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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Einbauraumhöhe L1 (mm) Typ
2150610 NBR-Gewebe-Nutring-Dichtsatz
K52-60x45x10
45 60 10 K52

Dokumente

Beschreibung

Der Nutring-Dichtsatz K52 ist ein zweiteiliger Kolbendichtungssatz für doppeltwirkende Hydraulikzylinder unter mittleren und schwersten Betriebsbedingungen. Jeder Dichtsatz besteht aus einem NBR-Gewebe-Nutring mit Mittelabstützung und einem Hartgewebe-Stützring. Der U-Profil-Nutring verformt sich bei steigendem Betriebsdruck gegen die Zylinderwandung, wodurch die Kontaktfläche zunimmt und die Dichtwirkung mit dem Druck ansteigt.

Der Dichtsatz ist für Betriebsdrücke bis 400 bar bei Gleitgeschwindigkeiten bis 0,8 m/s ausgelegt, bei reduzierten Geschwindigkeiten bis 0,15 m/s sind Drücke bis 600 bar zulässig. Der Temperaturbereich reicht von -30°C bis +100°C; kurzfristig ist -40°C möglich. Medien auf Mineralölbasis, Wasser und Wasser-Glykol-Gemische sind zulässig.

Die niedrige Einbauhöhe des K52 ermöglicht eine kurze, mehrteilige Kolbenkonstruktion. Die Vorzugsgrößen für Bohrungsdurchmesser von 25 mm bis 300 mm sind ab Lager lieferbar; ein Teil der Abmessungen entspricht ISO-Norm 5597. Für Temperaturen von -60°C bis +200°C und für schwerentflammbare Medien auf Ester- oder synthetischer Basis sind Sonderwerkstoffausführungen auf Anfrage erhältlich.

Merkmale

  • BauartZweiteiliger Nutring-Dichtsatz (doppeltwirkend)
  • Werkstoff NutringNBR-Gewebe-Verbund (HALLPRENE-Baumwollgewebe)
  • Werkstoff StützringHartgewebe (HGW, Phenolharz/Baumwollgewebe)
  • Temperaturbereich-30°C bis +100°C (kurzfristig -40°C)
  • Maximaler Betriebsdruck400 bar bei v max. 0,8 m/s; 600 bar bei v max. 0,15 m/s
  • Gleitgeschwindigkeitbis 0,8 m/s
  • MedienMineralöl-Hydraulikflüssigkeiten, Wasser, Wasser-Glykol-Gemische
  • NormVorzugsgrößen nach ISO 5597
  • Toleranz Zylinderbohrung (Ø D1)H9
  • Toleranz Kolbendurchmesser (Ø d1)h11
  • Rauheit Gleitfläche (Ø d1)Ra 0,1–0,4 µm, Rt max. 4 µm
  • Rauheit statische Fläche (Ø D1)Ra max. 1,6 µm, Rt max. 10 µm
  • Verfügbare BohrungsdurchmesserØ 25 mm bis Ø 300 mm (Vorzugsgrößen ab Lager)

Vorteile

  • Druckabhängige Selbstverstärkung: Der U-Profil-Nutring verformt sich mit steigendem Druck gegen die Zylinderwand und erhöht so die Dichtwirkung automatisch.
  • Beständig gegen Druckspitzen und Vibrationen durch die robuste NBR-Gewebe-Verbundkonstruktion, die in Pressen und Stahlwerken bewährt ist.
  • Hartgewebe-Stützring (F506) verhindert Extrusion des Nutringes auch bei Drücken bis 600 bar und engen Dichtspalten ab 0,1 mm.
  • Niedrige Einbauhöhe ermöglicht kurze, mehrteilige Kolbenkonstruktionen und spart Baulänge im Zylinder.
  • Auch für hohe Gleitgeschwindigkeiten bis 0,8 m/s geeignet, was den Einsatz in schnell bewegten Zylindern erlaubt.
  • Sonderwerkstoffausführungen für erweiterte Temperaturbereiche (-60°C bis +200°C) und schwerentflammbare Medien auf Anfrage lieferbar.

Einsatzgebiete

Hydraulische Pressen und Schmiedeanlagen
K52 ist der Standarddichtsatz für Presszylinder in der Metallumformung, wo hohe Druckspitzen bis 600 bar und Vibrationen auftreten. Die NBR-Gewebe-Konstruktion widersteht stoßartigen Belastungen.
Stahlwerke und Hüttenanlagen
In Hydraulikzylindern für Walzgerüste, Richtanlagen und Stranggussmaschinen, wo schwere Betriebsbedingungen mit hohen statischen Drücken und Wasserhydraulik vorherrschen.
Bergbau- und Tunnelbohrmaschinen
In Vorschub- und Spannzylindern, die unter hohem Druck und mit wechselnden Belastungen arbeiten und nur begrenzt zugänglich sind.
Mobilhydraulik auf Baumaschinen
Geeignet für Hub-, Ausleger- und Lenkzylinder an Baggern, Radladern und Kippern, wo kurze Einbaulängen und Druckwechselbeständigkeit gefordert sind.
Industriezylinder in Werkzeugmaschinen
In Spann-, Klemm- und Vorschubzylindern von Fräs- und Drehmaschinen, bei denen schnelle Hubbewegungen bis 0,8 m/s mit präziser Wiederholgenauigkeit kombiniert werden.
Wasserhydraulik und Wasser-Glykol-Systeme
K52 ist für Wasser und Wasser-Glykol-Gemische freigegeben und damit einsetzbar in Anlagen, die schwerentflammbare Hydraulikflüssigkeiten aus Sicherheitsgründen erfordern (HFC-Flüssigkeiten).
Schiffbau und Offshore-Hydraulik
In Steuer- und Trimmzylindern von Schiffen, wo Beständigkeit gegen Wasser-Glykol-Gemische und robuste Konstruktion bei wechselnden Druckverhältnissen erforderlich sind.

Do's and Dont's

Do's:
  • Dichtsatz bis zur Montage in der Originalverpackung lassen; kühl, trocken und dunkel lagern.
  • Gleitflächen (Zylinderbohrung) mit Ra 0,1–0,4 µm und Rt max. 4 µm ausführen, bevorzugt gehont oder rolliert.
  • Mittenversatz und einseitig anliegende Kolbenstange bei der Auslegung berücksichtigen.
  • Sonderwerkstoff (FPM-Gewebe) anfordern, wenn schwerentflammbare Medien oder Temperaturen über +100°C vorliegen.
  • Zylinder nach der Erstmontage vollständig entlüften.
Don'ts:
  • Nicht in einteiligen Kolben verwenden — K52 erfordert zwingend geteilte Kolben mit axialem Einbauzugang.
  • Keine Dichtelemente unter Druck über Querbohrungen oder Spalte gleiten lassen.
  • Nicht bei Hydraulikmedien auf Ester- oder synthetischer Basis (HFD-Flüssigkeiten) ohne Rücksprache einsetzen; Sonderwerkstoff erforderlich.
  • Dichtspalte F* nicht überschreiten: bei 600 bar maximal 0,1 mm auf der druckabgewandten Seite.
  • Keine scharfen oder metallischen Montagewerkzeuge verwenden; bevorzugt Kunststoffhilfswerkzeuge einsetzen.

Montage

  1. K52 erfordert geteilte Kolben mit axial zugängigen Einbauräumen. Einteilige Kolben sind nicht geeignet.
  2. Einbauräume, Zylinderrohr und Kolbenoberfläche vor der Montage von Schmutz, Metallspänen und Beschädigungen reinigen und prüfen.
  3. Alle Kanten an Gleitflächen und Nuten müssen gratfrei und gut verrundet sein. Einbauschrägen C und Radien r2 je nach Profilbreite S nach Datenblatt einhalten.
  4. Dichtflächen und Gleitflächen vor der Montage mit einem verträglichen Dichtungsfett (z.B. HENNLICH HZ103 für Ölhydraulik oder HZ103W für Wasser) einölen.
  5. Nutring und Stützring seitenrichtig einbauen; auf korrekte Montagereihenfolge der Dichtsatzelemente achten.
  6. Maximale Dichtspalte F* (druckabgewandte Seite) je nach Betriebsdruck einhalten: max. 0,35 mm bei 160 bar, max. 0,3 mm bei 250 bar, max. 0,2 mm bei 400 bar, max. 0,1 mm bei 600 bar.
  7. Zylinder nach der Montage sorgfältig entlüften, um den Dieseleffekt und Kavitationsschäden an der Dichtung zu vermeiden.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen K51 und K52?

K51 ist ein einteiliger Dachform-Dichtsatz, K52 ein zweiteiliger Nutring-Dichtsatz. K52 besteht aus einem separaten NBR-Gewebe-Nutring mit Mittelabstützung und einem Hartgewebe-Stützring. Durch die Zweiteiligkeit ist K52 auf geteilte Kolben angewiesen, bietet dafür aber eine niedrigere Einbauhöhe und eignet sich für noch höhere Betriebsdrücke bis 600 bar.

Bis zu welchem Druck ist der K52 einsetzbar?

Bei Gleitgeschwindigkeiten bis 0,8 m/s beträgt der maximale Betriebsdruck 400 bar. Bei reduzierten Geschwindigkeiten bis 0,15 m/s sind Drücke bis 600 bar zulässig. Der maximal erlaubte Dichtspalt auf der druckabgewandten Seite beträgt dann 0,1 mm.

Kann ich K52 auch mit HFD-Flüssigkeiten (schwerentflammbare Ester-Basis) betreiben?

In der Standardausführung aus NBR-Gewebe ist K52 nur für Mineralöl-Hydraulikflüssigkeiten, Wasser und Wasser-Glykol-Gemische (HFC) freigegeben. Für HFD-Flüssigkeiten auf synthetischer Ester-Basis ist eine Sonderwerkstoffausführung aus FPM-Gewebe erhältlich, die auf Anfrage geliefert wird.

Welche Rauheit muss die Zylinderbohrung für K52 aufweisen?

Die Gleitfläche (Zylinderbohrung, Ø d1) muss Ra 0,1–0,4 µm und Rt max. 4 µm aufweisen. Gehonte oder rollierte Oberflächen sind bevorzugt. Ra-Werte unter 0,1 µm behindern den Schmierfilmaufbau und führen zu Trockenlauf mit vorzeitigem Dichtungsverschleiß.

Warum versagt ein K52 bei hohen Drücken vorzeitig?

Der häufigste Ausfallgrund ist ein zu großer Dichtspalt F* auf der druckabgewandten Seite, der zur Extrusion des Nutringes führt. Bei 400 bar darf der Spalt max. 0,2 mm betragen, bei 600 bar max. 0,1 mm. Weitere Ursachen sind ungenügende Entlüftung (Dieseleffekt) und zu raue oder beschädigte Gleitflächen.

Wie verhält sich K52 bei Druckstößen und Vibrationen?

Die NBR-Gewebe-Verbundkonstruktion mit Mittelabstützung ist speziell für stoßartige Druckbelastungen und Vibrationen ausgelegt. Druckstöße, die ein Vielfaches des Systemdrucks erreichen können, werden durch die Gewebestruktur aufgenommen. Der Dichtsatz wird in Stahlwerken und Pressen eingesetzt, wo solche Belastungen typischerweise auftreten.