
  6. Für Neukonstruktionen die hellblau markierten Vorzugsabmaße aus der Maßtabelle verwenden.

FAQ

Wie funktioniert der PD-Dämpfungsring, und warum brauche ich kein separates Drosselventil?

Sobald der Dämpfungszapfen in die Ringlippe einfährt, drückt der Luftdruck die Rückseite des PD gegen die Nutflanke. Die Luft kann dann nur noch durch die engere Dämpfungsbohrung im Zylinderkopf entweichen, was die Kolbenstange abbremst. Beim Rückhub hebt die Ringlippe von der Nutflanke ab, und die Luft strömt frei über die axialen Überströmkanäle. Das Profil übernimmt damit die Drossel- und Rückschlagfunktion in einem Bauteil.

Welche Medien verträgt der PD-Dämpfungsring?

PD ist für Druckluft (trocken oder geölt) sowie mineralische Öle und Fette ausgelegt. Aggressive Lösungsmittel, Ketone oder halogenierte Kohlenwasserstoffe sind nicht zulässig, da Polyurethan gegen diese Medien nicht beständig ist.

Bis zu welcher Temperatur ist PD dauerhaft einsetzbar?

Der Temperaturbereich reicht von -30 °C bis +90 °C. Unterhalb von -30 °C verliert Polyurethan 90 Shore A an Flexibilität und dämpft nicht mehr zuverlässig. Oberhalb von +90 °C nimmt die Werkstoffsäuerung zu, was die Standzeit verkürzt.

Kann ich PD auch einsetzen, wenn der Dämpfungszapfen nicht exakt fluchtet?

Ja. Das konstruktive Radialspiel zwischen PD und dem Einbauraum-Außendurchmesser erlaubt es, geringe Fluchtungsungenauigkeiten des Dämpfungszapfens auszugleichen. Für starke Querabweichungen ist PD jedoch nicht ausgelegt; in diesem Fall müssen zuerst die mechanischen Fluchtfehler behoben werden.

Was ist der Unterschied zwischen der 90-Shore-A- und der 93-Shore-A-Ausführung?

Die Standardausführung in 90 Shore A deckt den Großteil der Anwendungen ab. Die härtere 93-Shore-A-Variante ist auf Anfrage erhältlich und eignet sich bei höheren Stoßenergien, wo die Standardhärte zu weich wäre. Die Betriebsparameter (Druck, Temperatur, Geschwindigkeit) bleiben unverändert.

Wie erkenne ich, ob PD korrekt eingebaut ist?

PD sitzt korrekt, wenn er gleichmäßig und ohne Verspannung in der Aufnahmenut eingeschnappt ist und die Lippenöffnung zum Dämpfungszapfen zeigt. Nach dem ersten Zyklus sollte die Kolbenstangenbewegung am Hubende spürbar gedämpft sein; bleibt die Dämpfungswirkung aus, deutet das auf verkehrte Einbaurichtung oder einen zu großen Spalt zwischen Zapfen und Lippe hin.