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Artikelnummer Nennweite DN Druckstufe PN (Bar) Material Innendurchmesser (mm) Außendurchmesser (mm)
01270077020-R-MILAM Flachdichtring aus Milam PSS
127x77x2 mm, DN65/PN10-40
nach DIN 2690 / EN1514-1
65 40 Klinger Milam PSS 77 127

Dokumente

Beschreibung

KLINGER milam PSS besteht aus Phlogopit-Glimmer, einem Alumino-Silikat mineralischen Ursprungs mit lamellarer, faserfreier Struktur. Die Platte ist mit einer perforierten 0,1 mm dicken Edelstahleinlage aus AISI 316L armiert und mit Silikonöl imprägniert. Der Gewichtsverlust bei 800 °C beträgt weniger als 5 %, was die außergewöhnliche thermische Stabilität des Materials belegt.

Das Material ist in drei Dicken lieferbar: PSS 130 (1,3 mm, 1 Einlage), PSS 200 (2,0 mm, 1 Einlage) und PSS 300 (3,2 mm, 2 Einlagen). Das Plattenformat ist 1000 x 1200 mm. Die maximale Flächenpressung liegt bei 100 MPa (PSS 130) bzw. 80 MPa (PSS 200 und PSS 300). Die Stickstoff-Dichtheit bei 30 MPa und 6 bar im Temperaturbereich 100 bis 400 °C beträgt maximal 0,20 ml/min (PSS 130/200) bzw. 1,0 ml/min (PSS 300).

Die chemische Beständigkeit gegenüber paraffinischen Kohlenwasserstoffen, Kraftstoffen, Aromaten, Motorölen und Mineralschmierstoffen ist als gering bis keine Schädigung eingestuft (Klasse A). Gegenüber chlorierten Kohlenwasserstoffen, verdünnten Säuren und Basen besteht eine schwache bis mäßige Schädigung (Klasse B). Das Zertifikat German Lloyd bestätigt den Einsatz in der Schifffahrtstechnik.

Merkmale

  • Werkstoff BasisPhlogopit-Glimmer (Alumino-Silikat, faserfrei)
  • Verstärkungperforierte Edelstahleinlage AISI 316L (AISI 316), 0,1 mm dick
  • ImprägnierungSilikonöl
  • FarbeBraun
  • Dauertemperaturbis 900 °C
  • Maximaldruck5 bar
  • Plattenformat1000 x 1200 mm
  • PSS 130 (1,3 mm, 1 Einlage)
  • Dichte2,1 g/cm³
  • Kompressibilität (ASTM F 36 J)12–20 %
  • Rückfederung (ASTM F 36 J)30–45 %
  • Spannungsrelaxation (DIN 52913, 50 MPa, 16 h/300 °C)33 MPa
  • Max. Flächenpressung100 MPa
  • Zündverlust<5 %
  • PSS 200 (2,0 mm, 1 Einlage)
  • Dichte2,1 g/cm³
  • Kompressibilität (ASTM F 36 J)15–23 %
  • Rückfederung (ASTM F 36 J)32–42 %
  • Spannungsrelaxation (DIN 52913, 50 MPa, 16 h/300 °C)33 MPa
  • Max. Flächenpressung80 MPa
  • Zündverlust<5 %
  • PSS 300 (3,2 mm, 2 Einlagen)
  • Dichte1,8 g/cm³
  • Kompressibilität (ASTM F 36 J)18–26 %
  • Rückfederung (ASTM F 36 J)28–38 %
  • Spannungsrelaxation (DIN 52913, 50 MPa, 16 h/300 °C)30 MPa
  • Max. Flächenpressung80 MPa
  • Zündverlust<15 %
  • DickentoleranzenPSS 130 ±8 %, PSS 200 ±10 %, PSS 300 ±10 %
  • ZertifikateGerman Lloyd

Vorteile

  • Einsetzbar bis 900 °C Dauertemperatur, da der Gewichtsverlust bei 800 °C unter 5 % bleibt.
  • Faserfrei aufgrund der lamellaren Phlogopit-Glimmerstruktur, was Gesundheitsrisiken durch Faserstäube bei der Verarbeitung vermeidet.
  • Beständig gegen paraffinische Kohlenwasserstoffe, Kraftstoffe, Aromaten, Motoröle und Mineralschmierstoffe (chemische Beständigkeitsklasse A).
  • Perforierte AISI 316L-Edelstahleinlage verhindert Ausblasen der Dichtung auch unter wechselnden Druckbelastungen.
  • Silikonöl-Imprägnierung reduziert das Anhaften der Dichtung an Flanschflächen und erleichtert die Demontage.
  • Zertifiziert nach German Lloyd für den Einsatz in Schiffsmotoren und maritimen Abgassystemen.

Einsatzgebiete

Abgasanlagen in Verbrennungsmotoren
KLINGER milam PSS dichtet Flanschverbindungen in Auspuffkrümmern und Abgaskollektoren von Diesel- und Gasmotoren, wo Temperaturen von 600 bis über 800 °C und trockene Abgase auftreten.
Turbolader-Flanschverbindungen
An den Einlass- und Auslassstutzen von Turboladern in Fahrzeugen, Schiffen und stationären Motoren dichtet das Material zuverlässig bei schnellen Temperaturwechseln bis 900 °C.
Industrieturbinen und Gasturbinen
Flachdichtungen aus milam PSS werden in Gehäuseflanschverbindungen von Gasturbinen und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen eingesetzt, wo konventionelle Weichstoffdichtungen thermisch versagen würden.
Schiffsmotoren und maritime Abgassysteme
Das Zertifikat German Lloyd erlaubt den Einsatz in Schiffsdieselmotoren und Abgasleitungen der Schifffahrt, wo Salzluftbeständigkeit und thermische Stabilität gleichzeitig gefordert werden.
Abgassysteme in der Energieerzeugung
In Müllverbrennungsanlagen, Biomassevergasungssystemen und Fackelsystemen der Öl- und Gasförderung dichtet das Material heiße, trockene Prozessgase an Flanschanschlüssen.
Chemische Industrie und Petrochemie
Aufgrund der Beständigkeit gegen Lösungsmittel, Mineralöle und Kohlenwasserstoffe eignet sich milam PSS für Prozessleitungen, Wärmetauscher und Reaktorflansche in der chemischen und petrochemischen Industrie.
Papier- und Zellstoffindustrie
In Trocknungsanlagen und Dampfsystemen von Papiermaschinen werden Glimmer-Dichtungsplatten eingesetzt, wo Dampf, hohe Temperaturen und chemische Reinigungsmedien gleichzeitig auftreten.

Do's and Dont's

Do's:
  • Dichtung gemäß KLINGER P-T-Diagramm auf Druckbereich und Temperaturbereich prüfen, bevor sie eingebaut wird.
  • Dichtung trocken und UV-geschützt lagern, um Alterung der Silikonöl-Imprägnierung zu vermeiden.
  • Chemische Beständigkeitstabelle des Herstellers für das konkrete Betriebsmedium prüfen, insbesondere für chlorierte Kohlenwasserstoffe, verdünnte Säuren und Basen (Klasse B).
  • Nach dem ersten Betriebszyklus bei Hochtemperaturanwendungen Schraubenanzug prüfen und ggf. nachziehen.
  • Beim Zuschnitt nur zugelassene Methoden verwenden: Messer, Wasserstrahl, Stanzen oder CNC-Schneidplotter.
Don'ts:
  • Nicht in Bereichen einsetzen, in denen P-T-Bereich 3 überschritten wird, ohne vorherige technische Bewertung durch KLINGER oder HENNLICH.
  • Keine Trennmittel oder Schmierfette auf die Dichtungsoberfläche auftragen, da diese die Dichtheit beeinträchtigen können.
  • Nicht für nasse Medien oder Dampf ohne Prüfung des P-T-Diagramms verwenden, da das Material speziell für trockene Gasanwendungen ausgelegt ist.
  • Dichtung nicht biegen oder knicken, da die lamellare Glimmerstruktur bei mechanischer Verformung brechen kann.

Montage

  1. Flanschflächen vor der Montage auf Riefen, Korrosion und Verunreinigungen prüfen. Rückstände der alten Dichtung vollständig entfernen.
  2. Passende Dichtungsdicke entsprechend der Flanschgeometrie und dem P-T-Diagramm wählen: PSS 130 für hohe Flächenpressungen bis 100 MPa, PSS 200 und PSS 300 für geringere Flächenpressungen bis 80 MPa.
  3. Dichtung aus dem Plattenmaterial passgenau ausschneiden oder ausstanzen. Zulässige Fertigungsmethoden: Messer, Wasserstrahl, Stanzen, CNC-Schneidplotter.
  4. Dichtung trocken und ohne Trennmittel einlegen. Die Silikonöl-Imprägnierung wirkt bereits als Montagehilfe und Haftungsminderung.
  5. Schrauben gleichmäßig über Kreuz anziehen und das Anzugsdrehmoment stufenweise auf den Zielwert steigern. Bei Hochtemperaturanwendungen empfiehlt sich ein Nachziehen nach dem ersten Betriebszyklus, da Kriechverhalten und Wärmeausdehnung die Vorspannung reduzieren können.
  6. Im P-T-Bereich 2 (gemäß KLINGER P-T-Diagramm) eine technische Bewertung der Anwendung vornehmen, bevor die Dichtung eingebaut wird. Im P-T-Bereich 3 darf die Dichtung ohne technische Freigabe nicht eingebaut werden.

FAQ

Bis zu welcher Temperatur ist KLINGER milam PSS dauerhaft einsetzbar?

KLINGER milam PSS ist für Dauertemperaturen bis 900 °C ausgelegt. Der Gewichtsverlust bei 800 °C beträgt weniger als 5 %, was die thermische Stabilität des Phlogopit-Glimmers belegt. Das Material ist speziell für heiße, trockene Gasanwendungen konzipiert.

Was ist der Unterschied zwischen PSS 130, PSS 200 und PSS 300?

PSS 130 (1,3 mm) enthält eine Edelstahleinlage, hat die höchste maximale Flächenpressung von 100 MPa und eignet sich für enge Flanschspalte. PSS 200 (2,0 mm) ist die Standardausführung mit einer Einlage und max. 80 MPa. PSS 300 (3,2 mm) hat zwei Edelstahleinlagen und eine höhere Kompressibilität, was ihn für unregelmäßige Flanschflächen geeignet macht, aber die max. Flächenpressung bleibt bei 80 MPa.

Ist KLINGER milam PSS für nasse Medien und Dampf geeignet?

Das Material ist primär für heiße, trockene Gasanwendungen ausgelegt. Für Dampf und nasse Medien muss das P-T-Diagramm des Herstellers geprüft werden. Im P-T-Bereich 2 wird eine technische Bewertung empfohlen, im P-T-Bereich 3 ist der Einsatz ohne technische Freigabe nicht zulässig.

Welche Medien sind für KLINGER milam PSS nicht geeignet?

Gegenüber chlorierten Kohlenwasserstoffen, verdünnten Säuren und verdünnten Basen zeigt das Material eine schwache bis mäßige Schädigung. Für stark aggressive Säuren oder Laugen sind spezielle PTFE- oder Graphitdichtungen vorzuziehen.

Warum ist das Nachziehen der Flanschschrauben nach dem ersten Betriebszyklus wichtig?

Bei Hochtemperaturanwendungen reduzieren Kriechverhalten der Dichtung und Wärmeausdehnung der Flanschkomponenten die Schraubenvorspannung. Durch Nachziehen nach dem ersten thermischen Zyklus wird die erforderliche Flächenpressung wiederhergestellt und Leckagen werden verhindert.

Kann KLINGER milam PSS mit gängigen Bearbeitungsmethoden zugeschnitten werden?

Ja. Die Dichtungsplatten können mit Messer, Wasserstrahl, Stanzmaschinen und CNC-Schneidplottern bearbeitet werden. Die lamellare Glimmerstruktur ist empfindlich gegenüber Biegen und Knicken, deshalb muss das Material flach gelagert und transportiert werden.