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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Einbauraumhöhe L1 (mm) Typ
4207410 NBR-Gewebe-Dachform-Dichtsatz
K51-63x48x13
48 63 13 K51

Dokumente

Beschreibung

Der K51 ist ein dreiteiliger Dachmanschetten-Dichtsatz für doppeltwirkende, mehrteilige Hydraulikkolben. Er besteht aus einer Gewebe-Dachmanschette aus NBR-Gewebeverbund, einem Hartgewebe-Druckring und einem Acetal-Stützring. Diese Kombination überträgt den Betriebsdruck gleichmäßig auf die Dichtlippen und verhindert die Extrusion der Manschette in den Dichtspalt.

Die NBR-Gewebemanschette hält Betriebsdrücken bis 700 bar stand, sofern die maximale Gleitgeschwindigkeit 0,15 m/s nicht überschritten wird. Bis 400 bar ist eine Gleitgeschwindigkeit von 0,5 m/s zulässig. Der erlaubte maximale Dichtspalt beträgt 0,35 mm bei 160 bar und reduziert sich auf 0,1 mm bei 700 bar.

Das Geweberaster der NBR-Manschette minimiert die Reibung an der Gleitfläche und hält gleichzeitig einen dünnen Schmierfilm, der Trockenläufe bei Druckschlägen oder kurzzeitigem Druckabfall verhindert. Der Hartgewebe-Druckring verteilt die axiale Vorspannung gleichmäßig auf alle Dichtlippen, der Acetal-Stützring verhindert Rückseitenextrusion.

Geeignete Betriebsmedien sind Hydraulikflüssigkeiten auf Mineralölbasis, Wasser sowie Wasser-Glykol-Gemische im Temperaturbereich von -30°C bis +100°C. Kurzfristig sind -40°C zulässig. Für Temperaturen bis -60°C und +200°C sowie für schwer entflammbare Flüssigkeiten auf Ester- oder synthetischer Basis sind Sonderwerkstoffkombinationen auf Anfrage erhältlich.

Der K51 ist in Kolbendurchmessern von 30 mm bis 320 mm als Vorzugsgröße lieferbar. Vorzugsgrößen sind laufend ab Lager verfügbar; weitere Abmaße und größere Durchmesser auf Anfrage.

Merkmale

  • BauformDreiteiliger Dachmanschetten-Dichtsatz (Gewebe-Dachmanschette + Hartgewebe-Druckring + Acetal-Stützring)
  • WirkungsweiseDoppeltwirkend, für mehrteilige Kolben
  • ManschettenwerkstoffNBR-Gewebeverbund (HALLPRENE-Baumwollgewebe)
  • DruckringHartgewebe-Verbund (F506, Polyesterfeingewebe mit PTFE-Schmierstoffzusatz)
  • StützringAcetal (POM)
  • Temperaturbereich-30°C bis +100°C (kurzfristig -40°C)
  • Max. Betriebsdruck bei v = 0,5 m/s400 bar
  • Max. Betriebsdruck bei v = 0,15 m/s700 bar
  • Max. Gleitgeschwindigkeit0,5 m/s
  • Max. Dichtspalt bei 160 bar0,35 mm
  • Max. Dichtspalt bei 250 bar0,30 mm
  • Max. Dichtspalt bei 400 bar0,20 mm
  • Max. Dichtspalt bei 700 bar0,10 mm
  • Geeignete MedienMineralölhydraulik, Wasser, Wasser-Glykol-Gemische
  • Toleranz Zylinderbohrung D1H9
  • Toleranz Kolben-Außendurchmesser d1h11
  • Rautiefe Gleitfläche d1Ra 0,1–0,4 µm, Rt max. 4 µm
  • Rautiefe statische Fläche D1Ra max. 1,6 µm, Rt max. 10 µm
  • Kolbendurchmesser (Vorzugsgrößen)30 mm bis 320 mm

Vorteile

  • Extrusionsfest bis 700 bar durch die Kombination aus Hartgewebe-Druckring und Acetal-Stützring, die den Dichtspalt auf der druckabgewandten Seite schließen.
  • Beständig gegen Druckschläge und Schwingungen, weil die NBR-Gewebemanschette hohe kurzzeitige Druckspitzen dämpft, die ein Vielfaches des Systemdrucks erreichen können.
  • Funktionssicher bei Mittenversatz: Das Gewebe federt exzentrische Belastungen ab und verhindert einseitigen Kontaktverschleiß der Dichtlippe.
  • Geringe Reibung durch die Geweberasterung der Lauffläche, die einen dauerhaften Schmierfilm hält und Stick-Slip bei langsamen Kolbenbewegungen reduziert.
  • Einsetzbar mit Mineralöl, Wasser und Wasser-Glykol ohne Werkstoffwechsel, da NBR-Gewebeverbund gegenüber diesen Medien stabil ist.
  • Laufend ab Lager in Vorzugsgrößen von 30 mm bis 320 mm Kolbendurchmesser, weitere Abmaße kurzfristig lieferbar.

Einsatzgebiete

Hydraulikpressen und Schrottscheren
K51 dichtet Arbeitskolben in Pressen und Schrottscheren ab, wo häufige Druckschläge und hohe statische Drücke bis 700 bar auftreten und einfachere Dichtelemente vorzeitig extrudieren würden.
Baumaschinen und Frontlader
In Hydraulikzylindern von Baumaschinen und Frontladern, die Schmutzpartikeln, Schwingungen und starken Seitenkräften ausgesetzt sind, bietet der Gewebeverbund hohe Verschleißfestigkeit.
Bergbau und Hüttenindustrie
In Schwermaschinenzylinder von Bergbauanlagen und Hüttenwerken, wo Zunder, Schmutz und hohe Druckspitzen gleichzeitig auftreten, bewährt sich der K51 durch seine Robustheit gegenüber Verschmutzung und Druckvariationen.
Spritzgießmaschinen
Plasifizier- und Einspritzkolben in Spritzgießmaschinen werden mit K51 abgedichtet, da dort doppeltwirkende mehrteilige Kolben mit hohem Systemdruck und wechselnder Druckbelastung eingesetzt werden.
Stahlwasserbau und Schleusenanlagen
Für Regelzylinder in Staustufen und Schleusenverschlüssen, die mit Wasser oder Wasser-Glykol-Gemischen betrieben werden, ist K51 in der Standardausführung geeignet.
Reparatur bestehender Zylinder
K51 wird als Ersatz für verschlissene Dachmanschetten-Dichtsätze in bereits damit ausgerüsteten Hydraulikzylindern eingesetzt, wenn ein Werkstoffwechsel auf modernere Dichtelementtypen nicht möglich oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.
Sonderzylinder mit großen Durchmessern
Für Kolbendurchmesser über 200 mm, bei denen einteilige Elastomerdichtungen schwer montierbar sind, ermöglicht der axiale Einbau des K51 eine einfachere Montage bei geteiltem Kolben.

Do's and Dont's

Do's:
  • Dachmanschette, Druckring und Stützring vor der Montage einzeln auf Beschädigungen und Vollständigkeit prüfen.
  • Einbauräume und Gleitflächen reinigen und mit HZ103 oder kompatiblem Montagefett benetzen.
  • Einführschrägen und Radien am Kolben entsprechend der Profilbreite ausführen (Schräge min. 5 mm bei Profilbreite 7,5 mm).
  • Zylinder nach der Erstmontage vollständig entlüften.
  • Lagerung der unmontierten Dichtsätze kühl, trocken und lichtgeschützt in der Originalverpackung.
  • Bei Drücken über 400 bar den Dichtspalt besonders enghalten (max. 0,2 mm bei 400 bar, max. 0,1 mm bei 700 bar).
Don'ts:
  • K51 nicht in einteiligen Kolben einsetzen, da kein axialer Zugang zum Einbauraum möglich ist.
  • Keine ester- oder syntheseölbasierte schwer entflammbare Hydraulikflüssigkeiten im Standardwerkstoff einsetzen; hierfür Sonderwerkstoffkombination anfragen.
  • Keine scharfen Werkzeuge beim Einbau verwenden, die die Gewebestruktur der Manschette beschädigen könnten.
  • Dichtelemente aus elastischen Werkstoffen nicht unter Druck über Bohrungen oder offene Spalte gleiten lassen.
  • Rautiefe der Gleitfläche nicht unter Ra 0,1 µm polieren, da der Schmierfilm dann nicht mehr aufgebaut werden kann.

Montage

Der K51 erfordert geteilte Kolben mit axial zugängigen Einbauräumen, da der Dichtsatz nicht über den Kolbenkopf aufgezogen werden kann.

  1. Einbauraum, Zylinderbohrung und Kolbenoberfläche reinigen und auf Beschädigungen, Grate und scharfe Kanten prüfen. Alle Einführkanten müssen entsprechend der Profilbreite angefast sein (z.B. min. 5 mm Schräge bei Profilbreite 7,5 mm).
  2. Gleitfläche d1 auf Ra 0,1–0,4 µm und Rt max. 4 µm prüfen. Rauheitswerte unter Ra 0,1 µm vermeiden, da sonst der Schmierfilmaufbau gestört wird.
  3. Dichtspalt f zwischen Kolben und Zylinderbohrung vor dem Einbau messen: Er muss kleiner sein als der druckabhängige Maximalwert (0,35 mm bei 160 bar, 0,1 mm bei 700 bar).
  4. Alle Dichtelemente und Gleitflächen vor der Montage mit sauberem, ölverträglichem Fett einstreichen (empfohlen: HZ103).
  5. Stützring zuerst in den Einbauraum einlegen, dann die Dachmanschette, abschließend den Druckring einsetzen. Reihenfolge und Einbaurichtung der Manschette nach Datenblatt-Zeichnung beachten.
  6. Kolben zusammenbauen und Zylinder nach der Montage sorgfältig entlüften, um Lufteinschlüsse zu vermeiden, die einen Dieseleffekt auslösen können.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen dem K51 und einem Standard-Nutring für Kolbendichtungen?

Der K51 ist ein dreiteiliger Satz aus Gewebe-Dachmanschette, Hartgewebe-Druckring und Acetal-Stützring. Gegenüber einem einteiligen Nutring aus Polyurethan oder TPE bietet der K51 eine höhere Extrusionsfestigkeit bei Druckschlägen und ist toleranter gegenüber Mittenversatz und Schwingungen. Einteilige Nutringe (z.B. K730, K753) sind hingegen für einteilige Kolben montierbar und erzielen bei ruhigem Betrieb eine höhere Dichtheit.

Bis zu welchem Druck kann der K51 eingesetzt werden?

Bei einer Gleitgeschwindigkeit bis 0,5 m/s beträgt der maximale Betriebsdruck 400 bar. Bei reduzierter Gleitgeschwindigkeit bis 0,15 m/s sind 700 bar zulässig. In beiden Fällen müssen die zulässigen Dichtspaltmaße (0,2 mm bei 400 bar, 0,1 mm bei 700 bar) am Kolben eingehalten werden.

Welche Hydraulikmedien sind mit dem K51 in Standardausführung verträglich?

Der K51 in Standardausführung (NBR-Gewebeverbund) ist für Mineralölhydraulik, Wasser und Wasser-Glykol-Gemische geeignet. Nicht geeignet ist die Standardausführung für schwer entflammbare Flüssigkeiten auf Ester- oder synthetischer Basis sowie für chlorierte Kohlenwasserstoffe. Für diese Medien ist eine Sonderwerkstoffkombination (z.B. FPM/FKM-Gewebe) auf Anfrage erhältlich.

Kann der K51 auch als Stangendichtung verwendet werden?

Der K51 ist als Kolbendichtung für doppeltwirkende, mehrteilige Kolben ausgelegt. Der Typ K51 dichtet außen (Kolbenaußendurchmesser gegen Zylinderbohrung). Als Stangendichtung wären vergleichbare Dachmanschetten-Dichtsätze in innendichtender Ausführung einzusetzen. HENNLICH bietet entsprechende Typen für Stangen- und Kolbenstangendichtungen an.

Warum ist beim K51 ein geteilter Kolben erforderlich?

Der K51-Dichtsatz kann aufgrund seiner Dreiteilikeit und der Gewebestruktur der Manschette nicht über einen einteiligen Kolbenkopf aufgezogen werden, ohne die Dichtlippen zu beschädigen. Nur bei geteilten Kolben mit axial zugängigem Einbauraum lassen sich die drei Komponenten in der richtigen Reihenfolge und Ausrichtung einlegen.

Wie stark darf der Dichtspalt zwischen Kolben und Zylinderbohrung sein?

Der zulässige maximale Dichtspalt f hängt direkt vom Betriebsdruck ab: bei 160 bar max. 0,35 mm, bei 250 bar max. 0,30 mm, bei 400 bar max. 0,20 mm und bei 700 bar max. 0,10 mm. Mittenversatz muss dabei gesondert berücksichtigt werden, da er den effektiven einseitigen Spalt vergrößert.

Welche Rautiefe muss die Gleitfläche des Zylinders für den K51 haben?

Die Gleitfläche (Zylinderbohrung d1) muss Ra 0,1 bis 0,4 µm und Rt max. 4 µm aufweisen. Werte unter Ra 0,1 µm sind zu vermeiden, da dann kein ausreichender Schmierfilm aufgebaut werden kann und Trockenlauf mit beschleunigtem Verschleiß auftritt. Statische Flächen (D1) dürfen Ra max. 1,6 µm haben.