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Artikelnummer Nennweite DN Druckstufe PN (Bar) Material Innendurchmesser (mm) Außendurchmesser (mm)
03730324020-R-SSTC Flachdichtring Novaphit SSTC
373x324x2 mm, DN300/PN6
nach DIN EN1514-1
300 6 Frenzelit Novaphit SSTC 324 373

Beschreibung

Novaphit SSTC besteht aus expandiertem Graphit mit einer Reinheit von mehr als 99 % (nach DIN 51903) und einer eingebetteten Streckmetalleinlage aus Edelstahl 1.4404 (AISI 316L). Die dreidimensionale Gittergeometrie des Streckmetalls erzeugt eine Kammerung des Graphitkerns, die eine gleichmäßige Flächenpressung über die gesamte Dichtfläche sicherstellt und Schichttrennung verhindert. Der Dichtungswerkstoff ist nach DIN 28090 gefertigt; Toleranzen gelten nach DIN 28091-1.

Der Temperaturbereich reicht von -200 °C bis +550 °C, der Druckbereich bis 250 bar Innendruck. Die spezifische Leckagerate beträgt bei 2,0 mm Dicke 0,07 mg/m/s nach DIN 3535-6. Der Warmsetzwert liegt bei 300 °C unter 2 % (DIN 28090-2), was kriechfähige Medien wie Dampf und Wärmeübertragungsöle dauerhaft abdichtet. Die Druckstandfestigkeit beträgt 45 N/mm² bei 300 °C nach DIN 52913.

Novaphit SSTC ist optional mit XP-Technologie erhältlich. Diese rein anorganische Tiefenpassivierung des Graphits senkt den Oxidationsverlust bei 670 °C auf unter 3 %/h (Standard: bis 4 %/h, Grenzwert nach DIN 28091-4). Dichtungen mit XP-Technologie lösen sich nach dem Betrieb leichter von der Flanschfläche, was Reinigungsaufwand und Flanschschäden beim Wechsel reduziert. Erkennbar ist die XP-Ausführung am blauen Wabenaufdruck (Standardausführung: schwarz).

Der Dichtungswerkstoff ist PFAS-frei. Graphitdichtungen enthalten keine Bindemittel. Die Chloridgehalte liegen unter 50 ppm gesamt und unter 20 ppm löslich (DIN 28090-2 / PV01605), der Fluoridgehalt unter 50 ppm (DIN 51723). Damit ist das Material für den Einsatz an austenitischen und ferritischen Stählen geeignet, ohne Korrosionsrisiko durch Halogenide.

Merkmale

  • Werkstoff DichtungExpandierter Graphit, Reinheit > 99 % (DIN 51903)
  • Werkstoff MetalleinlageEdelstahl 1.4404 / AISI 316L (Streckmetall, säurebeständig)
  • Temperaturbereich-200 °C bis +550 °C
  • Druckbereichbis 250 bar Innendruck
  • Dichte (2,0 mm)1,35 g/cm³ (DIN 28090-2)
  • Druckstandfestigkeit (300 °C)45 N/mm² (DIN 52913)
  • Zusammendrückung (2,0 mm)37 % (ASTM F 36 J)
  • Rückfederung (2,0 mm)15 % (ASTM F 36 J)
  • Warmsetzwert WSW/3002 % (DIN 28090-2)
  • Spez. Leckagerate (2,0 mm)0,07 mg/m/s (DIN 3535-6)
  • Oxidationswert (670 °C)≤ 4 %/h; mit XP-Technologie: ≤ 3 %/h (DIN 28090-2)
  • Zugfestigkeit quer (2,0 mm)8 N/mm² (DIN 52910)
  • Chloridgehalt gesamt≤ 50 ppm (DIN 28090-2)
  • Chloridgehalt löslich≤ 20 ppm (PV01605)
  • Fluoridgehalt gesamt≤ 50 ppm (DIN 51723)
  • ZulassungenBAM, DVGW, Firesafe, GL
  • Formate1000×1000 mm, 1500×1500 mm, 2000×1000 mm
  • Lieferdicken1,0 / 1,5 / 2,0 / 3,0 mm (weitere auf Anfrage)
  • Norm ToleranzenDIN 28091-1
  • Kennzeichnungschwarzer Wabenaufdruck (ohne XP); blauer Wabenaufdruck (mit XP)

Vorteile

  • Universelle chemische Beständigkeit gegen nahezu alle Medien, einschließlich Dampf, Säuren, Laugen und Kohlenwasserstoffe, bei pH 0–14
  • Warmsetzwert von 2 % bei 300 °C (DIN 28090-2) sichert dauerhaftes Dichten auch bei kriechfähigen Medien wie Dampf oder Wärmeübertragungsölen
  • Dreidimensionale Gittergeometrie der Streckmetalleinlage verteilt die Flächenpressung gleichmäßig und gleicht Flanschunebenheiten zuverlässig aus
  • Einsetzbar bis 250 bar und -200 °C bis +550 °C ohne Wechsel des Dichtungswerkstoffs durch veränderte Betriebsbedingungen
  • Niedrige Leckagerate von 0,07 mg/m/s bei 2,0 mm Dicke (DIN 3535-6) erfüllt die Anforderungen der TA Luft
  • XP-Technologie (optional) senkt den Oxidationsverlust auf unter 3 %/h bei 670 °C und erleichtert die Demontage durch reduzierte Anhaftung an der Flanschfläche
  • PFAS-frei; enthält keine Bindemittel; Chloridgehalt löslich unter 20 ppm schützt austenitische Stähle vor Spannungsrisskorrosion

Einsatzgebiete

Dampfleitungen und -armaturen
Novaphit SSTC dichtet Flanschverbindungen in Dampfsystemen bis 550 °C zuverlässig ab. Der niedrige Warmsetzwert von 2 % bei 300 °C verhindert Leckage auch bei Lastvariationen und Temperaturwechseln.
Chemische Prozessanlagen
Dank universeller chemischer Beständigkeit bei pH 0–14 ist der Werkstoff für Flansche an Reaktoren, Behältern und Rohrleitungen geeignet, die Säuren, Laugen oder Lösungsmittel führen.
Wärmeübertragungsöl-Systeme
Kriechfähige Heizmedien erfordern einen Dichtungswerkstoff mit minimalem Warmsetz- und Kaltflussverhalten. Novaphit SSTC erfüllt diese Anforderung durch die Streckmetallkammerung des Graphitkerns.
Raffinerien und Petrochemie
Der Dichtungswerkstoff ist beständig gegen Kohlenwasserstoffe und Prozessgase und entspricht mit seinen niedrigen Oxidationswerten den Anforderungen der TA Luft an emissionsrelevante Flanschverbindungen.
Kraftwerke und Energieerzeugung
In Heizdampf-, Speisewasser- und Wärmetauschersystemen werden Graphitdichtungen mit Streckmetalleinlage wegen ihrer Temperatur- und Druckstabilität bis 250 bar eingesetzt.
Anlagenbau mit Edelstahlflansch
Löslicher Chloridgehalt unter 20 ppm schützt austenitische Edelstähle vor chloridinduzierter Spannungsrisskorrosion und macht den Werkstoff für Edelstahl- und Nickelbasislegierungsflansche geeignet.
Lebensmittel- und Pharmaindustrie (Hochtemperatur)
Der PFAS-freie, bindemittellose Graphit mit DVGW-Zulassung ist für Flanschverbindungen in Anlagen einsetzbar, in denen Prozesstemperaturen den Einsatz elastomergebundener Dichtungen ausschließen.
Wasserstoffanwendungen
Novaphit SSTC ist nach Herstellerangaben für Wasserstoffmedien geprüft. Die geringe Gasdurchlässigkeit des dichten Graphitgefüges und die niedrige Leckagerate nach DIN 3535-6 sind für dieses Kleinstmolekül-Medium relevant.

Do's and Dont's

Do's:
  • Dichtung vor dem Einbau auf Beschädigungen prüfen und auf Übereinstimmung mit der geforderten Spezifikation (Werkstoff, Abmessung) kontrollieren
  • Flanschflächen vor dem Einbau reinigen und auf radiale Kratzer und Verwerfungen untersuchen
  • Schrauben über Kreuz in mindestens drei Drehmomentstufen anziehen
  • Bei Bedarf Schraubengewinde und Schraubenunterkopf mit geeignetem Schmiermittel behandeln
  • Dichtung trocken und sauber einbauen
  • Dichtung kühl, trocken und UV-geschützt lagern
  • Für TA-Luft-pflichtige Anlagen die Ausführung novaphit SSTC TA-L oder novaphit MST wählen, die über entsprechende Zertifizierungen verfügen
Don'ts:
  • Keine Dichthilfsmittel, Fette oder Klebstoffe vollflächig auf die Dichtungsfläche aufbringen
  • Dichtung nicht in feuchtem Zustand einbauen; Graphitdichtungen sind feuchtigkeitsempfindlich
  • Keine scharfen oder kratzenden Werkzeuge beim Lösen alter Dichtungsreste von der Flanschfläche verwenden
  • Ausgebaute Flachdichtungen nicht wiederverwenden
  • Schrauben nicht nachziehen, wenn die Anlage bereits unter Druck oder bei erhöhter Temperatur steht
  • Nicht mit ozonhaltigen oder fluorhaltigen Medien (z. B. elementares Fluor) einsetzen

Montage

  1. Alle Dichtflächen, Schrauben, Muttern und Unterlegscheiben vor dem Einbau von Verunreinigungen und Dichtungsresten befreien, ohne die Dichtflächen zu beschädigen. Dichtflächen auf radiale Kratzer und Verwerfungen prüfen; beschädigte Komponenten austauschen.
  2. Dichtung auf Übereinstimmung mit Material und Abmessung der Spezifikation prüfen. Wichtig: Graphitdichtungen müssen absolut trocken eingebaut werden. Keine Dichthilfsmittel oder Fette auf der Dichtung oder den Dichtflächen verwenden.
  3. Dichtung leichtgängig in den Dichtungsspalt einschieben. Flansche planparallel ausrichten; die Ausrichtung ohne nennenswerte Kraftanwendung durchführen. Dichtung über die Schraubenbolzen zentrieren.
  4. Bei komplexen Einbaulagen (vertikal, überkopf) Dichtung mit wenigen, lokal begrenzten Klebepunkten (Sprühkleber mit Schablone oder Klebestift) fixieren. Klebepunkte so dünn und klein wie möglich halten, damit die Dichtfläche nicht vollflächig kontaminiert wird.
  5. Schraubengewinde und Schraubenunterkopf mit geeignetem Schmiermittel versehen; Dichtung und Dichtflächen dabei nicht verunreinigen. Nitrierte oder gehärtete Unterlegscheiben verwenden.
  6. Schrauben über Kreuz anziehen. In mindestens drei Durchgängen das Anzugsdrehmoment von ca. 30 % über 60 % auf 100 % steigern. Erste Schraube beim Anziehen nicht zu fest setzen, da Graphitdichtungen bei ungleichmäßiger erster Verspannung reißen können. Abschließend jede Schraube einmal nacheinander im Uhrzeigersinn kontrollieren.
  7. Nachziehen nur bei Umgebungstemperatur und drucklos durchführen. Ausgebaute Flachdichtungen nicht wiederverwenden.

FAQ

Welche Temperaturen und Drücke verträgt Novaphit SSTC dauerhaft?

Novaphit SSTC ist für Temperaturen von -200 °C bis +550 °C und Innendrücke bis 250 bar ausgelegt. Die Angaben gelten für 2,0 mm dicke Dichtungen an Vorschweißflansch-Verbindungen mit glatter Dichtfläche; bei dünneren Dicken oder Nut-Feder-Flanschen sind höhere Flächenpressungen möglich.

Was ist der Unterschied zwischen Novaphit SSTC und Novaphit SSTC TA-L?

Novaphit SSTC TA-L verfügt zusätzlich über eine TA-Luft-Zertifizierung nach VDI 2290 und Blow-out-Test sowie eine interne Imprägnierung für niedrigste Leckagewerte. Novaphit SSTC ist die Standardausführung mit BAM-, DVGW-, Firesafe- und GL-Zulassung. Für emissionsrelevante Anlagen nach TA Luft ist die TA-L-Variante die korrekte Wahl.

Was bewirkt die XP-Technologie und woran erkenne ich die XP-Ausführung?

Die XP-Technologie ist eine rein anorganische Tiefenpassivierung des Graphits durch gleichmäßig verteilte Nanopartikel. Sie senkt den Oxidationsverlust bei 670 °C von bis zu 4 %/h auf unter 3 %/h und reduziert die Anhaftung der Dichtung an der Flanschfläche. Das erleichtert den Dichtungswechsel erheblich und schützt die Flanschfläche vor Beschädigungen. Die XP-Ausführung ist am blauen Wabenaufdruck erkennbar; die Standardausführung trägt einen schwarzen Wabenaufdruck.

Warum muss Novaphit SSTC absolut trocken eingebaut werden?

Expandierter Graphit nimmt Feuchtigkeit auf, was bei der Verdampfung unter Betriebsbedingungen zu Druckspannungen in der Dichtungsebene führen kann. Zudem können Feuchtigkeitsrückstände die Flächenpressung lokal verringern und frühe Leckage verursachen. Dichtflächen und Dichtung sind daher unmittelbar vor dem Einbau zu trocknen.

Kann Novaphit SSTC mit Dichthilfsmitteln oder Schmierstoffen eingebaut werden?

Nein. Graphitdichtungen werden grundsätzlich ohne Dichthilfsmittel, Fette oder Klebstoffe auf der Dichtfläche eingebaut. Schmierstoffe auf Schraubengewinde und Schraubenunterkopf sind zulässig, dürfen aber nicht mit der Dichtung oder den Dichtflächen in Kontakt kommen.

Für welche Medien ist Novaphit SSTC nicht geeignet?

Nicht geeignet für ozonhaltige Medien und elementares Fluor. Für alle anderen Medien ist Novaphit SSTC durch seine universelle chemische Beständigkeit bei pH 0–14 einsetzbar, wobei Temperatur und Druck des konkreten Betriebspunkts anhand des Novadisc-Programms (www.novadisc.de) oder in Rücksprache mit der Frenzelit-Anwendungstechnik zu prüfen sind.

Darf Novaphit SSTC nach dem Ausbau wiederverwendet werden?

Nein. Ausgebaute Flachdichtungen dürfen nicht wiederverwendet werden. Nach einer Betriebsphase ist die ursprüngliche Dicke und Rückfederung der Dichtung nicht mehr vollständig vorhanden, was zu unzureichender Flächenpressung und Leckage führen kann.