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Gummi-Stahl-Dichtung EPDM

Artikelnummer: 01270077040-R-EPDM
Artikelnummer Nennweite DN Druckstufe PN (Bar) Material Innendurchmesser (mm) Außendurchmesser (mm)
01270077040-R-EPDM Gummi-Stahldichtung aus EPDM
ø127x77x4 mm, DN65/PN10-40
nach DIN 2690 / EN1514-1
65 40 Gummi-Stahl-Dichtung EPDM 77 127

Beschreibung

Gummi-Stahl-Dichtungen aus EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) bestehen aus einem vulkanisierten Elastomerkörper mit einvulkanisiertem Metallring aus Stahl. Der Metallring übernimmt zwei Funktionen: Er sichert eine gleichmäßige Flächenpressung über den gesamten Dichtungsquerschnitt und zentriert die Dichtung selbsttätig im Flansch. Dadurch bleibt die Dichtung auch bei niedrigen Anzugsmomenten sicher positioniert.

EPDM ist beständig gegen Wasser, Abwasser, verdünnte Säuren und verdünnte Laugen sowie gegen Ozon und UV-Strahlung. Der Werkstoff eignet sich für Temperaturen von -30 °C bis +120 °C; für Heißwasser und Luft sind Temperaturen bis +150 °C möglich. Nicht beständig gegen Mineralölprodukte. Die Einsatzgrenze nach DVGW-Regelwerk DIN 30690-1 liegt bei 16 bar.

Die Dichtungen entsprechen DIN EN 682 und DIN EN 681-1. Die EPDM-Ausführung trägt eine KTW-Zulassung für den Trinkwasserbereich gemäß DVGW. Sie eignet sich für Flansche aus Stahl, Edelstahl, beschichtetem Stahl, GFK, PP, PVC und PE. Lieferbar in Nennweiten DN 15 bis DN 2000 für die Druckstufen PN 6 bis PN 40.

Merkmale

  • Werkstoff ElastomerEPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk)
  • Werkstoff EinlageStahl (S235JR); Edelstahl auf Anfrage
  • Temperaturbereich-30 °C bis +120 °C
  • Temperaturbereich Heißwasser/Luftbis +150 °C
  • Max. Betriebsdruck16 bar (gemäß DVGW DIN 30690-1)
  • NennweitenDN 15 bis DN 2000
  • DruckstufenPN 6 bis PN 40
  • NormenDIN EN 682, DIN EN 681-1, DIN 30690-1
  • ZulassungenDVGW, KTW (Trinkwasserbereich)
  • Geeignete FlanschwerkstoffeStahl, Edelstahl, beschichteter Stahl, GFK, PP, PVC, PE

Vorteile

  • Selbstzentrierend durch den einvulkanisierten Metallring: die Dichtung positioniert sich automatisch im Flansch und verhindert Verschieben beim Anziehen der Schrauben.
  • Dicht bereits bei geringer Flächenpressung: auch bei niedrigen Anzugsmomenten wird eine homogene Dichtwirkung über den gesamten Umfang erreicht.
  • Ausblagsicher durch vulkanisierte Metalleinlage: Verschieben, Ablösen oder Ausblasen der Dichtung ist auch bei hohen Druckspitzen nicht möglich.
  • KTW-zugelassen für den Trinkwasserbereich gemäß DVGW: geeignet für oberirdische und erdverlegte Trinkwasserleitungen.
  • Hohe Alterungs- und Witterungsbeständigkeit durch EPDM: beständig gegen Ozon und UV-Strahlung ohne Beschichtung oder Nachbehandlung.
  • Geeignet für Flansche aus Metall und Kunststoff: Stahl, Edelstahl, GFK, PP, PVC und PE ohne Sonderausführung kombinierbar.

Einsatzgebiete

Trinkwasserleitungen (oberirdisch und erdverlegt)
EPDM-Gummi-Stahl-Dichtungen sind KTW-zugelassen gemäß DVGW und werden in Flanschverbindungen von Trinkwasserverteilnetzen eingesetzt, wo Hygieneanforderungen nach DIN 30690-1 einzuhalten sind.
Abwasserleitungen und Kläranlagen
Geeignet für Flanschverbindungen in kommunalen und industriellen Abwassersystemen; EPDM ist beständig gegen die im Abwasser vorkommenden verdünnten Säuren und Laugen.
Prozesswasserleitungen in der Industrie
Eingesetzt in Kühlwasser-, Brauchwasser- und Prozesswassersystemen, wo Korrosionsbeständigkeit und UV-Stabilität gefordert sind.
Lüftungs- und Druckluftsysteme
Gummi-Stahl-Dichtungen aus EPDM dichten Flanschverbindungen in Luftleitungen und Druckluftsystemen bis 16 bar ab, da EPDM gegen Luft beständig ist.
Fernwärme- und Heißwasserleitungen
Geeignet für Flanschverbindungen in Heißwasseranwendungen bis +150 °C; eingesetzt in Fernwärmenetzen und industriellen Heißwasserkreisläufen.
Chemische Anlagen mit verdünnten Säuren und Laugen
EPDM ist beständig gegen verdünnte Säuren und Laugen und wird in Flanschverbindungen von Rohrleitungen für diese Medien eingesetzt, sofern kein Kontakt mit Mineralölprodukten vorliegt.
Kunststoffflansche in der Wasserversorgung
Geeignet für Flansche aus GFK, PE, PP und PVC, wie sie in der kommunalen Wasserversorgung und im Kläranlagenbau eingesetzt werden; der einvulkanisierte Stahlring gewährleistet auch bei weichen Gegenflächen ausreichende Flächenpressung.

Do's and Dont's

Do's:
  • Dichtung trocken und sauber einbauen
  • Schrauben in zwei bis drei Durchgängen über Kreuz anziehen
  • Flansche vor dem Einbau auf Parallelität und Sauberkeit prüfen
  • Dichtung kühl, trocken und lichtgeschützt lagern (gemäß DIN 7716)
  • Nur für EPDM-kompatible Medien einsetzen: Wasser, Abwasser, verdünnte Säuren, Laugen, Luft
  • Bei kritischen Anwendungen (z. B. Gas) Montage durch nach DIN EN 1591-4 qualifiziertes Personal durchführen lassen
Don'ts:
  • Keine fett- oder ölhaltigen Trennmittel oder Montagehilfsmittel verwenden
  • Nicht in Kontakt mit Mineralölprodukten (Heizöl, Hydrauliköl, Kraftstoff) einsetzen: EPDM ist gegen Mineralöle nicht beständig
  • Bereits verpresste Dichtungen nicht wiederverwenden
  • Dichtung nicht ohne Kontakt zu beiden Flanschflächen einbauen, sodass sie in den Medienstrom ragt
  • Nicht für Gasanwendungen verwenden: für Gas ist die NBR-Ausführung mit DVGW-Zulassung nach DIN EN 682 vorgeschrieben

Montage

  1. Dichtflächen beider Flansche vor dem Einbau auf Verunreinigungen, Beschädigungen und Unebenheiten prüfen. Flansche müssen parallel zueinander stehen.
  2. Dichtung trocken und ohne fett- oder ölhaltige Trennmittel einlegen. Schmiermittel, Fette und Öle verschlechtern die Dichtungsleistung und beeinträchtigen die Verbundhaftung des Elastomers.
  3. Dichtung zentriert einlegen. Der Metallring zentriert die Dichtung an den Flanschschrauben selbsttätig. Darauf achten, dass die Dichtung nicht in den Medienstrom hineinragt.
  4. Schrauben handfest eindrehen, dann in zwei bis drei Durchgängen über Kreuz gleichmäßig anziehen. Schrauben können zur Reibungsreduzierung geschmiert werden.
  5. Nach dem ersten Betriebsdurchgang die Verschraubung auf den Ziel-Anzugsmoment prüfen. Bei Einhaltung der Montagehinweise ist ein Nachziehen in der Regel nicht erforderlich.
  6. Die Dichtung ist für den einmaligen Einsatz ausgelegt. Bereits verpresste Dichtungen nicht wiederverwenden.

FAQ

Bis zu welcher Temperatur sind EPDM-Gummi-Stahl-Dichtungen dauerhaft einsetzbar?

EPDM-Gummi-Stahl-Dichtungen sind dauerhaft für Temperaturen von -30 °C bis +120 °C geeignet. In Heißwasser- und Luftanwendungen sind Temperaturen bis +150 °C möglich. Unterhalb von -30 °C verliert EPDM an Elastizität und ist für dichtende Anwendungen nicht mehr geeignet.

Welchen maximalen Betriebsdruck vertragen diese Dichtungen?

Die Einsatzgrenze für Standard-Gummi-Stahl-Dichtungen liegt nach DVGW-Regelwerk DIN 30690-1 bei 16 bar. Für höhere Drücke sind andere Dichtungstypen erforderlich. Die genauen Dichtungskennwerte nach EN 13555 für die Flanschberechnung nach EN 1591-1 stehen auf Anfrage zur Verfügung.

Kann ich EPDM-Gummi-Stahl-Dichtungen für Gasleitungen verwenden?

Nein. Für gasförmige Brennstoffe (Erdgas, hergestelltes Gas, Flüssiggas) ist die NBR-Ausführung mit DVGW-Zertifizierung nach DIN EN 682 vorgeschrieben. Die EPDM-Ausführung ist für den Trinkwasserbereich zugelassen, nicht für Gasanwendungen.

Warum darf beim Einbau kein Schmiermittel auf die Dichtungsfläche aufgetragen werden?

Fett- oder ölhaltige Trennmittel verringern die Flächenpressung zwischen Dichtung und Flansch und können die Verbundhaftung des EPDM-Elastomers beeinträchtigen. Die Dichtung ist trocken einzubauen; die Flanschschrauben können zur Reibungsreduzierung geschmiert werden, jedoch nicht die Dichtungsflächen selbst.

Kann eine EPDM-Gummi-Stahl-Dichtung nach dem Ausbau wiederverwendet werden?

Nein. Gummi-Stahl-Dichtungen sind Einmaldichtungen. Eine bereits verpresste Dichtung hat ihre Verformungsreserve verbraucht und dichtet nach erneutem Einbau nicht mehr zuverlässig ab. Bei jeder Demontage einer Flanschverbindung muss eine neue Dichtung eingebaut werden.

Für welche Flanschwerkstoffe sind diese Dichtungen geeignet?

EPDM-Gummi-Stahl-Dichtungen sind für Flansche aus Stahl, Edelstahl, beschichtetem Stahl, GFK, PP, PVC und PE geeignet. Der einvulkanisierte Stahlring stellt auch bei weichen Kunststoffflanschen eine ausreichende Flächenpressung sicher und zentriert die Dichtung an den Schrauben.

Sind EPDM-Gummi-Stahl-Dichtungen für den Kontakt mit Mineralölen geeignet?

Nein. EPDM ist gegen Mineralölprodukte nicht beständig. Für Anwendungen mit Hydraulikölen, Heizöl, Kraftstoff oder anderen Mineralölprodukten ist die NBR-Ausführung der Gummi-Stahl-Dichtung zu wählen.