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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Einbauraumhöhe L1 (mm) Typ
7154500 Kolbendichtung aus PTFE/Bronze
K735-85x70x11 mit Backringen
inkl. NBR-Vorspannelement
70 85 11 K735

Dokumente

Beschreibung

K735 ist für mittlere und schwere Einsätze konzipiert und deckt Drücke bis 600 bar bei 0,3 m/s ab. In der PTFE/Bronze-Ausführung sind Verfahrgeschwindigkeiten bis 1,5 m/s bei 250 bar möglich. Der Dichtsatz eignet sich besonders für Hydraulikzylinder in Baumaschinen, Bergbaumaschinen und anderen schwerbelasteten Anwendungen.

Der Dichtungsaufbau besteht aus vier Komponenten: einem selbstschmierenden Gleitring aus PTFE/Bronze, einem NBR-Profilring, der den Gleitring vorspannt, sowie zwei Backringen aus Kunststoff (PA12), die beidseitig angeordnet sind. Die Backringe schützen den Gleitring und den NBR-Profilring vor Extrusion in den Dichtspalt und vor Verschmutzung.

Als Alternative zur PTFE/Bronze-Ausführung steht eine Gleitfläche aus Hythane® (Polyether-Polyurethan) zur Verfügung. Hythane® bietet eine ausgezeichnete Haltefunktion und eignet sich besonders für Zylinder, die statische Druckhaltung erfordern. Beide Varianten sind für gängige Größen ab Lager verfügbar.

Die Abmessungsreihe umfasst Außendurchmesser von Ø 50 mm bis Ø 400 mm und schließt typische asiatische und amerikanische Standard-Einbauräume ein. Die Einbautoleranzen sind Ø D1 H9 / Ø d1 h9. Für Tieftemperatur-Einsätze, Zwischengrößen oder spezielle Anforderungen stehen weitere Werkstoff-Kombinationen als Typ K235 und K222 kurzfristig zur Verfügung.

Merkmale

  • DichtungstypDoppeltwirkende Kolbendichtung
  • KolbenbauformEinteiliger Kolben
  • Gleitring-Werkstoff (Standard)PTFE/Bronze
  • Gleitring-Werkstoff (Haltefunktion)Hythane® (Polyether-PU)
  • VorspannelementNBR-Profilring
  • BackringeKunststoff (PA12)
  • Temperaturbereich-30°C bis +80°C (Mineralöl-Basis, PTFE/Bz NBR, v 0,8 m/s)
  • Max. Druck bei v = 0,3 m/s600 bar (PTFE/Bz, bis +80°C)
  • Max. Druck bei v = 0,8 m/s500 bar (PTFE/Bz, bis +80°C)
  • Max. Druck bei v = 1,5 m/s250 bar (PTFE/Bz, bis +80°C)
  • Max. Temperatur (erhöht)+100°C bei reduziertem Maximaldruck
  • Abmessungsbereich Ø D150 mm bis 400 mm
  • EinbautoleranzenØ D1: H9 / Ø d1: h9 / L1: +0,2 -0
  • Gleitfläche Ra0,05 – 0,4 µm
  • Gleitfläche Rt2 – 4 µm max.
  • EinsatzgebietSchwerhydraulik (Baumaschinen, Bergbau, Pressen)
  • Medium (Standard)Mineralöl-Hydraulikflüssigkeiten (ISO 6743-4 HL/HM/HV)
  • D1Außendurchmesser (Zylinderbohrung)
  • d1Innendurchmesser (Kolben)
  • L1Einbaubreite
  • SProfilbreite
  • FMax. Dichtspalt

Vorteile

  • Hohe Druckbelastbarkeit bis 600 bar (bei v = 0,3 m/s, PTFE/Bronze, bis +80°C) durch mehrkomponentigen Aufbau mit Backringen, die Extrusion in den Dichtspalt verhindern.
  • Geringe Reibung durch selbstschmierenden PTFE/Bronze-Gleitring, der hohe Verfahrgeschwindigkeiten bis 1,5 m/s bei 250 bar ermöglicht.
  • Zwei Werkstoffvarianten für unterschiedliche Anforderungen: PTFE/Bronze für schnelle Arbeitszylinder, Hythane® für Zylinder mit statischer Druckhaltefunktion.
  • Backringe aus PA12 schützen den Gleitring und das NBR-Vorspannelement vor Extrusion und mechanischer Beschädigung, auch bei Druckstoßbelastungen.
  • Kompakter Aufbau für einteilige Kolben vereinfacht die Konstruktion und reduziert den Einbauraum gegenüber mehrteiligen Kolbenlösungen.
  • Abmessungsreihe schließt typische asiatische und amerikanische Standard-Einbauräume ein, was den Einsatz in importierten Maschinen ohne Sondermaße ermöglicht.

Einsatzgebiete

Hydraulikzylinder in Baumaschinen
K735 ist die Referenzanwendung für Schaufeln, Ausleger und Stiele von Hydraulikbaggern, wo hohe Druckspitzen, Querkräfte und Verschmutzung regelmäßig auftreten. Die Schwerhydraulik-Auslegung bis 600 bar deckt diesen Betrieb ab.
Bergbau- und Abbaumaschinen
In Strebausbauten und Bergbauhydraulik unter Tage treten extreme Drücke und starke Verschmutzung auf. K735 ist für diese Schwerhydraulik-Anforderungen (bis 700 bar Systemdruck) ausgelegt.
Pressen und Schmiedeeinrichtungen
Hydraulikzylinder in Pressen erfordern hohe Druckbelastbarkeit und zuverlässige Haltefunktion. Die Hythane®-Ausführung von K735 eignet sich besonders für Zylinder, die statischen Druck halten müssen.
Krane und schwere Hubeinrichtungen
Teleskopzylinder in Kranen und Hebebühnen sind Mittelhydraulik-Anwendungen mit gelegentlichen Druckspitzen. K735 deckt den Druckbereich bis 500 bar bei 0,8 m/s ab.
Landmaschinen-Anbaugeräte
Anbaugeräte wie Frontlader, Rundballenpressen und Pflüge arbeiten mit Außentemperaturen und wechselnden Verschmutzungsgraden. Die Abmessungsreihe schließt typische asiatische Standard-Einbauräume ein, die in diesen Maschinen verbreitet sind.
Arbeits- und Bewegungszylinder (allgemein)
Überall dort, wo schnelle Bewegungen bei mittleren Drücken gefordert sind, bietet die PTFE/Bronze-Ausführung bis 1,5 m/s Verfahrgeschwindigkeit Vorteile gegenüber Elastomer-Dichtsätzen.

Do's and Dont's

Do's:
  • Dichtsatz bis zur Montage in der Originalverpackung, kühl, trocken und lichtgeschützt lagern.
  • Alle Komponenten des Dichtsatzes in der vorgeschriebenen Reihenfolge montieren: NBR-Ring, unterer Backring, Gleitring, oberer Backring.
  • Gleitflächen mit Dichtungsfett HZ103 oder sauberem Hydrauliköl benetzen.
  • Zylinderrohr nach Montage sorgfältig entlüften, um den Dieseleffekt und Kavitationsschäden zu vermeiden.
  • Maximalen Dichtspalt F aus dem Datenblatt beachten (z.B. max. 0,8 mm bei 250 bar).
  • Für andere Druckflüssigkeiten als Mineralöl (HFA, HFC, HEES, Polyglykole) Beständigkeit vor dem Einsatz bestätigen lassen.
Don'ts:
  • Keine scharfen Werkzeuge oder Schraubenzieher bei der Montage verwenden; Dichtungsflächen nicht einkerben oder verkratzen.
  • Nicht auf zweiteiligen oder geklebten Kolben montieren; K735 ist nur für einteilige Kolben ausgelegt.
  • Dichtelemente nicht unter Druck über Querbohrungen oder Spalte gleiten lassen.
  • Standard-Werkstoffkombination (PTFE/Bz + NBR) nicht für HFA-Flüssigkeiten über +60°C oder für Phosphorsäureester (HFDR) einsetzen.
  • Nicht bei Temperaturen über +80°C mit vollem Systemdruck (500 bar) betreiben; bei +100°C sind die Druckgrenzen deutlich reduziert.

Montage

K735 ist ausschließlich auf einteiligen Kolben montierbar. Die Montagereihenfolge ist zwingend einzuhalten: zuerst den NBR-Vorspannring über den Kolben ziehen (überknöpfen), danach den unteren Backring einsetzen. Der untere Backring dient als Positionierhilfe für den PTFE/Bronze-Gleitring, der als nächstes übergeknöpft wird. Abschließend den zweiten Backring aufsetzen, um den Dichtsatz zu komplettieren.

  1. Einbauraum und Kolbenoberfläche vor der Montage von Schmutz, Metallspänen und Graten reinigen und prüfen.
  2. Alle scharfen Kanten und Grate im Montageweg (Gewinde, Nuten, Übergangsradien) müssen angefast oder verrundet sein, um Dichtungsbeschädigungen zu vermeiden.
  3. NBR-Vorspannring leicht mit sauberem Hydrauliköl oder Dichtungsfett HZ103 benetzen und über den Kolben ziehen.
  4. Unteren Backring einsetzen; dieser dient als Positionierhilfe für den Gleitring.
  5. PTFE/Bronze-Gleitring (oder Hythane®-Variante) überknöpfen und auf dem unteren Backring positionieren.
  6. Zweiten Backring aufsetzen, um den Dichtsatz zu komplettieren.
  7. Nach der Montage Zylinder sorgfältig entlüften, bevor der volle Betriebsdruck aufgebaut wird.

Bei größeren Serien kann der Montagevorgang mittels Konus und Spreizdorn automatisiert werden. Gleitflächen und statische Metallflächen vor dem Einbau mit HZ103 (Bestellnr. HZ201170) einleicht einfetten, um Reibung beim ersten Anfahren zu reduzieren.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen der PTFE/Bronze- und der Hythane®-Ausführung von K735?

Die PTFE/Bronze-Variante bietet sehr geringe Reibung und erlaubt hohe Verfahrgeschwindigkeiten bis 1,5 m/s. Sie ist die bevorzugte Wahl für Arbeits- und Bewegungszylinder. Die Hythane®-Variante (Polyether-PU) hat eine höhere Dichtwirkung an der Gleitfläche und eignet sich besonders für Zylinder, die statischen Druck halten müssen, zum Beispiel in Pressen oder Hubeinrichtungen.

Bis zu welchem Druck ist K735 einsetzbar, und hängt das von der Geschwindigkeit ab?

Ja, Druck und Geschwindigkeit hängen direkt zusammen. Bei v = 0,3 m/s sind bis 600 bar zulässig, bei v = 0,8 m/s bis 500 bar und bei v = 1,5 m/s bis 250 bar (jeweils PTFE/Bronze-Ausführung bis +80°C). Bei erhöhter Betriebstemperatur (+100°C) reduzieren sich diese Werte auf 360 / 260 / 180 bar. Beide Werte dürfen nicht gleichzeitig am oberen Grenzwert liegen.

Für welche Hydraulikflüssigkeiten ist K735 in der Standardausführung geeignet?

Die Standard-Werkstoffkombination (PTFE/Bronze + NBR) ist für Druckflüssigkeiten auf Mineralölbasis ausgelegt (ISO 6743-4 HL/HM/HV). Für HFA- und HFC-Flüssigkeiten sowie Polyglykole (HEPG) gilt eine Temperaturobergrenze von +60°C. Für synthetische Ester (HEES) und Rapsöle (HETG) gilt +80°C. Bei Phosphorsäureestern (HFDR) ist die Beständigkeit nicht gegeben; hier muss eine andere Werkstoffkombination gewählt werden.

Warum sind Backringe bei K735 notwendig, und was passiert ohne sie?

Die Backringe aus PA12 verhindern, dass der PTFE/Bronze-Gleitring und der NBR-Profilring unter hohem Druck in den Ringspalt zwischen Kolben und Zylinderrohr extrudiert werden. Ohne Backringe würde ab einem bestimmten Druck Dichtungsmaterial in den Spalt gedrückt, was zu Leckage und vorzeitigem Verschleiß führt. Der maximal zulässige Dichtspalt F ist druckabhängig und beträgt zum Beispiel 0,8 mm bei 250 bar und 0,5 mm bei 500 bar.

Welche Oberflächenrauheit muss das Zylinderrohr für K735 haben?

Die Gleitfläche (Zylinderbohrung) muss Ra 0,05–0,4 µm und Rt max. 2–4 µm aufweisen. Gehonte oder rollierte Rohre sind die beste Gegenlaufläche. Bei Ra unter 0,1 µm wird der Aufbau eines Schmierfilms behindert, was zu Trockenlauf und stark verkürzter Dichtungslebensdauer führt. Gezogene Rohre (DOM) genügen den Anforderungen in der Regel nicht ohne Nachbearbeitung.

Kann K735 auf zweiteiligen Kolben eingesetzt werden?

Nein. K735 ist konstruktiv für einteilige Kolben ausgelegt. Auf zweiteiligen oder verschraubten Kolbenkonstruktionen ist dieser Dichtsatz nicht einsetzbar, da der Montageablauf (Überknöpfen der Ringe) eine Bauform ohne axiale Trennfuge voraussetzt.