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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Einbauraumhöhe L1 (mm) Typ
070050120-28 Kolbendichtung aus TPU
K252-70x50x12 (L1=12.5/13)
mit Backring aus POM
50 70 12,5 K252

Dokumente

Beschreibung

Der K252 ist ein Kolbennutring aus formgespritztem, hochverschleißfestem und hydrolysestabilisiertem Polyurethan. Er eignet sich für einfach- und doppeltwirkende Kolben in hydraulischen Zylindern mittlerer und schwerer Bauart. Das asymmetrische Profil kombiniert eine kurze, kräftige Dichtlippe am Außendurchmesser mit einem Untermaß am Innendurchmesser, das einen sicheren Haftsitz in der Nut bewirkt.

Der aktive Backring aus hartem Spezialkunststoff verhindert Spaltextrusion des Polyurethankörpers und erlaubt damit Betriebsdrücke bis 600 bar (bei v max. 0,1 m/s und Temperaturen bis +80°C) sowie Dichtspalte, die auch Führungsband-Konstruktionen zulassen. Bei erhöhten Temperaturen bis +100°C ist der zulässige Druck auf 400 bar bei v max. 0,1 m/s reduziert.

Die stabile Mittelabstützung verhindert das Kippen (Hochklappen der Nutringschulter) bei doppeltwirkendem Betrieb. Radiale und axiale Druckentlastungsnuten in der Mittelzone verhindern hydrodynamischen Schleppdruck, wenn zwei Nutringe Rücken an Rücken eingebaut werden. Bei diesem Einbauschema kann die Führung mittig zwischen den Nutringen positioniert und so vor innerer Kontamination geschützt werden.

Der K252 ist geeignet für Druckflüssigkeiten auf Mineralölbasis (HL, HLP). Bei Einsatz in Wasser sowie HFA- und HFC-Flüssigkeiten ist die Temperatur auf +40°C begrenzt. Die Verträglichkeit mit schwerentflammbaren HFD-Flüssigkeiten und biologisch abbaubaren Ölen (HETG, HEES) ist im Einzelfall zu prüfen. Die Einbauraummaße nach ISO 5597 sind im Datenblatt als Vorzugsgrößen ausgewiesen.

Merkmale

  • Werkstoff DichtkörperHochverschleißfestes, hydrolysestabilisiertes Polyurethan (formgespritzt)
  • Werkstoff BackringHarter Spezialkunststoff (geteilt)
  • ProfilAsymmetrisch mit kurzer Dichtlippe am Außendurchmesser und kompakter innerer Dichtlippe
  • WirkungsweiseEinfach- und doppeltwirkend
  • Max. Betriebsdruck (v ≤ 0,5 m/s, -30°C bis +80°C)400 bar
  • Max. Betriebsdruck (v ≤ 0,1 m/s, -30°C bis +80°C)600 bar
  • Max. Betriebsdruck (v ≤ 0,5 m/s, -30°C bis +100°C)250 bar
  • Max. Betriebsdruck (v ≤ 0,1 m/s, -30°C bis +100°C)400 bar
  • Temperaturbereich-30°C bis +80°C (Nennbetrieb); bis +100°C mit reduziertem Drucklimit
  • Max. Gleitgeschwindigkeit0,5 m/s
  • MedienbeständigkeitMineralöl HL, HLP; Wasser/HFA/HFC bis max. +40°C; HFD und Bioöle im Einzelfall prüfen
  • Toleranz Zylinderbohrung Ø D1H9
  • Toleranz Kolbendurchmesser Ø d1f8
  • Nutbreite L1+0,3 / -0
  • Rauheit Gleitflächen Ø D1Ra 0,05–0,3 µm; Rt max. 3 µm
  • Rauheit statische Flächen Ø d1Ra max. 1,6 µm; Rt max. 10 µm
  • EinbauraumnormISO 5597 (für gekennzeichnete Vorzugsgrößen)

Vorteile

  • Hohe statische und dynamische Dichtheit durch asymmetrisches Profil mit kräftiger Außendichtlippe und haftsicherem Untermaß am Innendurchmesser
  • Betriebsdrücke bis 600 bar durch den aktiven Backring aus hartem Spezialkunststoff, der Spaltextrusion des Polyurethankörpers verhindert
  • Keine Verkippungsgefahr bei doppeltwirkendem Betrieb dank stabiler Mittelabstützung
  • Druckentlastungsnuten (radial und axial) verhindern hydrodynamischen Schleppdruck beim Rücken-an-Rücken-Einbau zweier Nutringe
  • Führungsband-Konstruktionen möglich, da große Dichtspalte durch den Backring beherrschbar sind
  • Hydrolysestabilisiertes Polyurethan erhält mechanische Eigenschaften auch bei Wasserkontakt und wechselnder Luftfeuchtigkeit

Einsatzgebiete

Hydraulische Pressen und Stanzmaschinen
Der K252 wird in Arbeitszylindern von hydraulischen Pressen eingesetzt, wo hohe Betriebsdrücke bis 600 bar und robuste Kolbendichtungen für einfach- oder doppeltwirkende Kolben gefordert sind.
Mobilhydraulik in Bau- und Landmaschinen
Hydraulikzylinder in Baggern, Radladern und Traktoren arbeiten mit wechselnden Lasten und Temperaturschwankungen. Der hydrolysestabilisierte Polyurethankörper hält auch bei Feuchtigkeitseintrag seine Festigkeit.
Werkzeugmaschinen und Bearbeitungszentren
Vorschub- und Klemmzylinder in CNC-Maschinen und Bearbeitungszentren benötigen leckagedichte und verschleißarme Kolbendichtungen. Das asymmetrische Profil des K252 stellt auch bei häufigem Richtungswechsel hohe Dichtheit sicher.
Kunststoff-Spritzgießmaschinen
Einspritz- und Schließzylinder in Spritzgießmaschinen erfordern Kolbendichtungen, die hohe Drücke und doppeltwirkenden Betrieb kombinieren. Der K252 eignet sich für diese Anwendung mit Mineralöl-Hydraulikölen HL/HLP.
Stationäre Hydraulikaggregate und Prüfstände
In Prüfzylindern und Hydraulikprüfständen sind definierte Dichtspalte und reproduzierbare Dichtleistung entscheidend. Der Backring des K252 erlaubt auch bei größeren Einbauspielen zuverlässige Funktion.
Hubzylinder in Hebebühnen und Hubwerken
Einfachwirkende Hubzylinder in Fahrzeughebebühnen und Kranhubwerken werden durch den K252 mit einer robusten Kolbendichtung ausgestattet, die Schwerkraftleckage über lange Standzeiten verhindert.
Forstmaschinen und Forsthydraulik
Zylinder in Forstmaschinen sind hoher Verschmutzung und mechanischer Beanspruchung ausgesetzt. Die hohe Verschleißfestigkeit des Polyurethans verlängert die Standzeit gegenüber herkömmlichen NBR-Dichtungen.

Do's and Dont's

Do's:
  • Gleitflächen vor der Montage auf Ra 0,05–0,3 µm (Rt max. 3 µm) bearbeiten, vorzugsweise durch Honen oder Rollieren
  • Dichtungsfett HZ103 für Mineralölhydraulik bzw. HZ103W für Wasseranwendungen verwenden
  • Einbauraumtoleranzen D1 H9 und d1 f8 einhalten
  • Beim Rücken-an-Rücken-Einbau zweier K252-Nutringe die integrierten Druckentlastungsnuten für den Druckausgleich nutzen
  • Zylinder nach der Montage vollständig entlüften
  • Dichtungen bis zur Montage in der Originalverpackung, kühl und dunkel lagern

Don'ts:
  • Keine scharfen oder metallischen Montagewerkzeuge verwenden, die die Dichtlippe beschädigen könnten
  • Nicht mit phosphorsäureesterhaltigen HFD-Flüssigkeiten (z.B. HFDR Aryl oder HFDR Alkyl) einsetzen — Polyurethan ist mit diesen Medien nicht verträglich
  • Temperaturobergrenze +80°C (Nennbetrieb) nicht dauerhaft überschreiten; über +100°C ist der K252 nicht einsetzbar
  • Bei Wasser-, HFA- und HFC-Betrieb die Temperatur von +40°C nicht überschreiten
  • Dichtung unter Druck nicht über unversorgte Querbohrungen oder scharfe Spalte gleiten lassen
  • Keine fein gezogenen (SSID) Rohre ohne Prüfung einsetzen — axiale Riefen erhöhen den Dichtungsverschleiß

Montage

  1. Einbauräume, Zylinderrohr und Kolbenoberflächen vor der Montage von Schmutz, Metallstaub und Spänen reinigen. Alle Kanten und Übergänge auf Grate und Beschädigungen prüfen.
  2. Gleitflächen der Metallteile mit sauberem, nicht aggressivem Fett (empfohlen: HZ103) einfetten, um Reibung bei der Inbetriebnahme zu reduzieren und die Dichtlippe zu schonen.
  3. Den K252-Polyurethankörper in die axial offene Nut einlegen. Bei einteiligen Kolben kann der Nutring in halboffene Nuten übergeknöpft werden (max. Abstützdurchmesser Ø d3 gemäß Datenblatt beachten).
  4. Bei größeren Nenn-Durchmessern oder ungünstigem Verhältnis Nenn-Durchmesser zu Querschnitt ein Hilfswerkzeug aus Kunststoff verwenden. Kleinere Querschnittmaße lassen sich zumeist von Hand überknöpfen.
  5. Den standardmäßig geteilten Backring zuletzt in die Aussparung am Nutring einsetzen. Auf korrekten Sitz beider Backring-Hälften achten.
  6. Zylinder nach der Montage sorgfältig entlüften, um Luftschäden an Dichtungen und Führungen (Dieseleffekt, Kavitation) zu vermeiden.

Gleitflächen Ø D1 müssen Ra 0,05–0,3 µm und Rt max. 3 µm aufweisen. Gehonte oder rollierte Zylinderrohre sind fein gezogenen Rohren vorzuziehen. Dichtelemente aus Polyurethan dürfen unter Druck nicht über Bohrungen oder Spalte gleiten.

FAQ

Bis zu welchem Druck ist der K252 einsetzbar?

Der maximale Betriebsdruck hängt von Gleitgeschwindigkeit und Temperatur ab. Bei v max. 0,1 m/s und Temperaturen bis +80°C sind 600 bar zulässig. Bei v max. 0,5 m/s im gleichen Temperaturbereich sinkt der Grenzwert auf 400 bar. Im erhöhten Temperaturbereich bis +100°C gelten 400 bar (v ≤ 0,1 m/s) bzw. 250 bar (v ≤ 0,5 m/s).

Kann der K252 in Wasser-Hydraulik oder HFA-Flüssigkeiten eingesetzt werden?

Ja, aber mit einer wichtigen Einschränkung: Bei Einsatz in Wasser sowie HFA- und HFC-Flüssigkeiten ist die maximale Betriebstemperatur auf +40°C begrenzt. Für schwerentflammbare HFD-Flüssigkeiten (z.B. Phosphorsäureester) ist Polyurethan nicht verträglich — hier andere Dichtungswerkstoffe wählen.

Warum kippt mein Nutring bei doppeltwirkendem Betrieb?

Das Kippen (Hochklappen der Nutringschulter) entsteht, wenn die Mittelabstützung des Nutringes für die wirkenden Kräfte nicht ausreicht. Der K252 verfügt über eine speziell verstärkte Mittelabstützung, die diesen Effekt verhindert. Tritt das Problem trotzdem auf, sind übermäßige Seitenkräfte durch fehlerhafte Führungsdimensionierung oder außermittige Montage zu prüfen.

Was bewirkt der geteilte Backring, und muss er beim Einbau besonders beachtet werden?

Der Backring aus hartem Spezialkunststoff verhindert, dass der weichere Polyurethankörper unter Druck in den Dichtspalt extrudiert wird. Er wird nach dem Einlegen des Polyurethankörpers zuletzt in die Aussparung am Nutring gesetzt. Beide Hälften des geteilten Backrings müssen vollständig und plan in der Aussparung sitzen, da ein schiefer oder fehlender Backring zu sofortiger Extrusion und Dichtungsausfall führt.

Welche Oberflächengüte muss die Zylinderbohrung haben?

Die Gleitfläche (Ø D1) muss Ra 0,05–0,3 µm und Rt max. 3 µm aufweisen. Gehonte oder rollierte Zylinderrohre sind fein gezogenen Rohren (SSID) vorzuziehen, da axiale Riefen den Polyurethankörper abrasiv verschleißen. Bei Ra-Werten unter 0,05 µm wird der Schmierfilmaufbau behindert und die Lebensdauer verkürzt sich durch Trockenlauf.

Was ist der Unterschied zwischen K252 und modernen Kompakt-Kolbendichtungen?

Der K252 ist ein Nutring-Design mit separatem Backring, das besonders für hohe Drücke, große Dichtspalte und doppeltwirkenden Betrieb ausgelegt ist. Kompakt-Kolbendichtungen (z.B. K730, K753) kombinieren Dichtelement und Stützfunktion in einer Baueinheit und benötigen weniger Bauraum in der Nut. Bei Neukonstruktionen mit doppeltwirkenden Zylindern empfiehlt das Datenblatt die Prüfung moderner Kompakt-Kolbendichtungen als Alternative.