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Artikelnummer Nennweite DN Druckstufe PN (Bar) Material Innendurchmesser (mm) Außendurchmesser (mm)
03280273020-R-SK Flachdichtring Novaform SK
328x273x2 mm, DN250/PN10
nach DIN EN1514-1
250 10 Frenzelit Novaform SK 273 328

Beschreibung

Novaform SK besteht aus hochwertigen Aramidfasern mit Funktionsfüllstoffen, die mit NBR gebunden sind. Die Weichstoffmatrix wird durch eine massive Drahtgewebeeinlage in Spitzköperwebart (Werkstoff 1.0314, verzinkt) armiert, die dem Material seine außergewöhnliche Druckstandfestigkeit von 38 bis 45 N/mm² bei 300 °C nach DIN 52913 verleiht. Die Oberfläche erhält eine Walzgrafitierung, die das Ankleben an Flanschflächen verhindert und die Demontage erleichtert.

Die Dichtung ist dauerhaft bis 600 °C einsetzbar und damit für heiße Abgase geeignet. Die Zugfestigkeit quer liegt nach DIN 52910 bei 22 bis 29 N/mm², die Zusammendrückbarkeit nach ASTM F 36 J bei 12 bis 20 % mit einer Rückfederung von 28 bis 35 %. Diese Kombination aus Verformbarkeit und Rückstellvermögen stellt auch bei unebenen Flanschflächen eine zuverlässige Abdichtung sicher.

Novaform SK ist nach DNV GL zugelassen und damit für den Einsatz im Schiffsbau freigegeben. Die Dichtung ist als Platte 1000×1000 mm sowie als Rolle (Breite 1000 mm, Länge bis 10.000 mm) lieferbar, in Dicken 0,8 / 1,0 / 1,2 / 1,5 / 2,0 / 3,0 mm. Abmessungstoleranzen gelten nach DIN 28091-1.

Merkmale

  • WerkstoffAramidfasern mit Funktionsfüllstoffen, NBR-gebunden
  • VerstärkungDrahtgewebeeinlage Spitzköperwebart, Werkstoff 1.0314 (verzinkt)
  • OberflächenbehandlungWalzgrafitierung
  • Farbedunkelgrau
  • Kennzeichnungschwarzer Wabenaufdruck
  • Maximaltemperatur600 °C
  • Druckstandfestigkeit bei 300 °C38–45 N/mm² (DIN 52913)
  • Zugfestigkeit quer22–29 N/mm² (DIN 52910)
  • Zusammendrückbarkeit12–20 % (ASTM F 36 J)
  • Rückfederung28–35 % (ASTM F 36 J)
  • Dichte1,80–2,20 g/cm³ (DIN 28090-2), je nach Dicke
  • ZulassungDNV GL
  • Norm ToleranzenDIN 28091-1
  • Lieferformat Platte1000×1000 mm
  • Lieferformat RolleBreite 1000 mm, Länge bis 10.000 mm
  • Verfügbare Dicken0,8 / 1,0 / 1,2 / 1,5 / 2,0 / 3,0 mm

Vorteile

  • Beständig bis 600 °C Dauertemperatur, damit für heiße Abgasflansche einsetzbar, wo Standardweichstoffdichtungen versagen.
  • Druckstandfestigkeit von 38–45 N/mm² bei 300 °C nach DIN 52913, was Kriechrelaxation unter dauerhafter Schraubenvorspannung minimiert.
  • Walzgrafitierung auf beiden Oberflächen verhindert Ankleben an Flanschflächen und ermöglicht rückstandsfreie Demontage auch nach langen Betriebszeiten bei hohen Temperaturen.
  • Verzinkte Spitzköpergewebe-Einlage (1.0314) erhöht die Zugfestigkeit auf 22–29 N/mm² nach DIN 52910 und verhindert Risse bei mechanischen Schwingungen und Druckstößen.
  • DNV GL-Zulassung erlaubt den Einsatz in klassifikationspflichtigen Schiffbauanwendungen ohne zusätzliche Baumusterprüfung.
  • Rückfederung 28–35 % nach ASTM F 36 J gleicht Flanschbewegungen durch Temperaturwechsel aus und hält die Dichtwirkung bei thermischen Zyklen aufrecht.

Einsatzgebiete

Abgasanlagen in Industrieaggregaten
Novaform SK dichtet Flanschverbindungen in Abgasleitungen von stationären Verbrennungsmotoren und Gasmotoren ab, wo Temperaturen bis 600 °C und mechanische Schwingungen auftreten.
Abgasturbolader
Die Dichtung wird zwischen Abgasturbolader und Abgaskrümmer eingesetzt, wo hohe Temperaturen und Druckpulsationen kombiniert auftreten. Die Drahtgewebeeinlage verhindert Risse durch Vibrationsermüdung.
Kompressoren
Einsatz an Flanschverbindungen von Kompressoren für heiße Prozessgase, bei denen eine hohe Druckstandfestigkeit bei dauerhafter thermischer Belastung gefordert ist.
Schiffbau (Dieselaggregate)
Für Abgasflansche und Abgasleitungen an schiffseigenen Dieselaggregaten zugelassen; die DNV GL-Zulassung erfüllt die Klassifikationsanforderungen ohne Sondergenehmigung.
Kraftwerks- und Energietechnik
Abdichtung von Hochtemperatur-Flanschverbindungen in Abgasrückgewinnungssystemen (z. B. Abgaswärmetauscher, ORC-Anlagen) sowie in Blockheizkraftwerken.
Maschinen- und Anlagenbau mit Abgasrückführung
Überall dort, wo rückgeführte heiße Abgase durch Flanschanschlüsse geführt werden und Weichstoffdichtungen aus Gummi oder Standardfasermaterial temperaturbedingt versagen.

Do's and Dont's

Do's:
  • Dichtung kühl, trocken und UV-geschützt lagern, bis zur Montage in der Originalverpackung belassen.
  • Flanschflächen vor der Montage reinigen und auf Ebenheit prüfen.
  • Schrauben über Kreuz in mehreren Stufen bis zum Endmoment anziehen.
  • Nach dem ersten Betriebszyklus Schrauben im kalten Zustand auf das Anzugsmoment kontrollieren und nachziehen.
  • Eignung für das konkrete Medium und die Betriebsbedingungen vor dem Einsatz durch den Betreiber prüfen lassen.
Don'ts:
  • Keine scharfen Werkzeuge beim Einlegen verwenden, um die Oberfläche und die Grafitierung nicht zu beschädigen.
  • Keine zusätzlichen Dichtpasten oder flüssigen Dichtmittel aufbringen; die Walzgrafitierung ist die Trennschicht.
  • Nicht über 600 °C hinaus betreiben; oberhalb dieser Grenze ist die Dichtungsintegrität nicht mehr gewährleistet.
  • Dichtung nicht mehrfach verwenden; nach Demontage ist eine neue Dichtung einzubauen.

Montage

  1. Flanschflächen vor der Montage auf Riefen, Verschmutzungen und Planheitsabweichungen prüfen. Reste alter Dichtungsmaterialien vollständig entfernen.
  2. Dichtung auf den korrekten Zuschnitt prüfen. Schraubenlöcher müssen sauber gestanzt oder geschnitten sein, keine ausgefransten Kanten.
  3. Dichtung trocken einlegen, keine zusätzlichen Dichtmittel oder Pasten verwenden. Die Walzgrafitierung übernimmt die Trennfunktion.
  4. Schrauben gleichmäßig über Kreuz in mehreren Stufen anziehen. Das vorgeschriebene Anzugsmoment für den jeweiligen Flanschtyp und Nenndruck ist aus der Auslegungsdokumentation zu entnehmen.
  5. Nach dem ersten Betriebszyklus (Aufheizen und Abkühlen) Schraubenvorspannung im kalten Zustand kontrollieren und bei Bedarf nachziehen, da Weichstoffdichtungen ein gewisses Setzverhalten zeigen.

Einbaurichtlinien und weiterführende technische Informationen sind unter www.frenzelit.com/techinfos verfügbar. Die Montage muss durch qualifiziertes Fachpersonal unter Einhaltung der geltenden Richtlinien erfolgen.

FAQ

Bis zu welcher Temperatur ist Novaform SK dauerhaft einsetzbar?

Novaform SK ist für Dauerbetrieb bis 600 °C ausgelegt. Diesen Wert gibt Frenzelit als maximale Betriebstemperatur an. Für kurzzeitige Temperaturspitzen über diesen Wert hinaus ist die Eignung im Einzelfall zu prüfen und durch den Betreiber zu verantworten.

Was bewirkt die Walzgrafitierung auf der Oberfläche?

Die aufgewalzte Grafitschicht dient als Trennmittel zwischen Dichtung und Flanschfläche. Sie verhindert das Ankleben des Dichtungsmaterials beim Aushärten unter Temperatur und ermöglicht eine rückstandsfreie Demontage. Zusätzliche Trennmittel oder Dichtpasten sind daher nicht erforderlich und auch nicht zulässig.

Warum enthält Novaform SK eine Metallgewebeeinlage?

Die verzinkte Spitzköpergewebe-Einlage aus Werkstoff 1.0314 erhöht die Zugfestigkeit des Dichtungsplattenmusters auf 22–29 N/mm² nach DIN 52910. Ohne diese Verstärkung würde das Weichstoffmaterial bei mechanischen Vibrationen oder Druckstößen, wie sie in Abgasanlagen und Turboladern auftreten, durch Rissbildung versagen.

Muss die Schraubenvorspannung nach dem ersten Betriebszyklus nachgezogen werden?

Ja. Weichstoffdichtungen zeigen ein definiertes Setzverhalten in den ersten Betriebsstunden, besonders nach dem ersten Aufheizen und Abkühlen. Die Schraubenvorspannung ist daher im erkalteten Zustand zu kontrollieren und auf das vorgeschriebene Anzugsmoment nachzuziehen, um eine dauerhaft dichte Verbindung sicherzustellen.

Für welche Medien ist Novaform SK geeignet?

Novaform SK ist primär für heiße Abgase ausgelegt. Die Medienbeständigkeitsprüfung nach ASTM F 146 zeigt, dass die Dichtung auch gegenüber IRM 903-Öl und Fuel B (Kraftstoff) sowie Kühlmittel/Wasser 50:50 eine akzeptable Gewichts- und Dickenänderung aufweist. Die endgültige Eignung für ein konkretes Medium ist durch den Betreiber oder über Frenzelit-Anwendungstechnik zu bestätigen.

Kann Novaform SK wiederverwendet werden?

Nein. Flachdichtungen aus Weichstoffmaterialien dürfen nach einer Demontage nicht wiedereingebaut werden. Das Setzverhalten und die plastische Verformung durch die Erstmontage machen eine zuverlässige Abdichtung beim Wiedereinbau nicht möglich.