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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Einbauraumhöhe L1 (mm) Typ
4351900 Hythane-Nutring
K606-32x24x6,3 ISO
24 32 6,3 K606

Dokumente

Beschreibung

K606 ist ein einfachwirkender Hythane-Nutring für Kolbendichtaufgaben in hydraulischen Zylindern. Die asymmetrische, kurze und kräftige Dichtlippe am Außendurchmesser ist auf leckagearme Abdichtung und minimale Reibung ausgelegt. Das Untermaß am Innendurchmesser zusammen mit der verstärkten inneren Haftlippe gewährleistet einen zuverlässigen Sitz in der Einbaunut ohne Verdrehen oder axiales Wandern.

Der Werkstoff Hythane 181 ist ein Polyether-Polyurethan (EU) mit ca. 93 IRHD Härte. Er verbindet extreme Abriebfestigkeit mit sehr niedrigem Druckverformungsrest und hoher Flexibilität auch bei Minustemperaturen. Der Einsatzbereich reicht von -45°C bis +110°C bei Medien auf Mineralölbasis; in Wasser und Wasser-Öl-Emulsionen (HFA, HFB) ist die maximale Betriebstemperatur auf +60°C begrenzt.

Durch die moderne Nutringgeometrie wird das Kippen bei beidseits druckbeaufschlagten Kolben weitgehend verhindert, sofern keine Druckstöße auftreten und die Hubgeschwindigkeit gering bleibt. Für Neukonstruktionen doppeltwirkender Zylinder empfiehlt HENNLICH die Typen K730, K753 oder K780 als Gleitflächen- bzw. Kompakt-Kolbendichtungen.

Vorzugsgrößen nach ISO 5597 sind ab Lager lieferbar. Weitere Werkstoffqualitäten für Temperaturbereiche von -60°C bis +200°C sind über die HSC-Fertigung kurzfristig verfügbar.

Merkmale

  • TypEinfachwirkende Kolbendichtung (Nutring)
  • WerkstoffHythane 181 – Polyether-Polyurethan (EU), ca. 93 IRHD
  • Temperaturbereich-45°C bis +110°C (Mineralöl); in HFA/HFB max. +60°C
  • Max. Betriebsdruck bei v = 0,5 m/s400 bar (-45°C…+80°C) / 350 bar (-45°C…+110°C)
  • Max. Betriebsdruck bei v = 1,0 m/s280 bar (-45°C…+80°C) / 250 bar (-45°C…+110°C)
  • Max. Betriebsdruck gesamtbis 600 bar (kombinationsabhängig)
  • Max. Gleitgeschwindigkeitbis 1 m/s
  • Max. Dichtspalt bei 160 bar0,60 mm
  • Max. Dichtspalt bei 250 bar0,50 mm
  • Max. Dichtspalt bei 400 bar0,40 mm
  • Gleitflächenrauheit Ø D1Ra 0,1–0,4 µm, Rt max. 4 µm
  • Statische Fläche Ø d1Ra max. 1,6 µm, Rt max. 10 µm
  • Toleranz Ø D1H9
  • Toleranz Ø d1js11
  • Norm EinbaumaßeISO 5597 (Vorzugsgrößen)
  • MedienbeständigkeitLuft und Mineralöl (HL, HM, HV); HFA/HFB bis +60°C; HFC und HFD auf Anfrage prüfen
  • D1Außendurchmesser (Kolbenbohrung), Toleranz H9
  • d1Innendurchmesser (Kolbenkörper), Toleranz js11
  • L1Nutbreite, Toleranz +0,25 / -0
  • HNuttiefe
  • SProfilbreite der Dichtung

Vorteile

  • Leckagearme Abdichtung durch asymmetrische, kurze und kräftige Dichtlippe am Außendurchmesser mit optimierter Rückfördercharakteristik
  • Extreme Abriebfestigkeit durch Hythane 181 – Polyether-Polyurethan mit ca. 93 IRHD, dadurch lange Standzeiten auch bei abrasiven Medien
  • Sehr niedriger Druckverformungsrest erhält die Dichtwirkung dauerhaft auch nach langen Stillstandszeiten unter Druck
  • Hohe Kälteflexibilität bis -45°C durch Polyether-Basis; Polyester-PU würde bei diesen Temperaturen verspröden
  • Verstärkte innere Haftlippe mit Untermaß am Innendurchmesser verhindert axiales Wandern und Verdrehen in der Nut
  • Schnappmonatage auf einteilige Kolben möglich bei Profil "S" schmal, was Montagezeit und Werkzeugaufwand reduziert
  • Weiterer Werkstoffbereich von -60°C bis +200°C über HSC-Sonderanfertigung kurzfristig verfügbar

Einsatzgebiete

Leichte und mittelschwere Hydraulikzylinder
K606 wird als einseitig wirkende Kolbendichtung in Standardhydraulikzylindern eingesetzt, wo leckagearme Abdichtung bei Drücken bis 400 bar und Hubgeschwindigkeiten bis 0,5 m/s gefordert ist.
Werkzeugmaschinen und Bearbeitungszentren
In hydraulischen Spann- und Vorschubzylindern von Bearbeitungszentren, wo gleichmäßige Reibung und Stick-Slip-Freiheit für Positioniergenauigkeit entscheidend sind.
Kunststoffverarbeitungsmaschinen
In Schließ- und Auswerferzylindern von Spritzgießmaschinen, die mit Mineralöl-Hydraulikflüssigkeit arbeiten und moderate Hubgeschwindigkeiten aufweisen.
Landmaschinen-Hydraulik
In Hubwerks- und Lenkungszylindern, wo Betriebstemperaturen bis -45°C bei Kaltstart vorkommen und die Kälteflexibilität des Hythane-Werkstoffs gefragt ist.
Materialhandhabung und Hebetechnik
In Hubzylindern von Gabelstaplern, Hebebühnen und Industriemanipulatoren bei mittleren Betriebsdrücken und geringen Hubgeschwindigkeiten.
Stationäre Hydraulikaggregate
In Steuer- und Regelzylindern stationärer Anlagen, wo abrasive Partikel im Hydrauliköl erhöhten Verschleiß an der Dichtung verursachen könnten und die Abriebfestigkeit von Hythane 181 gefragt ist.

Do's and Dont's

Do's:
  • Dichtung bis zur Montage in der Originalverpackung belassen; kühl, trocken und dunkel lagern
  • Einbauräume, Zylinderrohr und Kolben vor Montage gründlich reinigen und entgraten
  • Gleitflächen (Ø D1) mit Ra 0,1–0,4 µm und Rt max. 4 µm ausführen, bevorzugt gehont oder gerollt
  • Dichtungsfett HZ103 (Mineralöl) oder HZ103W (Wasser) zur Montageerleichterung verwenden
  • Bei einfachwirkenden Zylindern den drucklosen Raum im Ölkreislauf anschließen oder gegen Feuchtigkeits- und Schmutzeintrag absichern
  • HFC- und HFD-Medien vor dem Einsatz auf Verträglichkeit mit Hythane 181 prüfen lassen
Don'ts:
  • Nicht bei Druckstößen oder hohen Hubgeschwindigkeiten (über 1 m/s) einsetzen – dies kann das Kippen der Nutringe verursachen
  • Nicht in HFA/HFB-Medien über +60°C einsetzen
  • Dichtelemente dürfen unter Druck nicht über Bohrungen oder Spalte gleiten
  • Keine scharfen oder gratbehafteten Montagewerkzeuge verwenden
  • Nicht als Ersatz für doppeltwirkende Gleitflächen-Kolbendichtungen verwenden, wenn Druckstöße oder hohe Hubgeschwindigkeiten vorliegen
  • Nicht mit Bremsflüssigkeiten auf Glykol-Basis (DOT3/DOT4) einsetzen – EU-Polyurethan ist für diese Medien nicht geeignet

Montage

Nutringe K606 mit schmalem Profil "S" sind zur Schnappmontage durch Überknöpfen auf einteilige Kolben geeignet. Größen mit breitem Profil "S" erfordern axial offene Einbaunuten. Der Serieneinbau in einteilige Kolben kann durch Hilfswerkzeuge wie Konus und Spreizhülse beschleunigt werden.

  1. Einbaunut und Zylinderrohr von Schmutz, Metallspänen und Graten reinigen; alle Einführkanten müssen gratfrei und verrundet sein (Einbauschräge C und Radius r1 gemäß Datenblatt einhalten).
  2. Dichtung auf Beschädigungen, richtige Abmessung und Einbaurichtung prüfen; Dichtlippe zeigt druckseitig nach außen.
  3. Gleit- und Dichtflächen der Metallteile mit sauberem, kompatiblem Fett einstreichen (empfohlen: HZ103 für Ölhydraulik, HZ103W für Wasser).
  4. Nutring gleichmäßig in die Nut einlegen; kein Verdrehen oder einseitiges Einpressen.
  5. Nach der Montage Zylinder sorgfältig entlüften, um Luftschäden (Dieseleffekt, Kavitation) an Dichtung und Führungen zu vermeiden.
  6. Beim ersten Anfahren langsam starten, bis sich ein stabiler Schmierfilm aufgebaut hat.

FAQ

Was ist Hythane 181 und worin unterscheidet es sich von Standard-Polyurethan?

Hythane 181 ist ein Polyether-Polyurethan (EU) mit ca. 93 IRHD Härte, das speziell für dynamische Hydraulikdichtungen entwickelt wurde. Im Vergleich zu Polyester-PU (AU) ist es hydrolysebeständig, kälteflexibler bis -45°C und hat einen deutlich niedrigeren Druckverformungsrest. Polyester-PU neigt in feuchter Umgebung zur Hydrolyse und verliert früher seine Dichteigenschaften.

Bis zu welchem Druck ist der K606 einsetzbar?

Der maximale Betriebsdruck hängt von Temperatur und Hubgeschwindigkeit ab. Bei v = 0,5 m/s und -45°C bis +80°C sind 400 bar erreichbar; bei gleicher Geschwindigkeit und bis +110°C sind es 350 bar. Bei v = 1,0 m/s sinken diese Werte auf 280 bar bzw. 250 bar. Der absolute Maximalwert liegt bei 600 bar unter optimierten Bedingungen.

Kann ich K606 in Wasser-Hydraulik oder schwerentflammbaren HFC-Fluiden einsetzen?

In HFA- und HFB-Emulsionen ist K606 bis +60°C einsetzbar. Für HFC (Wasser-Glykol) und HFD-Phosphorsäureester muss die Verträglichkeit im Einzelfall geprüft werden, da EU-Polyurethan darin eingeschränkt beständig ist. HENNLICH empfiehlt für diese Medien eine Rücksprache mit dem Anwendungstechnik-Team.

Warum darf der K606 nicht bei Druckstößen eingesetzt werden?

Bei Druckstößen kann zwischen zwei Nutringen auf doppeltwirkenden Kolben ein Druckaufbau entstehen, der die Nutringe seitlich kippt und die Dichtwirkung zerstört. Die Nutringgeometrie des K606 reduziert dieses Risiko bei normaler Betriebsweise, schützt aber nicht gegen kurze Druckspitzen, die ein Vielfaches des Systemdrucks erreichen können. Für druckstoßbehaftete Anwendungen sind Kompakt- oder Gleitflächen-Kolbendichtungen wie K730 oder K753 vorzuziehen.

Wie groß darf der Dichtspalt (Spaltmaß F) bei K606 sein?

Das zulässige Spaltmaß hängt vom Betriebsdruck ab: bei 160 bar maximal 0,60 mm, bei 250 bar maximal 0,50 mm, bei 400 bar maximal 0,40 mm. Diese Werte gelten als Maximalwerte bei einseitiger Lage des Kolbens; Mittenversatz und Rohraufweitung sind zusätzlich zu berücksichtigen.

Welche Oberflächenqualität muss das Zylinderrohr für K606 aufweisen?

Die Gleitfläche (Ø D1) muss Ra 0,1–0,4 µm und Rt maximal 4 µm aufweisen. Gehonte oder gerollte Zylinderrohre sind gezogenen Rohren vorzuziehen, da sie einen gleichmäßigeren Traganteil und bessere Schmierbedingungen bieten. Bei Ra unter 0,1 µm wird der Schmierfilmaufbau behindert, was zu Trockenlauf und verkürzter Standzeit führt.