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Artikelnummer Breite (mm) Stärke (mm) Material Durchmesser (mm) Bauform
08-27R Glasfaser-Rundschnur
ø8 mm, geflochten
Glas 8 Rund

Beschreibung

Glasfaserpackungen bestehen aus texturierten E-Glasfasern, die zu einem kompakten Geflecht mit Längsfaserkern verarbeitet werden. Das Material ist nicht brennbar, anorganisch und absolut asbestfrei. Es enthält keine sonstigen Schadstoffe oder Schwermetalle und erfüllt damit die Anforderungen moderner Arbeitsschutz- und Umweltnormen.

Der Temperatureinsatzbereich reicht bis +550 °C im Dauerbetrieb; kurzzeitig sind bis +600 °C möglich. Diese Eigenschaft macht die Glasfaserpackung zur bevorzugten Dichtungslösung überall dort, wo polymere Werkstoffe wie PTFE oder Aramid an ihre thermischen Grenzen stoßen. Gleichzeitig bietet E-Glas elektrische Isolierfähigkeit und gute Ozonbeständigkeit.

Die Packung dichtet Türen, Revisionsöffnungen, Luken und Deckel von Heizkesseln, Dampfkesseln, Industrieöfen und Autoklaven. Lieferbar in rundem, quadratischem und rechteckigem Querschnitt als Meterware auf Rollen. Die flexible Struktur erlaubt die Anpassung an unterschiedliche Nutgeometrien ohne Spezialwerkzeug.

Merkmale

  • WerkstoffE-Glasfaser (geflochten)
  • Temperaturbereichbis +550 °C Dauerbetrieb; kurzzeitig bis +600 °C
  • Brennbarkeitnicht brennbar, anorganisch
  • Asbestgehaltasbestfrei, frei von Schadstoffen und Schwermetallen
  • Chemische Beständigkeitbeständig gegen die meisten Medien; elektrisch isolierend
  • Querschnittsformenrund, quadratisch, rechteckig
  • LieferformMeterware (Rollen)

Vorteile

  • Einsetzbar bis +550 °C Dauertemperatur, kurzzeitig bis +600 °C, wo Elastomer- und PTFE-Packungen nicht mehr ausreichen
  • Nicht brennbar und anorganisch: kein Abbrand, keine Ausgasung bei Temperaturspitzen
  • Absolut asbestfrei und schadstofffrei, konform mit aktuellen Arbeitsschutzanforderungen
  • Elektrisch isolierend durch den E-Glasfaserwerkstoff, geeignet für elektrisch sensible Umgebungen
  • Flexible Flechtstruktur passt sich der Nutgeometrie an und lässt sich ohne Spezialwerkzeug einlegen
  • Beständig gegen Ozon und viele Chemikalien, wartungsarm in industriellen Dauerinstallationen

Einsatzgebiete

Dampfkessel und Heizkessel
Abdichtung von Türen, Revisionsdeckeln und Mannlöchern bei Betriebstemperaturen bis +550 °C, wo Gummidichtungen versagen.
Industrieöfen und Brennöfen
Dichtung von Ofentüren und Zugangsklappen in der Keramik-, Glas- und Metallurgieindustrie, wo thermische Wechselbeanspruchung den Werkstoff auf Dauer belastet.
Autoklaven und Druckbehälter
Statische Abdichtung von Luken und Deckeln in der Vulkanisier- und Verbundwerkstoffherstellung bei erhöhten Prozesstemperaturen.
Dampfarmaturen und Ventile
Stopfbuchsabdichtung an Dampfschiebern und Absperrventilen in Kraftwerken und der chemischen Industrie bei Betriebsdrücken bis 150 bar (statisch).
Gießereibetriebe und Schmelzanlagen
Abdichtung von Pfannen, Rinnen und Ofenöffnungen, wo kurzzeitige Temperaturspitzen bis +600 °C auftreten.
Petrochemie und Raffinerieanlagen
Hochtemperaturdichtung an Prozessventilen und Wärmetauschern, die mit heißen Prozessgasen und Kohlenwasserstoffen betrieben werden.
Elektrische Anlagen mit Wärmeisolationsbedarf
Dichtungs- und Isolationskomponente in Umgebungen, wo elektrische Isolierfähigkeit des Dichtwerkstoffs gefordert ist.

Do's and Dont's

Do's:
  • Packung trocken und staubgeschützt lagern, vor direkter Sonneneinstrahlung schützen
  • Dichtflächen vor dem Einbau reinigen und auf Beschädigungen prüfen
  • Bei Stopfbuchsen nach dem ersten Aufheizzyklus auf Dichtheid prüfen und nachziehen
  • Geeignete Schutzhandschuhe beim Zuschneiden und Einlegen der Glasfasern tragen
Don'ts:
  • Nicht in Medien einsetzen, die Flusssäure oder konzentrierte Phosphorsäure enthalten (greift E-Glas an)
  • Packung nicht übermäßig anziehen: überhöhter Anpressdruck schädigt die Glasfasern und erhöht Reibungswerte
  • Keine scharfen Metallwerkzeuge beim Einlegen verwenden, die die Flechtstruktur durchtrennen könnten
  • Nicht für rotierende Hochdruckanwendungen ohne Rücksprache verwenden: Glasfaserpackungen sind primär für statische und quasistatische Abdichtungen ausgelegt

Montage

  1. Dichtungsnut, Flanschfläche oder Türrahmen vor dem Einbau auf Verunreinigungen, Korrosion und mechanische Beschädigungen prüfen und reinigen.
  2. Packung auf die benötigte Länge zuschneiden: Gehrungsschnitt (45°) für Stopfbuchsen, gerader Schnitt (90°) für statische Anwendungen wie Türdichtungen.
  3. Packung gleichmäßig in die Nut einlegen und dabei sicherstellen, dass kein Verdrehen oder Abknicken auftritt. Bei mehrlagigem Einbau die Stöße um 90° versetzt anordnen.
  4. Brille oder Stopfbuchsdeckel handfest anziehen, dann schrittweise gleichmäßig nachziehen bis die gewünschte Abdichtwirkung erreicht ist. Übermäßiges Anziehen vermeiden, da dies die Fasern beschädigt und die Lebensdauer verkürzt.
  5. Nach dem ersten Aufheizzyklus auf Leckage prüfen und bei Bedarf leicht nachziehen.

FAQ

Bis zu welcher Temperatur kann eine Glasfaserpackung dauerhaft eingesetzt werden?

Glasfaserpackungen aus E-Glasfaser sind für den Dauerbetrieb bis +550 °C ausgelegt. Kurzzeitig sind Temperaturen bis +600 °C möglich. Für noch höhere Temperaturen über +600 °C kommen Keramikfaserpackungen in Frage, die Dauertemperaturen über 1000 °C standhalten.

Ist die Glasfaserpackung asbestfrei?

Ja. Die Glasfaserpackung besteht ausschließlich aus texturierten E-Glasfasern und ist absolut asbestfrei, frei von Schadstoffen und Schwermetallen. Das Produkt entspricht den aktuellen Anforderungen des Arbeitsschutzes und der EU-Chemikaliengesetzgebung.

Welche Medien verträgt die Glasfaserpackung nicht?

E-Glasfasern werden durch Flusssäure und konzentrierte Phosphorsäure sowie durch starke Alkalien angegriffen. Für solche Medien sind alternative Dichtungswerkstoffe wie Keramikfaser oder Graphit geeigneter. In den meisten anderen industriellen Medien, darunter Dampf, Heißgase und Kohlenwasserstoffe, ist die Glasfaserpackung beständig.

Kann ich eine Glasfaserpackung auch für rotierende Wellen verwenden?

Glasfaserpackungen sind primär für statische und quasistatische Abdichtungen (Türen, Deckel, Flansche) ausgelegt. Für rotierende Anwendungen in Stopfbuchsen sind Graphit- oder PTFE-Packungen besser geeignet, da diese einen niedrigeren Reibungskoeffizienten aufweisen und den Wellenverschleiß begrenzen.

Wie wird eine Glasfaserpackung bei einer Stopfbuchse korrekt eingebaut?

Die Packung wird mit einem 45°-Gehrungsschnitt auf Länge gebracht und ringweise in die Stopfbuchse eingelegt. Bei mehreren Lagen sind die Stöße um 90° versetzt anzuordnen. Nach dem Anziehen der Brille sollte nach dem ersten Aufheizzyklus auf Leckage geprüft und gegebenenfalls leicht nachgezogen werden. Übermäßiger Anpressdruck beschädigt die Glasfasern.

Wo liegt der Unterschied zwischen Glasfaser- und Keramikfaserpackung?

Glasfaserpackungen aus E-Glas sind bis +550 °C einsetzbar und bieten gute chemische Beständigkeit sowie elektrische Isolierfähigkeit. Keramikfaserpackungen halten Dauertemperaturen über 1000 °C stand (Schmelzpunkt bis +1700 °C), sind jedoch empfindlich gegenüber Flusssäure und Phosphorsäure. Für Standardanwendungen in Kesseln und Öfen sind Glasfaserpackungen die wirtschaftlichere Wahl.