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Artikelnummer Innen-ød1 (mm) Außen-øD1 (mm) Einbauraumhöhe L1 (mm) Typ
020012032-2259K25N Kolbendichtsatz aus PTFE/Bz
K125-20x12,5x3,2 mit Nase
inkl. NBR O-Ring
12,5 20 3,2 K125

Dokumente

Beschreibung

Der K125 ist ein PTFE-Kolbendichtsatz für einfachwirkende Zylinder. Der Dichtsatz besteht aus einem Profilring mit PTFE-Gleitfläche und einem elastomeren O-Ring. Der O-Ring übernimmt die statische Abdichtung im Nutraum; der PTFE-Profilring dichtet den dynamischen Bereich an der Zylinderwand ab.

Der hydraulische Betriebsdruck verformt den O-Ring und erzeugt dadurch eine zusätzliche Anpresskraft des Profilrings an die Zylinderwand. Mit steigendem Druck steigt die Anpresskraft proportional an. Die Reibung ist im statischen und dynamischen Zustand nahezu identisch: Stick-Slip tritt nicht auf, auch bei sehr langsamen Vorschüben bleibt der Lauf ruckfrei.

Der Dichtsatz ist für Mineralöle (ISO 6743-4 HL/HM/HV) bis +100 °C ausgelegt. Für HFA- und HFB-Flüssigkeiten sowie Wasser-Glykol (HFC) gilt +60 °C als Obergrenze; für synthetische Ester (HEES) und Rapsöle (HETG) +80 °C. Bei anderen Medien oder erhöhten Temperaturen stehen alternative O-Ring-Werkstoffe (FPM, H-NBR, EPDM, Silikon) zur Verfügung.

Ab Ø 20 mm kann die Dichtung in geschlossene Nuten übergeknüpft werden, was einteilige Kolbenkonstruktionen ermöglicht. Die Einbauräume entsprechen ISO 7425 Teil 1. Sondermaße bis ca. 1800 mm Ø sind ohne zusätzliche Formkosten kurzfristig lieferbar.

Merkmale

  • DichtungstypEinfachwirkender PTFE-Kolbendichtsatz (Profilring + O-Ring)
  • Werkstoff ProfilringPTFE/Bz-Compound oder PTFE-Glas; alternativ TPU/55
  • Werkstoff O-Ring (Standard)NBR; alternativ FPM (Viton), H-NBR, Silikon oder EPDM auf Anfrage
  • Temperaturbereich-30 °C bis +100 °C (Mineralöl); +60 °C für HFA/HFB/HFC; +80 °C für HEES/HETG
  • Max. dynamischer Betriebsdruck400 bar (unter Umständen höher möglich)
  • Max. Geschwindigkeit4 m/s
  • Norm EinbaumaßeISO 7425 Teil 1
  • Toleranz Ø D1 (Zylinderdurchmesser)H9
  • Toleranz Ø d1 (Kolbendurchmesser)h9
  • Toleranz L1 (Nutbreite)+0,2 / -0 mm
  • Rautiefe Gleitfläche Ø D1Ra 0,05–0,25 µm; Rt max. 2,5 µm
  • Rautiefe statische Fläche Ø d1Ra max. 1,6 µm; Rt max. 10 µm
  • Rautiefe Stirnfläche L1Ra max. 3,2 µm; Rt max. 16 µm
  • DurchmesserbereichØ 12 mm bis 600 mm (ISO-Abmessungen und Zwischenmaße); Sondermaße bis ca. 1800 mm
  • ÜberknüpfbarAb Ø 20 mm in geschlossene Nuten
  • D1Außendurchmesser / Zylinderbohrungsdurchmesser
  • d1Innendurchmesser / Kolbendurchmesser
  • L1Nutbreite
  • sProfilbreite

Vorteile

  • Sehr geringe Reibung im statischen und dynamischen Zustand: die PTFE-Gleitfläche hält den Reibungskoeffizienten nahezu konstant, unabhängig von der Bewegungsgeschwindigkeit.
  • Stick-Slip-freier Lauf: Haft- und Gleitreibung sind nahezu identisch, sodass auch bei sehr langsamen Vorschüben ein ruckfreier Bewegungsablauf erreicht wird.
  • Druckadaptive Dichtwirkung: mit steigendem Betriebsdruck erhöht der O-Ring die Anpresskraft des Profilrings an die Zylinderwand, was eine selbstverstärkende Abdichtung bis 400 bar ergibt.
  • Kurzfristiger Trockenlauf zulässig: die guten Laufeigenschaften des PTFE-Profilrings bei schlecht schmierenden Medien erlauben auch kurzzeitigen Betrieb ohne Schmierfilm.
  • Einteilige Kolbenkonstruktionen möglich: ab Ø 20 mm überknüpfbar in geschlossene Nuten, was eine kostensparende Fertigung ohne zweiteiligen Kolbenaufbau ermöglicht.
  • Breites Werkstoffprogramm: O-Ring-Werkstoff wählbar aus NBR, FPM, H-NBR, EPDM oder Silikon, um unterschiedliche Medien und Temperaturbereiche abzudecken.
  • Sondermaße bis ca. 1800 mm Ø ohne zusätzliche Formkosten kurzfristig lieferbar.

Einsatzgebiete

Industriehydraulik-Zylinder in Pressen und Stanzmaschinen
K125 dichtet einfachwirkende Hydraulikzylinder in hydraulischen Pressen ab, wo ruckfreies Anfahren bei niedrigen Vorschubgeschwindigkeiten und exakte Positionierung gefordert sind. Die druckadaptive Dichtwirkung hält auch bei Druckspitzen bis 400 bar dicht.
Werkzeugmaschinen und Vorschubachsen
In Hydraulikzylindern von CNC-Bearbeitungszentren und Vorschubsystemen verhindert der stick-slip-freie Lauf des K125 Positionierungenauigkeiten und Ruckbewegungen, die zu Bearbeitungsfehlern führen würden.
Mobile Hydraulik: Kipp- und Hubzylinder
In einfachwirkenden Kipp- und Hubzylindern von Nutzfahrzeugen, Kranen und Flurförderfahrzeugen sichert K125 die Druckdichtheit bei wechselnden Lasten und auch bei schlecht schmierenden Hydraulikölen.
Hydraulische Steuerungszylinder im Maschinenbau
K125 wird in Steuer- und Verriegelungszylindern eingesetzt, wo geringe Reibung und zuverlässige Dichtwirkung bei langsamen oder intermittierenden Bewegungen notwendig sind.
Kolbenspeicher (Trennung Gas-/Flüssigkeitsseite)
In hydraulischen Kolbenspeichern dichtet K125 den Trennkolben zwischen der Gasseite und der Flüssigkeitsseite ab und verhindert Überströmverluste bei Druckschwankungen.
Kunststoffverarbeitungsmaschinen und Spritzgießanlagen
Der kurzfristig zulässige Trockenlauf und die geringe Haftreibung machen K125 geeignet für Einspritzzylinder, wo das Medium (z. B. Thermalöl oder synthetischer Ester) wechselnde Schmiereigenschaften aufweist.
Fahrzeugbau und Landmaschinen
Einfachwirkende Hubzylinder an Anbaugeräten und Landmaschinen arbeiten häufig mit biologisch abbaubaren Ölen (HETG, HEES); K125 mit FPM- oder H-NBR-O-Ring ist hierfür geeignet.

Do's and Dont's

Do's:
  • Dichtung bis zur Montage in der Originalverpackung lassen; kühl, trocken und lichtgeschützt lagern.
  • Einbauräume vor Montage reinigen und auf Gratfreiheit prüfen.
  • Gleit- und Dichtflächen mit medienverträglichem Fett einstreichen (z. B. HZ103).
  • O-Ring-Werkstoff entsprechend dem Betriebsmedium wählen: FPM für erhöhte Temperaturen oder schwerentflammbare Aryl-Phosphorsäureester; H-NBR für Emulsionen; EPDM für Wasserglykol (HFC) und Bremsflüssigkeiten.
  • Zylinder nach Montage vollständig entlüften.
  • Bei Kolbenkonstruktionen mit Führungsringen: Dichtspalt laut Tabelle im Datenblatt einhalten; Mittenversatz und Rohraufweitung berücksichtigen.

Don'ts:
  • O-Ring beim Einlegen nicht verdrehen.
  • Keine scharfen oder metallischen Montagewerkzeuge verwenden, die PTFE-Gleitfläche oder O-Ring beschädigen können.
  • NBR-O-Ring nicht mit Phosphorsäureester-Flüssigkeiten (HFDR Aryl) einsetzen: nicht beständig.
  • NBR-O-Ring nicht mit Bremsflüssigkeiten auf Glykol-Basis (DOT 3/4) einsetzen: nicht beständig.
  • Betriebstemperatur-Obergrenze nicht überschreiten: für NBR mit Mineralöl +100 °C, für HFA/HFB/HFC-Medien +60 °C.
  • Dichtungen nicht über scharfe Gewinde oder Kanten ziehen; Gewinde bei Montage abdecken.

Montage

Vor der Montage Einbauräume, Zylinderrohr und Kolben auf Sauberkeit und Beschädigungen prüfen. Alle Kanten und Nuten müssen gratfrei und verrundet sein. Gleit- und Dichtflächen mit geeignetem, medienverträglichem Fett einstreichen (z. B. HENNLICH Dichtungsfett HZ103).

  1. O-Ring gleichmäßig dehnen und in die Nut schnappen lassen. Dabei nicht verdrehen.
  2. Dichtring mit einem flachen, festen (aber nicht zu harten) Kunststoffband montieren: Dichtring an einer Stelle am Umfang in die Nut einsetzen und festhalten, dann mit der anderen Hand in kreisenden Bewegungen in axialer Richtung gleichmäßig in die Nut ziehen, bis er vollständig eingeschnappt ist.
  3. Bei ausreichend großen Einbauschrägen im Zylinderrohr kann je nach Dichtringwerkstoff auf zusätzliches Kalibrieren verzichtet werden. Einbauschrägen und Radien gemäß Datenblatt einhalten (Profilbreite s abhängig von Nenndurchmesser).
  4. Zylinder nach Montage sorgfältig entlüften, um Kavitations- und Dieseleffektschäden an Dichtung und Führungen zu vermeiden.

Für die Serienmontage ist die Automatisierung mittels Aufweitungskonus und Spreizdorn möglich. Beim Bestellbeispiel immer metallische Einbauraum-Nennmaße Ø D1 x Ø d1 x L1 angeben (z. B. K125-100 x 84,5 x 6,3). Standard-O-Ring ist NBR; anderen Werkstoff bei Bestellung explizit angeben.

FAQ

Bis zu welchem Druck ist der K125 dynamisch einsetzbar?

Der K125 ist für einen maximalen dynamischen Betriebsdruck von 400 bar ausgelegt. Unter bestimmten Betriebsbedingungen sind auch höhere Drücke möglich; in solchen Fällen sollte die Auslegung mit HENNLICH Anwendungstechnikern abgestimmt werden. Der erlaubte Dichtspalt hängt vom Druck ab und ist im Datenblatt tabelliert.

Welchen O-Ring-Werkstoff soll ich bei schwerentflammbaren Hydraulikflüssigkeiten wählen?

Bei HFA- und HFB-Flüssigkeiten (Wasser-Öl-Emulsionen) ist NBR oder H-NBR geeignet, die Betriebstemperatur-Obergrenze liegt jedoch bei +60 °C. Für Wasser-Glykol (HFC) ist ebenfalls NBR oder H-NBR verwendbar. Für Phosphorsäureester (HFDR Aryl) muss FPM (Viton) eingesetzt werden; NBR ist bei diesem Medium nicht beständig.

Kann der K125 in Mineralöl über +100 °C eingesetzt werden?

Nein, für den Standard-NBR-O-Ring gilt +100 °C als Dauerbetriebsgrenze in Mineralölen. Für höhere Temperaturen muss ein FPM- oder H-NBR-O-Ring gewählt werden: FPM erlaubt bis +150 °C in Mineralöl, H-NBR bis +130 °C. Bitte bei der Bestellung den gewünschten O-Ring-Werkstoff angeben.

Was verursacht Stick-Slip bei Kolbendichtungen, und wie vermeidet der K125 dieses Problem?

Stick-Slip entsteht, wenn Haftreibung und Gleitreibung einer Dichtung stark voneinander abweichen: beim Anfahren haftet die Dichtung kurz, löst sich ruckartig und haftet erneut. Der K125 vermeidet diesen Effekt durch die PTFE-Gleitfläche des Profilrings, deren Reibungskoeffizient im statischen und dynamischen Zustand nahezu identisch ist. Dadurch ist auch bei sehr niedrigen Vorschubgeschwindigkeiten ein gleichmäßiger Lauf möglich.

Wie bestelle ich Sondermaße, und welche Maße müssen angegeben werden?

Beim Bestellen immer die metallischen Einbauraum-Nennmaße Ø D1 (Zylinderbohrung), Ø d1 (Kolbendurchmesser) und L1 (Nutbreite) angeben. Alle Standard- und Zwischenmaße sowie Sondermaße bis ca. 1800 mm Ø sind ohne zusätzliche Formkosten lieferbar. Abweichender O-Ring-Werkstoff muss ebenfalls explizit angegeben werden, da NBR der Standard ist.

Warum darf der O-Ring beim Einlegen nicht verdreht werden?

Wird der O-Ring beim Einlegen in die Nut verdreht, entsteht eine ungleichmäßige Vorspannung im Querschnitt. Das führt zu ungleichmäßiger Anlage an der Dichtfläche, lokalen Überdehnungen und vorzeitigem Verschleiß oder Leckage. Der O-Ring ist daher immer gleichmäßig und ohne Twist in die Nut einzudrücken.