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O-Ring-Sortiment, zöllig, NBR70

Beschreibung

Das O-Ring-Sortiment enthält O-Ringe in zölligen Abmessungen nach AS 568A, gefertigt aus NBR70 (Nitril-Butadien-Kautschuk, ca. 70 Shore A). NBR70 ist die Standardlieferqualität für Präzisions-O-Ringe und eignet sich für den Einsatz in Mineralöl, Hydraulikflüssigkeiten der Typen HFA, HFB und HFC, Wasser-Glykol-Gemischen, Getriebeölen, ATF, Petroleum sowie aliphatischen Kohlenwasserstoffen.

Zöllige Schnurstärken entsprechen der US-Norm AS 568A (typische Schnurstärken: 1,78 mm / 2,62 mm / 3,53 mm / 5,33 mm / 6,99 mm). Diese Abmessungsreihe ist in der europäischen Industrie weit verbreitet und wird in Maschinen und Anlagen verwendet, die nach AS 568A oder MS 29513 ausgelegt sind.

Die Kassette ist als Notfall- und Reparaturset konzipiert und stellt eine Auswahl gebräuchlicher zölliger O-Ring-Größen bereit. NBR-O-Ringe sind nach DIN 7716 zu lagern: kühl (max. +25 °C), lichtgeschützt, ohne mechanische Belastung und getrennt von Ozonquellen. Die Erstlagerfrist beträgt 7 Jahre.

Merkmale

  • WerkstoffNBR70 (Nitril-Butadien-Kautschuk)
  • Härte70 Shore A (±5)
  • Temperaturbereich-30 °C bis +100 °C (kurzzeitig bis +120 °C)
  • Abmessungsreihezöllig nach AS 568A / MS 29513
  • Typische Schnurstärken1,78 / 2,62 / 3,53 / 5,33 / 6,99 mm
  • LieferformSortimentskassette
  • Lagerfrist7 Jahre (nach DIN 7716)

Vorteile

  • NBR70 ist beständig gegen Mineralöle, HFA/HFB/HFC-Hydraulikflüssigkeiten und aliphatische Kohlenwasserstoffe, was den Einsatz in den meisten hydraulischen und pneumatischen Systemen ermöglicht.
  • Sehr gute Abriebfestigkeit und kleiner Druckverformungsrest sichern die Dichtwirkung auch bei wiederholter Druckbelastung.
  • Zöllige Abmessungen nach AS 568A decken die Normgrößen ab, die in importierten und nach AS 568A ausgelegten Maschinen benötigt werden.
  • Sortimentskassette mit mehreren Größen reduziert Stillstandzeiten bei ungeplanten Reparaturen, da passende O-Ringe sofort verfügbar sind.
  • NBR70 ist der meistverwendete O-Ring-Werkstoff und daher in der Regel direkt mit vorhandenen Dichtungsfetten und Betriebsmedien kompatibel.

Einsatzgebiete

Hydraulikzylinder in Maschinen und Pressen
NBR70-O-Ringe dichten Hydraulikzylinder mit Mineralöl- und HFA/HFB/HFC-Hydraulikflüssigkeiten ab, sowohl als statische Flanschdichtung als auch in axialer Verpressung.
Pneumatikventile und Kompressoren
In Druckluftanlagen werden zöllige O-Ringe als statische Dichtelemente in Ventilgehäusen und Anschlussverschraubungen eingesetzt, wo AS-568A-Abmessungen gefordert sind.
Werkzeugmaschinen-Hydraulik
Bei Werkzeugmaschinen mit zölliger Verschraubungsgeometrie werden diese O-Ringe für Rohrverschraubungen, Anschlussstücke und Zylinderdeckel verwendet.
Mobiles Arbeitsgerät und Nutzfahrzeuge
Hydraulische Systeme in Bau- und Landmaschinen verwenden häufig zöllige Normabmessungen nach AS 568A für Armaturen, Ventilblöcke und Kolbenführungen.
Wartung und Instandhaltung
Die Kassette dient als Notfallreserve im Werkstattbetrieb, um bei ungeplanten Ausfällen zöllige O-Ringe ohne lange Lieferzeit verfügbar zu haben.

Do's and Dont's

Do's:
  • O-Ring vor dem Einbau auf Unversehrtheit prüfen (Haarrisse, Verhärtung, Beschädigung).
  • Lagerung bei max. +25 °C, 65 % Luftfeuchtigkeit, ohne direktes Sonnenlicht und UV-Licht, gemäß DIN 7716.
  • In Originalverpackung belassen bis zur Verwendung; FIFO-Prinzip anwenden.
  • Nur kompatible Schmiermittel verwenden, die auf Mineralölbasis sind und mit NBR verträglich sind.
  • Gefrorene O-Ringe vor dem Einbau auf ca. +20 °C anwärmen.
Don'ts:
  • NBR ist nicht beständig gegen Heißdampf, konzentrierte Säuren, Ketone, Ester oder polare Lösungsmittel.
  • Nicht in Systemen mit Bremsflüssigkeiten auf Glykol-Basis (DOT 3/DOT 4) verwenden.
  • Keinen Kontakt mit Ozonquellen (Elektromotoren, Hochspannungsgeräte) während der Lagerung.
  • Keine scharfen Werkzeuge oder spitzen Gegenstände beim Einlegen verwenden.
  • Nicht aufhängen, eindrücken oder überdehnen bei der Lagerung.

Montage

  1. Nut und Dichtfläche vor der Montage auf Schmutz, Grate und mechanische Beschädigung prüfen. Oberflächenrauheit der Dichtfläche sollte max. Ra 1,6 µm betragen.
  2. O-Ring vor der Montage auf Beschädigungen, Haarrisse oder Verhärtung prüfen. Beschädigte O-Ringe nicht verwenden.
  3. O-Ring leicht mit dem Betriebsmedium oder einem kompatiblen Montagefett benetzen, um Reibung beim Einlegen zu verringern und Beschädigungen zu vermeiden.
  4. O-Ring gleichmäßig und ohne Verdrehen in die Nut einlegen. Den O-Ring nicht überdehnen: die größtmögliche Schnurstärke für die jeweilige Nut wählen.
  5. Auf Einbauschrägen achten, damit der O-Ring beim Zusammenschieben von Gehäuseteilen nicht eingeklemmt oder beschädigt wird.
  6. Das Nutvolumen sollte ca. 25 % größer als das O-Ring-Volumen sein, um Wärmedehnung und Quellung auszugleichen.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen zölligen O-Ringen (AS 568A) und metrischen O-Ringen (DIN 3771)?

Zöllige O-Ringe folgen der Norm AS 568A mit Schnurstärken von 1,78 / 2,62 / 3,53 / 5,33 / 6,99 mm. Metrische O-Ringe nach DIN 3771 haben Schnurstärken von 1,6 / 2,0 / 2,5 / 3,15 / 4,0 mm. Beide Normreihen sind in der europäischen Industrie gebräuchlich; die Wahl richtet sich nach der Nutengeometrie der Maschine oder Armatur.

Bis zu welcher Temperatur sind NBR70-O-Ringe dauerhaft einsetzbar?

NBR70-O-Ringe sind dauerhaft bis +100 °C einsetzbar und vertragen kurzzeitige Temperaturspitzen bis +120 °C. Unterhalb von -30 °C verlieren sie an Elastizität und sind als Dichtung nicht mehr zuverlässig wirksam. Für Tieftemperaturanwendungen gibt es Sonderqualitäten (NBR70T) bis -50 °C.

Kann ich NBR70-O-Ringe mit allen Hydraulikflüssigkeiten verwenden?

NBR70 ist kompatibel mit Mineralölen, HFA-, HFB- und HFC-Flüssigkeiten sowie Wasser-Glykol-Gemischen. Nicht geeignet ist NBR für HFD-Flüssigkeiten (Phosphatester-Basis), Bremsflüssigkeiten auf Glykol-Basis (DOT 3/4), Heißdampf und polare Lösungsmittel. Für HFD-Medien sind FPM-O-Ringe die richtige Wahl.

Wie lange können NBR-O-Ringe gelagert werden?

NBR-Dichtelemente haben eine Erstlagerfrist von 7 Jahren gemäß DIN 7716, wenn sie bei max. +25 °C, 65 % Luftfeuchtigkeit, ohne Licht- und Ozoneinwirkung und spannungsfrei gelagert werden. Nach der Erstlagerzeit ist eine Qualitätsprüfung erforderlich; bei positivem Ergebnis verlängert sich die Lagerzeit um weitere 3 Jahre.

Wie erkenne ich, ob ein O-Ring die richtige Größe für meine Nut hat?

Der O-Ring muss im eingebauten Zustand ca. 10–25 % verpresst sein. Das Nutvolumen sollte ca. 25 % größer als das O-Ring-Volumen sein, um Wärmedehnung und Quellung aufzunehmen. Die größtmögliche Schnurstärke für die jeweilige Nutgeometrie wählen verbessert die Dichtwirkung und Lebensdauer.