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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Einbauraumhöhe L1 (mm) Typ
7270910 Kolbendichtsatz
K714-60x49x4,2
49 60 4,2 K714

Dokumente

Beschreibung

K714 ist für Schwerhydraulikanwendungen konzipiert, bei denen regelmäßige Druckstöße, Querkräfte und starke Verschmutzung auftreten. Typische Einsatzfelder sind Bau- und Erdbewegungsmaschinen. Als doppeltwirkende Kolbendichtung arbeitet K714 bis zu einem Betriebsdruck von 500 bar und teilweise darüber; die maximale Gleitgeschwindigkeit beträgt 2 m/s.

Der Gleitflächen-Dichtring besteht aus einem faserverstärkten, hitzestabilisierten Thermoplast mit außergewöhnlicher Extrusionsfestigkeit. Diese Eigenschaft erlaubt es, Radialbohrungen im Zylinderrohr auch unter vollem Betriebsdruck zu überfahren (maximal zulässiger Bohrungsdurchmesser H = 0,85 × L1). Das rechteckige Vorspannelement aus NBR stellt die Anpresskraft sicher und lässt die Dichtung rasch auf Druckänderungen ansprechen.

K714 erlaubt große Dichtspalte neben der Dichtung. Das reduziert das Risiko, dass der Metallkolben im Zylinderrohr anläuft, und ermöglicht im Hochdruckbereich den Einsatz von Hartgewebe-Führungsringen wie F506. Der Stufenstoß sichert sowohl statische als auch dynamische Dichtheit und erlaubt das einfache Überknöpfen auf einteilige Kolben ohne Demontage des Kolbens.

K714 mit NBR-Vorspannelement ist für Mineralöle sowie HFA- und HFB-Druckflüssigkeiten geeignet. Die Beständigkeit in weiteren Medien ist im Einzelfall zu prüfen. Die gekennzeichneten Einbauräume entsprechen ISO 7425-1.

Merkmale

  • DichtungstypDoppeltwirkende Kolbendichtung mit Stufenstoß
  • Gleitflächen-Dichtring WerkstoffFaserverstärkter, hitzestabilisierter Thermoplast (hochfest)
  • Vorspannelement WerkstoffNBR (rechteckiges Profil)
  • Temperaturbereich-40 °C bis +110 °C
  • Max. Betriebsdruck500 bar (teilweise auch darüber)
  • Max. Gleitgeschwindigkeit2 m/s
  • MedienMineralöle, HFA, HFB (weitere Medien auf Anfrage)
  • Toleranz Zylinderrohr-Innen-Ø D1H9
  • Toleranz Nutgrund-Ø d1h9
  • Toleranz axiale Nutlänge L1+0,2 / -0 mm
  • Rautiefe Gleitfläche Ra0,1 – 0,4 µm
  • Rautiefe Gleitfläche Rtmax. 4 µm
  • Max. Radialbohrung im ZylinderrohrØ H = 0,85 × L1
  • Norm EinbauraumISO 7425-1
  • LieferprogrammØ 40 mm bis Ø 280 mm
  • D1Zylinderrohr-Innendurchmesser
  • d1Nutgrund-Durchmesser
  • L1Axiale Nutlänge
  • SRadiale Profilbreite der Dichtung
  • HDurchmesser der Radialbohrung im Zylinderrohr
  • FDichtspalt (Radialspiel)

Vorteile

  • Hohe Extrusionsfestigkeit durch faserverstärkten Thermoplast: Radialbohrungen im Zylinderrohr (bis Ø H = 0,85 × L1) können unter Betriebsdruck überfahren werden.
  • Stufenstoß ermöglicht Montage auf einteilige Kolben ohne Zerlegung und sichert gleichzeitig statische wie dynamische Dichtheit.
  • Großer zulässiger Dichtspalt reduziert das Anlaufrisiko des Metallkolbens an der Zylinderwand und erlaubt die Kombination mit Hartgewebe-Führungsringen (F506) auch bei Hochdruck.
  • Rechteckiges NBR-Vorspannelement reagiert schnell auf Druckänderungen und -stöße, sodass die Dichtung auch nach längerem Stillstand unter Hochdruck sofort anspricht.
  • Verschleißfestigkeit und Unempfindlichkeit gegenüber Schmutzpartikeln machen K714 geeignet für raue Außeneinsätze in Bau- und Bergbaumaschinen.
  • Kompakter Einbauraum durch geringe axiale Baulänge: K714 kann Mehrfach-Kolbenringkonstruktionen ersetzen und spart so Bauraum und Montagezeit.

Einsatzgebiete

Hydraulikzylinder in Baggern und Planierraupen
K714 wird als doppeltwirkende Kolbendichtung in Ausleg-, Stiel- und Schaufelzylindern von Erdbewegungsmaschinen eingesetzt, wo regelmäßige Druckstöße bis 500 bar und starke Schmutzbelastung auftreten.
Hydraulische Abstützungen und Ausleger bei Kran- und Hebebühnen
Schwerhydraulikzylinder in Kranen erfordern Dichtungen mit hoher Extrusionsfestigkeit und gutem Losbrech-Verhalten nach Stillstandsphasen unter Last.
Stampfer, Verdichter und Bohrgeräte im Tiefbau
Geräte mit pulsierendem Hochdruckbetrieb profitieren von der Druckstoßunempfindlichkeit und der schnellen Druckreaktion des NBR-Vorspannelementes.
Presszylinder in Stahl- und Hüttenwerken
In industriellen Pressen mit regelmäßig hohen Querkräften und Verschmutzung durch Zunder setzt K714 seine Unempfindlichkeit gegen Schmutzpartikel und seine Verschleißfestigkeit ein.
Bergbaumaschinen und Untertage-Strebausbauten
Schwerhydraulische Stempel und Schildausbaurahmen im Untertage-Betrieb verlangen Kolbendichtungen mit großem zulässigem Dichtspalt, um Anlaufen des Kolbens bei hohen Querkräften zu vermeiden.
Schwere Baumaschinen mit einteiligen Kolben
Der Stufenstoß erlaubt das einfache Überknöpfen auf einteilige Kolben, was K714 besonders wirtschaftlich für die Serienbestückung von Zylindern mit kompakter Kolbenbauform macht.

Do's and Dont's

Do's:
  • Nut und Gleitfläche vor der Montage auf Sauberkeit und Gratfreiheit prüfen
  • Einführkanten gemäß Datenblattvorgabe abschrägen (mind. 15°)
  • Geeignete Montagehülsen oder -vorrichtungen verwenden, da hohe Einschiebekraft erforderlich ist
  • Stufenstoß beim Einlegen des Dichtringes exakt ineinandergreifen lassen
  • Gleitfläche auf Ra 0,1–0,4 µm / Rt max. 4 µm halten (gehont oder rolliert)
  • Dichtspalt F innerhalb der im Datenblatt angegebenen Grenzwerte halten
  • K714 mit NBR-Vorspannelement in Mineralölen, HFA und HFB einsetzen
  • System vor Inbetriebnahme sorgfältig entlüften, um Dieseleffekt und Kavitationsschäden zu vermeiden

Don'ts:
  • Nicht in HFC (Wasser-Glykol), HFDR (Phosphorsäureester) oder biologisch abbaubaren Flüssigkeiten ohne Rücksprache mit HENNLICH einsetzen
  • Dichtring nicht verdrehen oder überdehnen
  • Keine scharfen Werkzeuge beim Einlegen des Dichtringes verwenden
  • Dichtspalt F nicht unter den Mindestwert des Datenblattes reduzieren (Extrusionsgefahr bei Druckstößen)
  • Radialbohrungen im Zylinderrohr nicht größer als Ø H = 0,85 × L1 dimensionieren
  • Keine Medien mit unbekannter Kompatibilität ohne vorherige Prüfung verwenden

Montage

  1. Nut und Zylinderrohr auf Sauberkeit, Gratfreiheit und Maßhaltigkeit prüfen. Toleranzen: D1 nach H9, d1 nach h9, L1 mit +0,2/-0 mm. Alle Einführkanten auf mindestens 15° abschrägen (Mindestschräge C abhängig von der Profilbreite S: bei S = 5,5 mm mindestens 4 mm; bei S = 7,75 mm mindestens 6 mm; bei S = 10,5/12,25 mm mindestens 8–10 mm).
  2. Gleitfläche des Zylinderrohrs auf Rauheit prüfen: Ra 0,1–0,4 µm, Rt max. 4 µm. Gehonte oder rollierte Oberflächen sind bevorzugt; gezogene Rohre genügen selten diesen Anforderungen.
  3. Zuerst das NBR-Vorspannelement in die Nut einlegen. Nicht verdrehen.
  4. Den Gleitflächen-Dichtring radial leicht auseinanderbiegen und ebenfalls in die Nut positionieren. Darauf achten, dass der Stufenstoß exakt ineinandergreift und der Ring gleichmäßig im Nutgrund liegt.
  5. Wegen des großen Außendurchmesser-Übermaßes ist zum Einschieben ins Zylinderrohr eine hohe Schiebekraft erforderlich. Geeignete Einführvorrichtungen (Montagehülsen) verwenden.

Beim Einsatz in Konstruktionen mit Führungsringen (F87, F506) die im jeweiligen Datenblatt angegebenen Mindestwerte für G min nicht unterschreiten. Bei Fragen zum zulässigen Dichtspalt F wenden Sie sich an die HENNLICH Anwendungstechnik.

FAQ

Welche Hydraulikmedien sind mit K714 verträglich?

K714 mit NBR-Vorspannelement ist für Mineralöle (ISO 6743-4 HL/HM/HV) sowie HFA- und HFB-Druckflüssigkeiten geeignet. HFC (Wasser-Glykol) und HFDR (Phosphorsäureester) sind mit NBR nicht verträglich. Für andere Medien bitte HENNLICH kontaktieren, da ggf. ein abweichendes Vorspannelement lieferbar ist.

Kann K714 auf mehrteilige Kolben montiert werden?

K714 ist auf einteilige Kolben durch Überknöpfen montierbar. Auf mehrteiligen Kolben ist die Montage grundsätzlich ebenfalls möglich, bietet aber keinen konstruktiven Vorteil des Stufenstoßes. Der kompakte Einbauraum ist speziell auf kurzbauende, einteilige Kolben ausgelegt.

Wie groß darf die Radialbohrung im Zylinderrohr bei K714 maximal sein?

Der maximal zulässige Bohrungsdurchmesser H beträgt 0,85 × L1, wobei L1 die axiale Nutlänge ist. Wird dieser Wert überschritten, kann der Gleitflächen-Dichtring beim Überfahren der Bohrung unter Druck beschädigt werden.

Warum ist für die Montage ins Zylinderrohr eine hohe Einschiebekraft erforderlich?

K714 hat ein großes Außendurchmesser-Übermaß, das die notwendige Vorspannung und Dichtwirkung erzeugt. Beim Einführen in das Zylinderrohr muss dieses Übermaß überwunden werden. Geeignete Montagehülsen verhindern dabei Beschädigungen an der Dichtung und erleichtern die Montage.

Kann K714 eine Mehrfach-Kolbenringkonstruktion ersetzen?

Ja. Dank der Kombination aus hochfestem Gleitflächen-Dichtring und elastischem NBR-Vorspannelement erzielt K714 sowohl statische als auch dynamische Dichtheit, die bisher mehrere Kolbenringe erfordert hätte. Das spart Einbauraum und vereinfacht die Kolbenkonstruktion.

Was ist beim Dichtspalt F zu beachten, um Extrusion zu verhindern?

Der Dichtspalt F muss innerhalb der im Datenblatt angegebenen Grenzwerte bleiben (je nach Profilgröße 0,6–1,7 mm). Bei Kolbenkonstruktionen mit Führungsringen darf der Mindestwert G min aus den Datenblättern der Führungsringe F87 bzw. F506 nicht unterschritten werden. Bei Druckstößen und erhöhten Temperaturen nimmt die Extrusionsfestigkeit aller Kunststoffe ab, weshalb stets vom größtmöglichen zu erwartenden Spaltmaß ausgegangen werden soll.