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O-Ring-Sortiment, metrisch, NBR90

Beschreibung

NBR90 bezeichnet Nitril-Butadien-Kautschuk mit einer Härte von 90 Shore A. Diese höhere Härte gegenüber dem Standardwerkstoff NBR70 reduziert die Spaltextrusion bei höheren Betriebsdrücken: Bei 100 bar beträgt der zulässige Dichtspalt ohne Stützring 0,25 mm, bei 250 bar noch 0,10 mm. Der Werkstoff ist beständig gegen Mineralöle, aliphatische Kohlenwasserstoffe sowie HFA-, HFB- und HFC-Druckflüssigkeiten.

Die metrischen O-Ringe in der Kassette entsprechen der Normreihe DIN 3771 mit Schnurstärken von 1,6 bis 10,0 mm. Der Temperatureinsatzbereich liegt bei dauerhaft −30 °C bis +100 °C; kurzzeitig sind +120 °C zulässig. Für Anwendungen außerhalb dieses Bereichs oder bei chemisch aggressiven Medien sind FPM- oder EPDM-O-Ringe zu wählen.

Das Sortiment ist als Kassette konfektioniert und für den Einsatz als Reparaturreserve am Maschinenstandort vorgesehen. Die O-Ringe werden bis zur Verwendung in der lichtgeschützten Originalverpackung belassen; die maximale Lagerzeit für NBR beträgt 7 Jahre nach DIN 7716.

Merkmale

  • WerkstoffNBR (Nitril-Butadien-Kautschuk)
  • QualitätNBR90
  • Härte90 Shore A
  • Temperaturbereich−30 °C bis +100 °C (kurzzeitig bis +120 °C)
  • NormDIN 3771
  • Abmessungsreihemetrisch
  • MedienbeständigkeitMineralöle, aliphatische Kohlenwasserstoffe, HFA/HFB/HFC-Druckflüssigkeiten, Wasser, Wasser-Glykol-Mischungen
  • Max. Lagerzeit7 Jahre (nach DIN 7716 / BS 3574)

Vorteile

  • Höhere Druckbelastbarkeit durch 90 Shore A: zulässiger Dichtspalt ohne Stützring bis 0,10 mm bei 250 bar, gegenüber 0,25 mm bei NBR70 und gleichem Druckniveau.
  • Beständig gegen Mineralöle und aliphatische Kohlenwasserstoffe nach DIN 51524 — kein vorzeitiges Quellen oder Erweichen in typischen Hydraulikflüssigkeiten.
  • Breite Sortimentsabdeckung metrischer Abmessungen nach DIN 3771 in einer Kassette — reduziert Stillstandzeiten bei Sofortreparaturen.
  • Lagerzeit bis 7 Jahre nach DIN 7716 — planbare Bevorratung ohne häufige Erneuerung des Reparaturvorrats.

Einsatzgebiete

Hydraulikzylinder in Werkzeugmaschinen
NBR90-O-Ringe werden als statische Dichtelemente in Hydraulikzylindern eingesetzt, da sie gegen Mineralhydrauliköle nach DIN 51524 beständig sind und bei 90 Shore A höhere Drücke ohne Stützring abdichten.
Pneumatische Ventile und Steuerschieber
In Ventilgehäusen mit radialer Verpressung dichten NBR90-O-Ringe Druckluft und Stickstoff ab; die höhere Härte verhindert Spaltextrusion bei pulsierendem Betrieb.
Armaturendichtungen in der Hydraulik
Flansch- und Verschraubungsabdichtungen in hydraulischen Armaturen nutzen metrische O-Ringe nach DIN 3771 für axiale und radiale Verpressung.
Sofortreparatur an Pressen und Spritzgießmaschinen
Die Kassette mit sortierten metrischen Abmessungen ermöglicht die schnelle Auswahl des passenden O-Rings bei ungeplanten Stillständen, ohne dass ein gesonderter Ersatzteilauftrag abgewartet werden muss.
Getriebe- und Motorengehäuse
Statische Gehäusedichtungen gegenüber Getriebe- und Motorenölen (ATF, Getriebeöl) bei Temperaturen bis +100 °C dauerhaft; NBR90 ist gegenüber diesen Medien stabil.
Wasserwirtschaft und Pumpenbau
In Pumpengehäusen mit Wasserhydraulik oder Wasser-Glykol-Gemischen sind NBR90-O-Ringe einsetzbar; für Trinkwasseranwendungen ist eine NBR-Lebensmittelqualität zu wählen.

Do's and Dont's

Do's:
  • O-Ring vor Einbau auf Risse, Verhärtungen und Verformungen prüfen
  • Lagerung kühl (max. +25 °C), trocken, lichtgeschützt und ozonarm nach DIN 7716
  • FIFO-Prinzip bei der Entnahme aus dem Sortiment anwenden
  • Kassette bis zur Verwendung in der Originalverpackung geschlossen halten
  • Bei Drücken über 160 bar PTFE-Stützringe zusätzlich zum O-Ring einsetzen
Don'ts:
  • Nicht in Kontakt mit aromatischen Lösungsmitteln, Ester-Syntheseölen oder Bremsflüssigkeiten auf Glykolbasis (DOT 3/4) einsetzen — NBR ist gegen diese Medien nicht beständig
  • Keine scharfen Werkzeuge oder spitzen Montagehilfen verwenden — Einschnitte im O-Ring führen zu Leckage
  • O-Ringe nicht aufhängen, eindrücken oder auf Dauer unter Spannung lagern
  • Keinen Kontakt mit Kupfer, Mangan oder Stahl ohne Zwischenlage während der Lagerung
  • Nicht mit organischen Lösungsmitteln (Trichlorethylen, Petroleum) reinigen

Montage

  1. Nut und Dichtfläche vor der Montage auf Grate, Schmutz und mechanische Beschädigungen prüfen; Rautiefen Nutgrund max. Ra 1,6 µm, Dichtfläche max. Ra 1,6 µm.
  2. Den passenden O-Ring anhand von Innendurchmesser und Schnurstärke nach DIN 3771 auswählen; Nutvolumen muss ca. 25 % größer als das O-Ring-Volumen sein.
  3. O-Ring leicht mit dem Betriebsmedium oder einem kompatiblen Schmiermittel benetzen — keine mineralölfremden Fette bei NBR-O-Ringen verwenden.
  4. O-Ring gleichmäßig und spannungsfrei in die Nut einlegen; kein Verdrehen, kein Überdehnen über scharfe Kanten.
  5. Einbauschrägen an Bohrungseingängen einhalten, damit der O-Ring beim Zusammenschieben nicht eingeklemmt wird.
  6. Nach der Montage auf Leckage prüfen; bei Leckage zunächst Dichtspalt und Nutmaße kontrollieren, bevor ein größerer O-Ring gewählt wird.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen NBR70 und NBR90?

NBR70 und NBR90 bezeichnen die Shore-A-Härte des Werkstoffs: 70 bzw. 90 Grad. NBR90 ist der härtere Compound und lässt kleinere Dichtspalte zu, bevor Spaltextrusion auftritt. Bei 100 bar erlaubt NBR90 einen Dichtspalt von 0,25 mm ohne Stützring, bei 250 bar noch 0,10 mm. Der Temperatur- und Medienbereich ist bei beiden Varianten gleich.

Bis zu welchem Druck ist ein NBR90-O-Ring ohne Stützring einsetzbar?

Bei einem Dichtspalt von 0,10 mm sind NBR90-O-Ringe statisch bis 250 bar ohne Stützring einsetzbar. Größere Dichtspalte oder pulsierende Drücke erfordern PTFE-Stützringe, um Spaltextrusion zu verhindern.

Welche Hydraulikflüssigkeiten vertragen NBR90-O-Ringe?

NBR90-O-Ringe sind beständig gegen Mineralöle nach DIN 51524, aliphatische Kohlenwasserstoffe, HFA-, HFB- und HFC-Druckflüssigkeiten sowie Wasser-Glykol-Mischungen. Nicht geeignet sind sie für aromatische Lösungsmittel, Ester-Syntheseöle und Bremsflüssigkeiten auf Glykolbasis (DOT 3/4).

Wie lange können NBR-O-Ringe gelagert werden?

Die maximale Erstlagerzeit für NBR-O-Ringe beträgt 7 Jahre nach DIN 7716 und BS 3574, gerechnet ab Herstellungsdatum. Danach ist eine Sichtprüfung auf Haarrisse, Verhärtungen und Verformungen erforderlich; bei unauffälligem Befund ist eine zweite Lagerperiode von 3 Jahren möglich. Lagertemperatur max. +25 °C, lichtgeschützt und ozonarm.

Kann ich die O-Ringe aus dem Sortiment für Trinkwasseranwendungen verwenden?

Standard-NBR90 ist nicht für Trinkwasseranwendungen zugelassen. Für Trinkwasser und Lebensmittelkontakt ist eine NBR-Qualität mit entsprechender Lebensmittelzulassung (NBR70L) erforderlich. Das vorliegende Sortiment HZ201169 ist für technische Hydraulik- und Pneumatikanwendungen ausgelegt.

Welche Norm gilt für metrische O-Ring-Abmessungen?

Metrische O-Ringe werden nach DIN 3771 gefertigt. Die Norm definiert Innendurchmesser, Schnurstärken (1,6 bis 10,0 mm) und die zugehörigen Herstelltoleranzen. Nutmaße für den Einbau richten sich ebenfalls nach DIN 3771 bzw. ISO 3601.