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Artikelnummer Nennweite DN Druckstufe PN (Bar) Material Innendurchmesser (mm) Außendurchmesser (mm)
00390018020-R-GE1520 Flachdichtring Grafit/Spießbl.
39x18x2 mm, DN10/PN6
nach DIN EN1514-1
10 6 Grafit mit Spießblecheinlage 18 39

Beschreibung

Graphit-Spießblech besteht aus reinem, expandiertem flexiblem Graphit mit einer klebemittelfreien Edelstahl-Streckmetalleinlage aus 1.4401/SS316. Der Graphitanteil erreicht einen Kohlenstoffgehalt von mindestens 98 %; Chloridgehalt liegt unter 300 ppm (wasserlöslich unter 50 ppm). Durch die rein mechanische Verbindung zwischen Graphitlage und Metalleinlage enthält das Material keine Klebemittel, Bindemittel oder Füllstoffe.

Der Dauertemperaturbereich reicht von -200 °C bis +400 °C bei einem maximalen Betriebsdruck von 100 bar. In inerter Atmosphäre ist das Material auch oberhalb von +400 °C einsetzbar. Für den Dampfbereich liegt die Temperaturgrenze bei +550 °C. Temperatur- und Druckgrenzen dürfen nicht gleichzeitig erreicht werden; bei Lastwechseln und Temperaturzyklen bleibt die Dichtung durch die Streckmetalleinlage formstabil.

Die chemische Beständigkeit umfasst nahezu alle organischen und anorganischen Säuren, Laugen, Öle und Lösungsmittel sowie Dampf und Gase. Nicht einsetzbar ist das Material gegen stark oxidierende Medien wie rauchende Salpetersäure oder Chromsäure sowie gegen fluorhaltige und ozonhaltige Medien.

Das Material eignet sich besonders für empfindliche Flanschmaterialien wie Emaille, Glas und Kunststoff, da die Dichtung durch ihre Kompressibilität (ca. 30 %) geringe Flächenpressungen ausgleicht und keine Antihaftbeschichtung benötigt. Die Platten sind unbegrenzt lagerfähig. Geliefert wird nach DIN 2690 und DIN EN 1514-1; Sonderabmessungen und zeichnungsgebundene Dichtungen sind auf Anfrage möglich.

Merkmale

  • WerkstoffExpandierter Graphit + Edelstahl-Streckmetalleinlage 1.4401 (SS316)
  • Kohlenstoffgehaltmin. 98 %
  • Chloridgehalt< 300 ppm (wasserlöslich < 50 ppm)
  • Dichteca. 1,40 g/cm³ (DIN 28090-2)
  • Temperaturbereich-200 °C bis +400 °C (Dauertemperatur); bis +550 °C im Dampfbereich
  • Max. Betriebsdruck100 bar (bei Standarddicke 2,0 mm)
  • Zugfestigkeit25 N/mm² längs / 10 N/mm² quer (DIN 52910)
  • Zusammendrückungca. 30 % (ASTM F 36 J)
  • Rückfederungca. 20 % (ASTM F 36 J)
  • Klebemittelkeines (rein mechanische Verbindung)
  • NormDIN 2690, DIN EN 1514-1
  • ZulassungenDVGW, TA-Luft, BAM (O₂: +200 °C / 130 bar), Firesafe nach API 607 / BS 6755
  • Lieferdicken1,0 / 1,5 / 2,0 / 3,0 mm

Vorteile

  • Klebemittelfrei durch rein mechanische Verbindung von Graphitlage und Streckmetalleinlage: kein Ausgasen von Klebstoffrückständen bei hohen Temperaturen.
  • Beständig gegen nahezu alle organischen und anorganischen Säuren, Laugen, Öle, Lösungsmittel und Dampf dank eines Kohlenstoffgehalts von mindestens 98 %.
  • Einsetzbar von -200 °C bis +400 °C Dauertemperatur und bis 100 bar Betriebsdruck, ohne dass eine Antihaftbeschichtung erforderlich ist.
  • Extrem widerstandsfähig gegenüber Temperaturzyklen: die Streckmetalleinlage verhindert Rissbildung und Formänderung bei thermischer Wechselbelastung.
  • Geeignet für empfindliche Flanschmaterialien wie Emaille, Glas und Kunststoff, da die Kompressibilität von ca. 30 % geringe Flächenpressungen toleriert und die Flanschfläche schont.
  • Unbegrenzte Lagerfähigkeit ohne Alterung oder Verhärtung, da das Material keine Elastomere oder organische Bindemittel enthält.

Einsatzgebiete

Dampfleitungen und Dampfarmaturen
Graphit-Spießblech-Dichtungen werden in Dampfleitungen, Absperrklappen und Regelventilen eingesetzt, da sie bis +550 °C im Dampfbereich beständig sind und keine Antihaftbeschichtung benötigen.
Chemieindustrie mit aggressiven Medien
In Rohrleitungen und Reaktorflanschleitungen, die Säuren, Laugen oder Lösungsmittel führen, schützt der Kohlenstoffgehalt von min. 98 % vor chemischer Degradation bei gleichzeitig hohen Temperaturen.
Kraftwerke und Energieerzeugungsanlagen
Bei thermischer Wechselbelastung in Dampferzeugern, Wärmetauschern und Kondensatoren verhindert die Streckmetalleinlage Rissbildung und Dimensionsänderung der Dichtung.
Flanschverbindungen mit empfindlichen Werkstoffen
Geeignet für Emaille-, Glas- und Kunststoffflansche, bei denen Dichtungen mit geringer Mindestflächenpressung und schonendem Verhalten gegen weiche Dichtflächen benötigt werden.
Petrochemische Anlagen und Raffinerien
In Hochdruck- und Hochtemperaturprozessen der Öl- und Gasverarbeitung, wo DVGW- und TA-Luft-Zulassung sowie BAM-Prüfung für Sauerstoffanwendungen gefordert sind.
Gas- und Kryogenanwendungen
Der Einsatzbereich reicht bis -200 °C, sodass die Dichtungen in Gasverteilungsanlagen und kryogenen Anlagen eingesetzt werden, wo andere Weichstoffe spröde werden.
Feuerbeständige Verbindungen (Firesafe)
In Armaturen und Rohrleitungen, für die Feuerfestigkeit nach API 607 / BS 6755 nachgewiesen sein muss, ist die Dichtung durch ihre Zulassung direkt einsetzbar.

Do's and Dont's

Do's:
  • Dichtung trocken und sauber einbauen
  • Flanschflächen vor der Montage auf Kratzer und Verwerfungen prüfen
  • Schrauben über Kreuz und in mehreren Stufen anziehen (30 % / 60 % / 100 %)
  • Nitrierte oder gehärtete Unterlegscheiben verwenden
  • Zulässige Betriebsgrenzen für Temperatur und Druck getrennt betrachten; beide Grenzwerte dürfen nicht gleichzeitig erreicht werden
  • Bei Sonderanwendungen über +400 °C inerte Atmosphäre sicherstellen
Don'ts:
  • Keine Dichthilfsmittel, Pasten oder Fette auf die Dichtfläche auftragen
  • Nicht gegen stark oxidierende Medien einsetzen (rauchende Salpetersäure, Chromsäure)
  • Nicht in Kontakt mit fluorhaltigen oder ozonhaltigen Medien verwenden
  • Ausgebaute Dichtungen nicht wiederverwenden
  • Kein Nachziehen nach Hochtemperaturbetrieb; Nachziehen nur drucklos und bei Umgebungstemperatur

Montage

  1. Flanschflächen auf Verunreinigungen, radiale Kratzer und Verwerfungen prüfen; beschädigte Flansche vor dem Einbau instand setzen.
  2. Schrauben, Muttern und Unterlegscheiben auf Risse prüfen; nitrierte oder gehärtete Unterlegscheiben verwenden.
  3. Dichtung trocken, sauber und fettfrei einlegen. Graphitdichtungen müssen absolut trocken eingebaut werden; keine Dichthilfsmittel oder Pasten auf die Dichtfläche auftragen.
  4. Dichtung durch die Schraubenbolzen zentrieren; Flansche planparallel ausrichten, ohne nennenswerte Kraftanwendung.
  5. Schraubengewinde und Schraubenunterkopf mit einem geeigneten Schmiermittel versehen, das die Dichtung nicht kontaminiert.
  6. Schrauben über Kreuz anziehen in mindestens drei Durchgängen: zuerst handfest, dann ca. 30 %, 60 % und abschließend 100 % des Anziehdrehmoments. Abschließend jede Schraube nacheinander im Uhrzeigersinn kontrollieren.
  7. Nachziehen nur bei Umgebungstemperatur und drucklosem Zustand. Ausgebaute Dichtungen nicht wiederverwenden.

FAQ

Bis zu welcher Temperatur ist Graphit-Spießblech dauerhaft einsetzbar?

Im Dauerbetrieb ist das Material von -200 °C bis +400 °C einsetzbar. Im Dampfbereich liegt die Grenze bei +550 °C. In inerter Atmosphäre sind auch Temperaturen über +400 °C möglich. Temperatur- und Druckgrenzen dürfen nicht gleichzeitig ausgeschöpft werden.

Welche Medien sind mit Graphit-Spießblech nicht verträglich?

Nicht einsetzbar ist das Material gegen stark oxidierende Medien wie rauchende Salpetersäure und Chromsäure sowie gegen fluorhaltige und ozonhaltige Medien. Für alle anderen organischen und anorganischen Säuren, Laugen, Öle, Lösungsmittel und Dampf ist es beständig.

Warum muss eine Graphit-Spießblech-Dichtung trocken eingebaut werden?

Graphit nimmt Flüssigkeiten auf und kann bei Kontakt mit Wasser oder Fetten seine Oberflächenstruktur verändern, was die Dichtfunktion beeinträchtigt. Dichthilfsmittel und Pasten auf der Dichtfläche verhindern außerdem das gleichmäßige Verpressen der Graphitlage.

Kann Graphit-Spießblech nach dem Ausbau wiederverwendet werden?

Nein. Ausgebaute Graphit-Flachdichtungen dürfen nicht wiederverwendet werden, da die Graphitlage beim ersten Einbau bereits plastisch verformt wird und ihre ursprüngliche Kompressibilität verloren hat. Eine neue Dichtung gleicher Abmessung und Dicke ist einzubauen.

Welchen Vorteil hat die Streckmetalleinlage gegenüber einer unverstärkten Graphitplatte?

Die Streckmetalleinlage aus Edelstahl 1.4401 erhöht die mechanische Zugfestigkeit auf 25 N/mm² (längs) und verhindert das Ausreißen der Dichtung bei Druckstößen sowie die Rissbildung bei thermischer Wechselbelastung. Unverstärkte Graphitplatten sind bei gleicher Belastung anfälliger für Verformung und Fragmentierung.

Welche Normen und Zulassungen hat Graphit-Spießblech?

Das Material wird nach DIN 2690 und DIN EN 1514-1 gefertigt. Vorliegende Zulassungen umfassen DVGW (Gas- und Wasseranwendungen), TA-Luft, BAM für Sauerstoffanwendungen bis +200 °C / 130 bar sowie Firesafe nach API 607 / BS 6755.

Wie unterscheidet sich Graphit-Spießblech von einer reinen Graphitplatte (GP1520)?

Graphit-Spießblech enthält eine mechanisch eingebettete Edelstahl-Streckmetalleinlage, die den maximalen Betriebsdruck auf bis zu 100 bar erhöht und die strukturelle Integrität bei Druckstößen sicherstellt. Reine Graphitplatten ohne Einlage (GP1520) sind auf ca. 30 bar begrenzt und für geringere mechanische Beanspruchungen ausgelegt.