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Artikelnummer Innen-ødi (mm) Schnur-øds (mm) Werkstoff Härte (Shore)
R000115-0100FP80-BR Präzisions - O-Ring
1,15x1 Qual.FPM80 BRAUN
1,15 1 FPM 80

Beschreibung

FPM (Fluor-Kautschuk, auch FKM oder Viton) ist der bevorzugte Werkstoff, wenn NBR an thermische oder chemische Grenzen stößt. Die Standardqualität FPM 80 hat eine Härte von 80 Shore A (entspricht ca. 83 IRHD) und ist dauerhaft bis +200°C einsetzbar, kurzzeitig bis +300°C. Der untere Einsatzbereich liegt bei -20°C; in Heißwasser und Dampf ist der Temperaturbereich deutlich eingeschränkt.

FPM-O-Ringe sind beständig gegen aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe, Standard-Hydraulikflüssigkeiten nach ISO 6743-4 (HL/HM/HV) sowie ausgewählte HFD-Druckflüssigkeiten auf Phosphorsäureester-Basis (HFDR Aryl). Ihre geringe Gasdurchlässigkeit macht sie zur ersten Wahl in Vakuumsystemen und Medien mit hohem Diffusionsdruck. Die mechanische Festigkeit ist im Vergleich zu NBR mäßig; bei hohen Drücken und großen Dichtspalten sind PTFE-Stützringe zu verwenden.

O-Ringe aus FPM wirken selbsttätig: Die Dichtwirkung entsteht durch die Verformung des kreisförmigen Profils in der Nut. Mit steigendem Betriebsdruck nimmt die Anpresskraft zu. Der symmetrische Querschnitt erlaubt einseitig und beidseitig druckbeaufschlagte Abdichtung ohne Einbaurichtung. Toleranzen nach DIN 3771/1.

HENNLICH liefert FPM-O-Ringe nach DIN 3771, ISO 3601 und AS 568A in verschiedenen Durchmessern und Schnurstärken.

Merkmale

  • WerkstoffFPM/FKM (Fluor-Kautschuk, Viton)
  • StandardqualitätFPM 80
  • Härte80 Shore A (ca. 83 IRHD) nach DIN ISO 48
  • Temperaturbereich-20°C bis +200°C Dauertemperatur; kurzzeitig bis +300°C
  • Temperatur in Heißwasser/Dampfdeutlich reduziert, Anwendung prüfen
  • Chemikalienbeständigkeitgut gegen aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe, Mineralöle, Hydrauliköle nach ISO 6743-4, HFDR-Aryl-Flüssigkeiten
  • Gasdurchlässigkeitgering (geeignet für Vakuumanwendungen)
  • Mechanische Festigkeitmäßig (bei hohen Drücken Stützringe verwenden)
  • Verfügbare HärtenFPM 70, FPM 80, FPM 90
  • NormenDIN 3771, ISO 3601, AS 568A
  • Fertigungstoleranzennach DIN 3771/1
  • Querschnittsformkreisförmig (Runddichtring), symmetrisch
  • d_iInnendurchmesser
  • d_sSchnurstärke
  • SNuttiefe
  • L_1Nutlänge

Vorteile

  • Dauerhaft bis +200°C einsetzbar, kurzzeitig bis +300°C — für Hochtemperaturanwendungen, bei denen NBR (max. +100°C) nicht ausreicht
  • Beständig gegen aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe, Mineralöle und viele HFD-Druckflüssigkeiten nach ISO 6743-4
  • Geringe Gasdurchlässigkeit — bevorzugt in Vakuumsystemen und gasdichten Baugruppen
  • Ozon-, Witterungs- und Alterungsbeständig — längere Lagerstandzeit und Einsatzdauer in Außenanlagen
  • Symmetrischer Querschnitt nach DIN 3771 — kein Einbaurichtungsfehler möglich, auch beidseitig druckbeaufschlagbar
  • Selbsttätig wirkende Dichtwirkung: Anpresskraft steigt mit zunehmendem Betriebsdruck ohne Nachstellung

Einsatzgebiete

Hydraulikzylinder und Hydraulikventile
FPM-O-Ringe werden in hydraulischen Steuerventilen und Zylindern eingesetzt, wo Betriebstemperaturen über +100°C oder der Einsatz von Hochdruckhydraulikölen nach ISO 6743-4 (HL/HM/HV) eine erhöhte Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit erfordern.
Kraftstoffsysteme in Nutzfahrzeugen und Maschinen
Beständig gegen Diesel und Benzin bis +150°C — geeignet als Dichtelement in Kraftstoffleitungen, Einspritzpumpen und Kraftstofffiltergehäusen.
Chemische Anlagen und Prozessindustrie
In Ventilen, Reaktorgehäusen und Rohrleitungsverbindungen, wo Kontakt mit aromatischen oder aliphatischen Kohlenwasserstoffen sowie HFDR-Aryl-Phosphorsäureester-Flüssigkeiten besteht.
Vakuumsysteme und gasdichte Baugruppen
Die geringe Gasdurchlässigkeit von FPM macht diese O-Ringe zur bevorzugten Wahl in Vakuumpumpen, Vakuumventilen und Prozessbehältern, bei denen Gasdichtheit kritisch ist.
Motorenteile und Turbolader
Einsatz in Motoren und Turboladern, wo hohe Dauertemperaturen in Verbindung mit Motorölen und Kraftstoffen auftreten — FPM verträgt Motoröle dauerhaft bis +150°C.
Hydraulikaggregate mit HFD-Flüssigkeiten (Phosphorsäureester)
In Pressen, Spritzgussmaschinen und Turbinensteuerungen, die mit schwerentflammbaren HFDR-Aryl-Flüssigkeiten betrieben werden, sind FPM-O-Ringe bis +150°C geeignet.
Außenanlagen und Feldgeräte
FPM ist beständig gegen Ozon, UV-Strahlung und Witterungseinflüsse — geeignet für Dichtungen in Armaturen und Messgeräten im Außeneinsatz.

Do's and Dont's

Do's:
  • O-Ring vor Montage auf Risse, Verformungen und Oberflächenfehler prüfen
  • Lagerung kühl (unter +25°C), trocken, dunkel und ozongeschützt nach DIN 7716
  • Bei hohen Systemdrücken und/oder pulsierendem Druck PTFE-Stützringe verwenden
  • Nutmaße nach DIN 3771 / ISO 3601 ausführen; Nutvolumen ca. 25 % größer als O-Ring-Volumen
  • Verträglichkeit von FPM mit dem konkreten Betriebsmedium vor Einsatz prüfen — Additive in Hydraulikölen können die Beständigkeit beeinflussen
Don'ts:
  • Nicht in Wasser/Glykol-Hydraulikflüssigkeiten (HFC) einsetzen — FPM ist dafür nicht beständig
  • Nicht mit Bremsflüssigkeiten auf Glykol-Basis (DOT 3/DOT 4) verwenden — dafür EPDM verwenden
  • Keine scharfen Werkzeuge oder Schraubenzieher bei der Montage verwenden — Oberfläche beschädigt die Dichtwirkung
  • Nicht stark dehnen beim Aufziehen über Gewinde oder Nuten — O-Ring nicht um mehr als das Empfohlene überdehnen
  • Nicht zusammen mit Mineralöl-basiertem Fett lagern, wenn Unverträglichkeit mit dem Betriebsmedium besteht

Montage

  1. Nut und Dichtflächen vor der Montage auf Gratfreiheit, Sauberkeit und Beschädigungen prüfen. Rautiefen einhalten: Nutgrund max. Ra 1,6 µm, Dichtflächen max. Ra 1,6 µm (bei pulsierendem Druck max. Ra 0,8 µm).
  2. O-Ring leicht mit dem Betriebsmedium oder einem verträglichen Montagefett benetzen. Kein Fett auf Basis von Mineralölen verwenden, wenn das Betriebsmedium damit nicht verträglich ist.
  3. O-Ring gleichmäßig in die Nut einlegen. Kein Verdrehen oder Überdehnen über scharfe Kanten. Einbauschrägen "c" einhalten, damit der O-Ring beim Zusammenbau nicht eingeklemmt wird.
  4. Nutvolumen ca. 25 % größer als O-Ring-Volumen ausführen, um Wärmedehnung und eventuelle Quellung aufzunehmen.
  5. Bei hohen Drücken oder großen Dichtspalten PTFE-Stützringe auf der druckabgewandten Seite einsetzen, um Spaltextrusion zu verhindern.
  6. Immer die größtmögliche Schnurstärke d_s wählen: bessere Dichtheit, geringere Verpressung, längere Lebensdauer.

FAQ

Bis zu welcher Temperatur sind FPM-O-Ringe dauerhaft einsetzbar?

FPM-O-Ringe sind dauerhaft bis +200°C einsetzbar und vertragen kurzzeitige Temperaturen bis +300°C. Unterhalb von -20°C verlieren sie an Elastizität und sind nicht mehr zuverlässig dichtend wirksam. In Heißwasser und Dampf ist der zulässige Temperaturbereich deutlich niedriger — die Anwendbarkeit muss dort gesondert geprüft werden.

Kann ich FPM-O-Ringe mit Wasser/Glykol-Hydraulikflüssigkeiten (HFC) einsetzen?

Nein. FPM ist nicht beständig gegen Wasser/Glykol-Flüssigkeiten nach ISO 6743-4 HFC. Für diese Medien sind NBR- oder EPDM-Dichtungen geeigneter. FPM ist dagegen für Mineralöl- und HFDR-Aryl-basierte Flüssigkeiten geeignet.

Was ist der Unterschied zwischen FPM 70, FPM 80 und FPM 90?

Die Zahl bezeichnet die Shore-A-Härte des Werkstoffs. FPM 80 (80 Shore A) ist die Standardqualität und für die meisten statischen Anwendungen ausreichend. Härtere Varianten wie FPM 90 kommen bei größeren Dichtspalten oder höheren Systemdrücken zum Einsatz, um Spaltextrusion zu verhindern. Bei sehr weichen Einbausituationen oder geringen Pressungen kann FPM 70 sinnvoll sein.

Wann brauche ich bei FPM-O-Ringen PTFE-Stützringe?

PTFE-Stützringe sind erforderlich, wenn der Dichtspalt die zulässigen Grenzen nach DIN 3771 überschreitet oder wenn pulsierender bzw. hoher Systemdruck den O-Ring in den Spalt pressen kann (Spaltextrusion). Bei FPM 80 und einem Druck von 100 bar beträgt der maximal zulässige Dichtspalt ohne Stützring 0,20 mm. Wird dieser Wert überschritten, ist ein PTFE-Stützring auf der druckabgewandten Seite einzusetzen.

Sind FPM-O-Ringe für Bremsflüssigkeiten (DOT 3, DOT 4) geeignet?

Nein. FPM ist nicht beständig gegen Bremsflüssigkeiten auf Glykol-Basis (DOT 3, DOT 4). Für Bremssysteme mit diesen Flüssigkeiten sind EPDM-O-Ringe die korrekte Wahl.

Nach welchen Normen werden FPM-O-Ringe gefertigt und wie werden sie bemaßt?

FPM-O-Ringe werden nach DIN 3771, ISO 3601 und AS 568A gefertigt. Die Abmessung wird als Innendurchmesser x Schnurstärke (d_i x d_s) angegeben. Fertigungstoleranzen richten sich nach DIN 3771/1. Beim Einsatz von FPM anstelle von NBR mit denselben Werkzeugen können aufgrund des unterschiedlichen Schrumpfverhaltens geringfügige Maßabweichungen auftreten, die in der Regel die Funktion nicht beeinflussen.