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Artikelnummer Breite (mm) Stärke (mm) Material Durchmesser (mm) Bauform
1414-28QI Keramikfaser-Packung
14x14 mm, geflochten
mit Inconeldrahtverstärkung
14 14 Keramik Quadratisch

Beschreibung

Keramikfaserpackungen bestehen aus hochreinen Keramikfasern auf Basis von Aluminiumoxid und Siliziumdioxid, die zu geflochtenen Schnüren oder Packungen verarbeitet werden. Der Werkstoff hält Dauertemperaturen von über 1000°C aus, mit einem Schmelzpunkt bei +1700°C. Standardqualitäten sind für kontinuierlichen Betrieb bis ca. 1260°C ausgelegt, hochreine Sorten erreichen bis zu 1427°C.

Die niedrige Wärmeleitfähigkeit der Keramikfaser reduziert den Wärmedurchgang durch die Dichtung und senkt den Energieverlust in der Anlage. Die Kompressibilität des Materials gewährleistet auch bei leichten Flanschbelastungen und unebenen Dichtflächen eine zuverlässige Abdichtung. Thermische Wechselbeanspruchung beeinträchtigt die Dichtwirkung nicht.

Keramikfaserpackungen sind beständig gegen Verbrennungsgase, Heißluft und milde Säuren. Konzentrierte Alkalien, Flusssäure und Phosphorsäure greifen die Faserstruktur an und sind nicht zulässig. Für feuchte oder chemisch aggressive Prozessatmosphären ist vorab die Medienverträglichkeit zu prüfen.

Die Packungen werden als Meterware geliefert und lassen sich vor Ort mit einem Messer auf Maß zuschneiden. Für Standardanwendungen sind runde und rechteckige Querschnitte verfügbar. Sonderabmessungen und konfektionierte Dichtungsringe sind auf Anfrage erhältlich.

Merkmale

  • WerkstoffKeramikfaser (Aluminiumoxid-Siliziumdioxid-Basis)
  • Dauertemperatur> 1000°C (Standardqualität bis 1260°C)
  • Schmelzpunkt+1700°C
  • Ausführunggeflochten, runder oder rechteckiger Querschnitt
  • LieferformMeterware (Schnur/Packung); konfektionierte Ringe auf Anfrage
  • Chemische BeständigkeitVerbrennungsgase, Heißluft, milde Säuren; nicht geeignet für konzentrierte Alkalien, Flusssäure, Phosphorsäure
  • Besonderheitniedrige Wärmeleitfähigkeit, hohe Temperaturwechselbeständigkeit, geringes Gewicht

Vorteile

  • Dauerbetrieb bei über 1000°C möglich, Schmelzpunkt bei +1700°C, wo organische Dichtwerkstoffe und Graphitpackungen bereits versagen.
  • Niedrige Wärmeleitfähigkeit reduziert den Wärmeübergang durch die Dichtung und senkt den Energieverlust im Ofenbetrieb.
  • Hohe Kompressibilität gleicht unebene und verzunderte Dichtflächen aus, ohne dass die Flanschflächen nachgearbeitet werden müssen.
  • Ausgezeichnete Temperaturwechselbeständigkeit verhindert Rissbildung und Nachziehen bei häufigen Aufheiz- und Abkühlzyklen.
  • Vor Ort zuschneiden: die Meterware lässt sich mit einem Messer ohne Spezialwerkzeug auf das benötigte Maß kürzen.

Einsatzgebiete

Industrieofentüren und Schaugläser
Keramikfaserpackungen dichten die Türrahmen und Schauglaseinfassungen von Industrie-, Glüh- und Sinterofen ab, wo Dauertemperaturen über 1000°C auftreten.
Hochofentüren und Sikkeöfen
In metallurgischen Hochofentüren und Schmelzöfen (Sikkeöfen) werden Keramikfaserpackungen eingesetzt, weil sie den extremen Temperaturen und Schlackegasen standhalten.
Tunnelöfen in der Keramik- und Ziegelproduktion
Tunnelöfen für die Keramik- und Ziegelherstellung nutzen Keramikfaserpackungen zur Abdichtung der Fahrzeugluken und Türspalten entlang der Ofenkurve.
Lackieranlagen und Einbrennöfen
Durchlauföfen in Lackieranlagen benötigen zuverlässige Dichtungen an Türen und Transportöffnungen; Keramikfaserpackungen halten die geforderten Betriebstemperaturen dauerhaft aus.
Kessel- und Brennerzugänge
An Inspektionsklappen und Brennerzugängen von Industriekesseln dichten Keramikfaserpackungen gegen Verbrennungsgase und Heißluft ab.
Heißluft- und Rauchgaskanäle
Flanschverbindungen in Niederdruck-Heißluftkanälen und Rauchgasleitungen werden mit Keramikfaserpackungen abgedichtet, wo hohe Temperaturen und geringe Flanschpressungen zusammentreffen.
Wärmebehandlungsanlagen
Vakuum- und Schutzgasöfen für die Wärmebehandlung von Metall- und Keramikteilen verwenden Keramikfaserpackungen an Türen und Durchführungen.

Do's and Dont's

Do's:
  • Packung trocken, kühl und staubfrei lagern, bis zur Montage in der Originalverpackung belassen.
  • Dichtflächen vor dem Einbau von Zunder, Öl und losen Ablagerungen reinigen.
  • Beim ersten Aufheizen eine langsame Temperaturrampe einhalten, um die Dichtung einzubetten.
  • Regelmäßige Sichtprüfung auf Risse oder Abbröckeln, insbesondere nach intensiven Temperaturwechselzyklen.
Don'ts:
  • Nicht in Kontakt mit konzentrierten Alkalien, Flusssäure oder Phosphorsäure einsetzen, diese greifen die Faserstruktur an.
  • Packung nicht übermäßig komprimieren, das zerstört die Porenstruktur und verschlechtert die Wärmedämmeigenschaft.
  • Nicht mit Feuchtigkeit oder nassen Oberflächen in Berührung bringen, solange die Packung nicht in Betrieb ist, da Feuchtigkeit die Bindeeigenschaften beeinträchtigen kann.
  • Keine scharfen Metallwerkzeuge beim Einlegen verwenden, die Fasern beschädigen können.

Montage

  1. Dichtflächen von Zunder, Farbresten und Fett reinigen, damit die Keramikfaserpackung gleichmäßig aufliegt.
  2. Packung auf die benötigte Länge zuschneiden. Bei Ringdichtungen die Enden sauber auf Gehrung schneiden und stumpf stoßen.
  3. Packung in die Nut oder gegen die Dichtfläche legen, ohne sie zu verdrehen oder übermäßig zu strecken.
  4. Flansch oder Tür gleichmäßig schließen und die Schrauben über Kreuz anziehen. Die Kompression nur so weit erhöhen, dass die Abdichtung erreicht wird; eine zu starke Kompression reduziert die Isolierwirkung und kann die Faserstruktur dauerhaft schädigen.
  5. Bei der ersten Inbetriebnahme einen kontrollierten Aufheizvorgang durchführen: Temperatur langsam steigern, um eine gleichmäßige Einbettung der Packung und minimale Ausgasung zu erreichen.

FAQ

Bis zu welcher Temperatur ist eine Keramikfaserpackung dauerhaft einsetzbar?

Standardqualitäten halten Dauertemperaturen von über 1000°C aus, typischerweise bis ca. 1260°C. Hochreine Sorten mit höherem Aluminiumoxidanteil sind für Dauertemperaturen bis ca. 1427°C ausgelegt. Der Schmelzpunkt liegt bei +1700°C. Für die Materialauswahl sollte die gewählte Qualität stets etwas über der tatsächlichen Betriebstemperatur liegen.

Welche Medien sind mit Keramikfaserpackungen nicht verträglich?

Keramikfaserpackungen sind nicht beständig gegen konzentrierte Alkalien, Flusssäure und Phosphorsäure. Diese Medien greifen die Aluminiumoxid-Siliziumdioxid-Faserstruktur an. Verbrennungsgase, Heißluft und milde Säuren sind hingegen kein Problem.

Wie wähle ich die richtige Querschnittsgröße der Keramikfaserpackung?

Der Querschnitt richtet sich nach der Nutbreite bzw. dem Türspalt. Die Packung sollte den Spalt vollständig ausfüllen und beim Schließen der Tür oder des Flansches gleichmäßig komprimiert werden. Eine zu geringe Kompression führt zu Leckage, eine zu starke zerstört die Isoliereigenschaft des Materials.

Kann eine Keramikfaserpackung vor Ort auf Maß geschnitten werden?

Ja. Die Meterware lässt sich mit einem scharfen Messer direkt auf der Baustelle oder Anlage auf die benötigte Länge zuschneiden. Bei Ringdichtungen empfiehlt sich ein sauberer Gehrungsschnitt, damit die Stoßstelle dicht abschließt.

Was ist der Unterschied zwischen einer Keramikfaserpackung und einer Glasfaserpackung?

Glasfaserpackungen sind für Temperaturen bis ca. 450°C (kurzzeitig bis 550°C) ausgelegt. Keramikfaserpackungen eignen sich für Dauerbetrieb über 1000°C. Bei Anwendungen zwischen 450°C und 600°C kommen Glasfasern mit PTFE-Tränkung in Frage; darüber ist Keramikfaser der richtige Werkstoff.

Wie lange hält eine Keramikfaserpackung im Dauerbetrieb?

Die Lebensdauer hängt von der Intensität der Temperaturwechsel, der mechanischen Beanspruchung und dem Kontakt mit Prozessmedien ab. Bei moderater Belastung und stabilen Temperaturen sind Standzeiten von mehreren Monaten bis zu einigen Jahren erreichbar. Regelmäßige Sichtprüfungen erkennen Risse oder Abbröckeln rechtzeitig, bevor ein unkontrollierter Gasdurchbruch entsteht.