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Artikelnummer Innen-ødi (mm) Schnur-øds (mm) Werkstoff Härte (Shore)
R000190-0080EP70 Präzisions - O-Ring
1,9x0,8 Qual.EPDM70
1,9 0,8 EPDM 70

Beschreibung

EPDM-O-Ringe sind Präzisionsdichtelemente mit kreisförmigem Querschnitt, hergestellt nach DIN 3771. Der Werkstoff Ethylen-Propylen-Kautschuk (EPDM) macht diese O-Ringe besonders geeignet für Medien, mit denen NBR und FPM versagen: Heißwasser, Dampf, verdünnte Säuren und Laugen sowie einige HFC- und HFD-Druckflüssigkeiten (Phosphorsäureester). Die Dauerbetriebstemperatur liegt bei -40 °C bis +140 °C; in Heißwasser- und Dampfanwendungen sind temporär höhere Temperaturen möglich.

Die Vernetzungsart beeinflusst die Eigenschaften entscheidend: Peroxidisch vernetzte EPDM-Qualitäten weisen einen deutlich niedrigeren Druckverformungsrest auf als schwefelvernetzte Varianten und sind thermisch sowie chemisch widerstandsfähiger. EPDM 70 (70 Shore A) und EPDM 80 (80 Shore A) stehen für unterschiedliche Druckanforderungen zur Verfügung; die Wahl der Härte richtet sich nach Betriebsdruck und Dichtspaltgröße gemäß DIN 3771.

EPDM-O-Ringe sind nicht geeignet für Mineralöle, Fette, aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe sowie Kraftstoffe. Für diese Medien sind NBR- oder FPM-O-Ringe zu wählen. Die Lagerdauer beträgt bis zu 10 Jahre bei sachgemäßer Einlagerung nach DIN 7716.

Merkmale

  • WerkstoffEPDM (Ethylen-Propylen-Kautschuk)
  • Verfügbare HärtenEPDM 70 (70 Shore A) / EPDM 80 (80 Shore A)
  • Temperaturbereich-40 °C bis +140 °C (in Heißwasser/Dampf temporär höher)
  • VernetzungPeroxidisch (verbesserte Thermostabilität und niedrigerer Druckverformungsrest)
  • NormDIN 3771, ISO 3601
  • MaßangabeInnendurchmesser × Schnurstärke (d_i × d_s)
  • BeständigkeitDampf, Heißwasser, HFC/HFD-Druckflüssigkeiten (Phosphorsäureester), verdünnte Säuren und Laugen, Bremsflüssigkeiten DOT 3/DOT 4, Ozon, Witterung, Alterung
  • Nicht beständig gegenMineralöle, Fette, aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe, Kraftstoffe
  • LagerzeitBis 10 Jahre gemäß DIN 7716

Vorteile

  • Beständig gegen Dampf und Heißwasser bis +140 °C Dauerbetrieb, in Dampfanwendungen temporär darüber hinaus.
  • Hohe Ozon-, Alterungs- und Witterungsbeständigkeit, wodurch die Lebensdauer auch in Außeninstallationen und UV-exponierten Bereichen erhalten bleibt.
  • Beständig gegen Bremsflüssigkeiten DOT 3 und DOT 4 sowie gegen HFC/HFD-Druckflüssigkeiten (Phosphorsäureester), wo NBR versagt.
  • Peroxidisch vernetzte Qualität mit niedrigem Druckverformungsrest (Compression Set), was eine dauerhaft zuverlässige Dichtwirkung bei statischer Druckbelastung sichert.
  • Tieftemperatureinsatz bis -40 °C ohne Elastizitätsverlust, geeignet für Anwendungen mit großem Temperaturhub.
  • Lagerzeit bis 10 Jahre bei Einlagerung nach DIN 7716, was eine wirtschaftliche Bevorratung erlaubt.

Einsatzgebiete

Dampfarmaturen und Dampfleitungen
EPDM-O-Ringe dichten Flanschverbindungen, Absperrventile und Regelventile in Dampfsystemen ab, da sie der kombinierten Beanspruchung durch Temperatur und Kondensatfeuchtigkeit standhalten.
Heißwasseranlagen und Solarkollektoren
Eingesetzt in Flansch- und Verschraubungsdichtungen von Heißwasserkreisläufen und thermischen Solaranlagen, wo Temperaturen von 80 °C bis über 100 °C auftreten.
Hydrauliksysteme mit HFC/HFD-Flüssigkeiten
Geeignet für hydraulische Steuerungen, die mit wassergemischten HFC-Glykol-Flüssigkeiten oder Phosphorsäureester-Flüssigkeiten (HFD) betrieben werden, z. B. in feuersicheren Anwendungen.
Bremsanlagen und Kupplungssysteme
EPDM-O-Ringe sind beständig gegen Bremsflüssigkeiten DOT 3 und DOT 4 auf Glykolbasis und werden in Radbremszylindern, Hauptbremszylindern und hydraulischen Kupplungsnehmern eingesetzt.
Chemische Anlagen mit verdünnten Säuren und Laugen
Verwendbar in Pumpen, Ventilen und Rohrleitungskupplungen, die mit verdünnten Säuren oder Wasserlauge (z. B. Waschlauge in Waschanlagen) in Kontakt stehen.
Außeninstallationen und Freiluftanlagen
Durch hohe Ozon- und Witterungsbeständigkeit geeignet für O-Ring-Dichtungen in Außenarmaturen, Bewässerungssystemen und witterungsexponierten Maschinen.
Wasserversorgung und Sanitärtechnik
EPDM-O-Ringe in Trinkwasser-Fittings und Armaturen, wo Mineralölbeständigkeit nicht gefragt ist, Ozonbeständigkeit (Wasseraufbereitung mit Ozon) jedoch ein Vorteil darstellt.

Do's and Dont's

Do's:
  • O-Ring vor Einbau auf Beschädigungen, Haarrisse und Verhärtungen prüfen.
  • Benetzung mit Betriebsmedium oder EPDM-verträglichem Montagemittel (z. B. Wasser, Silikonöl) vor dem Einlegen.
  • Lagerung kühl (max. +25 °C), dunkel, ozongeschützt und spannungsfrei nach DIN 7716.
  • Originalverpackung bis zur Verwendung beibehalten; FIFO-Prinzip beim Lagerumschlag anwenden.
  • Nutvolumen ca. 25 % größer als O-Ring-Volumen ausführen, um Wärmedehnung zu berücksichtigen.
Don'ts:
  • Nicht in Kontakt mit Mineralölen, Fetten, Kraftstoffen oder aromatischen Kohlenwasserstoffen bringen — EPDM ist in diesen Medien nicht beständig.
  • Kein mineralölhaltiges Montagefett verwenden, da es den Werkstoff angreift.
  • Nicht mit scharfen Werkzeugen oder Metallhaken einbauen — Oberflächenverletzungen zerstören die Dichtwirkung.
  • Keine Lagerung in der Nähe von Elektromotoren, Transformatoren oder anderen ozonbildenden Geräten.
  • Nicht zusammen mit anderen Gummisorten, PVC oder Kreosot lagern (gegenseitige Materialschädigung).

Montage

  1. O-Ring vor dem Einbau auf mechanische Beschädigungen, Haarrisse oder Verhärtungen prüfen.
  2. Nut und Gegenflächen reinigen und auf Gratfreiheit kontrollieren; Rautiefen am Nutgrund max. Ra 1,6 µm, an Dichtflächen max. Ra 1,6 µm (bei pulsierendem Druck max. Ra 0,8 µm).
  3. O-Ring leicht mit dem Betriebsmedium oder einem EPDM-verträglichen Montagemittel benetzen. Kein mineralölhaltiges Fett verwenden, da EPDM nicht ölbeständig ist.
  4. O-Ring gleichmäßig in die Nut einlegen, ohne Verdrehen oder Überdehnen. Nutvolumen soll ca. 25 % größer als das O-Ring-Volumen sein, um Wärmedehnung des Elastomers aufzunehmen.
  5. Bei hohen Betriebsdrücken und großen Dichtspalten PTFE-Stützringe verwenden, um Spaltextrusion zu vermeiden. Maximale Dichtspaltweiten ohne Stützring: 0,25 mm bei 25 bar / 0,20 mm bei 50 bar (Härte 70 Shore A).
  6. Einbauschrägen einhalten, um den O-Ring beim Zusammenbau nicht einzuklemmen.

FAQ

Bis zu welcher Temperatur sind EPDM-O-Ringe dauerhaft einsetzbar?

EPDM-O-Ringe sind für einen Dauerbetrieb von -40 °C bis +140 °C ausgelegt. In Heißwasser- und Dampfanwendungen sind kurzfristig höhere Temperaturen möglich; der genaue Wert hängt vom verwendeten Compound und der Vernetzungsart ab.

Kann ich EPDM-O-Ringe in mineralölhaltigen Hydrauliksystemen verwenden?

Nein. EPDM ist nicht beständig gegen Mineralöle, Fette und aliphatische Kohlenwasserstoffe. In Mineralöl-Hydrauliksystemen sind NBR- oder HNBR-O-Ringe zu wählen. EPDM-O-Ringe eignen sich nur für wasserbasierte Hydraulikflüssigkeiten (HFC) oder Phosphorsäureester (HFD).

Was ist der Unterschied zwischen peroxidisch und schwefelvernetztem EPDM?

Peroxidisch vernetzte EPDM-Qualitäten weisen einen deutlich niedrigeren Druckverformungsrest (Compression Set) auf als schwefelvernetzte Varianten. Sie sind außerdem thermisch und chemisch widerstandsfähiger, was sie für Hochtemperatur- und Dampfanwendungen bevorzugt einsetzbar macht. Die vorliegenden EPDM-O-Ringe sind peroxidisch vernetzt.

Sind EPDM-O-Ringe für Bremsflüssigkeit geeignet?

Ja. EPDM ist beständig gegen Bremsflüssigkeiten DOT 3 und DOT 4 auf Glykolbasis bis ca. +120 °C. Mineralöl-basierte Bremsflüssigkeiten (z. B. LHM) sind davon ausgenommen; für diese ist FPM geeignet.

Wie erkenne ich, ob ein EPDM-O-Ring noch einbaubereit ist?

Vor dem Einbau prüfen auf: mechanische Beschädigungen, permanente Verhärtung, Haarrisse, Oberflächenveränderungen sowie Erweichung. Leichtes Ausblühen bei schwefelvernetzten Qualitäten ist funktional irrelevant, in der Lebensmittelindustrie jedoch zu vermeiden. Bei sachgemäßer Lagerung nach DIN 7716 beträgt die Erstlagerzeit bis zu 10 Jahre.

Welche Härte soll ich für meine EPDM-O-Ring-Anwendung wählen?

Die Wahl zwischen EPDM 70 (70 Shore A) und EPDM 80 (80 Shore A) richtet sich nach Betriebsdruck und Dichtspaltgröße. Für höhere Drücke und größere Dichtspalte ist EPDM 80 zu bevorzugen, um Spaltextrusion zu verhindern. Bei sehr hohen Drücken empfiehlt sich zusätzlich der Einsatz von PTFE-Stützringen.